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Der Fußabdruck der Deutschen

07. August 2018 | Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

Mit steigendem Wohlstand wächst auch der Ressourcenverbrauch der Deutschen, wie eine neue Studie zeigt. Familien schneiden besser ab als Alleinstehende, die den größten Materialfußabdruck aufweisen.


Mit zunehmendem Haushaltseinkommen werden der Materialfußabdruck und damit der Ressourcenverbrauch in Deutschland größer. Als Indikator für Ressourcenverbrauch bezeichnet der Materialfußabdruck die Menge an Rohstoffen, die es braucht, um alle von einem Haushalt konsumierten Güter zu produzieren. Je nach Wohlstandsniveau geben die einzelnen Haushalte in Deutschland ihr Einkommen für unterschiedliche Güter aus: Während die Ausgaben für Nahrungsmittel, Wohnen, Energie und Kommunikation bei ärmeren und bei wohlhabenden Haushalten gleichermaßen groß sind, ist der Ausgabenanteil beim wohlhabendsten Viertel der Haushalte mit Blick auf Transport besonders hoch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim.

Um den Materialfußabdruck von Haushalten zu bestimmen, muss nicht nur die Menge der Rohstoffe – wie etwa Biomasse, Mineralien oder fossile Energieträger – im Inland berücksichtigt werden, sondern auch die Menge der Rohstoffe, die im Ausland für Produktion und Transport der im Inland konsumierten Güter anfallen. Schränken wohlhabende Länder wie Deutschland den Konsum materialintensiver Güter ein, fällt ihr Materialfußabdruck kleiner aus. Umgekehrt gilt: Mit höherem Konsum materialintensiver Güter wächst der Materialfußabdruck.
 
Die Studie zeigt nun, dass der durchschnittliche Materialfußabdruck eines Haushalts in Deutschland im Jahr 2008 bei 26,99 Tonnen lag. Während 95,57 Prozent aller Haushalte hierzulande einen Materialfußabdruck von weniger als 60 Tonnen hinterlassen haben, lag er bei 0,87 Prozent aller Haushalte bei mehr als 100 Tonnen. Familien mit Kindern haben im Schnitt eher einen unterdurchschnittlichen Materialfußabdruck, Alleinstehende hingegen einen überdurchschnittlichen. Mit zunehmendem verfügbaren Einkommen wächst auch der Materialfußabdruck: Das Viertel der Haushalte mit dem höchsten Haushaltseinkommen hat mit durchschnittlich 49,29 Tonnen einen Materialfußabdruck, der mehr als drei Mal so groß ist wie der des ärmsten Viertels der deutschen Bevölkerung (16,15 Tonnen).

Teurere Nahrungsmittel wirken sich am stärksten auf den Materialfußabdruck aus

Für die Analyse wurden Daten zur Einkommens- und Verbrauchsstichprobe ausgewertet, die Konsumausgaben deutscher Haushalte für verschiedene Zwecke abbildet. Die Haushalte wurden weiter anhand ihrer Ausgaben sowie nach Anzahl und Alter der Haushaltsmitglieder eingeteilt und dabei zehn verschiedene Ausgabentypen berücksichtigt: Nahrungsmittel, Bekleidung, Wohnen, Energie, Haushaltsgeräte, Transport, Kommunikation, Gesundheit und Bildung, Freizeitwaren sowie sonstige Ausgaben.
 
Die Studie untersucht weiterhin, wie deutsche Haushalte ihre Konsumausgaben an Preis- und Einkommensänderungen anpassen. Dabei zeigt sich, dass sich eine Preiserhöhung bei Nahrungsmitteln am stärksten auf den Materialfußabdruck auswirkt: Steigen die Nahrungsmittelpreise um ein Prozent, fällt der Materialfußabdruck der Haushalte um insgesamt 3,27 Millionen Tonnen. Preiserhöhungen bei Transport, Wohnen sowie Gesundheit und Bildung führen dazu, dass der Materialfußabdruck um jeweils mehr als zwei Millionen Tonnen zurückgeht. Bei Preiserhöhungen in den Bereichen Bekleidung und Kommunikation sinkt der Materialfußabdruck um weniger als eine Million Tonnen.

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Felix Kretz
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