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Koordinatorin

Astrid van der Wall
Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI)
Tel.: 03641 / 65 63 14

Leibniz-Forschungsverbund "Gesundes Altern"

Als Folge der rasanten Fortschritte in der Medizin ist in den letzten 100 Jahren der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung deutlich angestiegen. Allerdings treten im Alter weiterhin schwere Erkrankungen verstärkt auf, sodass die wenigsten Menschen ihren letzten Lebensabschnitt vollständig gesund und selbstständig genießen können. Zudem wirft der erhöhte Anteil alter Menschen in der Gesellschaft gesellschaftliche und ökonomische Probleme auf. Deshalb wird nach neuen, effektiven und praktikablen Ansätzen für ein möglichst gesundes Leben im Alter gesucht. Diesem drängenden Zukunftsproblem widmet sich der Leibniz-Forschungsverbund „Gesundes Altern“.

Für die meisten Menschen ist heute die hohe Lebenserwartung ab einem fortgeschrittenen Alter mit einer zunehmenden Anfälligkeit für chronische Erkrankungen erkauft. Am häufigsten sind kardiovaskuläre Leiden mit Arteriosklerose, Diabetes, chronische Gelenkveränderungen mit Dauerschmerz und Einschränkung der Beweglichkeit sowie Hirnabbauprozesse etwa durch Morbus Alzheimer. Zusammen mit ebenfalls chronischen Erkrankungen wie Krebs, Atemwegsproblemen, Leberleiden und psychischen Erkrankungen und Instabilitäten ergibt sich das Bild der sogenannten Multimorbidität vieler Patienten über 65 Jahre. Diese überleben dank verbesserter medizinischer Betreuung länger. Damit wird deutlich, dass das vordringlichste Ziel der Altersforschung nicht die gezielte weitere Erhöhung der Lebenserwartung an sich, sondern die Verlängerung der Lebenszeit in Gesundheit sein muss.

Die Entwicklung und Erprobung von neuen Therapie- und Präventionsansätzen in der Alterungsmedizin erfordert vor allen Dingen Kenntnis der biologischen Ursachen der Alterung. Komponenten dieser molekularen/biologischen Ursachen können selbst Ziele für neue Therapieansätze sein. Sie können gleichzeitig als Marker zur Beurteilung der Wirksamkeit von präventiven Ansätzen im Bereich Lebensführung und Ernährung verwendet werden.

Der erhöhte Anteil alter Menschen in der Gesellschaft wirft auch gesellschaftliche und ökonomische Probleme auf. So ist es unstrittig, dass Alterungsprozesse auch wesentliche gesellschaftliche Ursachen und Folgen haben. Mit Blick auf den gesundheitlichen Zustand im Alter und die Lebenserwartung von Menschen spielen deren sozio-ökonomische Lage sowie die sie umgebenden Umwelt-, Wohn- und Lebensbedingungen eine zentrale Rolle. Es ist daher offensichtlich, dass problemorientierte Altersforschung nicht auf den Bereich Biomedizin beschränkt sein kann, sondern im Hinblick auf die gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen einer sich weiter verschiebenden Altersstruktur der Bevölkerung die Zusammenarbeit verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen erfordert.

Das übergeordnete wissenschaftliche Ziel des Forschungsverbundes ist es, die biologischen und gesellschaftlichen Grundlagen des Alterungsprozesses und deren Wechselwirkungen aufzuklären, um hierdurch neuartige Interventions- und Anpassungsstrategien zu entwickeln, die gesundes Altern nachhaltig fördern. Entsprechend ist das Forschungsprogramm in zwei Schwerpunkte gegliedert:

  • die Erforschung der biologischen und gesellschaftlichen Grundlagen des Alterns
  • die Entwicklung und Validierung von nachhaltigen Interventions- und Anpassungsstrategien.

Sprecher

Prof. Dr. med. Jean Krutmann
Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF)
Tel.: 0211 / 33 89 – 224 / - 225
krutmann(at)uni-duesseldorf.de

K. Lenhard Rudolph
Leibniz-Institut für Alternsforschung
Fritz-Lipmann-Institut (FLI)
Tel.: 3641 / 65 – 6350
vorstand(at)leibniz-fli.de 

Kontakt in der Geschäftsstelle

Dr. Britta Horstmann
Leibniz-Gemeinschaft
Tel.: 030 / 20 60 49 - 60
horstmann(at)leibniz-gemeinschaft.de