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„Sie kommen wie berufen“

26. Juni 2018

Unter diesem Motto hat die Leibniz-Gemeinschaft den Auftakt ihres Professorinnenprogramms gefeiert, das ausgewiesene Wissenschaftlerinnen mit einer W2/W3-Stelle fördert.


Foto: Peter Himsel

Unter dem Motto „Sie kommen wie berufen“ hat die Leibniz-Gemeinschaft am 13. Juni den Auftakt ihres Professorinnenprogramms gefeiert, das sich an ausgewiesene Wissenschaftlerinnen aller Disziplinen richtet und diese mit einer W2/W3-Stelle fördert.

Im Zentrum der Veranstaltung standen die ersten fünf Leibniz-Professorinnen, von denen vier vor Ort ihre Forschung anhand eines typischen Gegenstands vorstellten:

Laura De Laporte vom DWI – Leibniz-Institut für Interaktive Materialien und der RWTH Aachen erläuterte mit einem Magneten, wie durch magnetische Kräfte und strukturbildende Materialien das Wachstum von Nervengewebe in die gewünschte Richtung gelenkt werden soll. Die Methode könnte etwa nach Verletzungen des Rückenmarks eingesetzt werden.

Die Evolutionsbiologin Susanne Fritz von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität Frankfurt am Main hatte das Präparat eines Seidenschwanz-Vogels mitgebracht und erläuterte, wie Umweltbedingungen das Verhalten von Vögeln beeinflussen, etwa die Verfügbarkeit von Nahrung das Migrationsverhalten der Vögel.

Gülsah Gabriel vom Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie in Hamburg und der Tierärztlichen Hochschule Hannover hatte in die Spielzeugkiste ihres Sohnes gegriffen, um zu verdeutlichen, wie sie die weltweite Ausbreitung von Grippeviren, unter anderem durch die Übertragung von Vögeln auf den Menschen, erforscht.

Melanie Arntz vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim und der Universität Heidelberg erinnerte anhand ihres Personalausweises, mit dem an Flughäfen eine automatisierte Identitätskontrolle möglich ist, wie sich die Digitalisierung auf Arbeitsmärkte auswirkt, die sie erforscht.

Für das Bundesforschungsministerium betonte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel angesichts eines Frauenanteils von 25 Prozent bei  Professuren in Deutschland: „Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen.“ Schließlich gehe dadurch ein enormes kreatives und geistiges Potential verloren. (Redemanuskript online verfügbar unter www.bmbf.de/de/leibniz-professorinnenprogramm-sie-kommen-wie-berufen-6365.html).

Für die Länderseite verwies Senatorin Eva Quante-Brand auf die Bedeutung von weiblichen Vorbildern, um das Ziel der Gleichstellung zu erreichen sowie auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: „Die Zeiten, in denen beruflich erfolgreichen Frauen geraten wurde, auf Familie zu verzichten, sind vorbei. Klar ist: Wir wollen die Besten für die Wissenschaft gewinnen. Und die Besten sind eben oft Frauen.“

Leibniz-Präsident Matthias Kleiner wies darauf hin, dass das Leibniz-Professorinnenprogramm neben der Chancengleichheit auch die inhaltlich-strategische Partnerschaft mit den Hochschulen stärke.

In einer Diskussionsrunde ermunterte Ursula Schütze-Kreilkamp, leitende Personalentwicklerin der Deutschen Bahn, Frauen, nicht nur auf ihre Chancen zu warten, sondern diese aktiv und mutig einzufordern. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt am Main, führte aus, dass ein Umdenken im Wissenschaftssystem in puncto Arbeitsorganisation notwendig sei, um wissenschaftliches Arbeiten mit dem Familienleben vereinbaren zu können. Heribert Hofer, Direktor des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin und Leiter der Projektgruppe „Leibniz-Gleichstellungsstandards“ des Präsidiums der Leibniz-Gemeinschaft, wies darauf hin, dass es in den nächsten Jahren im Zuge von Neubesetzungen gelte, auch das Potenzial weiblicher Institutsleitungen zu nutzen.

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