© IPHT/S. Döring

Koordination

Prof. Dr.​ Jürgen Popp
Leibniz-Institut für Photonische Technologien (IPHT)
Tel.: 03641 / 206 300

Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI)

Herausforderung und Relevanz

Infektionskrankheiten führen zu einer stetig steigenden Zahl von Todesfällen und gefährden die Weiterentwicklung der modernen Hochleistungsmedizin. Wesentliche Ursachen sind die weltweite Verbreitung (multi-)resistenter Bakterien und Pilze, das Auftreten bislang unbekannter Erreger sowie lebensbedrohliche Infektionen bei immungeschwächten Patienten, zum Beispiel in der Onkologie. In Kombination mit molekularbiologischen Methoden haben photonische Technologien in den vergangenen Jahren ihr enormes Potential bewiesen, die drängenden Probleme der Infektionsdiagnostik nachhaltig zu lösen.

Was ist das LPI?

Das LPI verfolgt das Ziel, Infektionserkrankungen mithilfe innovativer photonikbasierter Diagnostika und Therapieverfahren zu bekämpfen. In Form einer völlig neuartigen, nationalen und internationalen Nutzern offenstehenden Forschungsinfrastruktur sollen entlang einer kompletten Innovationspipeline — ausgehend vom Konzept bis hin zum validierten Verfahren — neuartige Diagnosetechnologien und Therapieansätze realisiert werden. Das LPI kombiniert hierzu ein breites Spektrum photonischer Technologien, darunter gänzlich neue, weltweit einzigartige Licht-basierte Methoden, mit molekularbiologischen Verfahren sowie enabling-Technologien (z.B. Mikrofluidik), um diese direkt in der Klinik zu nutzen. Die erforschten und in Form von Prototypen realisierten Diagnose- und Therapieansätze werden mittels Flying Study Nurses im Verlauf des Wertschöpfungsprozesses direkt einer multizentrischen klinischen Validierung zugeführt. Dieses Konzept ist bisher beispiellos und ein idealer Ansatz, um das Potential der photonischen Technologien effizient und zeitnah für klinische Routineprozesse zu erschließen.

Die LPI-Technologieplattform wird orts- und zeitauflösende spektroskopische bildgebende Technologieplattformen, neuartige Multimodal-Bildgebungstechnologien vom XUV bis zum FIR Spektralbereich sowie photonisch-molekularbiologische Point-of-Care-Technologien umfassen, die die Diagnose und Therapie von schwer behandelbaren Infektionen sowie Infektionen im Kontext von Immunsuppression und definierten Begleiterkrankungen ermöglichen werden. Kombiniert werden die photonischen Technologien mit biomedizinischen Technologien wie verschiedenen Omics-Verfahren, dem Next Generation Sequencing und weiteren enabling-Technologien wie der Mikrofluidik.

Zugang und Nutzergruppen

User Access.
1. Diagnostik/Monitoring-Technologieforscher und -entwickler aus der akademischen Photonik-Forschung bzw. aus der Wirtschaft und
2. Mediziner/Biologen und Chemiker aus dem Bereich der Infektionsforschung und Synthesechemie.
Entweder kommen die Forschergruppen aufgrund einer Eigeninitiative auf das LPI zu („technology push“) oder sie werden durch LPI-Technology-Scouts identifiziert und dazu motiviert, ihre Forschungsaktivitäten am LPI durchzuführen („technology pull“).

Partner

Leibniz-Institut für Photonische Technologien (IPHT)

Universitätsklinikum Jena (UKJ)

Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie Hans-Knöll-Institut (HKI)

Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU)

Zeithorizont

Vorphase: ab 2016

Aufbauphase: ab 2019

Betriebsphase: ab 2024

Finanzierung

Aufbauphase: 154,9 Mio. Euro (Planungsstand 2016), davon 67,7 Mio. Euro für Realisierung Bau- und Geräteinfrastruktur

Betriebsphase: 9,3 Mio. Euro (ab 2024 pro Jahr)

Zentrale Drittmitteleinwerbungen: 15 Mio. Euro über die Gesamtlaufzeit. Hinzu kommen Nutzergebühren sowie durch Nutzer eingebrachte Projektmittel