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03. Mai 2018 Deutsches Museum

Der Flughafen München hat eine neue Attraktion: In der Lounge des Deutschen Museums können Passagiere virtuell den Mond befahren – oder Otto Lilienthals Gleiter steuern.


Foto: Flughafen München

Die neue Ausstellungsfläche des Deutschen Museums am Flughafen München bietet völlig neue, spielerische Erfahrungen: Passagiere können dort mit dem Lunar Rover virtuell über die Mondoberfläche fahren – oder Otto Lilienthals Gleiter steuern

Das Deutsche Museum hat einen neuen Standort – und der Flughafen München eine neue Attraktion: die „DM-Lounge“ im Satelliten des Terminals 2. In diesem Mini-Museum gilt: Anfassen und Spielen sind ausdrücklich erwünscht. Natürlich geht es hier um das Thema Luftfahrt. In einer Großvitrine sind 16 bildschöne Holzpropeller ausgestellt – darunter sogar einer der Gebrüder Wright. In einer weiteren Vitrine wartet ein BMW-Flugzeugmotor der legendären „Tante Ju“ auf die Besucher. Und gleich neben der Ausstellungsfläche hat man einen fantastischen Blick aufs Vorfeld.

Am meisten Aufmerksamkeit aber dürften eine große Projektionswand und ein Steuerpult erregen: Hier können Flugpassagiere mit Exponaten des Deutschen Museums spielen. In einer hochrealistischen Simulation können sie mit dem „Lunar Rover“ der Apollo-17-Mission über die Mondoberfläche fahren – oder mit dem Gleiter von Otto Lilienthal vom Berliner „Fliegeberg“ in die Tiefe schweben. Die Besucher der Lounge müssen sogar Aufgaben lösen – wie in einem Computerspiel. Gleichzeitig erfahren sie dabei sehr viel über den Gleiter und das Mondauto.

„Wir wollen nicht mit der Computerspielindustrie konkurrieren“, sagt Generaldirektor Wolfgang M. Heckl, der heute zusammen mit Flughafenchef Michael Kerkloh die Lounge eingeweiht hat. „Aber wir sehen natürlich die Möglichkeit, Besucher unsere einmaligen Exponate viel intensiver erleben zu lassen als bisher.“ Das Deutsche Museum, das einen Nachbau eines Mondautos ebenso besitzt wie einen Original-Gleiter von Lilienthal, hat diese Exponate sehr aufwendig scannen und digitalisieren lassen. „Und jetzt können wir sie sozusagen virtuell in ihren natürlichen Lebensraum zurückversetzen“, schwärmt Heckl. Die Mondoberfläche in der Simulation ist dem Landeplatz der Apollo-17-Mission originalgetreu nachgebildet. Und den Gleiter müssen die Besucher vom „Fliegeberg“ aus, den Lilienthal bei Berlin hatte aufschütten lassen, auf einem markierten Punkt landen.

Auch das Deutsche Museum kann man in der Lounge erkunden – fast so, als sei man wirklich dort. Ein digitaler Rundgang, bei dem sich die Besucher virtuell fast völlig frei im Raum bewegen können, ergänzt das Angebot. Wer will, kann Touren durch 15 Abteilungen des Deutschen Museums antreten. „Das ist ein Deutsches Museum im Kleinen“, sagt Heckl, „das man auf eigene Faust erkunden kann, ohne auf die Museumsinsel zu fahren.“  Natürlich wolle man die Flugpassagiere damit auch dafür begeistern, das Museum nicht nur virtuell, sondern auch real zu erkunden. Zumal das Deutsche Museum gerade daran arbeitet, das Konzept des „virtuellen Spiels“ mit Exponaten auch auf der Museumsinsel zu erproben. „Wir testen hier die Möglichkeiten der virtuellen Realität für Museen – und wir sind sehr dankbar, dass uns der Flughafen München die Chance dazu bietet“, sagt Heckl.                

Die neue DM-Lounge ist genau zwei Jahre nach der Inbetriebnahme des Satellitenterminals eröffnet worden. Flughafenchef Kerkloh: „Das ist ein schönes Geburtstagsgeschenk, von dem natürlich vor allem die Reisenden profitieren werden. Sie finden künftig im Herzen dieses Passagiergebäudes eine echte Sehenswürdigkeit, die ihnen kostenlos Wissenswertes aus der Luft- und Raumfahrt auf ebenso spannende wie unterhaltsame Weise vermittelt.“ Kerkloh lobt: „Diese Ausstellung baut auf einzigartige Weise die Brücke zwischen den Anfängen des Flugbetriebs in München zu dem hochmodernen Luftverkehrsdrehkreuz von heute. Die Entwicklung von der historischen JU 52 zum modernen Riesen-Airbus A 380 vermittelt einen Eindruck moderner Luftfahrtgeschichte – eine große Bereicherung für die Passagiere am Münchner Flughafen.“

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Gerrit Faust
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Deutsches Museum (DM)
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