25.07.2019

Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in zur Promotion im Fach Evangelische Theologie/Kirchengeschichte (Frühe Neuzeit)

Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz

In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Graduiertenkolleg 2304 »Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen. Austausch, Abgrenzung und Rezeption« ist an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz 

eine Stelle als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in zur Promotion (Entgeltgruppe 13 TV-L/ Stellenanteil 65%) im Fach Evangelische Theologie/Kirchengeschichte (Frühe Neuzeit) 

zum 1. Januar 2020 mit einer maximalen Laufzeit von 3 Jahren zu besetzen. 

Am GRK sind die Fächer Alte Geschichte, Alte Kirchengeschichte/Theologie, Byzantinistik, Mittelalterliche Geschichte, Osteuropäische Geschichte, Frühneuzeitliche Kirchengeschichte, Klassische Archäologie, Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte, Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie (Schwerpunkt Mittelalterarchäologie) und Musikwissenschaft beteiligt.

Das Ziel des GRKs ist es, die euromediterranen Kriegskulturen in transkultureller Perspektive von der römischen Kaiserzeit bis in die Frühe Neuzeit zu untersuchen. Unter Kriegskulturen verstehen wir dabei Formen und Praktiken des Krieges ebenso wie die sich auf den Krieg beziehenden Normen, Deutungen, Sinnzuschreibungen und Reflexionen. Die wechselseitigen Prozesse des Austauschs, der Abgrenzung oder der Rezeption werden anhand von vier Themenbereichen behandelt:

1. Rechtfertigungs- und Begründungsstrategien
2. Konzeptualisierungen von Personen und Gruppen
3. Rituale und Kulte
4. Wissen und Infrastruktur

Eine ausführliche Beschreibung des Forschungsprogramms und der Schwerpunkte der beteiligten Fächer findet sich auf der Homepage [https://grk-byzanz-kriegskulturen.uni-mainz.de/].

Forschungen in der frühneuzeitlichen Kirchengeschichte im Rahmen eines Promotionsprojekts können fruchtbare Perspektiven auf Rezeption, Wirkung und Deutung byzantinisch geprägter euromediterraner Kriegskulturen legen. Bewerberinnen und Bewerber sind aufgefordert, eigene Themenvorschläge zu präsentieren, oder aber sich an den im Folgenden genannten Perspektiven zu orientieren.

Mögliche Dissertationen können sich z.B. mit Themen beschäftigen wie »Rechtgläubigkeit und Ketzerbekämpfung. Der Umgang mit Heterodoxie im byzantinischen Herrschertum« oder »Gebet und Krieg in orthodoxer liturgischer Praxis in Kriegszeiten – Den Feind ›weg-beten‹«. Dabei soll es – im ersten Themenbereich – um die Bekämpfung von Häresien unter ausgewählten byzantinischen Herrschern gehen, um in diesem Zusammenhang Muster zu identifizieren, die dem Umgang mit Heterodoxie Vorbildcharakter für spätere orthodoxe Herrschaftsbereiche verleihen. Dazu könnte der Aufbau von orthodoxen Gegenbildern, wie sie in der gesamten Panegyrik der post-byzantinischen orthodoxen Welt unter Rückgriff auf Byzanz vorkommen, untersucht werden. Im zweiten Thema wäre zu erkunden welche Gottesdienste man im Angesicht der heranrückenden Feinde abhielt und wie man sie liturgisch, z.B. mit Gebeten etc, ausgestaltete. Diskursanalytisch kann danach gefragt werden, welche Narrative, z.B. zur Diskreditierung von Feinden bzw. zur Legitimation der eigenen Position, angewendet wurden und ob Gebete gegen die Feinde auf deren religiöse und konfessionelle Zugehörigkeit bezogen wurden. 

Nach der Aufnahme nehmen die Kollegiaten und Kollegiatinnen an einem strukturierten Promotionsprogramm an der JGU Mainz teil, Präsenz vor Ort wird vorausgesetzt. Das GRK bietet einen intensiven fachlichen und interdisziplinären Austausch, eine fächerübergreifende Betreuung durch zwei Professorinnen / Professoren aus dem Trägerkreis, praxisbezogene Ausbildungsanteile im Museumsbereich, ein umfangreiches Angebot zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen (z.B. aus dem Bereich der Digital Humanities) und vielfältige Möglichkeiten zur internationalen Vernetzung.

Voraussetzungen für die Bewerbung sind ein überdurchschnittlich abgeschlossenes Hochschulstudium (Magister, M.A., Staatsexamen, landeskirchliches Examen oder Äquivalent) im Bereich der Evangelischen Theologie (Schwerpunkt Kirchengeschichte) sowie die Bereitschaft zu interdisziplinärer Arbeit. 

Folgende Bewerbungsunterlagen sind elektronisch als Gesamtdatei im PDF-Format (max. 10 MB) einzureichen (auf Deutsch oder Englisch):

  • Motivationsschreiben im Umfang von einer Seite
  • zweiseitige Skizze des geplanten Dissertationsvorhabens
  • tabellarischer Lebenslauf mit Publikationsverzeichnis (falls vorhanden), Abschlusszeugnisse, Nachweise wissenschaftlicher Tätigkeiten
  • Abschlussarbeit   

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist bestrebt, den Anteil der Frauen im wissenschaftlichen Bereich zu erhöhen und fordert daher Nachwuchswissenschaftlerinnen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Bitte weisen Sie auf eine vorliegende Schwerbehinderung ggf. bereits in der Bewerbung hin. 

Für inhaltliche Fragen stehen Prof. Dr. Irene Dingel, PD Dr. Mihai Grigore und Dr. Stanislau Paulau, Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz, zur Verfügung; für weitere Fragen der Sprecher des GRKs.

Die Ausschreibungsfrist endet am 20.09.2019.

Aussagekräftige Bewerbungen sowie Empfehlungsschreiben von zwei Hochschullehrerinnen / Hochschullehrern, die diese separat übermitteln, sind zu richten an den Sprecher des Graduiertenkollegs, Prof. Dr. Johannes Pahlitzsch, grk2304(at)uni-mainz.de, Betreff: grk2304_Name