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Zentrum für Plasmamedizin in Korea eröffnet

Mit einer feierlichen Eröffnungszeremonie wurde am 6. Februar 2017 in Anwesenheit des deutschen Botschafters in Korea das länderübergreifende „Applied Plasma Medicine Center“ (APMC) gemeinsam vom Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. (INP Greifswald) und dem Plasma Bioscience Research Center (PBRC) in Seoul, Korea eröffnet.

In Anwesenheit hochrangiger internationaler Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wurde mit dem „Applied Plasma Medicine Center“ (APMC) am 6. Februar 2017 ein Exzel-lenzforschungszentrum zur angewandten Plasmamedizin in Korea eröffnet. Mit dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. (INP) ist erstmalig eine Leibniz-Einrichtung Partner in einer koreanischen Exzellenzinitiative zur anwendungsorientierten Forschung. Gemeinsam mit dem Plasma Bioscience Research Center (PBRC) der Kwangwoon Universität in Seoul wird damit ein Meilenstein der internationalen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet gelegt. Nach einer Begrüßungsrede von Universitäts-Direktor Prof. Jang H. Chun, der Kwangwoon Universität Seoul und verschiedenen Gastreden, unter anderem des deutschen Botschafters in Korea, Stephan Auer, fand ein zweitägiges wissenschaftliches Kolloquium mit Fachvorträgen zum Thema Plasmamedizin statt. Anlässlich der Eröffnung bezeichnet Prof. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des INP Greifswald, das gemeinsame Forschungszentrum als einen „…Mehrwert für die internationale Plasma-Community“, welches „… einen bedeutenden Anteil zur Verstetigung der Plasmamedizin auf internationaler Ebene“ leistet.

Verstetigung der Plasmamedizin auf internationaler Ebene

Mit der Eröffnung des AMPC und der Zusammenarbeit mit dem starken Partner in Korea baut das INP seine 2005 begonnene Vorreiterrolle als interdisziplinäres Forschungsinstitut auf dem Gebiet der Plasmamedizin weiter aus. Ein wichtiges Ziel ist es, internationale Standards für die Entwicklung von Medizinprodukten speziell für den Bereich der Plasmamedizin aufzubauen. „In Deutschland ist Plasmamedizin bereits in der Klinik angekommen. Der nächste Schritt ist dies auch auf einem anderen Kontinent zu schaffen“, erklärt Prof. Klaus-Dieter Weltmann. Daher stehen unter anderem multizentrische klinische Studien im Mittelpunkt des gemeinsamen Vorhabens. Unterstützt wird dies durch einen intensiven Austausch wissenschaftlicher Experten in gemeinsamen Laboren in Deutschland und Korea. Das APMC „… vertieft die Beziehungen und erweitert sowie fördert die Zusammenarbeit für einen gegenseitigen und internationalen Nutzen im Bereich der Plasmamedizin“ erläutert Prof. Klaus-Dieter Weltmann.

Bereicherung der klinisch orientierten Forschung

Besondere Chancen sieht Dr. Kai Masur, Leiter der Forschungsgruppe Plasma-Wundheilung (ZIK plasmatis) am INP Greifswald, darin „… die angewandte klinische Forschung im Bereich der Plasmamedizin voran zu treiben“. Geplant sind multizentrische klinische Studie mit dem Ziel, den in Europa zugelassenen kINPen® MED auch in koreanischen Kliniken zuzulassen. Vergleichende Studien in Europa und Asien ermöglichen weitere Parameter wie unterschiedliche Hauttypen oder Ernährungsgewohnheiten in die Studie mit einfließen zu lassen. Gleichzeitig soll im Zuge des Exzellenzforschungsprojekts ein weiteres Produkt der koreanischen Projektpartner entwickelt und am koreanischen Markt zugelassen werden. Damit wäre es möglich die Ergebnisse der unterschiedlichen klinischen Studien in Europa und Asien direkt miteinander zu vergleichen. Der interkontinentale Transfer in die Industrie und die Standarisierung und Normierung dieser neuartigen therapeutischen Geräte und Verfahren auf internationaler Ebene gehören damit zum Ziel der internationalen Zusammenarbeit. Zu diesem Zweck sind weitere deutsche und koreanische Kooperationspartner in das Forschungsprojekt mit eingebunden. Darunter auch die neoplas tools GmbH, eine Ausgründung des INP Greifswald. Neben der technologischen Unterstützung wird sie ihr Knowhow im Bereich der Plasmageräteentwicklung und Zulassungsverfahren mit einbringen.

Stichwort GRDC

Mit dem Exzellenzforschungsprogramm „Global Research Development Center“ (GRDC) werden koreanische Wissenschaftseinrichtungen in der Kooperation mit führenden internationalen Partnern im Bereich des Wissens- und Technologietransfers unterstützt. Pro Jahr werden nach einem zweistufigen internationalen Begutachtungsprozess drei Projekte zur Förderung ausgewählt. Die National Research Foundation (NRF) der koreanischen Regierung unterstützt auf diese Weise den internationalen Austausch der Forschung und Entwicklung und fördert die angewandte Grundla-genforschung und Schaffung eines globalen Forschungs- und Entwicklungszentrums auf diesem Gebiet.

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Charlotte Giese
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