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Leibniz-Institute in Magdeburg, Halle, Berlin, Göttingen und Bremen positiv evaluiert

21. März 2014 | Leibniz-Gemeinschaft

Der Senat der Leibniz‐Gemeinschaft hat heute nach Abschluss der wissenschaftlichen Evaluierung von fünf Einrichtungen der Leibniz‐Gemeinschaft Bund und Ländern empfohlen, diese Einrichtungen weiterhin gemeinsam zu fördern.


Jede Leibniz‐Einrichtung wird regelmäßig extern evaluiert, spätestens alle sieben Jahre. International ausgewiesene Sachverständige, die durch schriftliche Unterlagen und bei einem Evaluierungsbesuch informiert werden, bewerten die Leistungen und Strukturen jeder Einrichtung. Die Ergebnisse der Begutachtung werden in einem Bewertungsbericht festgehalten, zu dem das evaluierte Institut Stellung nehmen kann. Auf dieser Grundlage verabschiedet der Senat der Leibniz‐Gemeinschaft eine wissenschaftspolitische Stellungnahme, die Empfehlungen zur weiteren Förderung der Leibniz‐Einrichtung enthält. Diese Senatsstellungnahme dient der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) zur Überprüfung der Fördervoraussetzungen. Zusammen mit den Anlagen A (Darstellung der wesentlichen Inhalte und Strukturen der Einrichtung), B (Bewertungsbericht) und C (Stellungnahme der Einrichtung zum Bewertungsbericht) wird die Senatsstellungnahme auf der Internet‐Seite der Leibniz‐Gemeinschaft veröffentlicht. Alle an der Bewertung und Beurteilung beteiligten Gremien sind ausschließlich mit Personen besetzt, die nicht an Leibniz‐Einrichtungen tätig sind.

Zu den Stellungnahmen des Senats der Leibniz‐Gemeinschaft im Einzelnen

Das Leibniz‐Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg erforscht außerordentlich erfolgreich die neurobiologischen Grundlagen von Lernen und Gedächtnis, wie der Senat in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme feststellt. Der Senat hebt die große inhaltliche und methodische Breite der Arbeiten und die gelungene Verknüpfung von grundlagen‐ mit anwendungsorientierter Forschung positiv hervor. Die Erkenntnisse des Instituts seien für ganz unterschiedliche Bereiche wie Klinik, Technik und Schule relevant.

Die Entwicklung des Instituts sei in den zurückliegenden Jahren systematisch vorangetrieben worden. Das LIN trage erheblich dazu bei, dass Magdeburg in der neurobiologischen Forschung international sichtbar und anerkannt sei. Der Senat lobt die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen dem Institut und der benachbarten Universität. Auch im Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen sei das LIN ein wesentlicher Partner. Im Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) würden die Magdeburger Kooperationen sehr effizient und im Sinne eines Leibniz WissenschaftsCampus gebündelt. Der Leibniz‐Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des LIN fortzusetzen.

Der Senat der Leibniz‐Gemeinschaft bescheinigt dem Leibniz‐Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) in Halle in der heute veröffentlichten Stellungnahme überwiegend sehr gute Forschungsleistungen. Das Alleinstellungsmerkmal des Instituts liege in der interdisziplinären Kombination von grundlagenorientierter molekularer Pflanzenbiologie mit anwendungsorientierter Natur- und Wirkstoffchemie. Insgesamt habe sich das IPB seit der letzten Evaluierung positiv entwickelt. Die Publikationsleistung des Instituts schätzt der Senat als sehr gut ein. Auf der Grundlage seiner hohen interdisziplinären Expertise solle das IPB noch stärker als Initiator und Koordinator von Verbundprojekten auf nationaler und internationaler Ebene in Erscheinung treten, auch um die Drittmitteleinnahmen weiter zu steigern. Bund und Ländern wird empfohlen, die gemeinsame Förderung des IPB fortzusetzen.

Das IPB kooperiert mit der Martin‐Luther‐Universität Halle‐Wittenberg (MLU). So sind alle vier Abteilungsleiter gemeinsam mit der MLU auf Professuren berufen worden. Das Institut kooperiereaußerdem mit der Hochschule in wichtigen Projekten, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert, so der Leibniz‐Senat. Zentrales Element der zukünftigen Zusammenarbeit mit der MLU solle der 2012 gegründete Leibniz WissenschaftsCampus Halle „Pflanzenbasierte Bioökonomie“ werden. Der Senat weist darauf hin, dass es äußerst negativ wäre, wenn zwei für die Kooperation von IPB und Universität Halle wichtige Professuren in der Chemie nicht wiederbesetzt würden. Er schließt sich der Einschätzung des Wissenschaftsrats an, dass das Land Sachsen‐Anhalt auf dem Gebiet der Pflanzenwissenschaften die Chance hat, sich zu einem international sichtbaren Zentrum zu entwickeln, und ermutigt in seiner Stellungnahme alle Akteure, dies nach Kräften zu unterstützen.

Dem Leibniz‐Institut für Zoo‐ und Wildtierforschung (IZW) im Forschungsverbund Berlin e. V. bescheinigt der Senat der Leibniz‐Gemeinschaft insgesamt sehr gute Leistungen. Es erforsche ausgesprochen erfolgreich die Lebensbedingungen, evolutionsbiologischen Anpassungen und Erkrankungen von Wildtierarten sowie die Interaktion von Wildtieren mit der Umwelt und mit dem Menschen. Außerdem biete es hochwertige wissenschaftliche Service‐ und Beratungsleistungen an. Die Entwicklung des IZW in den vergangenen Jahren ist aus Sicht des Senats sehr erfreulich. Es sei international anerkannt und insbesondere im Bereich der Reproduktionsbiologie und ‐medizin weltweit führend. Bei den wissenschaftlich ertragreichen Langzeituntersuchungen von Wildtierpopulationen sollte das Institut in Zukunft auch europäische Arten einbeziehen.

Das IZW unterhält zahlreiche fruchtbare Kooperationsbeziehungen. So wird in Berlin und Brandenburg sowohl mit den Universitäten, beispielsweise im Rahmen gemeinsamer Berufungen, als auch mit anderen Forschungsinstituten zusammengearbeitet. Auch sei das Institut innerhalb der Leibniz‐Gemeinschaft sehr gut vernetzt und pflege zahlreiche Kontakte zu wissenschaftlichen Einrichtungen und Zoologischen Gärten weltweit. Die Nachwuchsförderung am IZW wird als hervorragend eingeschätzt. Besonders erfreulich ist es aus Sicht des Senats, das sich das Institut außerordentlich intensiv in der Berufsausbildung engagiert. Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des IZW fortzusetzen.

Die Deutsche Primatenzentrum GmbH – Leibniz‐Institut für Primatenforschung, Göttingen (DPZ) ist international hoch anerkannt. So stellt es der Senat der Leibniz‐Gemeinschaft in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme zum Institut fest. Das DPZ verfüge über ein klares Forschungsprofil, das überzeugend und sehr erfolgreich in den drei Säulen Infektionsforschung, Organismische Primatenbiologie und Neurowissenschaften umgesetzt wird.

Es komme mit beeindruckender Qualität seinen Kernaufgaben nach, von der Primatenhaltung und ‐züchtung bis zur Forschung mit und über nicht‐humane Primaten. Durch Freilandforschungsstationen in Südamerika, Afrika und Südostasien leiste das DPZ, zusätzlich zur Forschung an freilebenden Populationen, einen bedeutenden Beitrag zum Arten‐ und Tierschutz in den entsprechenden Regionen. Der Senat begrüßt die Planungen des DPZ für den Aufbau neuer Abteilungen in den kommenden Jahren. Dabei kann das Primatenzentrum u.a. auch auf die Möglichkeiten des neuen MRT‐Bildgebungszentrums aufbauen, dessen Bau das Land Niedersachsen und der Bund ermöglichten und damit eine Empfehlung der letzten Evaluierung aufgriffen. In Göttingen ist das DPZ gefragter Kooperationspartner für Universität und andere Forschungsinstitute, die ihre Zusammenarbeit im „Göttinger Research Council“ sehr effizient bündeln.

Das DPZ sei darauf vorbereitet, den zukünftig noch höheren und europarechtlich verankerten Anforderungen im Tierschutz nachzukommen. Es sei nicht zuletzt vor dem Hintergrund dieser Anforderungen wichtig, die umfassenden Sanierungsarbeiten im Tierhaltungsbereich nun zügig zum Abschluss zu bringen. Der Senat der Leibniz‐Gemeinschaft empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des Instituts fortzusetzen.

Das Leibniz‐Zentrum für Marine Tropenökologie, Bremen (ZMT) erforscht mit großem Erfolg die Ökosysteme und Ressourcen (sub‐)tropischer Küsten sowie ihre Nutzung. Wie der Senat der Leibniz‐Gemeinschaft in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme festhält, trage es somit bestens zur Beantwortung drängender globaler Umweltfragen bei. Die wissenschaftlichen Leistungen des ZMT beurteilt der Senat im Schnitt als sehr gut; insbesondere die Beratungsleistungen seien hervorragend. Insgesamt erreiche das Institut, auch aufgrund der gelungenen Kombination von natur‐ und sozialwissenschaftlichen Methoden, bereits eine hohe Sichtbarkeit, obwohl es erst seit seiner Aufnahme in die Leibniz‐Gemeinschaft im Jahr 2009 von der Gemeinschaftsförderung profitiert.

In seiner Stellungnahme hebt der Senat hervor, dass sich das ZMT seitdem in beeindruckender Weise weiterentwickelt habe. So habe es nicht nur sein Forschungsprogramm thematisch ausgebaut, sondern auch neue regionale Schwerpunkte gesetzt. Die Vernetzung des Instituts innerhalb der deutschen und der internationalen Meeresforschung, in der Leibniz‐Gemeinschaft sowie im universitären Umfeld des Landes Bremen ist mittlerweile intensiv und ertragreich. Somit bestehen sehr gute Voraussetzungen, um künftig, wie vom Senat empfohlen, auch den Anteil der Drittmittel am Gesamthaushalt ausbauen zu können. Der Senat empfiehlt, die gemeinsame Förderung fortzuführen.

Die einzelnen Senatsstellungnahmen finden Sie im Wortlaut auf den Internetseiten der Leibniz-Gemeinschaft unter www.wgl.de/ueber-uns/evaluierung/

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