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Kampagne „Frag Leibniz“

Wird bald ein Roboter mein Kollege? Ist Kuscheln jetzt tabu? Können Nerven wieder heilen? In der Leibniz-Gemeinschaft arbeiten knapp 20.000 Menschen daran, Antworten auf die Herausforderungen des Lebens zu finden. Dieses Engagement machen wir ab sofort sicht- und erlebbar.

Unter dem Motto „Frag Leibniz“ präsentieren wir Einblicke in unsere interdisziplinäre Forschung und verdeutlichen damit, wie relevant unsere Arbeit für die Gesellschaft und jeden einzelnen Menschen ist. Im Zentrum der Kampagne stehen Projekte unserer 93 Leibniz-Institute sowie unserer Leibniz-Forschungsverbünde und -WissenschaftsCampi. Sie alle werden im Rahmen der Leibniz-Wettbewerbsverfahren gefördert.

Auf der Kampagnen-Website stellen wir künftig weitere Forschungsprojekte vor und laden zum Informieren, Fragen und Mitmachen ein. Mit verschiedenen Formaten werden wir darüber hinaus auch im öffentlichen Raum und in den sozialen Medien präsent sein.


Eine Auswahl unserer Kampagnen-Projekte

Können wir im Kopfstand besser lernen?
Am Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) erforscht ein interdisziplinäres Team, unter welchen Bedingungen junge Menschen am besten lernen. Im Vordergrund steht die Frage, wie sich die auditive Aufmerksamkeit im Kindesalter entwickelt, welche Faktoren sie beeinflussen und welche neuronalen Muster ihr zugrunde liegen.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sollen in die Konzeption optimaler Lernumgebungen von klein auf einfließen.

Das Leibniz-Institut für Neurobiologie entdecken


Müssen alle gleich sein, um sich zu verstehen?
Am Römisch-Germanischen Zentralmuseum, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM), erforschen Expertinnen und Experten aus der Archäologie gemeinsam mit Partnern aus Sozialpsychologie und Neurowissenschaften, wie das Zusammenleben in Gesellschaften funktioniert.

Im Vordergrund steht die Frage, welche Faktoren eine menschliche Gemeinschaft dazu befähigen, Stresssituationen und Krisen zu bewältigen – während andere in ähnlichen Situationen zugrundegehen. Ziel ist es, zeit- und regionenübergreifende Muster für die Widerstandsfähigkeit von Individuen und Gesellschaften zu finden – als Grundlage für interdisziplinäre Resilienzforschung.

Weiter zum Leibniz-Institut für Archäologie


Ist Kuscheln jetzt tabu? 
Gemeinsam mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Heinrich-Pette-Instituts, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI), wie Grippeviren vom Tier auf den Menschen übertragen werden – und was dabei auf molekularer Ebene passiert.

Auf dieser Basis möchte das Forschungsteam neue Behandlungsmöglichkeiten für Grippepatienten entwickeln.

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Können Nerven wieder heilen?
In einem gemeinsamen Projekt des Leibniz-Instituts für Interaktive Materialien (DWI) und der RWTH Aachen untersucht ein Forscher-team die Entwicklung und Synthetisierung von Biohybridmaterialien. Sie sollen nach Unfällen beschädigte Nervenzellen befähigen, wieder nachzuwachsen, was zurzeit nur sehr eingeschränkt möglich ist.

Die injizierbaren Materialien sollen dem Körper eine lineare Struktur vorgeben und so dem Nervengewebe helfen, in die gewünschte Richtung zu wachsen.

Mehr zum Leibniz-Institut für Interaktive Materialien


Hilft Kochen gegen Krebs?   
Kohlpflanzen wie Brokkoli und Weißkohl enthalten Glucosinolate, eine Vorstufe von vor Krebs schützenden Inhaltsstoffen. Beim Kochen werden diese jedoch oft abgebaut und verlieren ihre Wirksamkeit.

Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) untersucht ein Forscher-Team gemeinsam mit Expertinnen und Experten verschiedener deutscher Hochschulen, wie Kohlpflanzen am besten geerntet, gelagert und zubereitet werden, so dass möglichst viele der gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

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Fischt Fischers Fritz frisches Plastik?
Kosmetik, Kleidung, Plastiktüten – in den Meeren der Welt findet sich immer mehr Plastikmüll, darunter unzählige mikroskopisch kleine Kunststoffpartikel. Ein interdisziplinäresTeam, geführt vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW), untersucht, wie sich Mikroplastik auf das Ökosystem Ostsee auswirkt.

Im Vordergrund steht hier die Frage, ob sich mikrobielle Populationen auf Mikroplastik anlagern – und die kleinen Plastikteilchen so potenziell zum Nährboden für Krankheitserreger werden.

Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung entdecken


Bewegen wir uns auf dünnem Eis?
Am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) untersucht eine internationale Forschergruppe, wie sich die durch den Klimawandel bedingte Erderwärmung auf die grönländische Eisdecke auswirkt. Der mehrere tausend Meter dicke Eisschild verringert sich seit Jahren.

Zentrale Frage ist, welcher weltweite Temperaturanstieg das Eis nahe des Nordpols wie stark zum Schmelzen bringt – und welche Regionen der Welt durch den daraus resultierenden Anstieg des Meeresspiegels unmittelbar gefährdet sind.

Zum Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung


Wird bald ein Roboter mein Kollege?
Zunehmende Digitalisierung und Globalisierung verändern den Bedarf an Arbeitskräften und beeinflussen Löhne und Erwerbskarrieren. Am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) untersucht ein wissenschaftliches Expertenteam in Kooperation mit der Universität Heidelberg die Auswirkungen dieser Phänomene auf unsere Arbeitswelt – als Basis für politische und persönliche Entscheidungen.

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Kann ich sozialen Status vererben?
Am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) untersucht eine internationale Forschergruppe aus Israel, Kanada und Deutschland am Beispiel der afrikanischen Tüpfelhyäne, wie sich der soziale Status von Säugetieren auf die Gesundheit ihrer Nachkommen auswirkt. Die Hyänenweibchen behalten ihre Rangordnung, die erheblichen Einfluss auf die Lebensgeschichte der Tiere hat, oft ihr Leben lang bei und geben diese an folgende Generationen weiter.

Im Kern steht die Frage, ob bei der Statusvererbung
epigenetische Faktoren eine Rolle spielen – und welche molekularen Mechanismen dahinterstehen.

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Ist gegen Demenz ein Kraut gewachsen?
Mit der steigenden Lebenserwartung der Menschen in den Industrieländern steigt der Bedarf an Heilmethoden, um ein gesundes Leben bis ins hohe Alter zu ermöglichen – was nicht nur für das individuelle Leben, sondern auch für die Gesellschaft von Bedeutung ist.

Am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) erforschen Expertinnen und Experten in Chemie- und Biologie-Wissenschaften, ob Naturstoffe aus Pflanzen wie Johanniskraut die Beschwerden von Alzheimer-Patienten lindern können – und wie sie gewonnen werden können.

Zum Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie


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