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Koordination

Prof. Dr. Jörg Overmann
Leibniz-Institut DSMZ – Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen
Tel.: 0531 / 2616 - 352

Leibniz Omics-Netzwerk (LiON)

Herausforderung und Relevanz

Hochdurchsatzverfahren zur gesamtheitlichen Erfassung von Genen, Transkripten, Proteinen und Metaboliten (Omics-Technologien) haben sich zum Schlüssel der modernen lebenswissenschaftlichen Forschung entwickelt, da sie umfassende und einzigartige Einblicke in die molekularen Grundlagen des Lebens ermöglichen. Für die deutsche Forschung bieten die Omics-Technologien immenses Potential – allerdings ist die Anwendung dieser Verfahren von der Verfügbarkeit apparativer und informationstechnischer Kapazitäten auf dem neuesten Stand der Technik abhängig. Damit die deutsche Forschung Omics-Technologien optimal nutzen kann, müssen bestehende Strukturen für Hochschulen und außeruniversitäre Institute in ganz Deutschland besser zugänglich gemacht und langfristige Finanzierungsstrategien zur technologischen und bioinformatischen Weiterentwicklung geschaffen werden.

Was ist LiON?

Das Omics-Netzwerk LiON soll die vorhandene Expertise und Instrumentation der beteiligten Leibniz-Institute in den Omics-Technologien bündeln, sie synergistisch weiterentwickeln und die analytischen und informationstechnischen Kapazitäten und Datenspeicher massiv ausbauen. LiON wird inhaltlich auf die Analyse nichtklinischer mikrobieller Modellorganismen und Gemeinschaften sowie natürlicher und selektierter Populationen wichtiger Tier- und Pflanzenarten fokussiert sein, da diese Bereiche hochrelevant für die Bioökonomie sind und die Institute der Leibniz-Gemeinschaft auf diesen Forschungsgebieten eine spezifische Expertise vorhalten. Der Schwerpunkt liegt auf der Etablierung und dem Ausbau zukunftsträchtiger, aber finanziell und apparativ besonders aufwändiger Technologien, insbesondere von Einzelmolekül-Echtzeitsequenzierung, Einzelzellgenomik, Metagenomik, Proteomik, Epigenomik und Metabolomik. In Form einer verteilten Infrastruktur beteiligen sich an LiON eine begrenzte Zahl leistungsfähiger Kompetenzzentren (Knoten), die ihre technologiespezifischen Kapazitäten koordiniert und komplementär weiterentwickeln. Im Gegensatz zu dem bisherigen Modell großer internationaler Sequenzierzentren konzentriert sich die Arbeit der einzelnen Knoten innerhalb von LiON dezidiert auf ausgewählte organismische Gruppen und Technologien, was eine effektive bioinformatische Auswertung und spezifische Datenintegration ermöglicht. Die mit weiterentwickelten Omics-Ansätzen gewonnenen Erkenntnisse und die Entwicklung neuartiger Methoden sind von unmittelbarer Relevanz für die Translation (z.B. Produktoptimierung in der Biotechnologie, molekulare Diagnostik) und legen somit die Grundlage für neue Wertschöpfungsketten. LiON ermöglicht darüber hinaus die effiziente Vermittlung des notwendigen Fachwissens in Ausbildung und Lehre.

Zugang und Nutzergruppen

User Access. LiON bietet Nutzern aus universitären und außeruniversitären Forschungsinstituten den direkten Zugang zu aktuellen Omics-Technologien, zur notwendigen fachlichen Expertise sowie auch zu bioinformatischen Auswertungsroutinen und modernem Datenmanagement. Daneben bietet LiON umfassende Expertise für Entscheidungsträger und Forschungsförderung an.

Innerhalb des Netzwerks erfolgt der Zugang entsprechend der spezifischen Organismengruppe (Mikroorganismen, Pflanzen, Tiere) über die Knoten mit der jeweiligen Fachkompetenz.

Die Priorisierung von größeren Schwerpunktprojekten erfolgt durch einen Lenkungsausschuss unter Einbindung eines externen Nutzerrats.

Partner

Leibniz-Institut DSMZ Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen

Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)

Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie Hans Knöll-Institut (HKI)

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Leibniz-Institut für Pflanzen­biochemie (IPB)

Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenfor­schung (IPK)

Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften (ISAS)

Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) 

Zeithorizont

Vorbereitungsphase: Mai 2017-April 2018

Aufbauphase: Mai 2018-April 2022

Betriebsphase: ab Mai 2022

Finanzierung

Aufbauphase: 33,5 Mio. Euro, rund 30 Prozent der Kosten (10 Mio. Euro) werden von den Netzwerkpartnern aus Eigenmitteln finanziert

Betriebsphase: 3 Mio. Euro pro Jahr

Drittmitteleinwerbungen in der Größenordnung von 10–12 Mio. Euro pro Jahr