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Populismusbarometer 2018

05. Oktober 2018 Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Populistische Einstellungen nehmen zu, vor allem in der politischen Mitte. Dennoch gilt: 70 Prozent der Deutschen sind nicht populistisch eingestellt und würden „auf keinen Fall“ die AfD wählen.


Foto: 123 Stockfotos

Ist der Populismus in Deutschland eine vorübergehende Erscheinung oder Ausdruck grundlegender gesellschaftlicher Veränderungen? Ein Jahr nach der Bundestagswahl zeigt das Populismusbarometer von Bertelsmann-Stiftung und WZB: Populistische Einstellungen nehmen zu – vor allem in der politischen Mitte. Dies ist ein schleichender Prozess und keine Erdrutschbewegung. Jeder achte Wahlberechtigte ist derzeit populistisch eingestellt und verortet sich gleichzeitig in der politischen Mitte. Im Vorjahr war es noch etwa jeder neunte Wahlberechtigte. Gleichzeitig ist in der Mitte die Gruppe der "Nicht-Populisten" von 13 auf 10,3 Prozent gesunken.

Nun gehe es darum, dass die etablierten Parteien Strategien gegen den Populismus entwickeln, wie die beiden Autoren Robert Vehrkamp von der Bertelsmann Stiftung und Wolfgang Merkel, Leiter der WZB-Abteilung Demokratie und Demokratisierung, bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Populismusbarometers deutlich machten. Verpasste Chancen der Mobilisierung von Wählerinnen und Wählern im Bundestagswahlkampf gibt es einige: Das Thema Europa gehört genauso dazu wie sozialpolitische Themen (z. B. Umverteilung und Wohnungspolitik).

Trotz der Zunahme populistischer Einstellungen gilt jedoch weiterhin: Knapp 70 Prozent der Deutschen sind gar nicht oder nicht explizit populistisch eingestellt. Hinzu kommt: 71 Prozent würden „auf keinen Fall“ die AfD wählen. Die populistischen Einstellungen werden über drei Dimensionen („Anti-Establisment“, „Pro-Volkssouveränität“, „Anti-Pluralismus“) und acht Items gemessen.

Download des Populismusbarometers

Hintergrund

Das Populismusbarometer ist Teil des Demokratiebarometers - eines Instruments, mit dem gemessen werden kann, wie demokratisch etablierte Demokratien sind.

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Claudia Roth
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