Weltweit stellen Infektionskrankheiten eine der häufigsten Todesursachen dar. Allein in Deutschland sterben pro Jahr mehr als 20.000 Menschen an Infektionen. Der Kampf gegen lebensbedrohliche Infektionen wird dadurch erschwert, dass es aufgrund von Resistenzen gegen eine Reihe gefährlicher Infektionserreger keine wirksamen Medikamente mehr gibt. Im Jenaer Leibniz-WissenschaftsCampus "InfectoOptics" haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen zusammengeschlossen, um gemeinsam an der Erforschung von Infektionen und ihren mikrobiellen Erregern zu arbeiten.

Zum einen ermöglichen es Physiker und Ingenieurinnen, Infektionen mit modernsten Technologien der Optik und Photonik zu erforschen und zu behandeln. Methoden wie die Durchflusszytometrie, bei der Zellen mithilfe ihrer spezifischen Lichtstreuung und Fluoreszenzcharakteristika untersucht und sortiert werden, aber auch die Kombination von Mikrofluidik mit spektroskopischen Ansätzen haben enormes Potenzial für die schnelle Analyse von Zellen, beispielsweise im Blut infizierter Individuen.

Auf der anderen Seite arbeiten Naturstoff-Forscherinnen und Infektionsbiologen an der Aufklärung molekularer Mechanismen bei Infektionen und an der Entwicklung neuer Wirkstoffe, die Infektionen verhindern. In gemeinsamen Forschungsprojekten werden das Wissen und die Methodenspektren der verschiedenen Wissenschaftsbereiche zusammengeführt, Erkenntnisprozesse beschleunigt und neue Themenfelder erschlossen.

Sprecher
Prof. Dr. Axel Brakhage
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI), Jena
T 03641 532 1001
axel.brakhage@hki-jena.de
Koordination
Dr. Sina Gerbach
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut (HKI), Jena
T 03641 532 1335
sina.gerbach@leibniz-hki.de