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„Wissenschaft hat Evidenz, nicht die ultimative Wahrheit“

02. November 2017

Leibniz besucht Smithsonian: Im Zentrum des Treffens der Forschungsmuseen stand deren gesellschaftliche Rolle als Vermittler von Wissenschaft.


Vom 30. Oktober bis zum 1. November 2017 hat eine Delegation von Direktoren der acht Leibniz-Forschungsmuseen unter Leitung von Leibniz-Präsident Matthias Kleiner die Smithsonian Institution in Washingon D.C. besucht. Mit rund 30 Millionen Besuchern pro Jahr ist sind die 19 Museen und der National Zoo von Smithsonian die weltweit größte Museums-, Bildungs- und Forschungsorganisation. Im Zentrum des Treffens stand der Erfahrungsaustausch über Ziele und Herausforderungen von Forschungsmuseen sowie die Sondierung von Kooperationsmöglichkeiten zwischen beiden Institutionen.

Einleitend diskutierten der Vorsitzende von Smithsonian, David Skorton, und Matthias Kleiner über die Rolle der Forschungsmuseen und ihre Verantwortung für die Gesellschaft. Darüber hinaus ging es um die Verstärkung des Engagements für die breite Öffentlichkeit. „Wissenschaft spielt eine tragende Rolle in unserer Gesellschaft, aber sie erklärt sich nicht von selbst. Es ist die Aufgabe von Wissenschaftlern und Institutionen wie Smithsonian und Leibniz, deutlich zu machen, was sie tun und warum sie es tun, sagt Matthias Kleiner. „Zurzeit gibt es eine laufende öffentliche Debatte darüber, was ‚Wahrheit‘ ausmacht“, ergänzt David Skorton, „aber Wissenschaftler sind nicht im Besitz einer ultimativen Wahrheit. Wissenschaftlicher Fortschritt muss Veränderungen und Korrekturen zulassen, wenn es neue Erkenntnisse gibt. Wir müssen erklären, wie der wissenschaftliche Prozess funktioniert und der Öffentlichkeit die Bedeutung von Evidenz erläutern.“

Weitere Themen des Treffens im Smithsonian National Museum of American History waren der Erfahrungsaustausch zwischen den Institutionen, deren jeweilige Programme zur Förderung von Interdisziplinarität, die Evaluierung von Ausstellungen und Forschungsprogrammen, die Digitalisierung von Sammlungen, Bildungsprogramme sowie der Status von Forschung in den Ausstellungen. „Die Ähnlichkeiten zwischen den Institutionen sind erstaunlich“, resümierte Matthias Kleiner. „Ich bin sicher, dass wir viel voneinander lernen können. Ich freue mich darauf, weitere Projekte und Aktivitäten zu diskutieren.“ Beide Einrichtungen einigten sich zunächst auf einen Gegenbesuch von Smithsonian bei Leibniz. Ein weltweiter Zusammenschluss der führenden Forschungsmuseen könnte ein weiteres gemeinsames Ziel sein.

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