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Koordination

Dr. Christoph Häuser
Museum für Naturkunde – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung (MfN)
Tel.: 030 / 2093 - 8479

Deutsche Naturwissenschaftliche Sammlungen als integrierte Forschungsinfrastruktur (DCOLL)

Herausforderung und Relevanz

Deutschland verfügt in seinen öffentlichen Forschungsmuseen, Universitäten und anderen sammlungsbasierten Forschungseinrichtungen über weltweit einmalige Bestände an naturwissenschaftlichen Sammlungsbelegen und Proben aus aller Welt mit sehr hohem wissenschaftlichem und kulturellem Wert. Deutschlandweit sind dies mehr als 150 Millionen Objekte. Das enorme Potential, das diese Sammlungen für die Forschung (insbesondere die Biodiversitätsforschung), aber auch für Bildung, Kultur und innovative Verwertungsmöglichkeiten bieten, wird derzeit mangels ausreichender Zugänglichkeit nicht annähernd ausgeschöpft. Hier besteht erheblicher und dringlicher Handlungsbedarf, der durch DCOLL angegangen wird.

Was ist DCOLL?

DCOLL ist als eine dezentrale, national koordinierte Forschungsinfrastruktur konzipiert. Sie strebt folgende wissenschaftliche und fachliche Ziele an:
1. Die digitale Erschließung der Bestände der naturkundlichen Forschungssammlungen zur Intensivierung der Nutzung dieser Bestände auf nationaler und globaler Ebene für wissenschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Zwecke.
2. Die Erschließung neuer nationaler und internationaler Märkte der Nutzanwendung natur­kundlicher Sammlungen, vor allem im Bereich digitaler Daten.
3. Die Förderung neuer, integrativer und interdisziplinärer Forschungsansätze auf folgen­den Themenfeldern: Entdeckung, Erfassung und Schutz der biologischen Vielfalt; Bioinformatik, Biodiversitätsinformatik und (meta-)Omics-Technologien; Umweltveränderungen, Geoprozesse und Globaler Wandel; Erhaltung und Nutzung natürlicher Lebensgrundlagen, Bioökonomie; Menschliche Gesundheit, Ernährung und Rohstoffe; Gesellschaftlicher Wandel und lebenslanges Lernen.

Zugang und Nutzergruppen

User Access. DCOLL adressiert den Bedarf von drei großen Nutzergruppen:
1. die Forschungscommunity im engeren und weiteren Sinne
2. die Akteure von Bildung und Öffentlichkeitsarbeit und
3. die Wirtschaft, Behörden und weiteren gesellschaftlichen Gruppen.
Entsprechend der Natur der Objekte und Proben unterscheidet sich die Nutzung einzelner Sammlungen erheblich. Im Mittelpunkt steht grundsätzlich die wissenschaftliche, stets international ausgerichtete Nutzung (ca. 75-80 Prozent). Die Nutzung für Bildung und Öffentlichkeitsarbeit (ca. 15-20 Prozent) fokussiert meist auf bestimmte Objektklassen und Bestände und ist vorwiegend national oder lokal geprägt. Die Nutzung durch Wirtschaft und andere Gruppen macht nur einen vergleichsweise geringen Anteil aus (ca. 10 Prozent).

Partner

Museum für Naturkunde – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung (MfN)

Leibniz Institut DSMZ - Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH (DSMZ)

Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN)

Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere (ZFMK)

Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem (BGBM), Freie Universität Berlin

Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart (SMNS)

Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns (SNSB)

Zeithorizont

Aufbauphase: 2019 – 2026

Betriebsphase: ab 2027

Finanzierung

Aufbauphase: 372 Mio. Euro

Nutzungsphase: ca. 12,5 Mio. Euro pro Jahr, von den Mitgliedern des Konsortiums aus Eigenmitteln, Nutzungsentgelten, Kostenerstattung/Aufwandsentschädigung, Drittmittelprojekten und Dienstleistungsentgelten finanziert