10.11.2020

Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (*gn) (PostDoc)

Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW)

Am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) ist in der Sektion Physikalische Ozeanographie und Messtechnik zum 01.03.2021 eine befristete Stelle in Vollzeit (40h/Woche) für einen Zeitraum von 2 Jahren eine(s)/r

Wissenschaftlichen Mitarbeiter(s)/in (*gn) (PostDoc)

zu besetzen. Die Vergütung richtet sich nach dem TV-L EG 13. Die Stelle ist teilzeitfähig, jedoch mit mindestens 30 Wochenarbeitsstunden oder durch 2 Beschäftigte (Arbeitsplatzteilung) zu besetzen.

Das IOW ist ein unabhängiges Forschungsinstitut der Leibniz Gemeinschaft, dessen Forschungsschwerpunkt auf Küsten- und Randmeeren, insbesondere der Ostsee, liegt. Die Wissenschaftler/innen der vier Sektionen (Physikalische Ozeanographie und Messtechnik, Meereschemie, Biologische Meereskunde und Marine Geologie) arbeiten interdisziplinär im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprogramms.

Aufgabenstellung

Im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojekts zu Auswirkungen mariner grundberührender Fischerei sollen Auswirkungen mechanischer Störungen auf Stoffflüsse an der Sediment-Wasser-Grenzfläche in einem Frühdiagenesemodell untersucht werden. Dieses bereits existierende Modell beschreibt biogeochemische Prozesse in den oberen ~20 cm des Sediments. Zunächst sind vorbereitende Arbeiten im Projekt zu leisten: die Kalibrierung des Modells an neue Standorte und die technische Erweiterung des Modells, so dass es für Szenariosimulationen mechanischer Einflüsse der grundberührenden Fischerei verwendet werden kann (z.B. Abtragung oder Durchmischung der obersten Sedimentschicht). Dann sollen folgende Forschungsfragen beantwortet werden:

  • Welche der beobachteten Veränderungen in Sediment-Wasser-Flüssen und der Porenwasserzusammensetzung lassen sich als direkte Folge der physikalischen Störung durch die bodenberührende Fischerei erklären, welche müssen als Folge indirekter Auswirkungen verstanden werden?
  • Lassen sich die biogeochemischen Änderungen im Sediment nach verschiedenen physikalischen Störungen (Abtragung der oberen Sedimentschicht im Bereich der Scherbretter, Akkumulation von Sediment neben der Schleppspur, Durchmischung der oberen Sedimentschicht, möglicherweise mit Austragung des organischen Materials) in einem Frühdiagenesemodell nachvollziehen und im Gesamtkontext verstehen?
  • Wie wirkt sich speziell eine Verschiebung des Redoxgradienten, bewirkt durch physikalische Störung oder durch Änderung der Makrozoobenthosgemeinschaft, auf die Mineralisierung von organischer Materie aus?
  • Welche Sensitivität der Mineralisierung auf die Redoxverhältnisse müssen wir im Modell annehmen, um die beobachtete Änderung der benthopelagischen Flüsse in den Schleppstrichen realistisch abzubilden?

Zur Beantwortung dieser Fragen ist eine enge Kooperation innerhalb des Verbundprojektes nötig. Mehr Informationen zum Gesamtprojekt finden sich unter https://www.io-warnemuende.de/dam-mgf-ostsee-start.html

Voraussetzungen

Wir suchen eine/n motivierte/n Modellierer/in mit einer Promotion in den Bereichen Physikalische Ozeanographie, marine Geologie, Physik oder einer verwandten naturwissenschaftlichen Disziplin.

Notwendige Voraussetzungen für die Bewerbung sind:

  • Abgeschlossene Promotion in einem der o.g. Bereiche
  • Erfahrung in numerischer Modellierung
  • Nachgewiesene Kenntnisse in mariner Biogeochemie
  • Anwendungsbereite Programmierkenntnisse
  • Erfahrung im Verfassen wissenschaftlicher Publikationen
  • Englischkenntnisse auf einem Niveau, das eine problemlose Verständigung innerhalb des internationalen Projektteams und die Erstellung wissenschaftlicher Publikationen ermöglicht
  • Interesse an Zusammenarbeit in einem interdisziplinären Projektteam

Wünschenswerte Voraussetzungen sind:

  • Kenntnisse im Bereich der Sedimentgeochemie oder des marinen Kohlenstoffzyklus
  • Erfahrungen in einer höheren Programmiersprache wie Fortran oder C++ (keine Skriptsprache), idealerweise Pascal
  • Erfolgreiche Publikationstätigkeit gemessen am „wissenschaftlichen Alter“
  • Erfahrungen mit der Zusammenarbeit in interdisziplinären Verbundprojekten

Bewerber/innen werden gebeten, ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Kopien der Zeugnisse, Beschreibung relevanter Tätigkeiten und Erfahrungen, vollständige Publikationsliste, eventuelle Zertifikate oder Referenzen) unter Angabe des Kennwortes: Phy-11/2020 per Email als eine gebündelte PDF-Datei bis zum 17.12.2020 zu schicken an:

bewerbung.physik(at)io-warnemuende.de

oder per Post an:

Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
Personalabteilung
Seestraße 15
18119 Warnemünde

Die Bewerbungsgespräche werden voraussichtlich am 12.01. bzw. 19.01.2021 stattfinden, eine Teilnahme per Videochat ist möglich.

Bewerbungen Schwerbehinderter werden bei gleicher fachlicher und persönlicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Bitte weisen Sie bereits im Bewerbungsschreiben auf die Behinderung/Gleichstellung hin und fügen Sie eine Kopie des Behindertenausweises bei.

Die Stellenausschreibung richtet sich an alle Personen unabhängig von ihrem Geschlecht (*geschlechtsneutral). Das IOW fördert die Gleichstellung von Männern und Frauen und wurde dafür seit 2013 drei Mal in Folge mit dem Total Equality Prädikat (TEQ) ausgezeichnet. Unser Familienbüro, das mit Desktoparbeitsplatz und Spielsachen ausgestattet ist, bietet die Möglichkeit, Kinder vorübergehend ans IOW mitzubringen. Ein Überblick über unsere Maßnahmen zur Gleichstellung und zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist unter http://www.io-warnemuende.de/gleichstellung.html zu finden.

Die Bewerbung von Frauen wird besonders begrüßt und bei gleichwertiger Qualifikation und Eignung bevorzugt behandelt, da die zu besetzende Stelle zu einer Struktureinheit gehört, in der Frauen unterrepräsentiert sind.

Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung bietet einen abwechslungsreichen Arbeitsplatz in unmittelbarer Nähe der Ostsee. Interdisziplinäre Forschungsthemen rund um das Ökosystem Ostsee, breite wissenschaftliche und technische Expertise in physikalischer, chemischer und biologischer Ozeanographie, mariner Geologie und Messtechnik sowie sehr gute Infrastruktur und moderne Ausstattung bilden den Rahmen für beste Forschungsbedingungen.

Bewerbungs- und Reisekosten können leider nicht übernommen werden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Hagen Radtke hagen.radtke(at)io-warnemuende.de oder informieren Sie sich unter

www.io-warnemuende.de