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Referat Leibniz-Wettbewerb
Leibniz-Gemeinschaft
Chausseestraße 111
10115 Berlin
Tel.: 030 / 20 60 49 - 33 oder -32

Förderlinie 1: Innovative Vorhaben

Polesien als Interventionslandschaft. Raum, Herrschaft, Technologie und Ökologie an der europäischen Peripherie 1915-2015 (POLIN)

Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft (HI), Marburg

Das Vorhaben fordert etablierte Narrative einer Gewalt- und Katastrophengeschichte des östlichen Europas mit einem eigens entwickelten heuristischen Konzept heraus.
Mit dem Begriff "Interventionslandschaft" sollen die Ambivalenzen der Moderne im Fokus einer transdisziplinären Landschaftsgeschichte erfasst werden. Dies wird am Beispiel der Natur- und Geschichtslandschaft Polesien erprobt. Diese Feuchtgebietslandschaft im polnisch-ukrainisch-weißrussischen Grenzgebiet steht exemplarisch sowohl für die Gewalterfahrung als auch für die ökologische Katastrophenerfahrung im 20. Jahrhundert. Die Interventionslandschaft entfaltet sich in einem ambivalenten Wechselverhältnis aus Raumnutzung, Herrschaftsausübung und menschlicher Intervention. Dazu gehören Social-Engineering, Integrations- und Modernisierungsoffensiven gegenüber der indigenen Bevölkerung, Genozid und asymmetrische Kriegführung, Agrar-, (Kern-)Energie- und Infrastrukturpolitik sowie die Technikfolgen-Bewältigung nach der nuklearen Katastrophe von Tschernobyl.

Laufzeit: 1. Juli 2015 - 30. Juni 2018
Kontakt: Dr. Anna Veronika Wendland
Tel.: 06421 / 184101
E-Mail: saw-2015(at)herder-institut.de

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Geographien der Dissoziation: Die soziale Konstruktion von Werten aus räumlicher Perspektive

Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS), Erkner

Das Forschungsvorhaben untersucht Prozesse der sozialen Konstruktion von Werten am Beispiel der Pelzindustrie aus räumlicher Perspektive. Die vorliegende Forschung betont, dass Produkte einen Wert erlangen, indem sie in Beziehung zu anderen, mit positivem Wert besetzten Einheiten gesetzt werden („Assoziation”). Dieses Projekt verbindet diese Perspektive mit dem bisher vernachlässigten Aspekt der „Dissoziation“: Aktivitäten, die darauf gerichtet sind, ein Produkt oder Zwischenprodukt von Aspekten ihrer Herkunft abzutrennen. Das Forschungsvorhaben soll einen konzeptionellen Beitrag zum Verständnis der sozialen Konstruktion von Werten leisten, in dem assoziative und dissoziative Praktiken gleichgewichtig behandelt werden. Wir verfolgen Prozesse der Werterzeugung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zurück, über ihre Orte und Interaktionsräume hinweg. In der empirischen Arbeit kontrastieren wir die analytischen Blickrichtungen der Cultural Economy und des Global Production Networks-Ansatzes.

Laufzeit: 1. Juli 2015 - 31. Juni 2018
Kontakt: Professor Dr. Oliver Ibert
Tel.: 0336 / 2793 152
E-Mail: saw2015(at)irs-net.de

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Biodiversitäts-Informatik zur Überbrückung der Kluft zwischen Genomdaten und der gezielten wissensbasierten Nutzbarmachung der in Genbanken gesicherten genetischen Diversität (BRIDGE)

Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), Gatersleben

Ziel des BRIDGE-Projekts ist es, die Bundeszentrale ex situ Genbank des IPK von einer reinen Aufbewahrungsinstitution zu einer integrierten Ressource und einem Informationszentrum weiterzuentwickeln, um eine gezielte, wissensbasierte Nutzbarmachung pflanzlicher genetischer Ressourcen zu unterstützen. Mit Hilfe des Genotyping-by-Sequencing (GBS) wird die gesamte Gerste-Sammlung des IPK charakterisiert, um einerseits umfangreiche Informationen zur genetischen Diversität der Sammlung bereitzustellen und gleichzeitig die Qualität, Effizienz und Rentabilität des Erhaltungsmanagements zu unterstützen. Das geplante BRIDGE Data Warehouse wird genotypische und phänotypische Informationen verknüpfen und so den wissenschaftlichen und praktischen Wert der Sammlung erhöhen. Das Projekt wird durch eine enge Kooperation mit dem Leibniz-WissenschaftsCampus "Pflanzenbasierte Bioökonomie" in Halle die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich der Biodiversitäts-Genomik unterstützen.

Laufzeit: 1. Mai 2015 - 30. April 2018
Kontakt:
Dr. Nils Stein
Tel.: 0394 / 825522
E-Mail: saw2015(at)ipk-gatersleben.de

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Wasser als aquatischer viraler Vektor für neu auftretende Krankheiten (AQUAVIR)

Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), Berlin

Wasser ist die Grundlage des Lebens. Es gibt vermehrt Hinweise darauf, dass Wasser bisher als viraler Vektor übersehen wurde. In Klimazonen mit jahreszeitlich begrenztem Niederschlag (in Ostafrika und Zentralasien) versammelt sich eine hohe Anzahl von Tieren an den spärlich vorhandenen Wasserquellen. Es wird vermutet, dass in Wasser eingebrachte Viren unter diesen ökologischen Bedingungen einen Fitnessvorteil erhalten, indem sie Merkmale entwickeln, welche ihnen sowohl die Beibehaltung ihrer Infektiosität im Wasser als auch eine Reduktion der Wirtsspezifität erlauben. Dieses Forschungsvorhaben untersucht, ob Wasser ein bedeutender viraler Vektor ist und inwieweit sich Viren mechanistisch unter diesen Umständen verhalten. Darüber hinaus sollen mathematische Modelle für dieses Phänomen entwickelt werden.

Laufzeit: 1. Januar 2015 - 31. Dezember 2017
Kontakt: Dr. Alex Greenwood
Tel.: 030 / 5168 255
E-Mail: greenwood(at)izw-berlin.de

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Digitale Leistungsverstärker für die drahtlose Infrastruktur der Zukunft

Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH), Berlin

Die drahtlose Kommunikation ist zu einem festen Bestandteil des Alltags geworden. Die stetig wachsenden Erwartungen erfordern jedoch eine ständige Weiterentwicklung der dabei genutzten Technik. Die derzeitige Architektur der Infrastruktur (Basisstationen) ist bereits weitgehend digitalisiert und kann damit dem künftigen Bedarf flexibel angepasst werden. Letzte verbliebene analoge Komponente auf der Transmitter-Seite ist der Sendeverstärker. Die Kombination der Herausforderungen - hohe Ausgangsleistung und Bandbreite, geringe Verzerrungen und hohe Energieeffizienz - hat bisher eine Digitalisierung verhindert, die dieses Vorhaben vorantreiben will. Die Entwicklung neuartiger digitaler Leistungsverstärker soll die drahtlose Infrastruktur für die künftigen Anforderungen tauglich machen, was auch einen wichtigen Schritt in Richtung „Green IT“ bedeutet.

Laufzeit: 1. Februar 2015 - 31. Januar 2018
Kontakt:
Professor Dr. Wolfgang Heinrich
Tel.: 030 / 63922620
E-Mail: wolfgang.heinrich(at)fbh-berlin.de

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Topographie in Raum und Zeit (TOPORAZ)

FIZ Karlsruhe - Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur

Projektziel ist eine virtuelle Forschungsumgebung (VFU) für die objekt- und raumbezogene geisteswissenschaftliche Forschung, wie es sie bislang nicht gab. Exemplarisch dargestellt wird das topografische Erscheinungsbild eines Stadtviertels im historischen Nürnberg in drei Zeitebenen (Frühe Neuzeit, 1939 und Gegenwart), bestehend aus georeferenzierten 2D-Karten und 3D-Modellen, die als Navigationsstruktur dienen. Der innovative Ansatz liegt in der Kopplung des interaktiven Stadtmodells mit Forschungsliteratur und Quellmaterialien (Text, Bild, Ton), die den 3D-Objekten des Modells mittels Verknüpfungspunkten (Hotspots) direkt zugeordnet werden. Die VFU dient als Plattform für die Zusammenführung von äußerst heterogenen Forschungsdaten. Sie unterstützt übergreifende Forschungsansätze und vernetztes, transdisziplinäres Arbeiten. Zudem dient sie als Open-Access-Publikationsplattform, die einen direkten Zugang zu den Forschungsdaten und -ergebnissen im Sinne von Open Science ermöglicht.

Laufzeit: 1. Mai 2015 - 30. April 2018
Kontakt:
Matthias Razum
Tel.: 07247 / 808101
E-Mail: matthias.razum(at)fiz-karlsruhe.de 


Wechselwirkungen von Wellen und Gezeiten in mittleren und polaren Breiten in der Ignorosphäre (WaTiLa)

Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik an der Universität Rostock (IAP)

Die allgemeine Zirkulation und thermische Struktur der Mesosphäre und unteren Thermosphäre (MLT) hängt entscheidend von Wellenbewegungen ab, insbesondere von planetaren Wellen (PWs), thermischen Gezeiten und internen Schwerewellen (GWs). Allerdings sind die Morphologie dieser Wellen sowie deren Wechselwirkungen untereinander und mit dem Grundstrom nur unzureichend verstanden. Wir beabsichtigen, diese Problematik mit einem speziellen Fokus auf Gezeiten zu studieren. Kurzfristige Schwankungen der Wellenparameter werden unter Verwendung von Radar- und Lidarmessungen untersucht, wobei sowohl Standardmethoden als auch einzigartige neue Instrumente zum Einsatz kommen. Diese Messungen werden mit globalen Satellitendaten sowie mit zwei einzigartigen Zirkulationsmodellen (global und regional), welche die Schwerewellen explizit beschreiben, kombiniert.

Laufzeit: 1. Juni 2015 – 31. Mai  2018
Kontakt:
Professor Dr. Jorge L. Chau
Tel.:  0382 / 9368200
E-Mail: chau(at)iap-kborn.de


Sensorik mit einzelnen Atomen

Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM), Leipzig

Das Ziel dieses Vorhabens ist die Entwicklung einer frei wählbaren Anordnung von auf quantenmechanischen Effekten basierenden Sensoren. Hiermit soll es im Nahfeld möglich werden, eine hohe Auflösung zu realisieren, die das Auslesen einzelner Kernspins erlaubt. Diese Art von Sensoren ist universell zur Bestimmung unterschiedlicher physikalischer Größen einsetzbar. Beispielhaft sollen die durch Einzelionenimplantation generierten Stickstoff-Leerstellen-Zentren (NV-Zentren) sowohl zur Spektrometrie als auch zur Magnetometrie verwendet werden und eine tomographische Bestimmung von einzelnen Spins mit höchster lokaler Auflösung ermöglichen.
Das Vorhaben wird im gemeinsam vom Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung und der Abteilung für Nukleare Festkörperphysik der Universität Leipzig betriebenen Joint Lab „Einzelionenimplantation" realisiert.

Laufzeit: 1. März 2015 – 28. Februar 2018
Kontakt: Dr. Jürgen W. Gerlach
Tel.:  0341 / 2353310
E-Mail: juergen.gerlach(at)iom-leipzig.de


Untersuchung des nicht-thermischen Beitrags zum Schaltvorgang in epitaktischen Übergitterstrukturen aus Phasenwechselmaterialien

Paul-Drude-Institut für Festkörperelektronik (PDI), Berlin

Phasenwechselmaterialien (PCM) sind ideale Kandidaten für eine neue und innovative Generation von Speicherzellen. Das Ziel dieses Projekts ist das Design sowie die Realisation von epitaktischen PCM-Übergitterstrukturen aus GeTe- und Sb2Te3- Schichten. Mittels dieser Strukturen sollen die Beiträge von nicht-thermischer sowie elektronischer Anregung zur Phasentransformation untersucht werden, da die damit verbundenen physikalischen Grundlagen stark diskutiert werden. Wir werden mit vier verschiedenen, sich gegenseitig ergänzenden Experimenten dazu beitragen. Dabei kombinieren wir ultra-schnelle optische Laserimpulse mit elektrischen Impulsen und vergleichen die Ergebnisse des so induzierten Schaltvorganges. Wir beabsichtigen die Schichtfolge und den Aufbau der Übergitterstruktur so anzupassen, dass eine Interpretation der zeitaufgelösten Experimente direkt im Rahmen eines atomistischen Bildes und unter Berücksichtigung der ursprünglich epitaktisch gewachsenen Struktur möglich wird.

Laufzeit: 1. Juli 2015 – 30. Juni 2018 
Kontakt: PD Dr. Raffaella Calarco
Tel.:  030 / 20377 351
E-Mail: saw2014(at)pdi-berlin.de

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Seeökosysteme erhellen (ILES)

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin

Skyglow, die diffuse Aufhellung des Nachthimmels durch Kunstlicht, ist ein Phänomen, das erstmalig in der Evolutionsgeschichte auftritt. In Seeökosystemen paart es sich mit einer anderen Form des globalen Wandels, der zunehmenden Braunfärbung des Wassers durch Huminstoffe. Wir wollen herausfinden, welche ökologischen Konsequenzen diese Lichteffekte haben und welche Mechanismen ihnen zugrunde liegen. Dazu nutzen wir eine große experimentelle Forschungsplattform im brandenburgischen Stechlinsee, um einzelne Faktoren gezielt zu verändern und gleichzeitig das Ökosystem See nahezu in seiner gesamten Komplexität zu erfassen. Wir erwarten, dass die neuen Lichtverhältnisse die Physiologie und das Verhalten von Schlüsselarten beeinflussen. Dadurch verschieben sich die Wechselwirkungen zwischen den Arten, so dass sich das Nahrungsnetz und die Stoffflüsse im See tiefgreifend verändern. Unsere Ergebnisse versprechen grundlegend neue Erkenntnisse, die auch für das Gewässermanagement bedeutsam sind.

Laufzeit: 1. Juli  2015 – 30. Juni 2018
Kontakt: Professor Dr. Mark Gessner und PD Dr. Franz Hölker
Tel.: 0330 / 82 699 0 und  030 / 64181665
E-Mail: iles(at)igb-berlin.de

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