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Dr. Sabine Müller
Sektion A: Geisteswissenschaften und Bildungsforschung | Chancengleichheit, Leibniz-Mentoringprogramm, Nachwuchs
Leibniz-Gemeinschaft
Chausseestraße 111
10115 Berlin
Tel.: 030 / 20 60 49 - 686


Allgemeine Richtlinien

Die Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Wissenschaft ist ein zentrales Anliegen der Leibniz-Gemeinschaft, das sie seit 2008 in ihrer Satzung verankert hat. Durch verschiedene Instrumente unterstützt die Leibniz-Gemeinschaft die Institute bei ihren Bemühungen um die Verwirklichung dieses Ziels.

  • Zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in den Instituten hat die Leibniz-Gemeinschaft bereits 1998 Rahmenempfehlungen erlassen. Seit 2003 gilt die Ausführungsvereinbarung zur Rahmenvereinbarung Forschungsförderung über die Gleichstellung von Frauen und Männern bei der gemeinsamen Forschungsförderung - Ausführungsvereinbarung Gleichstellung (AV-Glei) - durch Individualvereinbarung in den Einrichtungen. Entsprechend der Rechtsform werden auch Landesgleichstellungsgesetze angewendet.
  • Chancengleichheit spielt eine wichtige Rolle im Leibniz-Evaluierungsverfahren. Die Verwirklichung von Maßnahmen zur Chancengleichheit in den Einrichtungen wird im Zuge der unabhängigen Begutachtung abgefragt und stellt einen Berichtspunkt im Evaluierungsbericht des Senatsausschusses Evaluierung (SAE) dar, auf dessen Grundlage über die Weiterförderung der Einrichtung entschieden wird. 
  • Als erste nicht-universitäre Wissenschaftsorganisation hat die Leibniz-Gemeinschaft auf ihrer Mitgliederversammlung am 28. November 2008 beschlossen, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft verabschiedeten „Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards“ zu übernehmen. Über die einzelnen Umsetzungsschritte berichten die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft dem Präsidium.

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Frauen in Leitungspositionen

Ziel der Chancengleichheitsaktivitäten der Leibniz-Gemeinschaft ist es, Männern und Frauen abhängig von ihren jeweiligen Qualifikationen bei der Verwirklichung ihrer individuellen Karrierewünsche gleiche Chancen und Möglichkeiten zu garantieren. Dies gilt für alle Organisationsebenen.

Mit 41,5 Prozent haben Frauen bereits jetzt einen vergleichsweise hohen Anteil am wissenschaftlichen Personal in der Leibniz-Gemeinschaft. Unter den Promovierenden und den Promovierten erreicht die Leibniz-Gemeinschaft trotz des großen Anteils an natur- und technikwissenschaftlichen Einrichtungen nahezu Parität. In den letzten Jahren stieg der Anteil der Doktorandinnen stetig und liegt nun bei 48,3 Prozent, der der Postdoktorandinnen beträgt 42,8 Prozent. Gleichwohl ist der Frauenanteil in den höheren wissenschaftlichen Statusgruppen noch immer gering. Immerhin lässt sich mit 17,9 Prozent Frauen im Bereich W2/C3 ein positiver Trend feststellen und der Frauenanteil an den W3/C4-Positionen ist auf 12,1 Prozent nochmals leicht angestiegen.

Die Leibniz-Gemeinschaft hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in Leitungspositionen kontinuierlich und zügig zu erhöhen. Den Beschluss der GWK über die Einführung von Zielquoten im Sinne des Kaskadenmodells hat die Leibniz-Gemeinschaft rasch aufgegriffen. Die Zielquoten der Leibniz-Einrichtungen sollen entsprechend den DFG-Standards auf 2017 festgelegt und auf Entgeltgruppen ausgerichtet werden. Bisher ergibt sich ein überwiegend positives Bild. Nahezu drei Viertel der Institute (61 von 86) haben Zielquoten vereinbart, davon 53 in rechtlich verbindlicher Form. Schließlich wirkt sie durch ein geschlechtergerechtes Nominierungsverfahren besonders darauf hin, dass in den Leibniz-Gremien Frauen angemessen vertreten sind.

  • Mit der Förderlinie „Frauen in wissenschaftlichen Leitungspositionen“ im wettbewerblichen Vergabeverfahren für Mittel aus dem „Pakt für Forschung und Innovation“ (SAW) hat die Leibniz-Gemeinschaft die Möglichkeit geschaffen, Forschungsgruppen unter der Leitung von Wissenschaftlerinnen einzurichten.
  • Vorgezogene Berufung: Zur Förderung von Frauen in wissenschaftlichen Leitungspositionen kann die Leibniz-Gemeinschaft aus Mitteln des Impulsfonds eine vorgezogene Berufung auf W2- bzw. W3-Professuren in der Regel für ein Jahr, maximal für zwei Jahre ermöglichen.

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AG Forschungsorientierte Gleichstellungsstandards

Die Mitgliederversammlung der Leibniz-Gemeinschaft hat im November 2008 die „Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards“ der DFG verabschiedet. Die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft berichten dem Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft über ihre Ziele und Fortschritte bei der Verwirklichung der Gleichstellungsstandards. Eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des Präsidenten bereitet nach einem ersten Bericht 2010 und dem Zwischenbericht 2011 nun die Abfrage zur Verwirklichung der Gleichstellungsstandards in den Mitgliedseinrichtungen für den Abschlussbericht vor, der 2014 vorliegen wird.

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Zertifizierung

Gemäß einem Beschluss der Mitgliederversammlung sind die Mitgliedseinrichtungen aufgefordert, ihre Bemühungen um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zertifizieren zu lassen. Die Zahl der durch das „Total E-Quality Prädikat“ oder durch das „audit berufundfamilie®“ zertifizierten Einrichtungen stieg von 49 im Jahr 2012 auf derzeit 54 (62 Prozent der Einrichtungen).

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Leibniz-Netzwerk audit berufundfamilie

31 Institute der Leibniz-Gemeinschaft sind bereits mit dem „audit berufundfamilie“ zertifiziert und belegen so ihre familienfreundliche Personalpolitik anhand anerkannter und nachvollziehbarer Kriterien. Einmal zertifiziert, können die Bemühungen um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie aber nicht enden, sondern müssen kontinuierlich erhalten und weiterentwickelt werden. Auf Initiative des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) hat sich im Jahr 2012 ein Leibniz-weites Netzwerk audit berufundfamilie gegründet.

Ziel des Netzwerks ist der Kontakt und Erfahrungsaustausch der teilnehmenden Institute, der unter anderem in jährlichen Netzwerktreffen in Form von Workshops stattfindet. Dabei lassen sich Erfahrungen über Probleme und Erfolge bei der Umsetzung der familienfreundlichen Maßnahmen diskutieren und gemeinsame Lösungsansätze erarbeiten.

Auszug bisheriger Themen:

  • Informations- und Kommunikationspolitik
  • Führungskräftesensibilisierung
  • Personalentwicklung
  • Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Familie (Wissenschaftszeitvertragsgesetz, Umgang mit Befristungen, Tenure- Track usw.)
  • Sonderform Arbeitszeit, z.B. Sabbatical
  • Familienpflegezeitgesetz
  • Kinderregel-, Notfall- und Ferienbetreuung
  • Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten

Das nächste Netzwerktreffen wird im Herbst 2014 am DIPF in Frankfurt am Main stattfinden. Wenn der Termin feststeht, wird er hier bekannt gegeben.

Das Netzwerk richtet sich an alle Institute der Leibniz-Gemeinschaft, die das audit berufundfamilie eingeworben haben oder dies in nächster Zeit beabsichtigen, und soll einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Leibniz- Gemeinschaft insgesamt noch familienbewusster aufzustellen.

Kontakt:

Vanessa Krebs
Personalentwicklung
Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)
Schloßstraße 29, 60486 Frankfurt am Main
Tel.: +49(0)69 24708 - 218; Fax.: -444;
krebs(at)dipf.de

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Förderung junger Wissenschaftlerinnen

Die Leibniz-Gemeinschaft engagiert sich für die Förderung junger Wissenschaftlerinnen. Mit Erfolg: knapp die Hälfte der Promovierenden ist weiblich.

  • Das Mentoring-Programm der Leibniz-Gemeinschaft fördert hochqualifizierte promovierte Forscherinnen und unterstützt sie auf ihrem Weg in eine Führungsposition bzw. Professur. 
  • Als Partner des Nationalen Paktes für Frauen in MINT-Berufen möchte die Leibniz-Gemeinschaft mehr Mädchen und junge Frauen für Berufe aus dem Bereich der Mathematik, der Informatik, der Naturwissenschaften und der Technikwissenschaften begeistern.

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Gleichstellungsarbeit in Leibniz-Einrichtungen

Die Gleichstellungsbeauftragten der Leibniz-Einrichtungen tauschen sich regelmäßig im Arbeitskreis Chancengleichheit (AKC) aus. Dem Sprecherinnenrat des AKC gehören zehn Vertreterinnen aller fünf Sektionen an. Der in diesem Kreis erarbeitete „Leitfaden für Chancengleichheit in der Leibniz-Gemeinschaft“ gibt einen Überblick über Grundlagen der Gleichstellungsarbeit und Maßnahmen im Bereich Chancengleichheit. Einmal jährlich organisiert die Leibniz-Gemeinschaft die „Jahrestagung Chancengleichheit“ zu aktuellen Themen.

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