Die Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Wissenschaft ist ein zentrales Anliegen der Leibniz-Gemeinschaft, das sie seit 2008 in ihrer Satzung verankert hat. Durch verschiedene Instrumente unterstützt die Leibniz-Gemeinschaft die Institute bei ihren Bemühungen um die Verwirklichung dieses Ziels.
Ziel der Chancengleichheitsaktivitäten der Leibniz-Gemeinschaft ist es, Männern und Frauen abhängig von ihren jeweiligen Qualifikationen bei der Verwirklichung ihrer individuellen Karrierewünsche gleiche Chancen und Möglichkeiten zu garantieren. Dies gilt für alle Organisationsebenen.
Mit 41,5 Prozent haben Frauen bereits jetzt einen vergleichsweise hohen Anteil am wissenschaftlichen Personal in der Leibniz-Gemeinschaft. Unter den Promovierenden und den Promovierten erreicht die Leibniz-Gemeinschaft trotz des großen Anteils an natur- und technikwissenschaftlichen Einrichtungen nahezu Parität. In den letzten Jahren stieg der Anteil der Doktorandinnen stetig und liegt nun bei 48,3 Prozent, der der Postdoktorandinnen beträgt 42,8 Prozent. Gleichwohl ist der Frauenanteil in den höheren wissenschaftlichen Statusgruppen noch immer gering. Immerhin lässt sich mit 17,9 Prozent Frauen im Bereich W2/C3 ein positiver Trend feststellen und der Frauenanteil an den W3/C4-Positionen ist auf 12,1 Prozent nochmals leicht angestiegen..
Die Leibniz-Gemeinschaft hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in Leitungspositionen kontinuierlich und zügig zu erhöhen. Den Beschluss der GWK über die Einführung von Zielquoten im Sinne des Kaskadenmodells hat die Leibniz-Gemeinschaft rasch aufgegriffen. Die Zielquoten der Leibniz-Einrichtungen sollen entsprechend den DFG-Standards auf 2017 festgelegt und auf Entgeltgruppen ausgerichtet werden. Bisher ergibt sich ein überwiegend positives Bild. Nahezu drei Viertel der Institute (61 von 86) haben Zielquoten vereinbart, davon 53 in rechtlich verbindlicher Form. Schließlich wirkt sie durch ein geschlechtergerechtes Nominierungsverfahren besonders darauf hin, dass in den Leibniz-Gremien Frauen angemessen vertreten sind.
Die Mitgliederversammlung der Leibniz-Gemeinschaft hat im November 2008 die „Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards“ der DFG verabschiedet. Die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft berichten dem Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft über ihre Ziele und Fortschritte bei der Verwirklichung der Gleichstellungsstandards. Eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des Präsidenten bereitet nach einem ersten Bericht 2010 und dem Zwischenbericht 2011 nun die Abfrage zur Verwirklichung der Gleichstellungsstandards in den Mitgliedseinrichtungen für den Abschlussbericht vor, der 2014 vorliegen wird.
Gemäß einem Beschluss der Mitgliederversammlung sind die Mitgliedseinrichtungen aufgefordert, ihre Bemühungen um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zertifizieren zu lassen. Die Zahl der durch das „Total E-Quality Prädikat“ oder durch das „audit berufundfamilie®“ zertifizierten Einrichtungen stieg von 40 im Jahr 2011 auf derzeit 49 (57 Prozent der Einrichtungen).
Die Leibniz-Gemeinschaft engagiert sich für die Förderung junger Wissenschaftlerinnen. Mit Erfolg: knapp die Hälfte der Promovierenden ist weiblich.
Die Gleichstellungsbeauftragten der Leibniz-Einrichtungen tauschen sich regelmäßig im Arbeitskreis Chancengleichheit (AKC) aus. Dem Sprecherinnenrat des AKC gehören zehn Vertreterinnen aller fünf Sektionen an. Der in diesem Kreis erarbeitete „Leitfaden für Chancengleichheit in der Leibniz-Gemeinschaft“ gibt einen Überblick über Grundlagen der Gleichstellungsarbeit und Maßnahmen im Bereich Chancengleichheit. Einmal jährlich organisiert die Leibniz-Gemeinschaft die „Jahrestagung Chancengleichheit“ zu aktuellen Themen.