Der menschliche Körper ist in der Lage, sich und seine Organe erstaunlich gut zu regenerieren. Dies verdankt er den adulten Stammzellen, die für den Nachschub an dafür notwendigen Ersatzzellen sorgen. Adulte Stammzellen haben über die gesamte Lebensdauer das Potenzial, sich in bestimmte spezialisierte Gewebetypen zu entwickeln. Im Laufe des biologischen Alternsprozesses nimmt die Fähigkeit des Gewebes zur Bildung von korrekt differenzierten Gewebezellen jedoch kontinuierlich ab. So können im Muskel zum Beispiel Bindegewebs- statt Muskelzellen entstehen. In der Folge stehen immer weniger korrekt differenzierte Muskelzellen zur Verfügung, wodurch auch die Funktionsfähigkeit des gesamten Muskels beeinträchtigt wird.

Dieser Prozess ist in allen alternden menschlichen Geweben zu beobachten. Daraus resultiert ein ständig fortschreitender Funktionsverlust der Organe - ein wichtiger Auslöser für alternsbedingte Fehlfunktionen und Krankheiten. Die molekularen Mechanismen der gestörten Zelldifferenzierung während der Gewebealterung sind längst nicht hinreichend erforscht und verstanden. Dieser Forschung widmet sich der Leibniz-WissenschaftsCampus „Regeneratives Altern“. Ein Schlüssel zum Gewebeerhalt in alternden Organen wäre gefunden, wenn man Stammzellen so beeinflussen könnte, dass Fehldifferenzierungen minimiert oder ganz vermieden werden.

Sprecher
Prof. Dr. Alfred Nordheim
Leibniz-Institut für Alternsforschung — Fritz-Lipmann-Institut (FLI), Jena
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Kontakt
Dr. Winfried Göttsch
Leibniz-WissenschaftsCampus Jena
T 03641 65 63 15
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