© Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC)

Kontakt

Prof. Dr. Oskar von der Lühe
Kiepenheuer Institute für Sonnenphysik (KIS)

European Solar Telescope (EST)

Herausforderung und Relevanz

Die europäische Sonnenphysik spielt mit den derzeit zur Verfügung stehenden nationalen Sonnenteleskopen eine Vorreiterrolle. Allerdings erfordert die weitere Erforschung der fundamentalen Prozesse auf der Sonne auf ihren intrinsischen räumlichen und zeitlichen Skalen eine deutlich höhere Auflösung als sie existierende Teleskope leisten können. Das kann mit einem Teleskop der Vier-Meter-Klasse erreicht werden. Dank ausgereifter adaptiver Optik kann ein großes Teleskop heute seine theoretische räumliche Auflösung auch wirklich erreichen; die größere Öffnung sammelt zudem genug Licht, um die auf kleinen räumlichen Skalen schnellen Abläufe zeitlich aufzulösen.

Was ist EST?

Das EST ist ein Vier-Meter-Sonnenteleskop, optimiert für Studien der magnetischen Kopplung von tiefer Photosphäre bis oberer Chromosphäre der Sonne. Durch die Messung von Strahlungsintensität, Spektren und Polarisation in sichtbaren und infraroten Wellenlängen können die thermischen, dynamischen und magnetischen Eigenschaften des Plasmas über viele Skalenhöhen bestimmt werden. Das EST ist deshalb spezialisiert für die Beobachtung in hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung und für die gleichzeitige Nutzung verschiedenster Instrumente, die effizient zweidimensionale spektrale Information gewinnen können.

Das EST soll in 2.400 Meter Höhe auf Teneriffa oder La Palma errichtet werden. Die Kanarischen Inseln bieten die besten Beobachtungsbedingungen in Europa, vergleichbar mit den besten Sites weltweit. Der Betrieb soll gelenkt und unterstützt werden aus einem Telescope Operation and Science Center (TOSC) auf Meereshöhe. Die Beobachtungsdaten werden dort sofort bearbeitet und danach in Datenbanken abgelegt. Als dritte Komponente soll in Deutschland ein Science Data Center (SDC) entstehen, das den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Daten zugänglich machen und die wissenschaftliche Nutzung der Daten optimieren wird.

Zugang und Nutzergruppen

Shared Access. Die Realisierung des EST ist die wichtigste Zielsetzung des EAST (European Association for Solar Telescopes) Konsortiums, das die gesamte europäische Sonnenphysik vereint. Die Beobachtungszeit soll fair über die EAST-Partner und weiteren Interessenten verteilt werden. Dabei soll einerseits allen Partnern der Zugang zum EST offenstehen in einem dem nationalen Beitrag entsprechenden Umfang. Andererseits soll ein erheblicher Teil der Beobachtungszeit in einem kompetitiven Antragsverfahren vergeben werden. Alle Beobachtungsdaten sollen nach einer gewissen Embargo-Zeit für alle zugänglich gemacht werden (Mehrfachnutzung der Daten).

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Zum Projekt

Partner

Instituto de Astrofísica de Canarias, La Laguna, Teneriffa, Spanien

Leibniz-Institut für Astrophysik, Potsdam, Deutschland

Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Göttingen, Deutschland

INSU-CNRS, THEMIS S.L., Frankreich

Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF), Rom, Italien

Università Tor Vergata, Rom, Italien

Università di Catania, Catania, Italien

Università della Callabria, Rende, Italien

University College London – MSSL, Großbritannien

Queen’s University Belfast, Großbritannien

Universität Sheffield, Großbritannien

Hvar Observatorium, Kroatien

Sterrekundig Instituut Utrecht, Niederlande

Institute of Theoretical Astrophysics, Universität Oslo, Norwegen

Institutsbereich Geophysik, Astrophysik und Meteorologie der Univ. Graz, Österreich

Astronomical Institute of the Wroclaw University, Polen

The Institute for Solar Physics, Stockholm, Schweden

Istituto Ricerche Solari Locarno, Schweiz

Astronomical Institute of the Slovak Academy of Sciences, Tatranská Lomnica, Slowakei

Instituto de Astrofísica de Anadalucia, Granada, Spanien

Astronomisches Institut AS CR, Ondrejov, Tschechische Republik

Heliophysical Observatory Debrecen, Ungarn

Zeithorizont

Design: 2008-2019

Bau: 2020-2026

Betrieb: 25-30 Jahre

Finanzierung

Design: ca. 20 Mio. Euro

Bau: ca. 160 Mio. Euro

Betrieb: ca. 9 Mio. Euro pro Jahr