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            <title>Leibniz-Gemeinschaft</title>
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            <description>TOP-Meldungen von Leibniz-Gemeinschaft</description>
            <language>de-DE</language>
            
                <copyright>Leibniz-Gemeinschaft</copyright>
            
            <pubDate>Tue, 15 Sep 2026 09:25:35 +0200</pubDate>
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                        <guid isPermaLink="false">news-7620</guid>
                        <pubDate>Mon, 14 Sep 2026 17:15:00 +0200</pubDate>
                        <title>CAR-T-Zelltherapie gegen Rheuma</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/car-t-zelltherapie-gegen-rheuma</link>
                        <description>Fehlgeleitete Immunzellen könnten dafür sorgen, dass rheumatoide Arthritis immer wieder aufflammt. Die Behandlung mit genveränderten Abwehrzellen ermöglichte bei ersten Betroffenen nun eine Remission.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>CAR-T-Zellen sind körpereigene Abwehrzellen, die im Labor gentechnisch verändert werden. Dadurch können sie gezielt bestimmte B-Zellen erkennen und beseitigen – Immunzellen, die bei rheumatoider Arthritis an der Entzündung beteiligt sein können. In einer weltweit ersten klinischen Studie von Kolleg:innen aus der Liaison-Gruppe von Prof. Dr. Gerhard Krönke, Leiter Klinik für Rheumatologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem DRFZ wurden sechs Patient:innen mit besonders schwer kontrollierbarer rheumatoider Arthritis mit dieser Zelltherapie behandelt. Bei allen ging die Krankheitsaktivität deutlich zurück; drei Patient:innen waren bis zum Ende der bis zu einjährigen Beobachtungszeit ohne Rheumamedikamente in anhaltender Remission. Die Ergebnisse der an der Charité initiierten COMPARE-Studie, an der auch Wissenschaftler:innen des DRFZ beteiligt waren, wurden im Fachjournal <em>Nature Medicine</em> veröffentlicht.</p>
<p>Rheumatoide Arthritis ist eine chronische Erkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die eigenen Gelenke angreift. Das führt zu wiederkehrenden Entzündungen, geschwollenen Gelenken und im weiteren Krankheitsverlauf zu Gelenkschäden. Derzeit verfügbare Therapien können das Entzündungsgeschehen oft gut eindämmen, in aller Regel heilen sie die Erkrankung aber nicht. Betroffene müssen daher lebenslang Medikamente einnehmen, darunter Entzündungshemmer oder auch Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, mit allen damit verbundenen Nebenwirkungen.</p>
<p>Bei einigen Patient:innen wirken selbst mehrere und neuere Therapien nicht ausreichend. Mediziner:innen sprechen dann von einer therapieresistenten Erkrankung. Für die Betroffenen heißt das: anhaltende Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und erhebliche Einschnitte in die Lebensqualität. „Ein Grund dafür könnten fehlgeleitete B-Zellen sein, also Gedächtniszellen des erworbenen Immunsystems, die möglicherweise nach einer Infektion in Lymphknoten, Knochenmark oder Gelenkgewebe überleben und dort krankmachende, gegen den eigenen Körper gerichtete Antikörper bilden und die Entzündung immer aufs Neue anfachen“, sagt Prof. David Simon, der die aktuelle Studie zusammen mit Prof. Gerhard Krönke an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie der Charité für genau diese Patientengruppe entworfen hat.</p>
<p>Die Hoffnung der Forschenden: CAR-T-Zellen, im Labor genetisch veränderte, körpereigene Abwehrzellen, könnten die fehlgeleiteten B-Zellen gezielt und auch tief im Gewebe aufspüren, das krankhafte B-Zell-Gedächtnis möglichst tiefgreifend zurücksetzen und so gewissermaßen einen Neustart des B-Zell-Systems ermöglichen.</p>
<h6><strong>Zelluläre Therapie stellt das Immunsystem neu auf</strong></h6>
<p>Eigentlich für die Krebstherapie entwickelt, werden CAR-T-Zellen inzwischen immer breiter eingesetzt. Während Immunzellen von Patient:innen bei einer Krebserkrankung „Nachhilfe“ darin erhalten, Tumorzellen spezifisch zu erkennen und unschädlich zu machen, ist das Ziel bei Autoimmunerkrankungen, die Aufmerksamkeit von Abwehrzellen auf fehlgeleitete Gedächtniszellen zu lenken. „Das Erkennungszeichen vieler B-Zellen, sowohl das krankhafter B-Zellen bei Krebserkrankungen des Bluts oder der Lymphe als auch das fehlgeleiteter B-Zellen bei rheumatoider Arthritis, ist das Oberflächenmolekül CD19 – man könnte sagen, es ist eine Art ‚Namensschild‘“, erklärt David Simon. „Damit sie als CAR-T-Zellen die krankmachenden Zellen entdecken und beseitigen können, statten wir patienteneigene Abwehrzellen mit genau dieser Information aus – sozusagen einem Suchsensor, der das Molekül CD19 erkennt.“</p>
<p>Für eine solche CD19-CAR-T-Zell-Therapie werden Patient:innen zunächst T-Zellen aus dem Blut entnommen, das sind Abwehrzellen, die normalerweise infizierte oder krankhaft veränderte Zellen erkennen und beseitigen. Im Labor werden diese Zellen gentechnisch verändert und mit dem entscheidenden Erkennungsmerkmal versehen, dem chimären, also künstlichen, Antigenrezeptor, kurz CAR, der zielgenau an das Molekül CD19 andockt. Bevor Patient:innen die veränderten Abwehrzellen mit einer einmaligen Infusion zurückerhalten können, muss eine kurze vorbereitende Chemotherapie Platz im Immunsystem schaffen. Dabei wird die Zahl bestimmter Immunzellen vorübergehend reduziert, damit sich die CAR-T-Zellen anschließend gut vermehren und ihre Aufgabe erfüllen können. Zurück im Körper beginnen die veränderten Abwehrzellen nach dem Kennzeichen CD19 zu suchen und greifen Zellen mit diesem Merkmal gezielt an. Vorübergehend entfernen sie dabei alle CD19-tragenden B-Zellen, was einen Neustart des Immunsystems ermöglicht und dazu beiträgt, auch die langlebigen und sonst schwer erreichbaren krankhaften B-Zellen in den Gelenken auszuschalten.</p>
<h6><strong>Geht der Plan bei schwer behandelbarer rheumatoider Arthritis auf?</strong></h6>
<p>Für die weltweit erste klinische Studie, die die Wirksamkeit eines CD19-CAR-T-Zell-Präparats bei rheumatoider Arthritis prüfen soll, hat das Forschungsteam an der Charité zunächst sechs Patient:innen mit besonders schwerem Krankheitsverlauf zur Behandlung ausgewählt. Die drei Frauen und drei Männern im Alter von 31 bis 69 Jahren hatten in den vergangenen Jahren bis zu acht neuere zielgerichtete oder biologische Therapien erhalten, alle hatten nicht ausreichend geholfen.</p>
<p>Die nun entscheidende Frage: Können CAR-T-Zellen die fehlgeleiteten B-Zellen in den Gelenken aufspüren und ist ihr Einsatz nicht nur wirksam, sondern auch sicher? Die Ergebnisse des ersten Teils der COMPARE-Studie sind für die Forschenden wegweisend: „Bei allen sechs Behandelten ging die Krankheitsaktivität deutlich zurück. Drei der Patient:innen waren zum Ende der Beobachtungszeit von bis zu einem Jahr ohne jegliche Rheumamedikation in einer anhaltenden Ruhephase der Erkrankung, wir nennen diesen Zustand ‚Remission‘“, so Gerhard Krönke, der die gemeinsame Arbeitsgruppe Klinische Rheumatologie an der Charité und dem Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ), einem Leibniz-Institut, leitet. „Das ist besonders bemerkenswert, da bei ihnen bisher keine der bekannten Therapien die Beschwerden ausreichend lindern konnte.“</p>
<p>Offenbar konnte die Zelltherapie nicht nur die Entzündung in den Gelenken vorübergehend bremsen, die veränderten Abwehrzellen haben krankheitsfördernde B-Zellen auch in tiefer liegenden Rückzugsorten wie Knochenmark, Lymphknoten und Gelenkgewebe ausfindig gemacht und beseitigt. Die für die rheumatoide Arthritis typischen Autoantikörper waren stark zurückgegangen, stellte das Forschungsteam bei den regelmäßigen Nachuntersuchungen der behandelten Patient:innen in den darauffolgenden zwölf Monaten fest.</p>
<p>Mehr noch: „Als sich das B-Zell-System später wieder erholte, kehrten überwiegend junge, noch nicht durch die Erkrankung geprägte B-Zellen zurück. Die zuvor vorhandenen, gegen den eigenen Körper gerichteten B-Zellen hingegen waren bei fast allen Behandelten vorerst nicht mehr nachweisbar – ein Hinweis darauf, dass die Behandlung das fehlerhafte Immungedächtnis tatsächlich zurücksetzen kann“, betont David Simon. Dagegen blieben schützende Antikörper etwa gegen Windpocken oder Erreger wie Tetanus aus früheren Impfungen erhalten. Trotz der tiefen B-Zell-Beseitigung geht offenbar nicht das gesamte schützende Antikörpergedächtnis verloren. Mögliche Auswirkungen der Therapie auf das Immunsystem über längere Zeiträume hinweg müssen allerdings noch erforscht werden.</p>
<h6><strong>Erste Erfolge und gleichzeitig noch ein Stück des Weges</strong></h6>
<p>Die Studie zeigt, dass nach einer einmaligen CAR-T-Zell-Therapie bei einzelnen Patient:innen eine länger anhaltende Beschwerdefreiheit ohne Medikation, ein Ruhen der Erkrankung, eine Remission, möglich ist. Statt der Versuche, die Entzündung in den Gelenken dauerhaft medikamentös zu unterdrücken, könnte es zukünftig bei ausgewählten Patient:innen mit rheumatoider Arthritis und ausbleibendem Behandlungserfolg möglich sein, das fehlgeleitete immunologische Gedächtnis gezielt zurückzusetzen und so die fortwährenden Entzündungen zu stoppen.</p>
<p>Dennoch bleibt die CAR-T-Zell-Therapie bei Autoimmunerkrankungen und insbesondere bei rheumatoider Arthritis weiterhin experimentell. Langzeiterfahrungen gibt es noch nicht. Außerdem haben bei der aktuellen Untersuchung nicht alle behandelten Patient:innen gleich stark auf die Therapie reagiert. Ein Teil sprach nicht vollständig an und in einem Fall kehrte die Erkrankung nach einer zunächst medikamentenfreien Ruhephase zurück. Die bisherigen Daten zur Sicherheit einer Behandlung bewerten die Forschenden dagegen als ermutigend: „Nachdem die Teilnehmenden die CD19-CAR-T-Zellen erhalten hatten, beobachteten wir bei allen lediglich vorübergehend eine leichte bis mäßige Entzündungsreaktion, die sich gut behandeln ließ. Schwere neurologische Komplikationen oder andere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten nicht auf. Infektionen gab es kaum“, erklärt Dr. Marie Luise Hütter-Krönke,&nbsp;Ärztliche Leiterin der hämatologischen Studienzentrale der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie am <a href="https://www.charite.de/service/glossar/begriff/campus/" target="_blank" rel="noreferrer">Campus</a> Benjamin Franklin.</p>
<p>In einem zweiten Studienabschnitt mit zehn weiteren Patient:innen werden die Forschenden den neuen Therapieansatz mit einem bei rheumatoider Arthritis bereits zugelassenen Medikament, das sich ebenfalls gegen B-Zellen richtet, vergleichen. Auf diese Weise wollen sie klären, ob CAR-T-Zellen stärker und länger wirken und das Immungedächtnis tatsächlich zurücksetzen. Bestätigt sich das neue Konzept in dieser und weiteren, größeren Studien, könnte es langfristig zu einer Alternative für Patient:innen werden, deren Leben stark beeinträchtigt ist und für die es bisher keine ausreichende Behandlung gibt.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>Albach, F.N., Rehm, M.C., Hütter-Krönke, M.L. et al. CD19 CAR T cell therapy for treatment-refractory seropositive rheumatoid arthritis: a phase 1 trial. Nat Med (2026). <a href="https://www.nature.com/articles/s41591-026-04603-3" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41591-026-04603-3</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.drfz.de/neuigkeiten/car-t-zelltherapie-zeigt-wirkung-bei-schwerer-rheumatoider-arthritis/?utm_source=brevo&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=DRFZ%20Newsletter%20September%202026" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin (DRFZ) </a></p>
<p><a href="https://www.charite.de/service/pressemitteilung/artikel/detail/zelltherapie_bei_schwerer_rheumatoider_arthritis_erfolgreich/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung de Charité – Universitätsmedizin Berlin</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7624</guid>
                        <pubDate>Mon, 14 Sep 2026 12:15:44 +0200</pubDate>
                        <title>Neues Licht, weniger Stress für Insekten</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/verringerter-lichtstress-fuer-insekten</link>
                        <description>Amberfarbene LEDs ziehen deutlich weniger fliegende Insekten an als herkömmliche Bahnhofsbeleuchtung. Die Deutsche Bahn hat auf Basis dieser Studienergebnisse bereits erste Bahnhöfe umgerüstet.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p class="p-text">Eine neu getestete LED-Leuchte reduziert die Anziehung von fliegenden Insekten an Bahnhöfen drastisch. Das zeigt das Forschungsprojekt BALIN unter Realbedingungen im Natur- und Sternenpark Westhavelland. Anlässlich der&nbsp;<a href="https://www.earth-night.info/" target="_blank" rel="noreferrer">Earth Night</a>, die ein Zeichen gegen übermäßiges künstliches Licht im Freien setzen soll, ist dies ein vielversprechendes Ergebnis für den Schutz von Insekten.</p>
<p class="p-text">An sechs ländlichen Bahnhöfen im Westhavelland wiesen Forschende des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) gemeinsam mit ihren Projektpartnern nach, dass amberfarbene 1800 K LED-Leuchten im Vergleich zu aktuellen Standards bei Insekten rund 40 bis 50 Prozent weniger Individuen und bis zu 75 Prozent weniger Biomasse anziehen. „Wir konnten damit unter realen Bedingungen an Bahnhöfen zeigen, dass die Wahl der Lichtquelle und insbesondere ihre spektrale Zusammensetzung eine entscheidende Rolle für die Anziehung fliegender Insekten spielen“, erklärt Carmen Ludreschl, Forscherin des LIB im BALIN-Projekt. Der Impuls für die gemeinsame Studie kam von der Deutschen Bahn, die nach Wegen sucht, ihre Beleuchtung insektenfreundlicher zu gestalten. Die Ergebnisse erschienen kürzlich in der Fach-Zeitschrift <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006320726002764?via%3Dihub" target="_blank" rel="noreferrer">Biological Conservation</a><u>.</u></p>
<h6 class="p-text"><strong>Die Ergebnisse im Überblick</strong></h6>
<ul> 	<li>Die amberfarbene 1800 K LED lockte signifikant weniger Insekten an als der aktuelle Standard (kaltweiße 4000 K LED) und die alten Natriumhochdruckdampflampen (2000 K).</li> 	<li>Die Zahl der betroffenen Arten sank bei der 1800 K LED um zehn bis 20 Prozent – darunter auch gefährdete und gesetzlich geschützte Arten.</li> 	<li>Obwohl Natriumhochdruckdampflampen ein optisch „wärmeres“ Licht (2000 K) abgeben, zogen sie Insekten ähnlich stark an wie kaltweiße 4000 K LEDs.</li> 	<li>Auch die optimierte 1800 K LED lockte mehr Insekten an als unbeleuchtete Kontrollorte. Echtes insektenfreundliches künstliches Licht gibt es nicht – Ausschalten bleibt die beste Wahl. Wo dies keine Option ist, etwa an Bahnhöfen, können geeignete Lichtfarbe und Emissionsspektrum, Dimmen und Abschirmen die Auswirkungen auf Insekten reduzieren.</li> </ul>
<h6><strong>Vom Labor in die Praxis: Die Deutsche Bahn rüstet um</strong></h6>
<p>Die Deutsche Bahn hat auf Basis der Ergebnisse bereits reagiert: Alle untersuchten Bahnsteige sowie ein weiterer Bahnhof wurden dauerhaft auf die neuen 1800 K LEDs umgestellt. Zudem wurde das Leuchtmittel in die offizielle Leuchtenauswahlliste der DB InfraGO AG aufgenommen. Die Umrüstung zeigt ein neues Verständnis von Nachhaltigkeit, das nicht nur Klimaschutz, sondern auch Biodiversitätserhalt im Fokus hat: Die amberfarbenen LEDs verbrauchen zwar geringfügig mehr Strom als herkömmliche kaltweiße 4000 K LEDs, bieten dafür aber einen messbaren Mehrwert für die Biodiversität. Ein positiver Nebeneffekt: In informellen Befragungen wurde das wärmere Licht von einigen Kundinnen und Kunden als angenehmer wahrgenommen.&nbsp;</p>
<h6 class="p-text"><strong>Rechtliche Hürden bremsen den flächendeckenden Rollout</strong></h6>
<p class="p-text">Ein flächendeckender Einsatz an allen Bahnhöfen ist für die Bahn derzeit jedoch kompliziert. Zum einen erlauben die geltenden EU-Beleuchtungsnormen und Sicherheitsrichtlinien den Einsatz der 1800 K LEDs aktuell nur an nicht überdachten Bahnsteigen. Zum anderen steht der Paragraf 46a des Bundesnaturschutzgesetzes (Schutz von Tieren und Pflanzen vor den Auswirkungen von Beleuchtungen) noch unter dem Vorbehalt einer ausstehenden Rechtsverordnung. Solange die rechtlichen Vorgaben unklar sind, sind die langfristige Planung und weitere Umrüstungen für die Bahn schwierig. Auch neue Forschungsausschreibungen zum Thema Lichtverschmutzung fehlen derzeit<strong>.</strong></p>
<h6 class="p-text"><strong>Signalwirkung für Gärten und Kommunen zur Earth Night</strong></h6>
<p class="p-text">Die Initiatoren des Projekts, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wurde, hoffen auf eine Signalwirkung weit über den Schienenverkehr hinaus. Pünktlich zur heutigen „Earth Night“ betonen die Forschenden, dass Lichtverschmutzung das gesamte Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringt. Verlieren Insekten die Orientierung am Licht und verenden infolgedessen teilweise, fehlen sie als Nahrung für Vögel oder Fledermäuse und fallen für die Bestäubung aus.</p>
<p class="p-text">Die Erkenntnisse lassen sich direkt auf den privaten Raum übertragen. „Auch bei Solarlampen sollte man darauf achten, dass sie nicht unnötig die ganze Nacht brennen“, betont Ludreschl. Auch im eigenen Garten gilt: Lichtfarbe anpassen, Leuchten abschirmen, dimmen oder am besten abschalten.</p>
<h6 class="p-text">Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://leibniz-lib.de/de/news/11092026-neues-leuchtmittel-an-bahnhoefen-verringert-lichtstress-fuer-insekten.html" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7623</guid>
                        <pubDate>Mon, 14 Sep 2026 10:31:00 +0200</pubDate>
                        <title>Rückkehr mit Nachwuchs</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/rueckkehr-mit-nachwuchs</link>
                        <description>Erfolg für den Artenschutz: Erstmals seit rund 200 Jahren wurden zwei Przewalski-Fohlen in der zentralkasachischen Steppe geboren.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Im Wiederansiedlungszentrum Alibi in der Altyn-Dala-Steppe sind erstmals seit rund 200 Jahren Przewalski-Pferde auf zentralkasachischem Boden geboren worden. Zwei männliche Fohlen wurden im August 2026 geboren und sind der erste Nachwuchs der Wildpferde, die im Rahmen eines internationalen Wiederansiedlungsprojekts in ihre ursprüngliche Heimat zurückgebracht wurden. Mütter sind zwei Stuten, die vor zwei Jahren aus dem Tierpark Berlin nach Kasachstan reisten. Möglich wurde dieser Erfolg durch die langjährige Zusammenarbeit von zoologischen Einrichtungen, Naturschutzorganisationen, Forschungsinstituten und politischen Institutionen aus Europa und Asien.</p>
<p>Für die Berliner Stute Tessa ist das am 22. August geborene Fohlen der erste Nachwuchs. Und es blieb nicht bei einer Geburt: Am 30. August kam ein zweites Fohlen in Alibi zur Welt. Seine Mutter Umbra wurde ebenfalls 2024 aus Berlin nach Kasachstan gebracht. Beide Stuten gehörten zu den ersten sieben Przewalski-Pferden, die unter Leitung des Zoo Prag nach Kasachstan transportiert wurden, um dort eine stabile Population aufzubauen. Beide Fohlen sind wohlauf und standen bereits kurze Zeit nach der Geburt auf eigenen Beinen. Die Jungtiere werden nun gemeinsam mit der Herde in der weitläufigen Steppe aufwachsen – in einem Lebensraum, aus dem Przewalski-Pferde rund 200 Jahre lang verschwunden waren.</p>
<p>Dieses Wiederansiedlungsprogramm wird von einem internationalen Konsortium koordiniert, zu dem der Tiergarten Nürnberg, der Prager Zoo, das Forestry and Wildlife Committee des Ministry of Ecology, Geology and Natural Resources der Republik Kasachstan, die ACBK, die ZGF, der Tierpark Berlin und der Hortobágy-Nationalpark gehören. Das Management vor Ort, die tierärztliche Betreuung und die ökologische Überwachung werden von der Altyn Dala Conservation Initiative gemeinsam mit dem Leibniz-IZW durchgeführt. Die Altyn Dala Conservation Initiative wurde 2005 zum Schutz und zur Wiederherstellung der einzigartigen Steppenökosysteme Kasachstans gegründet, 2023 als „UN World Restoration Flagship“ anerkannt und 2024 mit dem Earthshot Prize ausgezeichnet. Das langfristige Ziel des Konsortiums ist es, bis zum Jahr 2029 insgesamt 40 bis 45 Wildpferde in die Turgai-Steppe in Zentralkasachstan zu entlassen.</p>
<p>Das Przewalski-Pferd (<em>Equus przewalskii</em>) war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Wildnis ausgestorben und überlebte nur dank internationaler Zuchtprogramme in Zoos. Heute soll sie im Rahmen des Projekts „Return of the Wild Horses“ unter der Leitung des Zoo Prag wieder dauerhaft in ihrer ursprünglichen Heimat angesiedelt werden. In der Mongolei und China ist dies bereits gelungen ­– Kasachstan ist damit das dritte Land, das wieder eine Heimat für die wilden Pferde werden könnte. Die ersten sieben Przewalski-Pferde aus dem Tierpark Berlin und dem Zoo Prag erreichten Kasachstan 2024. 2026 folgten vier Stuten aus dem Tiergarten Nürnberg, dem Marwell Zoo in Großbritannien und dem Tierpark Berlin sowie vier Hengste. Im Wiederansiedlungszentrum Alibi wurden sie zunächst in großzügigen Akklimatisierungsgehegen untergebracht. In den Bau des Zentrums ist die tierhalterische Expertise von Zoos eingeflossen; die ersten Anlagen in Alibi wurden bereits im Jahr 2012 in Zusammenarbeit der kasachischen Partner mit Fachleuten des Tiergarten Nürnberg angelegt. In Alibi konnten sich die Pferde ein Jahr lang an das Klima, die Landschaft und die natürlichen Bedingungen ihrer neuen Heimat gewöhnen. Temperaturen von bis zu -40 Grad im Winter und die raue Umgebung der kasachischen Steppe stellen besondere Anforderungen an die Tiere.</p>
<p>Das Wiederansiedlungsprojekt ist Teil der „Altyn Dala Conservation Initiative“ und damit eines umfassenden Vorhabens zur Wiederherstellung der zentralasiatischen Steppenökosysteme, zu dessen Zielen auch die Erholung der Bestände der Saiga-Antilopen gehört. Als große Pflanzenfresser halten Przewalski-Pferde die Landschaft offen, verbreiten Samen und schaffen Lebensräume für zahlreiche weitere Arten. Darüber hinaus können sie dazu beitragen, die Ausbreitung von Bränden in der Steppe zu begrenzen. Durch ihr Grasen halten sie die Vegetation kurz und reduzieren so potenziell die Menge an brennbarem Pflanzenmaterial. Neben den Przewalski-Pferden engagiert sich die Initiative auch für die Wiederansiedlung einer weiteren wichtigen Weidetierart, die aus der zentralkasachischen Steppe verschwunden war: dem Asiatischen Esel, auch Kulan genannt.</p>
<h6>Statements</h6>
<p><strong>Julia Bohner</strong>, Tierärztin am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung:</p>
<p><em>„Während ihres ersten Jahres in Kasachstan begleiten wir die Pferde bei der Eingewöhnung intensiv und sind für ihre tiermedizinische Betreuung verantwortlich. Dass sich die Tiere in ihrer neuen Heimat so gut eingelebt haben, dass sie sich hier erfolgreich fortpflanzen und nun die ersten Fohlen geboren wurden, ist für uns ein ganz besonderes Zeichen. Es zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind – und lässt uns hoffen, dass in den kommenden Jahren noch viele weitere Fohlen folgen werden.“</em></p>
<p><strong>Anne Dohrmann</strong>, Projektbeauftragte der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. Die ZGF engagiert sich seit 2006 in Zentralkasachstan und ist Gründungsmitglied der „Altyn Dala Conservation Initiative“:</p>
<p><em>„Als vor rund zwei Jahren die ersten Wildpferde wieder ihre Hufe in die kasachische Steppe setzten, sehnten wir den Tag herbei, an dem hier das erste Fohlen geboren wird. Heute ist diese Vision Wirklichkeit geworden. Für unser gesamtes Team ist dies ein sehr emotionaler Moment, der Hoffnung gibt. Die beiden Fohlen sind der lebendige Beweis dafür, dass wir gemeinsam Großes schaffen können, für die Wildpferde und für das Ökosystem von Altyn Dala.“ </em></p>
<p><strong>Michael Brombacher</strong>, Leiter der Europareferats der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt:</p>
<p><em>„Die Rückkehr der Przewalski-Pferde ist weit mehr als die Wiederansiedlung einer einzelnen Art. Große Wildtiere, die Pflanzen fressen, sind ein wichtiger Bestandteil natürlicher Steppenökosysteme und prägen diese Landschaften durch ihre Beweidung. Dass nun die ersten Fohlen geboren wurden, ist deshalb nicht nur ein wichtiger Schritt für die Wildpferde, sondern auch für die langfristige Wiederherstellung der zentralkasachischen Steppe. Wir sind auf einem guten Weg.“</em></p>
<p><strong>Vera Voronova</strong>, Direktorin der Association for the Conservation of Biodiversity of Kazakhstan (ACBK):</p>
<p><em>„Die Geburt des ersten Fohlens ist das Ergebnis einer enormen Menge an Arbeit, die lange vor der Ankunft der Pferde in Kasachstan begonnen hat“, sagte „Die Vorbereitung des Geländes und der Infrastruktur, die Organisation der komplexen Logistik für den Transport der Tiere, ihre Eingewöhnung sowie die tägliche Überwachung und Versorgung durch Fachleute, all dies war entscheidend, damit sich die Pferde erfolgreich an ihre neue Umgebung anpassen konnten. Nun steht eine neue Aufgabe vor uns, denn wir müssen das Wachstum und die Entwicklung der ersten in Kasachstan geborenen Przewalski-Pferde beobachten. Wir hoffen, dass diese erste Generation den Grundstein für eine sich selbst erhaltende Population legen wird.“</em></p>
<p><strong>Dr. Andreas Knieriem</strong>, Direktor von Zoo und Tierpark Berlin:</p>
<p><em>„Die Geburt dieses Fohlens zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn zoologische Einrichtungen, Naturschutzorganisationen, Wissenschaft und Behörden langfristig zusammenarbeiten. Sie motiviert uns, unsere Arbeit konsequent fortzuführen. Denn der größte Erfolg im Artenschutz ist nicht die erfolgreiche Zucht in menschlicher Obhut, sondern wenn eine Art wieder dort leben kann, wo sie ursprünglich zu Hause war.“</em></p>
<p><strong>Lenka Poliaková</strong>, Direktorin des Zoo Prag:</p>
<p><em>„Dass nach Jahrhunderten wieder ein Przewalski-Fohlen in Zentralkasachstan geboren wurde, ist ein wichtiger und zugleich sehr freudiger Meilenstein. Es ist nur einer von vielen Schritten auf dem Weg zu einer erfolgreichen Wiederansiedlung dieser Art in der Altyn-Dala-Steppe. Aber es ist ein Meilenstein, der unbedingt notwendig ist. Nachrichten wie die Geburt dieses Fohlens geben allen, die an diesem Projekt beteiligt sind, neue Energie, diesen Weg weiterzugehen.“</em></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.izw-berlin.de/de/pressemitteilung/nach-200-jahren-erste-przewalski-fohlen-in-der-zentralkasachischen-steppe-geboren.html" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemittetilung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Projekte</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7621</guid>
                        <pubDate>Fri, 11 Sep 2026 12:27:36 +0200</pubDate>
                        <title>Frühe Teilhabe am Kapitalmarkt</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/fruehe-teilhabe-am-kapitalmarkt</link>
                        <description>Die Frühstartrente bietet große Chancen für Deutschlands Aktienkultur, sagen Finanzökonominnen – wenn sie richtig ausgestaltet wird. Ein neues White Paper gibt Empfehlungen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Am 12. August hat das Bundeskabinett die Frühstartrente beschlossen. Die Initiative soll jungen Menschen frühzeitig beim Aufbau von Altersvorsorgekapital unterstützen und mit den Chancen des Kapitalmarkts vertraut machen. Auch die Kinder, deren Eltern keinen individuellen Vertrag für ihr Kind abschließen, sollen durch eine sogenannte kollektive Anlage eingebunden werden, so dass ihnen kein Startkapital verloren geht. &nbsp;</p>
<p>Finanzökonominnen betonen in einer aktuellen Untersuchung, wie wichtig klare und unabhängige Strukturen dieser automatischen Default-Kapitalanlage sind. Die Autorinnen<a href="https://www.zew.de/team/tbk/" target="_blank" rel="noreferrer"> Tabea Bucher-Koenen</a> (ZEW Mannheim und Universität Mannheim), <a href="https://safe-frankfurt.de/research/researchers/researchers-details/showauthor/730-laudenbach.html" target="_blank" rel="noreferrer">Christine Laudenbach</a> (SAFE), <a href="https://safe-frankfurt.de/policy-center/about/policy-advisor-ulrike-malmendier.html" target="_blank" rel="noreferrer">Ulrike Malmendier</a> (University of California, Berkeley und SAFE), <a href="https://safe-frankfurt.de/research/researchers/researchers-details/showauthor/1545-schaffranka.html" target="_blank" rel="noreferrer">Claudia Schaffranka</a> (SAFE) und <a href="https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/ueber-uns/wissenschaftlicher-stab/dr-milena-schwarz.html" target="_blank" rel="noreferrer">Milena Schwarz&nbsp;</a>(Sachverständigenrat Wirtschaft) empfehlen, ausschließlich in Aktien anzulegen und einer passiven, breitgestreuten und regelgebundenen Anlagestrategie zu folgen. Ihre Empfehlungen leiten die fünf Ökonominnen aus langjähriger Forschung auf den Gebieten Altersvorsorge, Aktienmarktteilnahme und Finanzbildung ab. &nbsp;</p>
<h6>Kapitalmarkterfahrungen prägen das Anlageverhalten&nbsp;</h6>
<p>Ulrike Malmendier, Direktorin des O’Donnell Centers für Behavioral Economics an der UC Berkeley und Distinguished Policy Advisor am Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE, fasst zusammen: „Aus der Forschung wissen wir, dass Menschen aus Erfahrungen lernen und persönliche Erfahrungen mit dem Kapitalmarkt einen starken Einfluss auf ihr späteres Anlageverhalten haben. In Deutschland fehlte es bislang am einfachen Zugang zu breit diversifizierten Aktienanlagen.“&nbsp;</p>
<p>Christine Laudenbach, Leiterin der Abteilung Household Finance am Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE, betont: „Eine wichtige Hemmschwelle ist dabei die Vorstellung, sehr viel über Finanzmärkte wissen zu müssen, um bei der Geldanlage keine Fehler zu machen. Gerade diese wahrgenommene Komplexität kann Menschen davon abhalten, überhaupt mit dem Investieren zu beginnen. Durch die automatische Einbindung aller Familien kann die breite Bevölkerung mitgenommen werden. Die Frühstartrente ist ein Neuanfang und bietet enorme Chancen, die Aktienkultur in Deutschland nachhaltig zu ändern.“ Für eine nachhaltige Finanzmarkterfahrung brauche es daher hohe Transparenz und geringe Komplexität bei der Frühstartrente.&nbsp;</p>
<h6>Politische Vorgaben und Umsetzung trennen</h6>
<p>„Erfahrungen aus Schweden zeigen, dass die Ausgestaltung des Standardportfolios das Anlageverhalten der großen Mehrheit über Jahrzehnte prägt“, sagt Tabea Bucher-Koenen, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte“. Auch eine Trennung zwischen den politischen Vorgaben und der operativen Umsetzung sei wichtig: „Für ein transparentes und stabiles System braucht es eine langfristige und konsequente Renditeorientierung, ein professionelles Management und eine unabhängige Aufsicht durch Kapitalmarktexperten.“&nbsp;</p>
<p>Die Frühstartrente soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Nach den Planungen der Bundesregierung soll das Gesetzgebungsverfahren bis November 2026 abgeschlossen werden, damit die Umsetzung rechtzeitig vorbereitet werden kann. Laut den Autorinnen muss die im Referentenentwurf vorgeschlagene aktienbasierte Anlage dazu beibehalten werden. Sie sehen in dem Projekt große Chancen, nicht nur die Finanzbildung, sondern vor allem das Finanzverhalten nachhaltig zu unterstützen. Voraussetzung sei, dass unterschiedlichste Bevölkerungsschichten dadurch eigene Erfahrungen mit breit diversifizierten, kostengünstigen und damit ertragreichen Anlagen machen und diese durch gezielte Bildungsangebote unterstützt werden.&nbsp;&nbsp;</p>
<h6>Breit diversifiziertes Aktienportfolio&nbsp;&nbsp;</h6>
<p>Aktien haben historisch mit etwa 7 Prozent pro Jahr die höchsten realen Renditen erzielt. Deutlich höher als Anleihen. Bei einem langen Anlagehorizont haben diese Unterschiede eine erhebliche Auswirkung auf die spätere Rentenhöhe. Eine passive, regelgebundene Strategie hält dabei die Kosten niedrig und schützt vor dem Versuch, den Markt zu timen, oder vor kurzfristigem politischem Einfluss auf die Anlageentscheidungen.&nbsp;</p>
<p>Eine Gewichtung nach Marktkapitalisierung ist der im Markt etablierte und transparente Standard. Alternativen, wie eine Gewichtung nach Wirtschaftsleistung (BIP-Gewichtung) können die Konzentration auf einzelne Länder und Unternehmen zusätzlich reduzieren.&nbsp; &nbsp;</p>
<h6>Publikation</h6>
<p><a href="https://safe-frankfurt.de/de/policy-center/publikationen/detailsview/publicationname/die-kollektive-loesung-der-fruehstartrente-empfehlungen-fuer-anlagestrategie-und-governance.html" target="_blank" rel="noreferrer">Die kollektive Lösung der Frühstartrente: Empfehlungen für Anlagestrategie und Governance (SAFE White Paper NO. 12</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://safe-frankfurt.de/de/aktuelles/alle-news/einzelansicht/the-earlystartpension-is-an-opportunity-to-gain-initial-experience-in-the-capital-markets.html" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 10 Sep 2026 11:32:59 +0200</pubDate>
                        <title>Gepard an Bord</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/reise-in-die-vergangenheit</link>
                        <description>Ihre Karriere als Magierduo startete für Siegfried und Roy auf hoher See – an Bord eines Kreuzfahrtschiffs. Eine digitale Story zeigt bislang unveröffentlichte Fotos.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Ein Gepard schaut dem Kapitän über die Schulter, sitzt auf dem Dinnertisch und läuft scheinbar selbstverständlich an Deck auf und ab – wo gab es denn so etwas? Auf der MS BERLIN während der Weihnachts-/Silvesterreise 1965-66. Chico und seine nicht minder bekannten Halter Siegfried und Roy stiegen in Bremerhaven an Bord und begeisterten die ersten Kreuzfahrtreisenden. Eine sehr norddeutsche Geschichte, die auf dem Meer Fahrt aufnahm und bis nach Las Vegas ins Showbusiness führte. Im Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte erzählte Dr. Lucas Haasis, wie das Magierduo samt Gepard einst seine ersten Shows wagte und präsentierte neu entdeckte Fotos dieser Reisen. Die Geschichte löste bei einigen Menschen Erinnerungswellen aus – und soll jetzt weitergehen. Die Karriere des magischen Duos mag Geschichte sein, für Haasis ist sie der Start einer Erinnerungswerft.</p>
<p>Ihre Kabinen lagen sich gegenüber: Siegfried, der Steward, und Roy, seinerzeit Uwe aus Nordenham, der Page. Bei ihrer ersten Begegnung fragte Siegfried seinen Nachbarn, ob dieser ihm nicht bei seiner kleinen Zaubershow assistieren könne. Kartentricks und verschwundene Kaninchen, die das Publikum an Bord beklatschte, ließen Roy allerdings kalt. „Kaninchen kannst du verschwinden lassen, aber schaffst du das auch mit einem Gepard?“</p>
<p>Eine dieser Fragen blieb Dr. Lucas Haasis, Senior Fellow und Gerda-Henkel-Forschungsstipendiat am DSM, im Gedächtnis, nachdem er Bücher gewälzt, Quellen gesichtet und mit Zeitzeugen von Bord gesprochen hatte. Der Gepard Chico war damals der große Star an Bord. Als ebenfalls norddeutsches Geschöpf – Roy holte ihn aus dem Zoo in Bremen, schmuggelte ihn in einer Tasche an Bord der MS BERLIN und ließ ihn erst mitten auf dem Atlantik buchstäblich aus dem Sack. Ein Umkehren war nicht mehr möglich: Der Gepard war da – und blieb.</p>
<p>Haasis präsentierte zahlreiche Fotos, die Chico auf der Brücke, während der Show und auf dem Dinnertisch zeigen. Eines davon, auf dem sich Chico zwischen Siegfried und dem Ersten Offizier, Albert Weißkopf, auf dem Tisch räkelte, hat ihn besonders beeindruckt. Exotisch – und ein Moment, der nicht nur in die Fotogeschichte einging.</p>
<p>Die Fotos stammen aus einem Fotoalbum der Familie von Catharina Scarlatescu aus Rastede, Enkelin dieses Ersten Offiziers, die ebenfalls einen prägenden Satz aus ihrer Kindheit mitnahm: „Dein Opa fuhr Siegfried und Roy über den Atlantik.“ Scarlatescu hütet die Alben wie einen Schatz. „Ich fand es immer schade, dass nur ich diese weltbekannten Stars auf unseren Fotos sehen konnte, und hab ein Publikum gesucht. Schon allein das Schiff, die MS BERLIN, war ausgestattet wie eine Mini-TITANIC und vielen bekannt. Auf den Bildern kann man die Details der Ausstattung gut erkennen.“</p>
<p>Haasis, der am DSM im Rahmen seines Gerda-Henkel-Stipendiums eigentlich zu Briefen forscht, die 1803 von Bord eines Schiffs auf dem Weg nach Australien verfasst wurden, erkannte sofort das Potenzial der Bildwerke. Für die Ausstellung „Tiere an Bord“, verließ der Frühneuzeithistoriker daher für einen kurzen Moment sein gewohntes Terrain und schrieb zu Chico und seinen Haltern kurzerhand eine digitale Story. Dazu fand er sogar noch Zeitzeugen von Bord und lud nun jüngst zu einem Abend ins DSM ein, um die Geschichte und Fotos zu präsentieren.</p>
<p>„In den Fotos steckt sehr viel drin, was für uns als Museum interessant ist: Es ist die Geschichte der anfänglichen Kreuzfahrtindustrie, die eine lokale Anbindung hat. Wir können Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort kommen lassen, die Roy kannten, der aus Nordenham stammte, und wir arbeiten gemeinsam ein Stück maritimes Erbe auf, das sogar ein bisschen Showbusiness-Glamour hat“, so Haasis.</p>
<p>Am Vortragsabend durfte die Öffentlichkeit erstmals durch das Album von Catharina Scarlatescu blättern. Für einige im Publikum war es eine Zeitreise, die nach so langer Zeit überraschende Nähe erzeugte. Ein Fan von Siegfried und Roy, dessen Vater als Proviantverantwortlicher auf der MS BERLIN fuhr, erkannte im Album den Koch, von dem sein Vater immer erzählt hatte. Er selbst brachte ein Foto mit, für das ihn die Magier in ihre Mitte nahmen. „Das bin ich“, sagt er stolz.</p>
<p>Ein Abend voller Erinnerungen, der aber noch eine Fortsetzung haben soll: Haasis freut sich nun über weitere Hinweise von Personen, die, wie die Besuchenden vor Ort, noch Fotos, Erinnerungsstücke und Geschichten zu Siegfried und Roy von der Reise haben und diese gerne teilen möchten.</p>
<p>Sie können sich gern mit dem Betreff „Siegfried und Roy“ per E-Mail bei ihm melden: <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto(%27nbjmup%2BM%5C%2FIbbtjtAetn%5C%2Fnvtfvn%27);">L.Haasis(at)dsm.museum </a></p>
<h6>Digitale Story</h6>
<p>Die gesamte digitale Story zum Fund der Fotos können Sie <a href="https://deutsches-schifffahrtsmuseum.pageflow.io/gepardanbord" target="_blank" rel="noreferrer">hier</a> nachlesen.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.dsm.museum/pressebereich/siegfried-und-roy-fans-gesucht" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Deutschen Schifffahrtsmuseums - Leibniz-Institut für Maritime Geschichte (DSM)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Deutsches Schifffahrtsmuseum - Leibniz-Institut für Maritime Geschichte</category>
                            
                                <category>Geisteswissenschaften und Bildungsforschung</category>
                            
                                <category>Projekte</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 09 Sep 2026 16:44:00 +0200</pubDate>
                        <title>Gebirgsbildung und Artenvielfalt</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/dach-der-welt</link>
                        <description>Fossilien belegen: Gebirgsbildung und Niederschläge machten den Osten Tibets schon vor rund 39 Millionen Jahren zu einem artenreichen Lebensraum.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Ein chinesisch-deutsches Forschungsteam unter Beteiligung von Senckenberg-Forscher Prof. Dr. Andreas Mulch hat untersucht, wann und unter welchen Bedingungen sich die außergewöhnliche Biodiversität im Osten Tibets entwickelte. Die im Fachjournal „Nature Communications Earth &amp; Environment“ veröffentlichte Studie zeigt, dass bereits vor rund 39 Millionen Jahren artenreiche Säugetiergemeinschaften in Höhenlagen von etwa 3.400 Metern lebten. Die Fossilien gehören zur bislang ältesten direkt datierten känozoischen Säugetierfauna des Tibetplateaus. Die Ergebnisse zeigen, dass die Gebirgshebung und die damit verbundenen klimatischen Veränderungen entscheidend zur Entstehung der frühen Hochgebirgs-Biodiversität beitrugen.</p>
<p>Gebirge gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Auf engem Raum treffen hier unterschiedlichste Bedingungen aufeinander – von tiefen Tälern bis zu hohen Gipfeln, von warmen bis zu kalten und von trockenen bis zu feuchten Lebensräumen. So entstehen vielfältige ökologische Nischen, die zahlreichen Arten Raum zur Anpassung und Entwicklung bieten. „Ein besonders eindrucksvolles Beispiel sind die Hengduan-Berge im Osten Tibets. Die zerklüftete Gebirgslandschaft mit ihren hohen Gipfeln und tief eingeschnittenen Tälern reicht von subtropischen bis in alpine Klimazonen. Heute zählt die Region zu den bedeutendsten Biodiversitäts-Hotspots der Erde mit zahlreichen endemischen Arten“, erläutert Prof. Dr. Andreas Mulch, Direktor am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt und fährt fort: „Die Pflanzenfossilien der Hengduan-Berge wurden vielfach untersucht und liefern wichtige Erkenntnisse über die frühere Biodiversität, Höhenlage und das Klima. Die fossile Säugetierwelt der Region ist in vielerlei Hinsicht beeindruckend und bietet bisher ungekannte Einblicke in die frühe Evolution der Hochgebirgsarten.“</p>
<p>Der Frankfurter Geowissenschaftler hat gemeinsam mit einem chinesisch-deutschen Forschungsteam in einer neuen Studie untersucht, wie und wann die außergewöhnliche Artenvielfalt auf dem Tibetplateau entstand. Durch die Datierung von Mineralablagerungen in fossilen Säugetierknochen und Paläo-Böden, kombiniert mit Höhenrekonstruktionen anhand stabiler Isotope aus dem Zahnschmelz von Pflanzenfressern und aus Bodenkarbonaten, konnten die Forschenden zeigen: Bereits vor rund&nbsp;39 Millionen Jahren&nbsp;existierten im Osten Tibets ausgedehnte Hochgebirgslandschaften mit artenreichen Säugetiergemeinschaften. „Die Fossilien sind mit 39,2 bis 38,1 Millionen Jahren die älteste direkt datierte känozoische Säugetierfauna des Tibetischen Plateaus. Die von uns beprobten Pflanzenfresser lebten in Höhenlagen von etwa 3.400 Metern, also bereits in einem Lebensraum, dessen Höhenlage der heutigen Situation nahekommt“, ergänzt Dr. Songlin He, Wissenschaftler am Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt und dem Institute for Tibetan Plateau Research, CAS in Peking.</p>
<p>Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der tibetischen Biodiversität spielte offenbar die Entstehung des Gebirges selbst. Als sich der Osten Tibets im Eozän – vor etwa 56 bis 34 Millionen Jahren – zunehmend anhob, veränderte sich auch das Klima. Es kam zu ausgeprägten jahreszeitlichen Niederschlägen. Mulch hierzu: „Dieses Klima kann nicht mit dem heutigen asiatischen Monsun gleichgesetzt werden, die starke Niederschlagssaisonalität war aber ein wichtiges Element der Umweltbedingungen im Hochland.“ Das entscheidende Indiz der Untersuchungen sind sogenannte falsche Jahresringe – Dichteschwankungen im Verlauf der Holzbildung – im 41,5 Millionen Jahre alten fossilen Holz. Diese entstehen, wenn das Pflanzenwachstum im Sommer unter Trockenstress gerät. „Dies ist typisch für ‚mediterranes‘ Klima wie es heute im Mittelmeerraum vorkommt und schuf günstige Umweltbedingungen für die Entwicklung einer artenreichen Hochgebirgsfauna und -flora“, ergänzt He.</p>
<p>Die neuen Ergebnisse liefern einen wichtigen zeitlichen Referenzpunkt für die frühe Entwicklung der Hochgebirgs-Biodiversität in Asien. Zugleich zeigen sie, wie eng&nbsp;Gebirgsbildung, Klimaentwicklung, Entstehung neuer Ökosysteme und die langfristige Entwicklung der Artenvielfalt verbunden sind. „Die Geschichte der Biodiversität im tibetischen Hochland reicht weiter zurück als bislang bekannt war. Der Osten Tibets spielte bereits sehr früh eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der heutigen Hochgebirgs-Biodiversität in Asien. Der Nachweis eines mediterranen Klimamusters vor 41,5 Millionen Jahre in Tibet zeigt, wie entscheidend Paläoklimarekonstruktionen zu unserem Verständnis des Klimasystems beitragen können“, schließt Mulch.</p>
<h6><strong>Publikation</strong></h6>
<p><a href="https://doi.org/10.1038/s43247-026-03967-1" target="_blank" rel="noreferrer">He, S., Ding, L., Mulch, A. et al. Origins of biodiversity in eastern Tibet revealed by Eocene mammals and fossil tree rings. nature commun earth environ (2026). https://doi.org/10.1038/s43247-026-03967-1</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/das-dach-der-welt-biodiversitaets-hotspot-seit-39-millionen-jahren/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 04 Sep 2026 18:17:00 +0200</pubDate>
                        <title>Wer darf bestimmen, woran geforscht wird?</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/wer-darf-bestimmen-woran-geforscht-wird</link>
                        <description>Leibniz-Präsident Christoph M. Schmidt über die Freiheit der Forschung – in einer neuen Folge „Tonspur Wissen“.

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                        <content:encoded><![CDATA[<p>Die Wissenschaftsfreiheit ist im Grundgesetz verankert, gerät jedoch zunehmend unter Druck. Darf die Politik Forschungsrichtungen einstellen, die sie nicht mehr für wichtig hält? In mehreren Bundesländern steht dies etwa für die Gender- und Klimaforschung im Raum. Christoph M. Schmidt, Wirtschaftswissenschaftler und Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, lotet in der <a href="/mainnavigation/neues/podcasts/podcast-tonspur-wissen/wer-darf-bestimmen-woran-geforscht-wird">aktuellen Folge</a> des&nbsp;Podcasts "Tonspur Wissen"&nbsp;aus, wo die Grenze zwischen legitimer politischer Steuerung und problematischem Eingriff verläuft.</p>
<h6><strong>Podcast „Tonspur Wissen“</strong></h6>
<p>Der Podcast „Tonspur Wissen“ der Leibniz-Gemeinschaft wird gemeinsam mit der Rheinischen Post präsentiert. Das Format soll Wissenschaft anschaulich und verständlicher machen. Ziel ist es, aktuelle Themen mit Forschungsergebnissen zu verbinden. Moderiert wird der Podcast von Ursula Weidenfeld. Die Wirtschaftswissenschaftlerin und ehemalige Chefredakteurin der Zeitschrift „Impulse“ möchte mit ihren Fragen eine Brücke zwischen Alltagswelt und Spitzenforschung bauen. „Wir haben es verdient, Wissenschaft gut erklärt zu bekommen“, sagt sie. „Und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verdienen es, dass wir uns für ihre Arbeit interessieren.“</p>
<p><a href="https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/mediathek/podcast-tonspur-wissen" target="_blank" class="internal">Zum Podcast "Tonspur Wissen"</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Gemeinschaft</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7610</guid>
                        <pubDate>Fri, 04 Sep 2026 10:33:00 +0200</pubDate>
                        <title>Magische zwei Sekunden</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/takt-der-natur</link>
                        <description>Weltweit sprechen Menschen in einem ähnlichen Rhythmus. Überraschende Parallelen fanden Forschende nun zur Kommunikation von Tieren.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Der Rhythmus des Sprechens ähnelt in seiner zeitlichen Struktur den Kommunikationssignalen zahlreicher Tierarten. Das zeigt eine aktuelle Studie eines Forschungsteams des Leibniz-Zentrums Allgemeine Sprachwissenschaft (ZAS) Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Regensburg und der Aix-Marseille-Universität. Für die Untersuchung wurden Sprachaufnahmen aus 48 Sprachen von allen bewohnten Kontinenten ausgewertet und mit Rhythmusdaten von Tierarten wie Fischen, Robben und Vögeln verglichen. Ziel war zu klären, ob der Sprechrhythmus bei Menschen besonders ist oder sich in ein größeres biologisches Muster einordnen lässt.</p>
<p>Für die Analyse wurden sogenannte Inter-Onset-Intervalle betrachtet: zusammenhängende Sprachabschnitte inklusive einer anschließenden Pause. Diese Einheit wird auch in der Erforschung tierischer Kommunikationssignale verwendet und ermöglicht dadurch einen direkten Vergleich zwischen Mensch und Tier. Datengrundlage war das Language Documentation Reference Corpus (DoReCo), das Sprachaufnahmen aus zahlreichen, oft wenig erforschten Sprachen enthält, sowie diverse bereits in der Literatur beschriebene Rhythmusmaße für Tiere.</p>
<p>Die Auswertung von über 100.000 solcher Intervalle ergab eine über alle 48 Sprachen hinweg auffallend ähnliche Dauer von rund zwei Sekunden. Diese Übereinstimmung bestand unabhängig von der Sprachfamilie oder individuellen Merkmalen der Sprechenden. Bei dem anschließenden Vergleich mit Daten aus der Forschung zur Tierkommunikation zeigte sich interessanterweise, dass sich der menschliche Sprechrhythmus in die Bandbreite einreiht, wie sie zum Beispiel auch für den Kap-Seebär, die Meerrabe oder die Feldlerche beschrieben wurde.</p>
<p>Als mögliche Erklärung für die beobachtete Regelmäßigkeit nennt das Forscherteam physiologische Faktoren wie den Atemrhythmus, welcher die Länge zusammenhängender Intervalle begrenzt. Auch Grenzen des Arbeitsgedächtnisses könnten eine Rolle spielen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die grundlegende zeitliche Organisation der menschlichen Kommunikation auf Mechanismen zurückgehen könnte, die Menschen mit anderen Tierarten teilen.</p>
<p>„Wenn man den Sprechrhythmus so berechnet, wie das häufig in der tierischen Kommunikation untersucht wird, zeigen sich deutlich weniger Unterschiede zwischen den untersuchten Sprachen, als man es von kleineren sprachlichen Einheiten wie Silben kennt. Dies legt nahe, dass hier biologische Faktoren eine wichtige Rolle spielen", sagt Susanne Fuchs, Senior Researcher am ZAS Berlin und Mitautorin der Studie. Ludger Paschen, Mitherausgeber des DoReCo-Korpus, fügt hinzu: "Unsere Studie demonstriert, wie Sprachdokumentationsdaten von bislang weniger intensiv erforschten Sprachen nachgenutzt werden können, um fundamentale Fragen zum Status menschlicher Sprache zu klären".</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>L. S. Burchardt, L. Paschen, and S. Fuchs, “<em>Rhythm Across Species: Situating Human Speech in a Comparative Framework</em>.”&nbsp;<em>Annals of the New York Academy of Sciences</em>&nbsp;1563, no. 1 (2026): e70383.&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1111/nyas.70383" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1111/nyas.70383</a>&nbsp;</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.leibniz-zas.de/de/das-zas/aktuelles/details/news/new6a9699fde4ff3729276594-pmim-takt-der-natur-menschliche-sprache-folgt-einem-rhythmus-der-auch-im-tierreich-vorkommt" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des&nbsp;Leibniz-Zentrums Allgemeine Sprachwissenschaft (ZAS)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprachwissenschaft</category>
                            
                                <category>Geisteswissenschaften und Bildungsforschung</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 03 Sep 2026 15:19:20 +0200</pubDate>
                        <title>Leibniz-Ökonom in EFI berufen</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/leibniz-oekonom-in-efi-berufen</link>
                        <description>Mit Oliver Falck erweitert die Expertenkommission Forschung und Innovation ihre Fachkompetenz in den Bereichen Innovationsökonomik und digitale Transformation.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Das Bundeskabinett hat Prof. Dr. Nadine Kammerlander und <a href="https://www.ifo.de/falck-o" target="_blank" rel="noreferrer">Prof. Dr. Oliver Falck</a> in die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) berufen. Prof. Dr. Guido Bünstorf wurde für weitere vier Jahre als Mitglied der EFI bestätigt.</p>
<p>Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Dorothee Bär:</p>
<p>„Seit 20 Jahren berät die EFI die Bundesregierung kompetent zur Frage, wie wir Deutschland durch Forschung und Innovation zukunftsfähig aufstellen. Diese unabhängige wissenschaftliche Expertise ist heute wichtiger denn je. Mit der Hightech Agenda Deutschland haben wir uns das klare Ziel gesetzt, die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nachhaltig zu stärken. Dafür werden wir die Wirkung unserer Maßnahmen konsequent überprüfen und, wo nötig, nachsteuern. Mit Professorin Nadine Kammerlander und Professor Oliver Falck gewinnen wir zwei renommierte Persönlichkeiten aus der Wissenschaft für die EFI. Ich freue mich zugleich, dass Professor Guido Bünstorf seine erfolgreiche Arbeit in der EFI fortsetzen wird. Professorin Friederike Welter und Professor Christoph M. Schmidt danke ich herzlich für ihre Arbeit in der EFI."</p>
<h6>Hintergrund</h6>
<p>Am 20. August 2006 beschloss die Bundesregierung die Einrichtung der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI). Seit 2008 legt die EFI 2008 jährlich ein Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vor, zuletzt im Februar 2026. Neben Handlungsempfehlungen für die nationale Forschungs- und Innovationspolitik werden weitere Schwerpunktthemen in den Fokus genommen. Die Mitglieder werden für vier Jahre berufen.</p>
<p>Prof. Dr. Nadine Kammerlander ist Leiterin des Instituts für Familienunternehmen und Mittelstand an der WHU - Otto Beisheim School of Management in Koblenz. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Mittelstand und Familienunternehmen sowie Finanzierung, etwa über „Family Offices“.</p>
<p><a href="https://www.ifo.de/falck-o" target="_blank" rel="noreferrer">Prof. Dr. Oliver Falck</a> leitet das <a href="https://www.ifo.de/forschung/ifo-zentrum-fuer-innovationsoekonomik-und-digitale-transformation" target="_blank" rel="noreferrer">ifo Zentrum für Innovationsökonomik und Digitale Transformation</a> am ifo Institut München und ist Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Empirische Innovationsökonomik an der LMU München. Seine Forschung umfasst zentrale Fragen der Innovationsökonomik, der Industrie- und Technologiepolitik und des Strukturwandels.</p>
<p>Prof. Dr. Guido Bünstorf ist Professor für Volkswirtschaftslehre und Leiter des Fachgebiets „Wirtschaftspolitik, Innovation und Entrepreneurship“ an der Universität Kassel. Er forscht zur Entwicklung neuer Märkte, zu Entrepreneurship sowie zum Wissenschafts- und Hochschulsystem und war bereits von 2022 bis 2026 Mitglied der EFI.</p>
<p>Weitere Mitglieder der Expertenkommission Forschung und Innovation sind:</p>
<p>Dr. Irene Bertschek (Vorsitzende), ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim, Forschungsbereich Digitale Ökonomie, und Justus-Liebig-Universität Gießen, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Professur für Ökonomie und Digitalisierung</p>
<p>Dr. Carolin Häussler (stv. Vorsitzende), Universität Passau, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für Organisation, Technologiemanagement und Entrepreneurship</p>
<p>Dr. Joachim Henkel, Technische Universität München, TUM School of Management, Dr. Theo Schöller-Stiftungslehrstuhl für Technologie- und Innovationsmanagement an der TU München</p>
<p>Ausgeschieden sind:</p>
<p><a href="/ueber-uns/organisation/praesident">Dr. Dr. h.c. Christoph M. Schmidt</a>, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, bis Juni 2026 Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V., Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und Angewandte Ökonometrie an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum</p>
<p>Dr. Dr. h.c. Friederike Welter, Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn und Universität Siegen, Fakultät III Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht, Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Management von kleinen und mittleren Unternehmen und Entrepreneurship</p>
<h6>Weitere Informationen</h6>
<p>Dies ist eine Pressemitteilung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt, auch auf der Website des BMFTR zu finden:&nbsp;<a href="https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/09/020926-Neubesetzung-EFI.html" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/09/020926-Neubesetzung-EFI.html</a></p>
<p><a href="https://www.e-fi.de/" title="Externer Link Weiterleitung zu www.e-fi.de (Öffnet neues Fenster)" target="_blank" rel="noreferrer">www-e-fi.de</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>ifo Institut Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V.</category>
                            
                                <category>Menschen</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 03 Sep 2026 13:23:20 +0200</pubDate>
                        <title>Vier ERC Starting Grants für Leibniz</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/leibniz-erhaelt-erc-starting-grants</link>
                        <description>In der diesjährigen Förderrunde vergibt der Europäische Forschungsrat vier Grants an junge Leibniz-Forschende.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren in der diesjährigen Runde bei der Vergabe der ERC Starting Grants für die Leibniz-Gemeinschaft erfolgreich:</p>
<ul> 	<li><strong>Tamara Dogandžić</strong>, Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA)<br> 	Projekt „ENCOUNTERS“ (Early ENCOUNTERS: Population dynamics and behavioral complexity across the Balkan Peninsula 300,000-100,000 years ago)<br> 	<br> 	<a href="https://www.leiza.de/presse/details-pressmeldungen/wie-wurden-wir-zur-letzten-menschenart-auf-der-erde" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Mehr zum Forschungsprojekt</a><br> 	<br> 	<em>Tamara Dogandžić&nbsp;ist Absolventin des <a href="/karriere/fuehrung-uebernehmen/leibniz-mentoring">Leibniz-Mentorings</a>.</em><br> 	&nbsp;</li> 	<li><strong>Robert Gorwa, </strong>Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)<br> 	Projekt “ALIGNING-AI“ (Governing Generative AI from the Inside and Out: The Politics and Practices of AI 'Alignment')<br> 	<br> 	<a href="https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/robert-gorwa-erhaelt-erc-starting-grant-2026-fuer-seine-forschung-zur-ki-governance" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">MEHR ZUM FORSCHUNGSPROJEKT</a><br> 	&nbsp;</li> 	<li><strong>Melanie Mittenbühler</strong>, Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ)<br> 	Projekt „MYOSCAN“ (Myokines in Sarcopenia and Cancer)<br> 	<br> 	<a href="https://ddz.de/erc-starting-grant-fuer-ddz-forscherin-wie-muskeln-stoffwechsel-und-krebs-beeinflussen/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Mehr zum Forschungsprojekt</a><br> 	&nbsp;</li> 	<li><strong>Mariana Schuster</strong>, Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB)<br> 	Projekt „FRONTERA“ (Functional Regulation Of membrane proteiNs Through Enzymatic cleavage)<br> 	<br> 	<a href="https://www.ipb-halle.de/artikel/erc-starting-grant-15-millionen-euro-fuer-exzellente-forschung-zur-pflanzenimmunitaet" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Mehr zum Forschungsprojekt</a><br> 	<br> 	<em>Mariana Schuster ist Absolventin des <a href="/karriere/fuehrung-uebernehmen/leibniz-mentoring">Leibniz-Mentorings</a>.</em></li> </ul>
<p>Insgesamt hat Deutschland 89 Starting Grants eingeworben. Davon gehen vier an die Leibniz-Gemeinschaft, zehn an die MPG, elf an die HGF und 63 an deutsche Universitäten. Einer geht an das European Molecular Biology Laboratory (EMBL). Damit belegt Deutschland im internationalen Ranking den ersten Platz, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 47 Grants. Den dritten Platz belegt Frankreich mit 38 Starting Grants. Die Schweiz folgt mit 36 Starting Grants auf dem vierten Platz und die Niederlande mit 33 Grants auf dem fünften. Insgesamt wurden 4807 Anträge eingereicht, was einem Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr entspricht. Davon wurden 421 bewilligt, was einer Erfolgsquote von 8,8 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 lag die Erfolgsquote bei 12,2 Prozent (3 928 eingereichte Anträge und 478 geförderte Projekte). In der aktuellen Ausschreibung der ERC Starting Grants wurden 21 Forschende ausgewählt, die derzeit außerhalb Europas tätig sind. Dies entspricht 5 Prozent aller Geförderten. Unter ihnen befinden sich 20 Forschende aus den Vereinigten Staaten.</p>
<h6>Hintergrund</h6>
<p>ERC Starting Grants stellen akademische Meilensteine dar, die maßgeblich den weiteren Karriereverlauf beeinflussen. Sie werden an vielversprechende Nachwuchsforschende aller Nationalitäten vergeben, deren Promotion zwei bis sieben Jahre zurückliegt. Die Forschung muss in einer Forschungseinrichtung mit Sitz in einem der EU-Mitgliedstaaten oder assoziierten Länder durchgeführt werden. Die Förderung wird bis zu fünf Jahre gewährt.&nbsp;</p>
<h6>Film</h6>
<p><a href="https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/mediathek/videos/wie-werbe-ich-einen-erc-starting-grant-ein" target="_blank" class="internal">How to get your ERC grant</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/europa/erc" target="_blank" class="internal">www.leibniz-gemeinschaft.de/erc</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>News</category>
                            
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                                <category>Gemeinschaft</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 03 Sep 2026 11:25:24 +0200</pubDate>
                        <title>Book a Scientist</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/veranstaltungen/book-a-scientist</link>
                        <description>Sie haben Fragen? Dann kommen Sie ins Gespräch – mit einer Wissenschaftlerin oder einem Wissenschaftler. Knapp 120 Themen können ab sofort gebucht werden.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Gemeinschaft</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 02 Sep 2026 21:24:00 +0200</pubDate>
                        <title>Für Wissenschaftsfreiheit und Innovationskraft</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/gemeinsames-engagement-fuer-wissenschaftsfreiheit-und-innovationskraft</link>
                        <description>Als eine von 23 Organisationen hat die Leibniz-Gemeinschaft das Positionspapier &quot;Freie Wissenschaft – Erfolgreiche Wirtschaft – Starkes Deutschland&quot; des Berliner Forschungsnetzwerks unterzeichnet.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Wir veröffentlichen das Positionspapier an dieser Stelle im Wortlaut.</p>
<h4><strong>Freie Wissenschaft –<br> Erfolgreiche Wirtschaft –<br> Starkes Deutschland</strong></h4>
<p>Deutschland braucht eine exzellente Wissenschaftslandschaft und starke innovative Unternehmen. Gemeinsam bilden diese das Fundament für Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität in Deutschland. Forschung, Entwicklung und industrielle Umsetzung sind unabdingbar, um die Innovationskraft Deutschlands zu verteidigen und auszubauen. Doch unser Land steht vor einer Bewährungsprobe: Der internationale Wettbewerb um Technologien, Talente und Wertschöpfung nimmt zu. Zugleich geraten unsere offene Gesellschaft und ihre Institutionen unter Druck. Wissenschafts- und demokratiefeindliche Kräfte versuchen, Ergebnisse, Themen und Bereiche der Forschung zu delegitimieren, einzuschränken oder ideologisch zu beeinflussen. Das gefährdet die Freiheit der Wissenschaft, die Resilienz unserer Demokratie, die Innovationskraft unserer Wirtschaft und die Zukunft unseres Landes. Die unterzeichnenden Organisationen fordern nachdrücklich, die Freiheit der Wissenschaft zu schützen.</p>
<p>Wissenschaft ist die systematische und methodisch nachvollziehbare Erforschung der Welt. Laufend kommen neue Erkenntnisse hinzu, die vorheriges Wissen ergänzen, bestätigen, in Frage stellen oder widerlegen. Ihre Ergebnisse sind nie endgültig: Sie werden veröffentlicht, überprüft, hinterfragt und weiterentwickelt. So entsteht belastbares Wissen als Grundlage für politische Entscheidungen, für Fortschritt und Innovation. Wissenschaft lebt von der Überprüfbarkeit ihrer Ergebnisse, der Nachvollziehbarkeit ihrer Methoden, von Transparenz, Verantwortung und Freiheit. Forschung schafft oft völlig neues Wissen und legt die Basis für neue Anwendungsgebiete und Wertschöpfungsfelder, in denen Produkte entstehen, welche die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes ausbauen.</p>
<p>Durch direkte Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, durch Patente und Ausgründungen sind viele Technologien und Verfahren entstanden, die heute die Grundlage unseres wirtschaftlichen Erfolgs in Deutschland bilden. Der volkswirtschaftliche Nutzen von Forschung ist messbar: Allein jeder in Hochschulstandorte investierte Euro schafft einen vielfachen ökonomischen Mehrwert. Aktuelle Beispiele für die Wertschöpfung aus der Forschung sind: Modelle für KI-optimierte Arbeitsprozesse für kleinere und mittlere Unternehmen, Design von Mikroprozessoren, funktionale Materialien für effiziente Wasserstoff- und Energietechnologien, Medikamente auf mRNA-Basis gegen Infektionen und Krebs, Sensoren für klimaintelligente Landwirtschaft, raumtemperaturfähige Quantencomputer oder KI-basierte Automatisierungssoftware für Anruf- und Prozessbearbeitung im Gesundheitsbereich. Die Beispiele ließen sich endlos fortführen.</p>
<p>Wissenschaft kennt keine nationalen Grenzen. Rund die Hälfte aller deutschen Publikationen entsteht mit internationalen Co-Autorinnen und Co-Autoren; etwa 400.000 internationale Studierende und Promovierende an unseren Hochschulen machen Deutschland zu einem der beliebtesten Studienziele weltweit. Zudem treiben rund 70.000 wissenschaftliche und künstlerische Beschäftigte mit ausländischer Staatsbürgerschaft Lehre, Forschung und Transfer an unseren Hochschulen und Forschungseinrichtungen voran. In internationalen Netzwerken entsteht wissenschaftlicher Fortschritt. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist ein wichtiger Bestandteil herausragender Forschung. Davon profitieren insbesondere die forschungsintensiven Branchen in Deutschland. Sie sind auf den globalen Austausch von Wissen, Talenten und Technologien sowie – gerade angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels – auf die Zuwanderung Studierender und hochqualifizierter Forschender angewiesen, um Innovationen hervorzubringen, internationale Märkte zu erschließen und hochwertige Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Fremdenfeindliche Tendenzen erschweren oder verhindern gar die Anwerbung internationaler Talente. Fremdenfeindlichkeit darf auch deswegen in unserem Land keinen Platz haben.</p>
<p>Wissenschaft ist unersetzlicher Bestandteil unserer Gesellschaft. Sie ermöglicht eine evidenzbasierte und deshalb belastbare demokratische Willensbildung. Zudem öffnet sie neue Lösungsräume, um Wohlstand zu erhalten. Ihre Freiheit ist grundgesetzlich verbrieft. Bildung, Forschung und Innovation sind unser größtes Kapital, Grundlage unseres Wohlstands und kultureller Errungenschaften. Deshalb dürfen wir Wissenschaftsfeindlichkeit keinen Raum geben. Wer wissenschaftliche Ergebnisse delegitimiert, Forschende diskreditiert oder Forschung politisch manipuliert, schwächt das Wissenschaftssystem, bedroht das Fundament unserer Gesellschaft und gefährdet unseren Wohlstand.</p>
<p>Die unterzeichnenden Organisationen setzen sich dafür ein,</p>
<ul> 	<li>Forschungsfragen nach wissenschaftlichen Maßstäben zu beantworten,&nbsp;</li> 	<li>wissenschaftliche Methoden und Ergebnisse zu schützen und der Diskreditierung von Forschung und Forschenden entgegenzutreten,</li> 	<li>unabhängige Begutachtungs- und Selbstverwaltungsstrukturen der Wissenschaft zu achten und zu stärken,</li> 	<li>das Vertrauen in evidenzbasierte Erkenntnisse zu fördern sowie</li> 	<li>eine offene Gesellschaft mit Willkommenskultur zu leben und zu schützen.</li> </ul>
<p>Wissenschaft und Forschung brauchen Freiheit. Eine fortschrittliche, resiliente Demokratie und eine moderne, international kompetitive Wirtschaft brauchen eine freie Forschung. Wer versucht, die Wissenschaft zu instrumentalisieren, versperrt einer freien Gesellschaft die Zukunft.</p>
<h6>Download</h6>
<p><a href="/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/%C3%9Cber_uns/Strategie-_und_Wissenschaftspolitik/Wissenschaftsfreiheit-Innovationskraft.pdf" class="download" target="_blank">Positionspapier (PDF)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>Gemeinschaft</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Tue, 01 Sep 2026 11:27:00 +0200</pubDate>
                        <title>Bauen für die DDR</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/vom-archiv-in-die-galerie</link>
                        <description>Die Berlinische Galerie präsentiert das Werk des Architekten Josef Kaiser – darunter auch selten gezeigte Entwürfe aus IRS-Sammlungen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Originale Entwurfszeichnungen des Architekten Josef Kaiser (1910–1991) aus den Wissenschaftlichen Sammlungen des IRS sind ab 28. August 2026 in der Berlinischen Galerie zu sehen. Die Ausstellung „Josef Kaiser. Bauen für die DDR“ beleuchtet erstmals umfassend das Werk des Architekten, der in der DDR bekannte Bauten wie das Kino International oder das Außenministerium entwarf. Zu sehen sind auch bislang kaum bekannte Entwürfe aus dem wertvollen Kaiser-Teilnachlass am IRS.</p>
<p>Zu den Leihgaben des IRS für die Ausstellung gehören der Entwurf für einen nicht realisierten Erweiterungsbau für das DDR-Außenministerium und Pläne für ein Varieté- und Revuetheater in Berlin, die um 1980 nach dem Abriss des alten Friedrichstadtpalastes entstanden. Sie stammen aus dem Nachlassteil von Josef Kaiser, den das IRS wissenschaftlich erschlossen hat. Dieser dokumentiert eine große Brandbreite seines Schaffens. Er umfasst unter anderem Entwürfe für bekannte Gebäude wie das Kino International, das Kino Kosmos und das Restaurant Moskau (heute: Café Moskau) in der Stalinallee (heute: Berliner Karl-Marx-Allee),&nbsp;Arbeiten für Wohnbauten sowie Pläne für das Nationaltheater in Budapest. Zum Bestand gehören auch theoretische Arbeiten Kaisers, darunter ein Artikel von 1954 zu den „Methoden des sozialistischen Realismus in der Architektur“. Der andere Teilnachlass von Josef Kaiser befindet sich in der Berlinischen Galerie.</p>
<p>Über die Ausstellung hinaus veranstaltet das IRS gemeinsam mit der Berlinischen Galerie und dem Landesdenkmalamt Berlin am 22. Januar 2027 ein Symposium unter dem Titel „Sichtbarwerden. Josef Kaiser und die Architekturen der DDR“.&nbsp;</p>
<p>„Mit unseren Leihgaben und Scans, durch Hinweise und als Kooperationspartner für das Symposium tragen wir zur Auseinandersetzung mit einem der wichtigsten Architekten der DDR und seinem Werk bei“, sagt Kai Drewes, Leiter der Wissenschaftlichen Sammlungen am IRS.</p>
<h6>Josef Kaiser und seine Architektur</h6>
<p>Josef Kaiser (1910–1991) begann seine Karriere als Architekt 1935 in Weimar. Er zählt zu den prägenden Vertretern der DDR-Architektur. Zwischen 1950 und 1970 realisierte er im Kollektiv überwiegend repräsentative öffentliche und Staatsbauten. Viele seiner Werke stehen heute unter Denkmalschutz und gelten als Ausdruck eines neuen gesellschaftlichen Aufbruchs.</p>
<h6>Die Wissenschaftlichen Sammlungen des IRS</h6>
<p>Das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner bei Berlin untersucht die Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Veränderungen und der Transformation von Räumen.&nbsp;Seine <a href="https://leibniz-irs.de/sammlungen" target="_blank" rel="noreferrer">Wissenschaftlichen Sammlungen</a> sind ein einmaliges Spezialarchiv für die jüngere ostdeutsche Bau- und Planungsgeschichte mit einem Schwerpunkt auf der DDR-Zeit sowie den Transformationsjahren ab 1990.&nbsp;Sie beherbergen unter anderem über 170 Vor- und Nachlässe vor allem von Architekt*innen und Planer*innen.</p>
<p>Über das <a href="https://stadt-raum-geschichte.de/" target="_blank" class="arrow-before-right" rel="noreferrer">IRS-Onlineportal Stadt-Raum-Geschichte</a>&nbsp;können die digital verfügbaren Bestände recherchiert werden. Der Nachlass Josef Kaisers ist bislang nur in Teilen digitalisiert. Bei Fragen zur Nutzung wenden Sie sich bitte an <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto(%27nbjmup%2Bbokb%5C%2FqjfolozAmfjcoja.jst%5C%2Fef%27);" class="arrow-before-right">Anja Pienkny</a>.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://leibniz-irs.de/aktuelles/meldungen/2026/08/bauen-fuer-die-ddr-originalzeichnungen-von-josef-kaiser-aus-dem-irs-archiv-in-der-berlinischen-galerie" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Projekte</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Mon, 31 Aug 2026 12:24:47 +0200</pubDate>
                        <title>Rauchige Fehlnote</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/eine-frage-des-geschmacks</link>
                        <description>Schokolade zeigt gelegentlich rauchige oder ledrige Noten. Schuld daran kann eine Überfermentation von Kakaobohnen während der Verarbeitung sein.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Fermentierter Kakao weist gelegentlich Fehlnoten auf, die die Qualität von Schokolade und anderen Kakaoprodukten beeinträchtigen können. Doch wodurch entstehen diese unerwünschten Aromen? Forschende des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München zeigen nun, dass eine Überfermentation von Kakaobohnen rauchige, ledrige und käseartige Fehlnoten verursachen kann. Rauchige Aromen sind demnach nicht zwangsläufig auf Rauchkontaminationen zurückzuführen.</p>
<p>Erst seit wenigen Jahren sind die Geruchsstoffe bekannt, die für viele Kakao-Fehlnoten verantwortlich sind. Wie und unter welchen Bedingungen sie entstehen, ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Um den Ursachen auf den Grund zu gehen, untersuchten Franziska Krause und Studienleiter Martin Steinhaus Kakaoproben aus verschiedenen Fermentationsstadien und Anbauländern. Ein Teil der Arbeiten fand unter realen Bedingungen auf Kakaoplantagen in Nicaragua und Costa Rica statt, wo Franziska Krause den Fermentationsprozess vor Ort begleitete.</p>
<h6>Überfermentation fördert käseartige und rauchige Fehlnoten</h6>
<p>Mithilfe moderner Geruchsstoffanalytik verglichen die Forschenden im Labor Proben von optimal fermentierten Kakaobohnen mit Proben von bewusst überfermentierten Bohnen. Dabei wiesen sie in den überfermentierten Proben erhöhte Konzentrationen kurzkettiger Carbonsäuren nach. Diese Verbindungen können käseartige, schweißartige oder nach Erbrochenem riechende Fehlnoten hervorrufen.<br> <br> Die überfermentierten Proben enthielten zudem deutlich höhere Konzentrationen der Verbindungen 2-Methoxyphenol und 4-Ethylphenol. Beide Substanzen weisen einen rauchigen Geruch auf. Während 2-Methoxyphenol eher süßlich-rauchig riecht, weist 4-Ethylphenol zusätzlich herbe, ledrige, phenolische und an Pferdestall erinnernde Noten auf.</p>
<h6>Rauchige Fehlnoten besser erkennen und vermeiden</h6>
<p>In einer früheren Studie hatte das Forschungsteam Fehlaromastoffe identifiziert und quantifiziert, die typisch für eine Holzrauchkontamination von Kakaobohnen sind. Die neuen Ergebnisse zeigen nun, dass in überfermentierten Kakaobohnen wichtige rauchartig riechende Phenole in ähnlich hohen Konzentrationen vorkommen wie in holzrauchkontaminiertem Kakao. „Unsere Ergebnisse belegen damit erstmals objektiv und auf molekularer Ebene, dass rauchige Fehlnoten nicht nur durch Rauchkontaminationen, sondern auch durch Überfermentation entstehen können“, sagt Lebensmittelchemiker Martin Steinhaus.<br> <br> Franziska Krause, die am Leibniz-Institut promoviert, ergänzt: „Eine weitere wichtige Erkenntnis unserer Studie ist, dass sich die quantitativen Spektren der geruchsaktiven Phenole in überfermentiertem und holzrauchkontaminiertem Kakao unterscheiden. Diese Unterschiede könnten künftig dabei helfen, die Ursachen rauchiger Fehlnoten zuverlässiger zu identifizieren.“<br> <br> Die Studie liefert jedoch nicht nur neue Erkenntnisse zu den Ursachen von Fehlnoten, sondern auch einen praxisnahen Ansatz für die Prozesskontrolle: An beiden Untersuchungsstandorten nahm der pH-Wert des Kakaobohnenfruchtfleisches in der Fermentationsmasse deutlich zu, sobald die optimale Fermentationsdauer erreicht war. Eine einfache Messung mit Teststreifen könnte daher die üblichen Temperatur-, Farb- und Geruchskontrollen ergänzen und so helfen, den Beginn einer Überfermentation frühzeitig zu erkennen und die Entstehung von Fehlnoten zu vermeiden.<br> <br> Trotz unterschiedlicher klimatischer Bedingungen, Kakaosorten und Fermentationsverfahren zeigten die Proben aus Nicaragua und Costa Rica vergleichbare Ergebnisse. Die Studie liefert damit wichtige Hinweise für die Herstellung hochwertigen Kakaos und die Sicherung der sensorischen Qualität von Kakaoprodukten. Künftige Arbeiten sollen nun klären, welche Mikroorganismen an der Bildung der identifizierten Verbindungen beteiligt sind und ab welchen Konzentrationen diese von Konsumentinnen und Konsumenten tatsächlich als Fehlnoten wahrgenommen werden.</p>
<h6>Publikation</h6>
<p>Franziska Krause, Martin Steinhaus; Off-Flavor Compounds in Fermented Cocoa: Impact of Overfermentation. J. Agric. Food Chem. 29 July 2026; 74 (29): 23069–23080.<br> <a href="https://doi.org/10.1021/acs.jafc.6c05685" target="_new" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1021/acs.jafc.6c05685</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.leibniz-lsb.de/presse-oeffentlichkeit/pm-20260831-pressemitteilung-rauchige-fehlnoten-im-kakao#c5307" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München (LSB) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Mon, 31 Aug 2026 09:49:52 +0200</pubDate>
                        <title>Moralisch verwerflich?</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/moralische-grenzen</link>
                        <description>Geschäfte wie Leihmutterschaft oder Organhandel sind umstritten. Eine neue Studie zeigt: Ablehnung setzt ein, wenn schwere Folgen auf eine fehlende Wahlmöglichkeit treffen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p class="Paragraph SCXW162475985 BCX2">Die Causa Jens Spahn hat die Debatte über kommerzielle Leihmutterschaften neu entfacht. Wie der Organhandel ist auch die Leihmutterschaft moralisch hoch umstritten. Viele lehnen solche Geschäfte ab – selbst wenn alle Beteiligten davon profitieren. Doch warum? Die WZB-Forscherinnen Dorothea Kübler und Hande Erkut untersuchten in zwei Studien, was eine Transaktion moralisch inakzeptabel macht. Und ob wir anders urteilen, wenn wir selbst beteiligt sind.&nbsp;</p>
<h6 class="Paragraph SCXW162475985 BCX2"><strong>Wann wir „Nein“ sagen&nbsp;</strong>&nbsp;</h6>
<p class="Paragraph SCXW162475985 BCX2">Zwei Faktoren entscheiden über die moralische Ablehnung: Erstens die Schwere der Folgen für die schwächere Partei (etwa Gesundheitsrisiken beim Nierenverkauf). Zweitens die echte Wahlmöglichkeit: Kann die Person die Transaktion ablehnen oder zwingen sie Armut und Not dazu?&nbsp;</p>
<p class="Paragraph SCXW162475985 BCX2">Um diese Faktoren zu trennen, entwickelten die Forscherinnen ein Laborexperiment. Allen Teilnehmenden wurde mitgeteilt, dass sie am Ende des Experiments für 10 Minuten einen unangenehm hohen und lauten Ton über ihren Kopfhörer anhören müssen. Eine Person konnte nun aber einer anderen Geld anbieten, damit diese ihre 10 Minuten übernimmt, also 20 Minuten lang den Ton anhört. Zur Kontrolle wurde das Experiment auch mit 10 Minuten Wartezeit (ohne unangenehmen Ton) durchgeführt. Zudem wurde variiert, ob die Person das angebotene Geld annahm, weil sie es wollte, oder ob sie faktisch keine Wahl hatte.&nbsp;</p>
<p class="Paragraph SCXW162475985 BCX2">Die Ergebnisse zeigen: Erst die Kombination aus schweren Folgen (dem unangenehmen Ton) und fehlender Wahlmöglichkeit führt zu moralischer Ablehnung. Keiner der beiden Faktoren allein reichte aus, damit die meisten Menschen eine Transaktion ablehnten.&nbsp;&nbsp;</p>
<p class="Paragraph SCXW162475985 BCX2">Danach übertrugen die Forscherinnen ihre Analyse auf reale Märkte. Teilnehmende aus Deutschland bewerteten den Nierenverkauf und die kommerzielle Leihmutterschaft. Die Ergebnisse beim Nierenverkauf bestätigten die Labordaten. In der Befragung unterschieden die Teilnehmenden klar zwischen den beiden kontroversen Märkten: Während Nierenverkäufe im Allgemeinen als ethisch inakzeptabel angesehen wurden, wurde kommerzielle Leihmutterschaft im Durchschnitt als ethisch akzeptabel bewertet.&nbsp;&nbsp;</p>
<p class="Paragraph SCXW162475985 BCX2">Die Teilnehmenden glaubten zudem, dass andere Menschen die beiden kontroversen Märkte negativer beurteilen würden als sie selbst. Die meisten unterschätzten also, wie tolerant andere gegenüber solchen kontroversen Märkten tatsächlich sind.&nbsp;</p>
<h6 class="Paragraph SCXW162475985 BCX2"><strong>Die Perspektive zählt&nbsp;</strong>&nbsp;</h6>
<p class="Paragraph SCXW162475985 BCX2">In einer zweiten Studie prüften Erkut und Kübler, ob die eigene Rolle das moralische Urteil verändert. Mit demselben experimentellen Aufbau verglichen sie die Sichtweisen von neutralen Beobachtern, den Anbietern (der privilegierten Seite) und den Empfängern (der verletzlichen Seite).&nbsp;</p>
<p class="Paragraph SCXW162475985 BCX2">Das Ergebnis: Beobachter urteilen ähnlich wie die schwächere Partei. Wer hingegen das Angebot macht, ist deutlich aufgeschlossener gegenüber dem Geschäft. Nur wenn die schwächere Partei ein echtes Recht hat, „Nein“ zu sagen, schwindet der moralische Widerstand in allen drei Gruppen.&nbsp;</p>
<h6 class="Paragraph SCXW162475985 BCX2"><strong>Die Logik hinter der Moral&nbsp;</strong>&nbsp;</h6>
<p class="Paragraph SCXW162475985 BCX2">Moralische Ablehnung ist keine bloße Bauchreaktion. Sie setzt ein, wenn schwere Folgen auf eine fehlende Wahlmöglichkeit treffen. Für die Politik bedeutet das: Wenn man sicherstellt, dass Schwächere wirklich „Nein“ sagen können, nimmt die Ablehnung von kontroversen Märkten ab.</p>
<h6 class="Paragraph SCXW162475985 BCX2">Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p class="Paragraph SCXW162475985 BCX2"><a href="https://www.wzb.eu/de/news/moralisch-verwerfliche-geschaefte" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 28 Aug 2026 15:52:00 +0200</pubDate>
                        <title>Erfahrung schlägt Können</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/erfahrung-schlaegt-koennen</link>
                        <description>Wann Steinadler das elterliche Revier verlassen, entscheidet nicht ihr Fluggeschick. Ausschlaggebend sind&amp;nbsp;Motivation, Konkurrenz, Nahrungsangebot und Wetter.&amp;nbsp;</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Junge Steinadler in den Alpen lernen in den ersten Monaten ihres Lebens, wie man zwischen den Bergen navigiert und Thermiken für das Aufsteigen in große Höhen nutzt – eine essenzielle Fähigkeit für ihr Überleben. Wie schnell sie diese Fähigkeit erlangen oder wie geschickt sie sich dabei anstellen, beeinflusst jedoch nicht den Zeitpunkt, an dem sie endgültig das elterliche Revier verlassen. Eine neue Studie an 92 mit GPS-Sendern ausgestatteten Jungadlern zeigt, dass es die Länge und Flughöhe alltäglicher Ausflüge und nicht das Geschick beim Meistern der Thermik ist, die ihre Entscheidung für ein unabhängiges Leben maßgeblich beeinflusst. Der Fachartikel ist in der Zeitschrift „Royal Society Open Science“ erschienen.</p>
<p>Wenn ein junger Steinadler (<em>Aquila chrysaetos</em>) endgültig das Revier seiner Eltern verlässt, lässt er das einzige Sicherheitsnetz zurück, das er je gekannt hat. Biologinnen und Biologen gingen bislang davon aus, dass Adler diesen Schritt wagen, sobald sie gut genug fliegen können, um ohne Hilfe zu überleben. Eine neue Studie, in der 92 junge Steinadler in den Alpen über sechs Jahre hinweg mittels GPS-Sendern verfolgt wurden, zeigt jedoch, dass das Geschick beim Fliegen fast nichts damit zu tun hat. Bereits wenige Monate nachdem junge Adler flügge werden, können sie ebenso geschickt fliegen – schnell aufsteigen, enge Radien beim Kreisen in der Thermik fliegen, wechselnde Winde nutzen – wie erwachsene Adler. Dennoch verweilen viele danach noch fast ein ganzes Jahr lang im Revier ihrer Eltern. „Steinadler scheinen schon lange gut fliegen zu können, bevor sie das Territorium der Eltern verlassen“, sagt Dr. Hester Brønnvik, Erstautorin der Studie. Sie führte diese Forschungsabteiten am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie durch und ist jetzt Wissenschaftlerin in der Abteilung für Evolutionäre Ökologie am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. „In der Lage zu sein, auf eigene Faust zu überleben, und diesen Schritt tatsächlich zu wagen, sind offenkundig zwei unterschiedliche Dinge.“</p>
<p>Die Studie wurde vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie und der Universität Konstanz in Zusammenarbeit mit der Schweizerische Vogelwarte Sempach, der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (Schweiz), der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle der Universität Wien (Österreich) und dem Centro Italiano Studi Ornitologici (Italien) durchgeführt.</p>
<h6><strong>Rekonstruktion der Flugfähigkeiten der Adler mit hochauflösenden GPS-Daten</strong></h6>
<p>Das Team stattete zwischen 2019 und 2024 Steinadler-Jungvögel in den Alpen mit GPS-Sendern aus und verfolgte die Bewegungen jedes Vogels ab einem Alter von etwa 50 Tagen – also kurz vor dem Verlassen des Nestes – während seiner ersten Streifzüge außerhalb des Reviers seiner Eltern und in den meisten Fällen bis zu dem Tag, an dem er schließlich abwanderte. Die meisten Adler unternahmen ihre erste Reise außerhalb des elterlichen Reviers innerhalb von etwa drei Monaten nach der Besenderung und legten dabei bis zu 77 Kilometer zurück, teilweise in mehrtägigen Exkursionen. Studien aus anderen Regionen deuteten darauf hin, dass Steinadler in genau diesem Alter ihre volle Flugfähigkeit als Erwachsene erreichen. Eine Abwanderung folgte jedoch nicht; viele Vögel verließen ihre Eltern erst fast ein Jahr nach der Besenderung und oft erst, nachdem der Winter vorbei war. „Diese jungen Adler waren eindeutig in der Lage, außerhalb des Reviers ihrer Eltern zu überleben, lange bevor sie es tatsächlich verließen“, sagt Brønnvik. „Sie unternahmen bereits Flüge über Dutzende von Kilometern und blieben tagelang weg. Sie kamen einfach immer wieder zurück.“</p>
<p>Für die Analyse der Flugfähigkeiten übermittelten die Sender kurze GPS-Datenpakete mit einer Auflösung von einem Standort pro Sekunde. So konnten die Forschenden genau rekonstruieren, wie jeder Adler segelte: wie eng er in thermischen Aufwinden kreiste, wie schnell er an Höhe gewann und wie gut er mit Wind zurechtkam. Das Team wollte wissen, ob die Vögel, die das Fliegen in der Thermik am schnellsten beherrschten, auch diejenigen waren, die ihr Zuhause am frühesten verließen. „Diese Fähigkeiten erwiesen sich als notwendig, waren aber bei weitem nicht ausreichend“, sagt Dr. Elham Nourani vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie und der Universität Konstanz, eine der leitenden Autorinnen der Studie. „Die Entscheidung, das Elternhaus zu verlassen, hängt von viel mehr ab als nur davon, ob man das nötige Geschick für Flug und Jagd hat.“ Keine der detaillierten Messgrößen für die das Fluggeschick der Adler ließ vorhersagen, wann Adler ihre ersten langen Reisen weg von ihrem Heimatgebiet unternahmen oder wann sie dieses endgültig verließen.</p>
<p>Was beides vorhersagte, war ein anderer Faktor: wie weit sich Adler bei ihren alltäglichen Ausflügen vom Revier entfernten und wie hoch sie in den Himmel stiegen. Jungadler, die größere Entfernungen zurücklegten und größere Höhen erreichten, unternahmen mit weitaus höherer Wahrscheinlichkeit bald darauf Erkundungsflüge und waren Monate später diejenigen, die schließlich abwanderten. „Diese täglichen Bewegungen erfassen etwas, was die Gleitflugfähigkeiten allein nicht erfassen können“, sagt Nourani, die jetzt Assistenzprofessorin am Fachbereich Ökologie und Evolution der Universität Lausanne ist. „Sie spiegeln Motivation, Konkurrenz, Nahrungsangebot und Wetter gleichzeitig wider, und die Erfahrung mit diesen Faktoren ist es offenbar, die tatsächlich die Entscheidung zum Aufbruch bestimmt.“</p>
<h6><strong>Warum junge Steinadler das Verlassen des elterlichen Reviers hinauszögern könnten</strong></h6>
<p>Die vom Team untersuchte Alpenpopulation der Steinadler ist ungewöhnlich: Sie ist gesättigt, was bedeutet, dass fast jedes geeignete Revier bereits besetzt ist und es nur wenige freie Reviere gibt, die junge Adler nutzen könnten. Die Autorinnen und Autoren vermuten, dass dies erklären könnte, warum so viele junge Adler ihren Auszug hinauszögern, selbst wenn sie bereits voll flugfähig sind: Sie nutzen das Revier ihrer Eltern so lange wie möglich, anstatt sich in eine kompetitive, überfüllte Landschaft zu begeben, in der es keine Garantie dafür gibt, einen eigenen Platz zu finden.</p>
<p>Diese Entkopplung von Fertigkeiten und Unabhängigkeit könnte möglicherweise nicht nur bei Adlern zu beobachten sein. Ähnliche Muster wurden bei Geradschnabelkrähen (<em>Corvus moneduloides</em>) beschrieben, die bis zu einem Jahr benötigen, um den Umgang mit Werkzeugen zu lernen, aber erst ein weiteres Jahr danach ihr Elternhaus verlassen. „Unabhängigkeit bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Tier sein Zuhause verlässt, sobald es in der Lage ist, auf eigene Faust zu überleben. Für einen jungen Adler kann das elterliche Revier noch Monate, nachdem er das Fliegen beherrscht, der sicherste Ort bleiben“, sagt Dr. Kamran Safi vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie und der Universität Konstanz, einer der leitenden Autoren der Studie. „Dort zu bleiben, solange die Eltern dies noch dulden, kann ihm Zeit für kleine, aber bedeutende Verbesserungen seiner Fähigkeiten und Erfahrungen verschaffen, bevor er sich in eine Landschaft begibt, in der der Platz knapp und die Risiken hoch sind. Dies könnte letztendlich die Chancen erhöhen, Konkurrenten zu überleben und lange genug am Leben zu bleiben, bis es an der Zeit ist, einen Revierinhaber herauszufordern, um dessen Revier zu übernehmen – was nicht selten bis zum Tod verteidigt wird. Der Erwerb von Fähigkeiten könnte bei vielen Tieren, vielleicht sogar bei uns Menschen, einfach der falsche Maßstab sein, um Unabhängigkeit vorherzusagen.“</p>
<p>Diese Studie beleuchtet die Entscheidungsfindung von Tieren. Ob beispielsweise Nahrung verfügbar ist und ob ein Individuum erfolgreich um diese konkurrieren kann, kann zusammenwirken und die Übergänge zwischen Lebensphasen beeinflussen. Am Leibniz-IZW ist Brønnvik seit einigen Monaten Teil des Forschungsteams der <a href="https://gaia-initiative.org/" target="_blank" rel="noreferrer">GAIA-Initiative</a> und wird weiter daran forschen, wie Tiere als Reaktion auf ihre dynamischen Lebensräume Entscheidungen bei der Nahrungssuche, der innerartlichen Interaktion und bei der Aufzucht des Nachwuchses treffen. Ihr Fokus verlagert sich von Steinadlern, die zwar verfolgt wurden, deren Bestände sich jedoch wieder erholt haben, auf afrikanische Geierarten, die nach wie vor großer Gefährdung ausgesetzt sind. Sie untersucht, wie Umweltbedingungen die Verbreitung von Geiern, die von ihnen erbrachten Ökosystemleistungen und die Risiken, denen sie ausgesetzt sind, beeinflussen. Das Projekt „GAIA-MISSION“ innerhalb der GAIA-Initiative wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Die Vision des Projekts ist es, eine technologische Schnittstelle zwischen den Sinnesleistungen und dem Wissen von Tieren zu uns Menschen zu schaffen, um in der Forschung und im Artenschutz konkrete Fortschritte zu erzielen.</p>
<p>Die Studie und die Erstellung des Fachartikels wurden maßgeblich von Förderprogrammen unterstützt: Elham Nourani wurde durch das PRIME-Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Hester Brønnvik wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die Forschungsarbeit wurde teilweise von der DFG im Rahmen der deutschen Exzellenzstrategie sowie vom Schweizerischen Nationalfonds gefördert.</p>
<h6>Publikation</h6>
<p>Brønnvik H, Scacco M, Chimento M, Bassi E, Fiedler W, Hatz JS, Sumasgutner P, Tschumi M, Wikelski M, Zimmermann S, Safi K, Nourani E (2026): Decoupling of emigration timing and skill acquisition in a saturated population of golden eagles. R. Soc. Open Sci. (2026) 13 (8): rsos251574. DOI: <a href="https://doi.org/10.1098/rsos.251574" target="_blank" rel="noreferrer">10.1098/rsos.251574</a></p>
<h6><strong>Weitere Informationen und Kontakt</strong></h6>
<p><a href="https://www.izw-berlin.de/de/pressemitteilung/erfahrung-nicht-geschick-beim-fliegen-bestimmt-wann-junge-steinadler-das-elterliche-revier-verlassen.html" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7605</guid>
                        <pubDate>Fri, 28 Aug 2026 13:09:32 +0200</pubDate>
                        <title>Krisenfeste Ideale?</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/krisenfeste-ideale</link>
                        <description>Neue Umfrageexperimente untersuchen, wie stabil die Unterstützung für demokratische Rechte und Verfahren in Krisenzeiten tatsächlich ist.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Demokratie genießt in Umfragen breite Zustimmung. Doch wie stabil ist die Unterstützung für demokratische Rechte und Verfahren in Krisenzeiten tatsächlich? Neue vergleichende Umfrageexperimente in sechs Ländern zeigen: In Ausnahmesituationen sind Bürger*innen persönliche Freiheiten und alternative Entscheidungsverfahren wichtiger als demokratische Prinzipien.&nbsp;&nbsp;</p>
<p>Die Corona-Pandemie war für die Forschenden <a href="https://wzb.eu/de/personen/christian-rauh" target="_blank" rel="noreferrer">Christian Rauh</a>, <a href="https://wzb.eu/de/personen/heiko-giebler" target="_blank" rel="noreferrer">Heiko Giebler</a>, <a href="https://wzb.eu/de/personen/jan-paul-heisig" target="_blank" rel="noreferrer">Jan Paul Heisig</a>, <a href="https://wzb.eu/de/personen/johannes-gerschewski" target="_blank" rel="noreferrer">Johannes Gerschewski</a> und <a href="https://wzb.eu/de/personen/jianghong-li" target="_blank" rel="noreferrer">Jianghong Li</a> Anlass, die Unterstützung für die Demokratie in verschiedenen Ländern zu untersuchen. Gerade in der Krise zeigt sich, wie stark die Bürger*innen bereit sind, für demokratische Prinzipen einzutreten. Auch wenn die Demokratie vielen Menschen als die schützenswerteste Staatsform gilt, fragten sich die Autoren*innen, ob diese grundsätzliche Zustimmung auch dann trägt, wenn demokratische Prinzipien mit individuellen Interessen oder anderen Entscheidungslogiken kollidieren –&nbsp;wie etwa in einer Pandemie, beim Klimawandel oder bei anderen gesellschaftlichen Krisen. Wie belastbar sind demokratische Überzeugungen wirklich, wenn Bürger*innen sie gegen andere Freiheiten oder Entscheidungsverfahren abwägen müssen? &nbsp;</p>
<h6><strong>Umfragen in Deutschland, Japan, Polen, Spanien, Südkorea und Ungarn&nbsp;</strong>&nbsp;</h6>
<p>Um das herauszufinden, wurden 9.000 wahlberechtigte Personen in Deutschland, Japan, Polen, Spanien, Südkorea und Ungarn im November 2021 befragt. In zwei innovativen Umfrageexperimenten sollten sie zwischen unterschiedlichen Maßnahmenpaketen und Entscheidungsverfahren wählen. Dabei zeigte sich: Politische Maßnahmen, die demokratische Rechte einschränken – verschobene Wahlen, Demonstrationsverbote, staatliche Kontrolle über die Medien –, beeinträchtigen die Unterstützung der Bürger*innen für Pandemie-Maßnahmenpakete kaum. Maßnahmen, die in das Privatleben der Befragten eingreifen, werden dagegen eindeutig abgelehnt. Bei den Entscheidungsprozessen steht die Beratung durch Experten mit großem Abstand an erster Stelle, während parlamentarische Abstimmungen und parteiübergreifender Konsens den letzten Platz einnehmen – ganz gleich, ob die Menschen im Zusammenhang mit Covid-19, dem Klimawandel oder „gesellschaftlichen Herausforderungen“ im Allgemeinen befragt werden.&nbsp;</p>
<h6><strong>Anlass zur Sorge&nbsp;</strong></h6>
<p>Die Ergebnisse dieser am WZB abteilungsübergreifend entstandenen Untersuchung geben Anlass zur Sorge: Der begrenzte Rückhalt für zentrale demokratische Rechte und Entscheidungsverfahren gerade in Krisenzeiten kann dazu führen, dass demokratische Rechenschaftspflichten der Regierung langsam ausgehöhlt werden, nicht demokratisch legitimierte Akteure an Einfluss gewinnen und Gelegenheiten für eine dauerhafte Schwächung demokratischer Mechanismen entstehen. Deutlich wird, dass man sich nicht auf der allgemeinen Zustimmung zu abstrakten Idealen der Demokratie in Bevölkerungsumfragen ausruhen sollte. Es ist vielmehr wichtig, die Sichtweisen der Bürger*innen auf die komplexen, mehrdimensionalen Zielkonflikte in der demokratischen Regierungsführung unserer Gesellschaften zu verstehen.&nbsp;</p>
<h6>Studie</h6>
<p><a href="https://www.cambridge.org/core/journals/european-journal-of-political-research/article/democratic-ideal-under-stress-citizen-commitment-to-democratic-rights-and-procedures-in-challenging-times/3D773CC734D6CC4DB180922E20ABFD53" target="_blank" rel="noreferrer">European Journal of Political Research</a> (open access): Rauh, C./Giebler, H./Heisig, J. P./Gerschewski, J./Li, J.: The democratic ideal under stress: Citizen commitment to democratic rights and procedures in challenging times. In: European Journal of Political Research, 2026. DOI: 10.1017/S1475676526101613.</p>
<h6><strong>Weitere Informationen und Kontakt</strong></h6>
<p><strong><a href="https://bibliothek.wzb.eu/artikel/2024/f-26064.pdf" target="_blank" class="download" rel="noreferrer">Detaillierte Zusammenfassung in den WZB-Mitteilungen </a></strong></p>
<p><a href="https://www.wzb.eu/de/news/system-unter-druck" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB)</a></p>

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                                <category>News</category>
                            
                                <category>Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                    <item>
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                        <pubDate>Wed, 26 Aug 2026 18:22:00 +0200</pubDate>
                        <title>Ökologische Brücken</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/oekologische-bruecken</link>
                        <description>Viele Nutztier-Resistenzgene finden sich auch in Bauernhofsmäusen wieder. Damit könnten Wildtiere eine ungeahnte Rolle bei der Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen spielen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Antibiotikaresistenzen bei Menschen und Nutztieren sind eine große gesundheitliche Herausforderung. Eine neue Studie in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ legt offen, dass dieses Problem nicht an Krankenhaustüren oder Bauernhoftoren endet – vielmehr lassen sich Antibiotika-Resistenzgene (ARG) auch in Wildtieren nachweisen. Ein Team unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Max Delbrück Centers konnte zeigen, dass wilde Mäuse auf Bauernhöfen circa 50 Prozent der ARG von Rindern, Schweinen oder Geflügel in sich tragen und dass unter anderem die Intensität der Tierhaltung maßgeblich bestimmt, welche und wie viele Resistenzgene in das Mikrobiom der Mäuse übertragen werden.</p>
<p>Für die Studie analysierten die Forschenden die Genome von Darm-Mikroorganismen aus einer großen Population von 875 wildlebenden Hausmäusen (<em>Mus musculus</em>) von Bauernhöfen in Deutschland. Dabei suchten sie nach Genen, die für Resistenzen gegen gängige Antibiotika verantwortlich sind und korrelierten das Vorkommen dieser ARG in den Mäusen mit einer Reihe von Umwelt- und Wirtsvariablen wie der Nutzung der Anbauflächen, der Nutztierdichte für Rinder, Schweine und Geflügel, dem Geschlecht und Körperzustand der Mäuse sowie mit klimatischen Variablen. Diese statistischen Auswertungen sollen erklären, welchen Einfluss diese Faktoren darauf haben, welche und wie viele ARG im Darm-Mikrobiom der Mäuse vorkommen. In einem zweiten Schritt verglichen die Resistenzprofile im Genom der Mäuse mit Resistenzgenen im Dung bzw. Mist von Nutztieren, deren Genominformationen aus anderen Projekten öffentlich zugänglich sind.</p>
<h6><strong>Die Hälfte der Resistenzgene der Nutztiere findet sich in Mäusen wieder</strong></h6>
<p>Frühere Studien wiesen nach, dass Gewässer in Städten und im Agrarland stark mit antibiotika-resistenten Bakterien belastet sind. Es war also für die Forschenden zu erwarten, dass sich in unmittelbarer Nähe zu größeren viehwirtschaftlichen Betrieben auch in Wildtieren Antibiotikaresistenzen nachweisen lassen würden. „Wir hatten jedoch keine Vorstellung davon, welche Ausmaße dieser Transfer von Resistenz in die Wildtiere haben könnte“, sagt Dr. Víctor Hugo Jarquín-Díaz vom Max Delbrück Center. „Wir haben eine gewisse Überschneidung erwartet, aber dass rund 50 Prozent der Resistenzgene aus den Kühen, Schweinen und Hühnern auch in unseren wildlebenden Mäusen wiederzufinden war, hat uns überrascht.“ Dies zeige, dass es viele ökologische Brücken zwischen den Menschen, den Nutztieren und den Wildtieren gibt und dass räumliche Nähe immer auch funktionale, ökologische Verflechtung bedeuten kann – und im Falle der antibiotikaresistenten Bakterien auch tut.</p>
<p>Darüber hinaus stellten die Forschenden fest, dass Umweltvariablen und die Intensität der Tierhaltung einen größeren Einfluss auf das spezifische Resistenzprofil im Darm-Mikrobiom einer wilden Bauernhofmaus haben als die Merkmale der Maus selbst. Wie Flächen in direkter Nähe zum Hof genutzt werden und welcher direkte und indirekte Kontakt zu Nutztieren sich dadurch ergibt, erklärt dreimal so gut, welche ARG in der Maus nachweisbar sind, als welches Geschlecht die Maus hat oder wie gesund sie ist. „Unsere statistischen Modelle zeigten auf, dass sich einzelne Faktoren sehr stark auf das Vorhandensein von einzelnen Resistenzgenen auswirken“, sagt Prof. Emanuel Heitlinger, der diese Studien an der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Leibniz-IZW durchführte und jetzt Wissenschaftler am Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (LUA) ist. „So steht die Besatzdichte von Schweinen in starkem Zusammenhang mit Resistenzgenen, die mit von Tierärzten und Viehzüchtern häufig eingesetzten Breitbandantibiotika im Zusammenhang stehen, wie beispielweise Sulfonamide, Tetracyclin oder Beta-Laktame.“ Es gebe also direkte, nachweisbare Auswirkungen von intensiver Nutztierhaltung auf spezifische Antibiotikaresistenzen in Wildtieren.</p>
<h6><strong>Antibiotikaresistenzen müssen ganzheitlicher analysiert, verstanden und bekämpft werden</strong></h6>
<p>Ökologische Konzepte sind bislang zu wenig in die Mikrobiomforschung eingebunden, so das Autorenteam. Die Studie zeige auf, dass es hochrelevante Zusammenhänge zwischen Wirten, Mikrobiomen, Resistenzgenen und räumlichen Umweltfaktoren gebe. „Wir konnten hier Pfade von Resistenzen über die Grenzen zwischen medizinischen oder agrarwirtschaftlichen Systemen hinweg in die Umwelt identifizieren“, sagt Prof. Stephanie Kramer-Schadt, Abteilungsleiterin am Leibniz-IZW und Professorin an der Technischen Universität Berlin. „Antibiotikaresistenz ist kein isoliertes, medizinisches Problem, sondern ein systemisches ökologisches Phänomen. Unsere Forschungen sind der erste Ansatz einer klaren ‚Landkarte‘ dafür, wie von Menschen stark genutzte und geprägte Ökosysteme die Entwicklung von Mikroorganismen in der Umwelt beeinflussen.“ Das Monitoring von Resistenzen müsse sich daher ausweiten und von der Fixierung auf klinische oder Nutztier-Kontexte lösen, so das Team. Wildtiere und natürliche Ökosysteme könnten eine große Unbekannte in dieser Gleichung sein und ungeahnte Reservoire für Antibiotikaresistenzen darstellen.</p>
<h6>Publikation</h6>
<p><em>Gicquel M, Planillo A, Heitlinger E, Forslund-Startceva SK, Kramer-Schadt S, Ferreira SCM, Jarquín-Díaz V (2026): Farming practices exert selection pressures on the resistome of natural populations of house mice. Nat Commun 17, 7848 (2026). DOI: </em><a href="https://doi.org/10.1038/s41467-026-76403-9" target="_blank" rel="noreferrer">10.1038/s41467-026-76403-9</a></p>
<h6><strong>Weitere Informationen und Kontakt</strong></h6>
<p><a href="https://www.izw-berlin.de/de/pressemitteilung/studie-an-bauernhofmaeusen-zeigt-antibiotikaresistenzen-sind-auch-ein-oekologisches-problem-nicht-nur-ein-medizinisches.html" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7595</guid>
                        <pubDate>Wed, 26 Aug 2026 14:27:00 +0200</pubDate>
                        <title>Leibniz baut KI-Infrastruktur aus</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/149-millionen-euro-fuer-ki-infrastrukturen</link>
                        <description>Hochleistungsrechner für moderne Forschung: Das BMFTR fördert den Aufbau von KI-Infrastrukturen an drei Leibniz-Standorten mit rund 14,9 Millionen Euro.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms (engl. Global Minds Initiative Germany) drei Vorhaben der Leibniz-Gemeinschaft zum Aufbau einer nachhaltig angelegten, leistungsfähigen Forschungsinfrastruktur für die Entwicklung und Anwendung moderner Methoden der Künstlichen Intelligenz mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 14,9 Millionen Euro. Die Vorhaben in den Lebenswissenschaften, der Gesundheits- und Präventionsforschung sowie den Materialwissenschaften und der Verfahrenstechnik sind strategisch aufeinander abgestimmt und eng mit der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) verknüpft.</p>
<p>Damit baut die Leibniz-Gemeinschaft ihre Forschungsinfrastrukturen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) gezielt aus. Mit der Förderung entstehen an mehreren Standorten leistungsfähige, auf Dauer angelegte Infrastrukturen, die datenintensive und interdisziplinäre Forschung mit modernen KI-Methoden ermöglichen. Zugleich tragen sie unmittelbar dazu bei, internationale Spitzenforschende zu gewinnen.</p>
<p>Strategisch zielt die Initiative darauf, die größtmögliche Wirkung für die Leibniz-Gemeinschaft zu entfalten, indem mehrere Standorte auf ein gemeinsames Ziel einzahlen: den Ausbau wissenschaftlicher KI-Infrastrukturen. Damit greift sie ein zentrales Anliegen der HTAD auf. Die drei geförderten Vorhaben stärken KI als Querschnittstechnologie in Forschungsfeldern mit hoher wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz und leisten zugleich einen Beitrag zur nachhaltigen Verfügbarkeit und Nutzung von Forschungsdaten.</p>
<p>Dazu erklärt die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär: „Mit der direkten Förderung der außeruniversitären Forschungseinrichtungen als flankierende Maßnahme des 1.000-Köpfe-Plus-Programms investieren wir in unsere wissenschaftliche Infrastruktur. Damit stärken wir die deutsche Position in der internationalen Spitzenforschung und im Wettbewerb um die besten Köpfe der Wissenschaft. Genau diese brauchen wir für das Gelingen der Hightech Agenda Deutschland, um Wirtschaft und Wohlstand in Deutschland zu stärken. Ich danke der Leibniz-Gemeinschaft für ihr großes Engagement im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms.“</p>
<p>„Wer moderne KI in der Forschung entwickeln und anwenden will, braucht leistungsfähige und verlässliche Infrastrukturen“, sagt der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Christoph M. Schmidt. „Mit den geförderten Vorhaben schaffen wir nachhaltige Rechenkapazitäten, die es ermöglichen, verteilte Forschungsdaten zu erschließen und zu verknüpfen. Zugleich stärken sie Kooperationen und tragen dazu bei, die Leibniz-Gemeinschaft im internationalen Wettbewerb sichtbar weiter voranzubringen.“</p>
<p>Das Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle (Saale) koordiniert gemeinsam mit weiteren Leibniz-Einrichtungen den Aufbau einer KI-Infrastruktur für die Hightech-Phänotypisierung in den Lebenswissenschaften. Das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften - ISAS in Dortmund entwickelt gemeinsam mit Partnerinstitutionen eine neue GPU-Recheninfrastruktur, also Hochleistungsrechner mit spezialisierten Grafikprozessoren für KI-Anwendungen, für die Gesundheits- und Präventionsforschung. Das Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik in Berlin baut gemeinsam mit weiteren Leibniz-Einrichtungen eine KI-Infrastruktur für materialwissenschaftliche und verfahrenstechnische Forschung auf. Alle drei Vorhaben sind jeweils in größere institutsübergreifende Verbünde eingebettet.</p>
<p>Ergänzend dazu unterstützt ein übergreifendes Vernetzungsvorhaben die Zusammenarbeit und den Austausch der drei Konsortien zu Betreibermodellen, Zugangsregelungen, IT-Sicherheit, Datenschutz und digitaler Souveränität. Schloss Dagstuhl – Leibniz-Zentrum für Informatik stellt hierfür eine Plattform für die fachliche und organisatorische Vernetzung bereit.</p>
<p>Die drei Initiativen stärken die KI-Kompetenzen der Leibniz-Gemeinschaft standortübergreifend und schaffen neue Voraussetzungen für Kooperation, Datennutzung und Transfer. Sie sind zugleich mit laufenden Verfahren zur Gewinnung international sichtbarer Spitzenforschender verbunden.</p>
<h6>Weitere Informationen zu den drei geförderten Vorhaben</h6>
<ul> 	<li class="Bulletpoints">Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie: <a href="https://www.ipb-halle.de/artikel/ki-infrastruktur-lebenswissenschaften-hightech-phaenotypisierung" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.ipb-halle.de/artikel/ki-infrastruktur-lebenswissenschaften-hightech-phaenotypisierung</a></li> 	<li class="Bulletpoints">Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften ‑ ISAS: <a href="https://www.isas.de/kompakt/ki-agent-biomedizin" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.isas.de/kompakt/ki-agent-biomedizin</a></li> 	<li class="Bulletpoints">Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik:&nbsp;<a href="https://www.fv-berlin.de/infos-fuer/medien-und-oeffentlichkeit/news/ki-forschung-in-der-leibniz-gemeinschaft-das-weierstrass-institut-erhaelt-knapp-5-mio-eur-zusaetzliche-bundesmittel-fuer-den-aufbau-einer-ki-recheninfrastruktur" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.fv-berlin.de/infos-fuer/medien-und-oeffentlichkeit/news/ki-forschung-in-der-leibniz-gemeinschaft-das-weierstrass-institut-erhaelt-knapp-5-mio-eur-zusaetzliche-bundesmittel-fuer-den-aufbau-einer-ki-recheninfrastruktur </a></li> </ul>
<h6 class="Bulletpoints">Kontakt</h6>
<p>Christoph Herbort-von Loeper<br> T 030 206049 471<br> M 0174 3108174<br> <a href="file://Mac/Home/Desktop/01_Kunden/Leibniz_Gemeinschaft/07_Word/herbort@leibniz-gemeinschaft.de" target="_blank" rel="noreferrer">herbort@leibniz-gemeinschaft.de</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften - ISAS - e. V.</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie</category>
                            
                                <category>Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7598</guid>
                        <pubDate>Mon, 24 Aug 2026 12:34:43 +0200</pubDate>
                        <title>Eruption im Labor</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/sterneruptionen-im-labor</link>
                        <description>Koronale Massenauswürfe treten bei der Sonne regelmäßig auf, werden aber sehr selten bei anderen Sternen beobachtet. Eine Studie zeigt, welche Rolle Magnetfelder dabei spielen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Team aus Forschenden der Astrophysik und Plasmaphysik hat den ersten experimentellen Nachweis erbracht, dass starke Magnetfelder aktiver Sterne koronale Massenaus-würfe vollständig unterdrücken können. Dies erklärt, warum massereiche stellare Eruptionen bei Sternen viel seltener beobachtet werden als bei der Sonne.</p>
<p>Koronale Massenauswürfe (Coronal Mass Ejections, kurz: CMEs) sind gewaltige Sterneruptionen, die riesige Mengen an magnetisiertem Plasma aus der Atmosphäre eines Sterns in den Weltraum hinausschleudern. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Sternen, führen zum Verlust von Masse und Drehimpuls und beeinflussen das Weltraumwetter der die Sterne umkreisenden Planeten. Während koronale Massenauswürfe auf der Sonne regelmäßig beobachtet werden, sind eindeutige Nachweise bei anderen Sternen bislang überraschend selten geblieben.</p>
<p>Die aktuelle Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ erschien, kombiniert astrophysikalische Simulationen, Hochenergie-Laser-Plasma-Experimente und moderne numerische 3D-Modellierung von Plasma. Die Ergebnisse zeigen, dass starke Magnetfelder aktiver Sterne koronale Massenauswürfe vollständig unterdrücken können, bevor diese in den Weltraum entweichen.</p>
<p>„Die einzigartige Kombination aus Theorie, Labortests und numerischen Simulationen liefert den ersten experimentellen Nachweis für eine seit langem bestehende Vorhersage, dass stellare Magnetfelder diese großräumigen Eruptionen eingrenzen können“, erklärt Julián D. Alvarado-Gómez. Er ist Wissenschaftler in der Forschungsgruppe „Sternphysik und Exoplaneten“ am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) und steuerte die astrophysikalische Modellierung bei, die die Laborexperimente mit realen Stern-umgebungen verknüpft.</p>
<p>Das internationale Team erzeugte im Labor lasergetriebene Plasmaströme, um den Kern von stellaren koronalen Massenauswürfen nachzubilden. Dabei nutzten die Forschenden passende Skalierungsgesetze, um die astrophysikalischen Bedingungen zu reproduzieren. Bei relativ schwachen Magnetfeldern breitete sich das Plasma frei aus. Stärkere Magnetfelder führten jedoch dazu, dass der Plasmastrom in Stücke aufbrach, instabil wurde und schließlich ganz zum Stillstand kam. “Das war für uns tatsächlich überraschend, als wir die Magnetfeldstärke erhöhten und die Veränderung im Verhalten des sich ausbreitenden Plasmas beobachteten. Aber genau darin liegt der Wert einer experimentellen Entdeckung.” ergänzt Julien Fuchs, damals Wissenschaftler am LULI/CNRS in Frankreich und nun Professor am Technion in Israel.</p>
<p>Detaillierte numerische Plasmasimulationen identifizierten eine Kink-Instabilität als den physikalischen Mechanismus, der für den Abbruch der Eruption verantwortlich ist. Im Laborexperiment wurde die Eruption dadurch ausgelöst, dass der Laser auf das Plasma traf, wodurch dessen thermischer Druck anstieg und sich das Plasmoid ausdehnte und zu bewegen begann. Die Kink-Instabilität trat in der Plasmaströmung auf, als das äußere Magnetfeld stark genug wurde, um sie zu krümmen und sogar rückwärts fließen zu lassen.</p>
<p>Diese Ergebnisse helfen zu verstehen, warum koronale Massenauswürfe bei Sternen so selten sind: Obwohl aktive Sterne enorme Flares erzeugen, die gewaltige koronale Massenauswürfe hervorrufen sollten, zeigen die neuen Ergebnisse, dass viele dieser Eruptionen den Stern gar nicht verlassen, sondern das umgebende großräumige Magnetfeld sie stattdessen einfängt.</p>
<p>Die Forschungsergebnisse haben auch wichtige Auswirkungen auf Exoplaneten: koronale Massenauswürfe stellen eine extreme Form des stellaren Weltraumwetters dar und können sogar die Atmosphären von Planeten wegblasen oder deren chemische Zusammensetzung verändern, wodurch die langfristige Bewohnbarkeit von Planeten beeinflusst wird. Wenn viele koronale Massenauswürfe unterdrückt werden, könnten einige Exoplaneten einer weniger feindlichen Weltraumumgebung ausgesetzt sein, als bisher angenommen, mit einer verbesserten Chance auf eine langlebige Atmosphäre über Milliarden von Jahren hinweg.</p>
<p>Die Forschung wurde durch das Projekt GENESIS des Europäischen Forschungsrats (ERC), ELI-NP, das rumänische Ministerium für Forschung und Innovation, die US-amerikanische National Science Foundation (NSF) sowie bedeutende französische und europäische Hochleistungsrechner-Infrastrukturen unterstützt.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>S. N. Chen, K. Burdonov, W. Yao, J-D. Alvarado-Gómez et al.: “Experimental evidence for coronal mass ejection suppression in strong stellar magnetic fields”, Physical Review Letters,&nbsp;<a href="https://doi.org/10.1103/hm32-h8q3" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1103/hm32-h8q3</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.aip.de/de/news/stellar-eruptions-laboratory-experiment/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam</category>
                            
                                <category>Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Mon, 24 Aug 2026 10:45:04 +0200</pubDate>
                        <title>Zwischen Erhalt und Ertrag</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/zukunft-unserer-boeden</link>
                        <description>Wie können wir landwirtschaftliche Böden schützen und gleichzeitig die wachsende Nachfrage nach Nahrungsmitteln decken? Fünf Zukunftsszenarien.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Wie können wir unsere Böden schützen und gleichzeitig die wachsende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und biobasierten Produkten decken? Eine aktuelle Studie des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), veröffentlicht im Fachjournal World Futures Review, zeigt fünf mögliche Zukunftsszenarien für das Bodenmanagement in Deutschland auf. Akteurinnen und Akteure aus Landwirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft haben an der Studie mitgewirkt.​</p>
<p>Böden speichern Wasser, filtern Schadstoffe, binden CO₂ und sind Lebensraum für unzählige Organismen. Doch in Europa sind bereits 61 Prozent der Böden degradiert, auch in Deutschland, wo über die Hälfte der Fläche landwirtschaftlich genutzt wird. Intensive Bewirtschaftung, Klimawandel und der wachsende Bedarf an Biomasse für Nahrung, Energie und Materialien setzen die Böden unter Druck. Die Studie des ZALF zeigt: Ohne gezielte Maßnahmen könnte sich die Situation weiter verschlechtern.</p>
<p>Forschende haben zusammen mit 94 Akteurinnen und Akteuren aus Landwirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft fünf verschiedene Szenarien für die Bodennutzung in Deutschland entwickelt und validiert. Dies geschah in mehreren Diskussionsrunden und Workshops. Die Szenarien wurden aus den Shared Socio-economic Pathways (SSPs) für die europäischen Agrar- und Ernährungssysteme , zugespitzt auf die Region Deutschland und den Bereich der Bodenbearbeitung abgeleitet. Die SSPs wurden ab etwa 2010 im Bereich der Klimaforschung entwickelt und unter anderem im Sechsten Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC (2021) prominent angewendet. Sie sind eine Methode, die hilft, mögliche zukünftige Klimaentwicklungen zu projizieren, um Maßnahmen für den Umwelt- und Klimaschutz zu bewerten.​​​</p>
<p>Die Ergebnisse der vorliegenden Studie unterstreichen: Die Gesundheit unserer Böden hängt nicht nur von technologischem Fortschritt ab, sondern auch von politischen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Prioritäten.</p>
<h6><strong>Fünf Wege in die Zukunft: Von nachhaltig bis Hightech</strong>​</h6>
<p>Die Studie präsentiert fünf mögliche Entwicklungspfade für das deutsche Bodenmanagement bis 2050. Jeder Pfad zeigt, wie sich unterschiedliche sozioökonomische, technologische und ökologische Bedingungen auf die Bodengesundheit auswirken könnten:​​</p>
<ol> 	<li>​​<strong>Nachhaltiger Pfad (SMP1):</strong> Hier stehen Umweltschutz und Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt. Durch politische Maßnahmen, grüne Technologien und ein hohes ökologisches Bewusstsein in der Gesellschaft wird die Bodenmultifunktionalität gestärkt. Böden können so besser Kohlenstoff speichern, Wasser filtern und Lebensraum für Pflanzen und Tiere bieten.​​</li> 	<li><strong>Pfad des langsamen Wandels (SMP2):</strong> In diesem Szenario ändert sich wenig. Die Landwirtschaft bleibt marktorientiert, und Umweltstandards entwickeln sich nur langsam weiter. Zwar gibt es Fortschritte in der Ressourceneffizienz, doch das volle Potenzial nachhaltiger Bodenbewirtschaftung wird nicht ausgeschöpft.​</li> 	<li><strong>Nationaler Pfad (SMP3):</strong> Eine isolierte, auf nationale Selbstversorgung ausgerichtete Landwirtschaft führt hier zu einer Intensivierung der Produktion. Durch fehlende internationale Zusammenarbeit und begrenzten technologischen Fortschritt verschlechtern sich viele Bodenfunktionen, trotz des Einsatzes traditioneller Methoden wie tierischer Düngemittel.</li> 	<li><strong>Gespaltener Pfad (SMP4):</strong> In diesem Szenario spaltet sich die Landwirtschaft in zwei Welten: Großbetriebe versorgen die Mehrheit mit günstigen, aber wenig nachhaltigen Produkten, während kleine, ökologische Betriebe eine wohlhabende Minderheit bedienen. Die Bodenqualität leidet unter der Dominanz industrieller Methoden.</li> 	<li><strong>Hightech-Pfad (SMP5):</strong> Technologischer Fortschritt steht im Mittelpunkt. Präzisionslandwirtschaft, künstliche Intelligenz und Robotik steigern die Effizienz und können einzelne Bodenfunktionen verbessern, allerdings über einen dauerhaften, ressourcenintensiven Technikeinsatz, der die natürlichen Selbstregulationsprozesse der Böden ersetzt, statt sie zu aktivieren. Vielfältige Fruchtfolgen, Agroforst und Landschaftselemente treten in den Hintergrund, sodass zentrale Bodenfunktionen wie die Kohlenstoffspeicherung trotz technologischem Fortschritt unter Druck bleiben.</li> </ol>
<ul> </ul>
<h6><strong>Technologie allein reicht nicht aus</strong></h6>
<p>Die Studie zeigt: Technologie ist ein wichtiger Baustein, aber kein Allheilmittel. Nur wenn sie in unterstützende politische und institutionelle Rahmenbedingungen eingebettet ist, kann sie ihre volle Wirkung entfalten. So zeigt das Szenario SMP1, dass eine Kombination aus technologischem Fortschritt und ökologischen Prinzipien die Bodenfunktionen am besten schützt. „Technologische Lösungen wie Präzisionslandwirtschaft oder digitale Werkzeuge können die Bodenbewirtschaftung effizienter machen. Aber sie ersetzen nicht die Notwendigkeit, unsere Böden als lebendige Systeme zu verstehen und zu schützen", erklärt Lukas Bayer, Hauptautor der Studie und Wissenschaftler am ZALF. „Ohne politische Weichenstellungen und gesellschaftliches Engagement werden selbst die besten Technologien nicht ausreichen, um die Böden langfristig zu erhalten."​</p>
<h6><strong>Warum ist das Thema so wichtig?​</strong></h6>
<p>Intensive Landwirtschaft, Klimawandel und Bodenversiegelung setzen den Böden zu. Die Studie macht deutlich: Ohne gezielte Maßnahmen wird sich der Zustand der Böden weiter verschlechtern. Besonders kritisch ist dies vor dem Hintergrund der Bioökonomie-Strategie Deutschlands, die eine nachhaltige, biobasierte Produktion anstrebt.​</p>
<h6><strong>Was kann aus den Ergebnissen folgen?​</strong></h6>
<p>Die Szenarien bieten eine Grundlage für politische Entscheidungen. Sie zeigen, dass eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung nur gelingen kann, wenn Technologie, Politik und Gesellschaft an einem Strang ziehen. Konkrete Maßnahmen könnten sein:​​</p>
<ul> 	<li>​Reform der Agrarsubventionen, um nachhaltige Bodenbewirtschaftung zu belohnen.</li> 	<li>​​Verstärkte Investitionen in bodenschonende Technologien und Infrastruktur.</li> 	<li>​​Förderung von Diversifizierung in der Landwirtschaft, zum Beispiel durch vielfältige Fruchtfolgen mit hohem Hülsenfruchtanteil, Agroforstwirtschaft oder Mischkulturen.</li> 	<li>​​​Stärkere Einbindung der Gesellschaft, um das Bewusstsein für die Bedeutung gesunder Böden zu erhöhen.​</li> </ul>
<h6><strong>Projektpartner</strong></h6>
<ul> 	<li>​System Dynamics Group, Universität Bergen, Norwegen</li> 	<li>​Agricultural and Food Policy Group, Thaer-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin​</li> 	<li>Researchpreneurs, Heilbronn​</li> 	<li>Nordic Agroecological Research Centre, Malmö, Schweden​</li> 	<li>Department of Environmental Systems Sciences, Universität Graz, Österreich</li> 	<li>​Fakultät für Landschaftsmanagement und Naturschutz, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde</li> </ul>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p><a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/19467567261441553" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1177/19467567261441553​</a></p>
<p>​​<em>Hinweis zum Text: Dies ist eine mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (Mistral Large 2) erstellte Zusammenfassung des Originaltextes: Bayer, L., Arndt, M., Evgrafova, A., MacPherson, J., Thiesmeier, A., Löbmann, M., Schuler, J., Kopainsky, B., Mitter, H. &amp; Helming, K. (2026). Exploring Soil Management Pathways for Germany: Applying the Shared Socioeconomic Pathways to Soil Management Futures. World Futures Review, 2026, Vol. 0(0), 1–23. <a href="https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/19467567261441553" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1177/19467567261441553</a>, veröffentlicht unter der Lizenz CC BY 4.0 <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/" target="_blank" rel="noreferrer">(https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/)​</a>. Der Text wurde unter den Gesichtspunkten der KI-Regelungen am ZALF sorgfältig überprüft und überarbeitet.</em></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.zalf.de/de/aktuelles/Seiten/PB3/Zukunft-unserer-Boeden-aus-bis-2050.aspx" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilunng des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung</category>
                            
                                <category>Umweltwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7593</guid>
                        <pubDate>Fri, 21 Aug 2026 17:38:00 +0200</pubDate>
                        <title>Aus Ökogas wird Kraftstoff</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/vom-klimagas-zum-kraftstoff</link>
                        <description>Ein neuer Katalysator wandelt CO2 in einen Rohstoff für klimafreundliche Treibstoffe um. Erstmals im Kilogramm-Maßstab produziert, geht er jetzt in den Praxistest.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Chemiker am LIKAT-Technikum in Rostock haben erstmals einen neuen Katalysator im Pilotmaßstab produzieren können. Die ersten zehn Kilogramm der Substanz wurden jetzt an die Forschungspartner aus Hamburg und Wien ausgeliefert. Der am Institut in einem früheren Verbundprojekt entwickelte Katalysator soll in Wien CO2-neutrale Kraftstoffe produzieren und seine Praxistauglichkeit für größere Anlagen beweisen. Er ist das Herzstück einer modernen Form der Fischer-Tropsch-Synthese (FTS), die vor hundert Jahren von zwei deutschen Chemikern zur Verflüssigung von Kohle und Erdgas entwickelt worden war. Die neue FTS-Variante verflüssigt anstelle der fossilen Rohstoffe nun das Klimagas Kohlendioxid.</p>
<p>Die neue Variante dieses Fischer-Tropsch-Katalysators entstand am Leibniz-Institut für Katalyse. Das Verfahren wandelt Kohlendioxid, CO2, zusammen mit nachhaltig produziertem Wasserstoff (H2) in klimafreundliche synthetische Kraftstoffe um. Diese Kraftstoffe können übliche Verbrennungsmotoren antreiben und sie enthalten im Unterschied zu Benzin oder Diesel keinerlei Schwefel- und Stickstoffverbindungen. „Die Forschung zielt auf eine nachhaltige, CO2-neutrale Mobilität, wie sie auch die nationale Hightech-Agenda im Blick hat“, sagt Themenleiter Dr. Christoph Wulf vom LIKAT-Technikum.</p>
<h6>Nachfolge von InnoSyn</h6>
<p>Das moderne Verfahren läuft wie das klassische in sogenannten Blasensäulenreaktoren ab, doch unter sehr viel milderen Reaktionsbedingungen. Dabei arbeiten sich in langen senkrechten Röhren alle beteiligten Substanzen durch eine zähe Flüssigkeit von unten nach oben: zum einen die „Blasen“, das sind die gasförmigen Ausgangsstoffe CO2, H2 und nachfolgend auch Kohlenmonoxid (CO). Zum anderen alle flüssigen Zwischen- und Endprodukte sowie der Katalysator in Form feiner Kügelchen auf Eisenoxidbasis.</p>
<p>Dieser Katalysator war im Rahmen des vom Bund geförderten Verbundprojektes InnoSyn im Zuge der Wasserstoffrepublik Deutschland zusammen mit einem KI-Modell für die CO2-FTS unter Leitung von LIKAT-Chemiker Dr. David Linke entstanden (siehe auch <a href="https://idw-online.de/de/news851343" target="_blank" rel="noreferrer">https://idw-online.de/de/news851343</a>).</p>
<p>Die Machbarkeit im mehrphasigen Reaktorsystem wurde im Gramm-Maßstab von Partnern am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gezeigt. In einem Folgeprojekt Green Fuel and Chemicals soll das Verfahren jetzt für die industrielle Anwendung vorbereitet werden. Dazu zählt die Demonstration im kg-Maßstab in einer Pilotanlage am Wiener Standort Unternehmens Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH, kurz BEST. Dort sollen bis Anfang 2027 mehrere Kilogramm CO2 in nachhaltige Kraftstoffe und Chemikalien umgewandelt werden.</p>
<h6>Katalysator-Rezeptur für Up-Scaling</h6>
<p>Wenn neue Katalysatoren das Forschungslabor verlassen, funktionieren sie üblicherweise in Substanzmengen von wenigen Milligramm. Für ein Up-Scaling, wie Chemiker es nennen, in Größenordnungen von mehreren Kilogramm und Lösungsmengen bis zu 100 Liter braucht der Katalysator dann eine andere Rezeptur. Es galt im Rahmen der neuen Forschungskooperation die entsprechende Vorgehensweise zu finden. Diese Aufgabe übernahmen am LIKAT-Technikum Dr. Christoph Wulf und Dr. Simon Haida.</p>
<p>Dabei ging es auch um eine praktikable Produktionstechnologie für den Katalysator, wie beide Chemiker erläutern. Der Katalysator für die neue Fischer-Tropsch-Synthese bildet sich aus Metallsalzen in einer Fällungsreaktion, dabei entsteht ein rostroter „Kuchen“ aus Eisenoxid, eine Art Paste, die im Weiteren sprühgetrocknet und thermisch behandelt wird. Das Ergebnis sind Partikel mit einer quasi perfekten Kugelform. Die Kügelchen sind unterschiedlich groß und müssen deshalb noch fraktioniert, also nach Größe sortiert werden.</p>
<h6>Partikelgröße entscheidet über Funktion</h6>
<p>„Die Crux ist, dass sich das Verhalten eines Katalysators im großen Maßstab nicht voraussagen lässt“, sagt Simon Haida. Eine Lösung von 100 Millilitern zu rühren und gut zu durchmischen mag simpel sein. „In einem Maßstab von 50-Litern ist dann vor allem die Aufarbeitung eine Herausforderung, also die Filtrierung, die das Rohprodukt von der Reaktionslösung trennt.“ Hier braucht es systematische Versuche, in denen die Reaktionsmengen schrittweise erhöht werden.</p>
<p>Diese Arbeiten liefen in enger Zusammenarbeit mit LIKAT-Chemiker Dr. Aleksandr Fedorov, er hatte den Katalysator seinerzeit entwickelt. Bei jedem neuen Schritt hat er den Katalysator neu angepasst und auf seine Leistung überprüft. Dann mussten die Chemiker das Equipment für ihren nächsten Schritt planen.</p>
<p>So gelangten sie von einem Ansatz einiger Milliliter bis zu 50-Litern, mit denen Pilotanlagen versorgt werden können. Eine Erkenntnis aus den Experimenten lautet, dass die Partikelgröße maßgeblich die Funktionstüchtigkeit des Katalysators beeinflusst. Dr. Wulf: „Die Eisenoxid-Kügelchen dürfen also nicht zu groß sein, um weiterhin im späteren Blasensäulenreaktor gewissermaßen schweben zu können. Sind sie aber zu klein, verklumpen sie und verstopfen den Filter am Austritt des Reaktors oder gelangen sogar in das Produkt und kontaminieren es.“</p>
<h6>Technikum ermöglicht Up-Scaling</h6>
<p>Das LIKAT zählt bundesweit zu den ersten wissenschaftlichen Einrichtungen, die neue Katalysatoren für ihre Forschung im Pilotmaßstab herstellen können. Dabei würden Institute durchaus über Pilotanlagen für den Test von Katalysatoren verfügen. Christoph Wulf: „Doch es fehlt ihnen das Equipment, um die Test-Substanzen im erforderlichen Umfang zu produzieren.“</p>
<p>Am LIKAT wurde das Technikum Catalysis2Scale inzwischen mithilfe von Förderprojekten und Forschungskooperationen gut mit Geräten und Anlagen ausgestattet. Mit den ersten zehn Kilogramm ihres Eisenoxid-Katalysators für die neue Fischer-Tropsch-Synthese möchten Dr. Wulf und Dr. Haida nun potenzielle Forschungspartner auf diese Möglichkeit aufmerksam machen.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.catalysis.de/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Website des Leibniz-Instituts für Katalyse e.V. (LIKAT)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Katalyse e.V.</category>
                            
                                <category>Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 21 Aug 2026 17:05:00 +0200</pubDate>
                        <title>Gefährdete Kohlenstoffspeicher</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/gefaehrdete-kohlenstoffspeicher</link>
                        <description>Seegraswiesen binden große Mengen Kohlenstoff. Steigende Temperaturen könnten ihre Speicherleistung jedoch deutlich schwächen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Steigende Meerestemperaturen könnten die Fähigkeit von Wasserpflanzen zur langfristigen Speicherung von Kohlenstoff deutlich verringern. Das zeigt eine Studie im Fachjournal Communications Earth &amp; Environment, an der auch das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) beteiligt war. Forschende aus Spanien und Deutschland untersuchten in den ZMT-Laboren, wie sich höhere Wassertemperaturen auf gelösten organischen Kohlenstoff auswirken, der von Seegräsern und Meeresalgen abgegeben wird. Die Ergebnisse zeigen: Mit steigender Temperatur nimmt besonders der Anteil jener Kohlenstoffverbindungen ab, die normalerweise über längere Zeit im Meer erhalten bleiben und so zum Klimaschutz beitragen.</p>
<p>Der empirische Teil der Studie umfasste Seegras und Makroalgen. In der Aquarienanlage des ZMT setzen Alba Yamuza-Magdaleno (Universität Cádiz), Pedro Beca-Carretero und Hauke Reuter (Arbeitsgruppe Räumliche Ökologie und Interaktionen) verschiedene Seegrasarten und eine Makroalgenart unterschiedlichen Temperaturen aus. Dabei zeigte sich, dass bereits eine geringe Erwärmung des Wassers die Zusammensetzung und Merkmale der abgegebenen Kohlenstoffverbindungen verändert.</p>
<h6>Weniger langlebiger Kohlenstoff im Meer</h6>
<p>Seegras und Algen nehmen Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf, um ihr Wachstum und ihren Stoffwechsel zu unterstützen. Ein Teil dieses Kohlenstoffs wird in Strukturkomponenten wie Blättern und Rhizomen gebunden. Ein Teil wird über Jahrhunderte oder Jahrtausende hinweg im Meeresboden gespeichert, während ein weiterer Teil als gelöster organischer Kohlenstoff ins Wasser abgegeben wird.</p>
<p>Manche dieser Stoffe werden schnell von Mikroorganismen abgebaut. Andere sind deutlich widerstandsfähiger und können über Wochen, Jahre oder gar Jahrhunderte im Meer verbleiben.</p>
<p>Genau diese langlebige Form des Kohlenstoffs nahm in den Experimenten bei höheren Temperaturen deutlich ab. Bei einer Erwärmung um vier Grad Celsius verringerte sich der Anteil des schwer abbaubaren Kohlenstoffs im Durchschnitt um rund 28 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil jener Stoffe, die schnell von Mikroorganismen zersetzt werden, deutlich an. Nach 60 Tagen waren große Teile dieser leichter abbaubaren Verbindungen bereits zersetzt worden.</p>
<p>„Seegraswiesen und Algenwälder gelten als natürliche Kohlenstoffspeicher. Wenn sich das Meer weiter erwärmt, könnten sie künftig deutlich weniger Kohlenstoff langfristig binden als bisher angenommen“, erklärt Erstautorin Alba Yamuza-Magdaleno von der Universität Cádiz. „Das ist wichtig, weil viele Klimamodelle bislang davon ausgehen, dass diese Ökosysteme dauerhaft große Mengen Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen.“</p>
<p>Die Forschenden verglichen die Menge des langlebigen gelösten organischen Kohlenstoffs auch mit der Kohlenstoffspeicherung im Meeresboden. Ihre Analyse ergab, dass beide Prozesse ähnlich wichtig sein könnten, da die Speicherraten in derselben Größenordnung liegen. Bisher konzentrierten sich die meisten Studien vor allem auf den dauerhaft in marinen Sedimenten gespeicherten Kohlenstoff. Die neue Arbeit zeigt, dass auch gelöster organischer Kohlenstoff eine wichtige Rolle spielt.</p>
<h6>MAREE-Versuchsanlage am ZMT liefert neue Einblicke</h6>
<p>Für die Untersuchung nutzte das Team sogenannte Mesokosmen, große Meerwasserbecken, in denen sich Umweltbedingungen gezielt kontrollieren und verändern lassen. Über einen Zeitraum von 40 Tagen untersuchten die Forschenden drei Temperaturstufen zwischen 24 und 28 Grad Celsius.</p>
<p>Die Experimente am ZMT liefen in 27 dieser Becken mit Kombinationen aus verschiedenen Seegrasarten. Die Studie umfasste drei einheimische Arten aus der Bucht von Cádiz: die Seegrasarten Cymodocea nodosa und Zostera noltei sowie die Makroalge Caulerpa prolifera. Die Forschenden untersuchten außerdem das Seegras Halophila stipulacea, eine invasive Art, die aus dem Indischen Ozean stammt.</p>
<p>Sie maßen Sauerstoffproduktion, Kohlenstoffumsatz und die chemische Zusammensetzung der abgegebenen Stoffe. Anschließend beobachteten sie über 60 Tage, wie schnell Mikroorganismen die verschiedenen Kohlenstoffverbindungen abbauten.</p>
<p>Die invasive Seegrasart hatte dabei überraschend wenig Einfluss auf den Kohlenstoffhaushalt. Entscheidend war vor allem die Temperatur</p>
<p>„Besonders auffällig war, dass der Anteil des langlebigen gelösten organischen Kohlenstoffs – also der Teil, der normalerweise über längere Zeiträume im Ozean verbleibt – mit steigender Temperatur am stärksten zurückging“, sagt Pedro Beca-Carretero vom ZMT und dem Meeresforschungsinstitut IIM-CSIC im spanischen Vigo. „Dadurch könnte ein Teil des aufgenommenen Kohlendioxids schneller wieder in den Kohlenstoffkreislauf zurückkehren.“</p>
<h6>Bedeutung für Klimamodelle und Küstenschutz</h6>
<p>Küstenökosysteme wie Seegraswiesen, Mangrovenwälder oder Salzmarschen gelten als wichtige natürliche Kohlenstoffspeicher und werden oft als „Blue Carbon“-Ökosysteme bezeichnet. Sie spielen eine wichtige Rolle dabei, Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufzunehmen und langfristig zu binden. Die Autor:innen der Studie betonen, dass bisherige Klimamodelle die Auswirkungen steigender Temperaturen auf gelöste Kohlenstoffverbindungen möglicherweise unterschätzen. Dadurch könnte die tatsächliche Speicherleistung vieler Küstenökosysteme künftig geringer ausfallen als bisher angenommen.</p>
<p>Die Forschenden zeigen zugleich die Grenzen ihrer Untersuchung auf. Die Experimente fanden unter kontrollierten Bedingungen statt und bilden natürliche Küstenregionen nur vereinfacht nach. Faktoren wie starke Strömungen, Stürme oder langfristige Veränderungen der Artenzusammensetzung konnten nicht vollständig berücksichtigt werden. Weitere Feldstudien sollen nun zeigen, ob sich die beobachteten Effekte auch in natürlichen Ökosystemen bestätigen.</p>
<p>„Wir brauchen nun Langzeitbeobachtungen in natürlichen Küstengebieten, um besser abschätzen zu können, wie stark sich die Erwärmung der Ozeane tatsächlich auf die Kohlenstoffspeicherung auswirkt“, fasst ZMT-Forscher Hauke Reuter zusammen. „Solche Daten sind wichtig, damit Küstenökosysteme künftig realistischer in Klimaschutzstrategien einbezogen werden können.“</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>Yamuza-Magdaleno, A., Azcárate-García, T., Egea, L.G. Álvarez-Salgado, X.-A., Reuter, H., Brun F.G. &amp; Beca-Carretero P. (2026) Temperature-driven decline in recalcitrant dissolved organic carbon weakens coastal macrophyte’s blue carbon storage potential. Commun Earth Environ 7, 362. Link zur Originalpublikation: <a href="https://doi.org/10.1038/s43247-026-03417-y" target="_new" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s43247-026-03417-y</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://leibniz-zmt.de/de/neuigkeiten/im-fokus/on-expedition/marine-hitzewellen-waermeres-meerwasser-schwaecht-die-natuerliche-kohlenstoffspeicherung-von-seegraswiesen.html" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung GmbH</category>
                            
                                <category>Umweltwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 21 Aug 2026 15:12:47 +0200</pubDate>
                        <title>Koloniale Objekte</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/koloniale-objekte</link>
                        <description>Wie sollten Museen mit naturkundlichen Objekten aus ehemaligen Kolonialgebieten umgehen? Ein neuer Leitfaden versammelt Empfehlungen internationaler Fachleute.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Naturkundliche Objekte aus ehemaligen Kolonialgebieten zeugen nicht nur von wissenschaftlicher Neugier, sondern auch von Macht- und Gewaltverhältnissen. Welche Verantwortung ergibt sich daraus für Naturkundemuseen heute? Das Museum für Naturkunde Berlin beschäftigt sich seit Jahren mit dieser Frage in verschiedenen Formaten und Forschungsprojekten. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte beleuchtet vergangene wie gegenwärtige Forschungs- und Museumspraktiken und wird im engen Austausch mit anderen wissenschaftlichen Institutionen, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Forschenden aus verschiedenen Disziplinen weitergeführt.</p>
<p>Die Publikation “Umgang mit kolonialen Objekten der Naturkunde. Empfehlungen, Forschung, Reflexionen ”, die aus Mitteln des Zukunftsplanes entstanden ist, versammelt Handlungsempfehlungen, aktuelle Forschungsergebnisse sowie Impulse internationaler Museumsfachleute. Sie bietet neue Perspektiven für den interdisziplinären und internationalen Dialog über Kolonialismus und Naturkunde und belegt das Potential von integrierter interdisziplinärer Arbeit. Die Publikation ist als Ausgangspunkt und lebendiges Dokument zu verstehen – offen für Weiterentwicklung, anschlussfähig für unterschiedliche Kontexte und getragen vom Anspruch, naturkundliche Sammlungen nicht nur wissenschaftlich exzellent, sondern auch historisch verantwortungsvoll und kulturell respektvoll zu behandeln.</p>
<p>Als offenes, integriertes Forschungsmuseum beschreitet das Museum für Naturkunde Berlin mit dem Leitfaden neue Wege im Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. Durch partizipative Ansätze, Austauschformate und Workshops mit Forschenden aus aller Welt wurde Wissen geteilt, gemeinsame Perspektiven auf Forschung sowie auf Vermittlung und Zugänglichkeit von Wissen geschaffen und im Dialog weiterentwickelt.</p>
<p>„Dieser Leitfaden ist ein Zwischenfazit auf einem Weg, den wir vor über zehn Jahren begonnen haben und den wir weitergehen werden. Wir teilen unser Wissen, lernen aus unseren Erfahrungen – auch aus unseren Fehlern. Wir sind ein offenes Forschungsmuseum, das im Austausch mit anderen immer weiterlernen will,“ so Prof. Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin.</p>
<p>Ein Ziel der laufenden Erschließung der 30 Millionen Objekte zählenden Museumssammlung ist es, neue Zugänge für verschiedene Nutzungsinteressen weltweit zu schaffen, den Zugang zu bestehendem Wissen zu demokratisieren sowie Teilhabe und Co-Kreation neuen Wissens zu ermöglichen. Der Leitfaden ist damit auch Resultat der voranschreitenden Museums-Evolution, die neben der Neuaufstellung von Sammlung und Wissenstransfer auch die bauliche Weiterentwicklung des Museums ins 21. Jahrhundert beinhaltet.</p>
<p>Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Öffnung der neuen Säle „Hirsche und Hornträger“ sowie „Säugetierschädel“ im Rahmen von Führungen. Sie entstanden in einem internationalen Co-Kurationsprozess mit neun Co-Kurator:innen aus Tansania, Ruanda, Burundi, Sambia, Togo, Kamerun, Kenia, Namibia und Ägypten. Gemeinsam mit den natur- und geisteswissenschaftlichen Forschungsgruppen des Museums, wie dem Center for Humanities of Nature, wurden wissenschaftliche Erkenntnisse mit lokalen Wissenssystemen, kulturellen Erfahrungen und historischen Perspektiven zusammengeführt. Die neuen Präsentationen, die aus Mitteln des Zukunftsplanes entstanden sind, zeigen beispielhaft, wie naturkundliche Sammlungen heute dialogorientiert und verantwortungsvoll einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.</p>
<p>Die Publikation richtet sich an alle, die mit naturkundlichen Objekten arbeiten – in Museen, Sammlungen, Archiven, Forschungseinrichtungen oder Hochschulen. Die Publikation ist in deutscher und englischer Sprache erschienen und für alle frei zugänglich (open Access).</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>Kaiser, Katja und Heumann, Ina (Hrsg.): Umgang mit kolonialen Objekten der Naturkunde: Empfehlungen, Forschung, Reflexionen, Heidelberg: arthistoricum.net, 2026. <a href="https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1749" target="_new" rel="noreferrer">https://doi.org/10.11588/arthistoricum.1749</a></p>
<h6>Zum Leitfaden</h6>
<p><a href="https://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/1749" target="_new" rel="noreferrer">https://books.ub.uni-heidelberg.de//arthistoricum/catalog/book/1749</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.museumfuernaturkunde.berlin/museum/services/presse/pressemitteilung/museum-fuer-naturkunde-berlin-veroeffentlicht-leitfaden-zum-umgang-mit-kolonialen-objekten-der-naturkunde/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Museums für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung (MfN)</a></p>

]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 19 Aug 2026 09:50:00 +0200</pubDate>
                        <title>Modell für Blutkrebs</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/labor-modell-fuer-seltene-leukaemieform</link>
                        <description>Eine neue Modellzelllinie soll Forschenden weltweit helfen, Therapien gegen eine besonders aggressive Form der Leukämie zu entwickeln.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Forschende des Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH haben erstmals eine Modellzelllinie für eine seltene Form der akuten myeloischen Leukämie (AML) identifiziert. „Die Zelllinie KOPM-88 ist bislang die erste und einzige bekannte Zelllinie weltweit, die das Fusionsgen KMT2A::SEPTIN6 trägt“, erläutert Dr. Stefan Nagel, Leiter der Arbeitsgruppe Molekulargenetik in der Abteilung Menschliche und Tierische Zellkulturen der DSMZ. „Damit steht der Krebsforschung jetzt ein dringend benötigtes Modellsystem zur Verfügung, um diesen aggressiven Leukämie-Subtyp gezielt zu untersuchen und neue Therapieansätze zu entwickeln“, so Dr. Nagel weiter.</p>
<h6>Fusionsgene als Motor von Tumoren</h6>
<p>Fusionsgene entstehen, wenn Chromosomen in Krebszellen fehlerhaft umgebaut werden und dabei Teile verschiedener Gene miteinander verschmelzen. Solche genetischen Veränderungen kommen besonders häufig bei Leukämien (Blutkrebs) vor. Diese spezifischen Veränderungen helfen ärztlichem Personal dabei, Krebserkrankungen genauer zu klassifizieren und können in einigen Fällen auch direkt therapeutisch angegriffen werden. Das Gen KMT2A nimmt dabei eine besondere Rolle ein: Es kann mit mehr als 100 verschiedenen Partnergenen fusionieren, die sich in fünf Gruppen einteilen lassen. Solche KMT2A-Fusionsgene sind meist mit einem ungünstigen Krankheitsverlauf verbunden und bislang therapeutisch nur schwer zu behandeln. Umso wichtiger sind geeignete Modellsysteme, mit denen sich die biologischen Eigenschaften dieser Krebsformen im Labor nachvollziehen lassen.</p>
<h6>Ein seltenes Fusionsgen aus der pädiatrischen Leukämie</h6>
<p>Das Fusionsgen KMT2A::SEPTIN6 wurde in Tumorzellen von Kindern mit akuter myeloischer Leukämie beschrieben. Die Zelllinie KOPM-88 wurde ursprünglich aus dem peripheren Blut eines 11-jährigen Jungen mit AML etabliert. Das Forschungsteam um Dr. Stefan Nagel konnte nun nachweisen, dass genau diese Zelllinie das seltene Fusionsgen KMT2A::SEPTIN6 trägt. Damit ist KOPM-88 nicht nur die erste bekannte Zelllinie mit diesem Fusionsgen, sie ist zugleich der einzige verfügbare Zelllinienvertreter aus Gruppe 3 der KMT2A-Fusionsgene. Für die Forschung ist das ein bedeutender Fortschritt, weil sich dieser Leukämie-Subtyp nun erstmals systematisch in vitro untersuchen lässt.</p>
<h6>Unerwartete Biologie eröffnet neue Therapieideen</h6>
<p>Die in der Fachzeitschrift Cells veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass sich KMT2A::SEPTIN6 funktionell deutlich von anderen KMT2A-Fusionsgenen unterscheidet. Während bei anderen KMT2A-Fusionen bestimmte Zielgene typischerweise aktiviert werden, beobachteten die Forschenden der DSMZ in Braunschweig hier das Gegenteil: Das klassische Zielgen HOXA7 wurde gehemmt statt angeschaltet. Gleichzeitig zeigte sich eine Aktivierung des BMP-Signalwegs, der die Zellteilung fördern kann. Diese Befunde deuten darauf hin, dass bei dieser seltenen AML-Form andere molekulare Mechanismen wirken als bislang angenommen. Genau daraus ergeben sich neue Ansatzpunkte für die Entwicklung gezielter Therapien.</p>
<h6>Zelllinie steht der internationalen Forschung zur Verfügung</h6>
<p>Damit die Ergebnisse rasch in weitere Forschungsarbeiten einfließen können, stellt das Leibniz-Institut DSMZ die Zelllinie KOPM-88 Forschenden weltweit zur Verfügung (<a href="http://www.dsmz.de/collection/catalogue/details/culture/ACC-11029" target="_blank" rel="noreferrer">www.dsmz.de/collection/catalogue/details/culture/ACC-11029</a>). Solche bioressourcenbasierten Modelle sind eine wichtige Grundlage, um Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und neue Wirkstoffe präklinisch zu testen.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>Nagel S, Meyer C, Kaufmann M, Fähnrich S, Rand U, Pommerenke C, MacLeod RAF, Eberth S. Fusion Gene KMT2A::SEPTIN6 in Acute Myeloid Leukemia Cell Line KOPM-88. Cells. 2026;15(14):1286. <a href="https://www.mdpi.com/2073-4409/15/14/1286" target="_blank" rel="noreferrer">doi: 10.3390/cells15141286</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.dsmz.de/de/science-communication/press-releases/singleview/leukaemie-fusionsgen-kmt2as-eptin6" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH (DSMZ) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Mon, 17 Aug 2026 14:15:21 +0200</pubDate>
                        <title>Von der Brust in die Lunge</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/schutzschild-der-tumorzellen</link>
                        <description>Brustkrebszellen nutzen ein natürliches Antioxidans, um Metastasen in der Lunge zu bilden. Eine neue Studie zeigt einen Weg, diesen Prozess zu stoppen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p class="mb-4">Bei Brustkrebs ist häufig nicht der ursprüngliche Tumor die größte Gefahr, sondern die Ausbreitung von Tumorzellen in andere Organe, etwa in die Lunge. Dort treffen diese Zellen zunächst auf ungünstige Überlebensbedingungen: wenig Nährstoffe, erhöhter oxidativer Stress und Abwehrmechanismen des Gewebes erschweren ihr Fortbestehen. Allerdings schafft es ein kleiner Teil der Tumorzellen, sich an die neue Umgebung anzupassen, zu wachsen und Metastasen zu bilden. Eine Studie in der Fachzeitschrift <a href="https://aacrjournals.org/cancerdiscovery/article-abstract/15/12/2437/767714/Mitochondrial-Glutathione-Import-Enables-Breast?redirectedFrom=fulltext" target="_blank" rel="noreferrer"><em>Cancer Discovery</em></a> unter Beteiligung von ISAS-Forschenden zeigt, dass dabei das körpereigene Antioxidans Glutathion eine entscheidende Rolle spielt.</p>
<p class="mb-4">Die Forschenden der US-amerikanischen Rockefeller University, New York University und des Medicine Memorial Sloan Kettering Cancer Centers sowie Wissenschaftler:innen des Universitätsklinikums Essen und des ISAS verglichen Brustkrebszellen aus Primärtumoren und Lungenmetastasen <em>in vitro</em> über kultivierte Krebszellen von Menschen und Mäusen. Dabei analysierten sie gezielt metabolische Prozesse (Stoffwechselprozesse) in den Mitochondrien. Es zeigte sich, dass der Gehalt an mitochondrialem Glutathion in den metastatischen Zellen deutlich erhöht war.</p>
<p class="mb-4">Glutathion dient dazu, Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Im Zusammenhang mit Krebs kann diese Schutzfunktion jedoch nachteilig wirken: Tumorzellen nutzen diesen Mechanismus, um widerstandsfähiger zu werden. Sie aktivieren ein metabolisches Anpassungsprogramm, das ihr Überleben in neuen Organen erleichtert und die Bildung von Metastasen unterstützt.</p>
<h6 class="font-bold text-lg mb-2 lg:text-xl lg:mb-3 xl:text-2xl">ATF4 aktiviert Überlebensprogramm in Tumorzellen</h6>
<p class="mb-4">„Mithilfe von MALDI-Massenspektrometrie-Imaging konnten wir Glutathion im Tumorgewebe räumlich aufgelöst nachweisen und zeigen, wo es sich im metastasierten Organbesonders stark anreichert“, erklärt Dr. Karl Smith, Leiter der Nachwuchsgruppe Spatial Metabolomics. Dafür haben Smith und sein Team Lungengewebe mit Brustkrebsmetastasen von Mäusen analysiert. Glutathion in den Mitochondrien wirkt als Signal für das Protein ATF4 Dieses reguliert zentrale Gene für Stress- und Stoffwechselreaktionen und aktiviert so Überlebensmechanismen der Tumorzellenelle. Daraufhin passen diese ihren Metabolismus an die neue Umgebung an und können sich im Lungengewebe stabilisieren – eine entscheidende Voraussetzung für die Entstehung von Metastasen.</p>
<h6 class="mb-4"><strong class="font-semibold">Glutathion: Schutz und Balance in Zellen</strong></h6>
<p class="mb-4">Glutathion ist ein körpereigenes Tripeptid, das aus den Aminosäuren Glycin, Cystein und Glutaminsäure besteht. Es gehört zu den wichtigsten Antioxidantien innerhalb der Zellen und schützt sie vor oxidativem Stress. Unter oxidativem Stress versteht man ein Ungleichgewicht im Stoffwechsel, bei dem zu viele freie Radikale (reaktive Sauerstoffmoleküle) auf zu wenige schützende Antioxidantien treffen. Dies kann Zellen schädigen. Oxidativer Stress steht im Zusammenhang mit der Genese verschiedener Erkrankungen, darunter auch Krebs. Glutathion hilft dabei, das metabolische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten und zentrale Zellfunktionen zu stabilisieren.</p>
<h6 class="font-bold text-lg mb-2 lg:text-xl lg:mb-3 xl:text-2xl">Transportprotein als Schlüssel für neue Therapien?</h6>
<p class="mb-4">Die Autor:innen identifizierten als zentralen Baustein der beschriebenen Prozesse das Protein SLC25A39. Es sitzt in der Membran der Mitochondrien und fungiert als Transportprotein für Glutathion. Die Untersuchungen zeigen, dass metastatische Brustkrebszellen vermehrt SLC25A39 produzieren. Dieses Transportprotein benötigen sie, um sich an neues Gewebe anzupassen.</p>
<p class="mb-4">Wird SLC25A39 ausgeschaltet, gelangt weniger Glutathion in die Mitochondrien. In der Folge bilden sich weniger Metastasen. Das Wachstum des Primärtumors bleibt weitgehend unbeeinträchtigt. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt in der frühen Phase der Metastasierung, wenn sich Tumorzellen in der Lunge ansiedeln und sich an die neue Gewebeumgebung anpassen müssen.</p>
<p class="mb-4">Die Studie zeigt, dass Tumorzellen spezielle Anpassungs- und Überlebensmechanismen aktivieren, um sich in neuen Geweben erfolgreich anzusiedeln. Vor diesem Hintergrund rückt das Protein SLC25A39 als möglicher therapeutischer Ansatzpunkt in den Fokus. Ließe sich das Transportprotein gezielt beeinflussen, könnte es den Glutathionimport in die Mitochondrien regulieren und Tumorzellen daran hindern, sich im neuen Gewebe erfolgreich anzusiedeln. Langfristig könnten sich daraus mögliche Perspektiven für neue Therapieansätze ergeben, die gezielt darauf abzielen, die Ausbreitung von Brustkrebs im Körper zu verlangsamen oder zu verhindern.</p>
<h6 class="mb-4">Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p class="mb-4"><a href="https://www.isas.de/kompakt/brustkrebsmetastasen-lunge" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften – ISAS – e.V. (ISAS)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften - ISAS - e. V.</category>
                            
                                <category>Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7589</guid>
                        <pubDate>Fri, 14 Aug 2026 14:49:31 +0200</pubDate>
                        <title>Gefördert im Leibniz-Wettbewerb: RAISE</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/gefoerdert-im-leibniz-wettbewerb-raise</link>
                        <description>Satelliten verglühen, Materialien bleiben in der Atmosphäre&amp;nbsp;– wie wirkt sich das auf die Luftchemie aus?&amp;nbsp;</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Von der Geschichte der Automobilinfrastruktur bis zur Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen: An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen ausgewählte Projekte, die aktuell im <a href="https://www.leibniz-gemeinschaft.de/forschung/leibniz-wettbewerb" target="_blank">Leibniz-Wettbewerb</a> gefördert werden.</p>
<h6><strong>Worum geht’s? Das Projekt „RAISE“ in Kürze</strong></h6>
<p>Das Projekt verfolgt das Ziel, ein globales Überwachungssystem zu entwerfen, das Veränderungen in der Atmosphäre durch menschliche Weltraumaktivitäten erfasst. Zu diesem Zweck entwickeln die Projektpartner vom Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik an der Universität Rostock (IAP) und der Universität Stuttgart ein neuartiges Mehrfarben-Lidar-System, das es ermöglicht, Rückstände von Satelliten zu identifizieren und zu quantifizieren. Ergänzend wird das Team Experimente durchführen, um Verbrennungsprozesse von Raumfahrtobjekten besser zu verstehen.</p>
<h6><strong>Warum ist das wichtig? Probleme, die das Projekt lösen will</strong></h6>
<p>Die Anzahl der Satelliten nimmt stetig zu. Am Ende ihrer Lebensdauer müssen diese sicher aus der Umlaufbahn entfernt werden – üblicherweise durch kontrolliertes Verglühen in der Atmosphäre. Dieses Verfahren birgt jedoch ein erhebliches Risiko: Die dabei freigesetzten Materialien können Atmosphäre kontaminieren. Besonders Leichtmetalle wie Lithium, die in der Raumfahrt genutzt werden, beeinflussen die Luftchemie durch ihre globale Zirkulation. Da in den nächsten ein bis zwei Dekaden potenziell so viel Satellitenmaterial in die Atmosphäre gelangen könnte wie natürlich auftretender kosmischer Staub, ist es entscheidend, zu verstehen, wie diese Materialien sich auf die Luftchemie auswirken. Insgesamt will das Forschungsprojekt die Notwendigkeit nachhaltiger Praktiken in der wachsenden Weltraumindustrie unterstreichen.</p>
<h6>Das sagt der Projektleiter Prof. Dr. Gerd Baumgarten vom Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik an der Universität Rostock (IAP):</h6>
<p>"Das Projektteam ist sehr gespannt darauf, die Vorgänge an der Grenze zwischen Atmosphäre und Weltraum zu beleuchten und zu einer nachhaltigen Nutzung des erdnahen Weltraums beizutragen."</p>
<h6><strong>Wer ist dabei? Die beteiligten Partner</strong></h6>
<p><a href="https://www.iap-kborn.de/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik an der Universität Rostock (IAP)</a></p>
<p><a href="https://www.uni-stuttgart.de/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Universität Stuttgart</a></p>
<h6><strong>Hintergrund: Der Leibniz-Wettbewerb</strong></h6>
<p>Das Projekt „RAISE“ wird im Rahmen des Leibniz-Wettbewerbs für den Zeitraum von drei Jahren gefördert. Der Wettbewerb unterstützt die Erreichung der strategischen Ziele der Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation. Die Projektbewilligungen ermöglichen Forschung auf höchstem Niveau. Insgesamt fördert die Leibniz-Gemeinschaft in der Runde 2026 30 Vorhaben.</p>
<p><a href="https://www.leibniz-gemeinschaft.de/forschung/leibniz-wettbewerb" target="_blank" class="internal">Weitere Informationen zum Leibniz-Wettbewerb</a></p>
<p><a href="https://www.leibniz-gemeinschaft.de/forschung/leibniz-wettbewerb/gefoerderte-vorhaben" target="_blank" class="internal">Projektdatenbank des Leibniz-Wettbewerbs</a></p>

]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik an der Universität Rostock</category>
                            
                                <category>Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften</category>
                            
                                <category>Projekte</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 14 Aug 2026 12:20:18 +0200</pubDate>
                        <title>„Nicht die Flüsse müssen sich anpassen“</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/deutschlands-fluesse-leiden-unter-wassermangel</link>
                        <description>Wassermangel wird zum Problem für Flüsse und Schiffe. Doch die diskutierte Vertiefung der Fahrrinnen greift zu kurz, sagen Forschende.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Deutschlands und Europas Flüsse leiden unter Wassermangel. Längere Trockenperioden, hohe Temperaturen und eine veränderte Niederschlagsverteilung führen immer häufiger zu Niedrigwasser. Die Folgen betreffen nicht nur Schifffahrt und Wirtschaft, sondern auch die ökologischen Funktionen der Flüsse. Eine weitere Vertiefung von Fahrrinnen kann diese Probleme nicht nachhaltig lösen. Stattdessen sollten die Landnutzung und die Binnenschifffahrt dringend an die veränderte Wasserverfügbarkeit angepasst werden.</p>
<p>Politik und Wirtschaft diskutieren derzeit über eine Vertiefung von Fahrrinnen, damit Binnenschiffe auch bei niedrigen Wasserständen möglichst uneingeschränkt und sicher fahren können. Aus wissenschaftlicher Sicht greift dieser Ansatz zu kurz. „Wir müssen uns stärker an das vorhandene Wasserdargebot anpassen, statt die Flüsse immer weiter an unsere Nutzungsansprüche anzupassen“, sagt IGB-Forscher Dr. Christian Wolter. Punktuelle Eingriffe zur Beseitigung einzelner Engstellen können zwar sinnvoll sein, eine weitere systematische Vertiefung der Flüsse ist jedoch keine nachhaltige Antwort auf häufiger auftretendes Niedrigwasser.</p>
<h6>Flüsse wurden für die Nutzung verändert – mit Folgen für den Wasserhaushalt</h6>
<p>Viele deutsche Flüsse wurden seit dem 19. Jahrhundert begradigt, verkürzt, befestigt und ihre Funktion als Wasserstraßen gefördert. Durchschnittlich verloren die Flüsse dadurch 20 Prozent ihrer Fließwege; das Wasser fließt dadurch schneller ab. Befestigte Ufer verhindern zudem, dass sich Flüsse seitlich ausbreiten können; stattdessen tieft sich ihre Sohle um mehrere Meter ein. Das trägt bei Niedrigwasser dazu bei, dass auch angrenzende Landschaften stärker entwässert werden.</p>
<p>Gleichzeitig sind natürliche Wasserspeicher wie Auen, Feuchtgebiete und Moorlandschaften fast überall verschwunden. „Das alles hat dazu beigetragen, dass uns die Folgen des Klimawandels heute so hart treffen“, warnt Wolter. „Wir wissen seit Jahrzehnten, dass wir Wasser stärker in der Landschaft zurückhalten müssen. Angesichts zunehmender Trockenheit wird es immer dringlicher, diese Erkenntnis auch umzusetzen.“</p>
<h6>Mehr Wasser in der Landschaft halten</h6>
<p>Die Niedrigwasserproblematik lässt sich nicht allein über die jährliche Niederschlagsmenge erklären. Entscheidend ist auch deren jahreszeitliche Verteilung. Künftig fällt mehr Niederschlag in den Wintermonaten; während die Sommermonate trockener werden. Wasser aus den niederschlagsreichen Monaten muss deshalb länger in der Landschaft gespeichert werden.</p>
<p>Dafür braucht es mehr Raum für Flüsse und ihre Auen. Begradigte Oberläufe sollten, wo möglich, wieder stärker mäandrieren und dadurch längere Fließwege erhalten. Auen und Feuchtgebiete sollten revitalisiert, Entwässerungsstrukturen überprüft und oberflächennahe Grundwasservorkommen besser geschützt werden. „Wir sollten Wasser nicht möglichst schnell aus der Landschaft ableiten, sondern es dort halten, wo es später gebraucht wird“, erklärt Christian Wolter.</p>
<p>Solche Maßnahmen zum Wasserrückhalt stärken auch den natürlichen Hochwasserschutz: Naturnahe Flusslandschaften können Niederschläge aufnehmen und den Abfluss zeitlich verzögern.</p>
<h6>Niedrigwasser und Hitze gefährden Flussökosysteme</h6>
<p>Niedrige Wasserstände sind nicht nur ein Problem für die Schifffahrt. Besonders kritisch für viele Lebewesen ist die Kombination aus Niedrigwasser und hohen Temperaturen. Warmes Wasser kann weniger Sauerstoff aufnehmen, während Fische und andere Wasserorganismen bei steigenden Temperaturen zugleich mehr Sauerstoff benötigen. Niedrigwasser ist deshalb nicht nur eine Frage des Wasserstands. Es kann die gesamte ökologische Funktionsfähigkeit eines Flusses beeinträchtigen. Neben dem Wasserrückhalt in der Landschaft ist deshalb auch die Beschattung der Flussufer eine wichtige Maßnahme.</p>
<p>Kommt es nach langen Trockenperioden zu Starkregen, können ausgetrocknete oder versiegelte Böden die großen Wassermengen oft nur begrenzt aufnehmen. Dann werden innerhalb kurzer Zeit erhebliche Mengen an organischem Material in die Gewässer gespült. Dessen Zersetzung verbraucht wiederum viel Sauerstoff und senkt den Sauerstoffgehalt im Wasser rasch weiter ab.</p>
<h6>Die Schifffahrt muss sich anpassen, nicht die Flüsse</h6>
<p>Eine klimaangepasste Verkehrspolitik bedeutet aus Sicht des IGB deshalb auch, die Infrastruktur und die Schifffahrt stärker auf die natürlichen Wasserverhältnisse auszurichten. Dazu gehören beispielsweise Schiffe mit geringerem Tiefgang. „Wir können Niedrigwasser nicht einfach wegplanen oder wegbaggern. Wir müssen unsere Landschaften und unsere Nutzung der Flüsse so verändern, dass ihre wichtigen Funktionen auch bei weniger und unregelmäßiger verfügbarem Wasser erhalten bleiben“, sagt Wolter.</p>
<p>Naturnahe Flusslandschaften sind nicht nur ökologisch wertvoll. Sie sind ein zentraler Baustein, um Deutschland auf häufiger auftretendes Niedrigwasser, Hitze und zugleich zunehmende Starkregenereignisse vorzubereiten.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.igb-berlin.de/news/wir-koennen-niedrigwasser-nicht-einfach-wegbaggern" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei</category>
                            
                                <category>Umweltwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 13 Aug 2026 12:32:38 +0200</pubDate>
                        <title>Vergessene Fluten</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/europas-grosse-flutserie</link>
                        <description>Die&amp;nbsp;Magdalenenflut von 1342 gilt als eines der schwersten Hochwasser Mitteleuropas&amp;nbsp;– doch sie war nur Höhepunkt einer ganzen Serie von Flutkatastrophen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Die Magdalenenflut vom Juli 1342 gilt seit Langem als das schwerste Hochwasser Mitteleuropas im vergangenen Jahrtausend und als größtes Bodenerosionsereignis seit dem Ende der letzten Eiszeit. Eine neue, in der Fachzeitschrift Nature erschienene Studie zeigt nun: Diese Jahrhundertflut war kein Einzelereignis, sondern nur der Höhepunkt einer beispiellosen Serie von Katastrophen. Zwischen dem Winter 1341/42 und dem Ende des Jahres 1343 suchten 16 große Hochwasser weite Teile Europas heim. Vier dieser Ereignisse erreichten statistische Wiederkehrperioden von 500 bis 1.000 Jahren, waren also echte „Jahrtausendfluten“ – neben der Magdalenenflut auch die von den Forschenden benannte Lichtmess-, die Jakobs- und die Bartholomäusflut. Das Jahr 1342 war damit das hochwasserreichste der vergangenen 700 Jahre; auch 1343 zählt zu den zehn extremsten Jahren dieses Zeitraums.</p>
<p>Das belegen mehr als 1.000 Einträge aus historischen Originalquellen: Chroniken, Rechnungsbücher, Urkunden und Briefe. Maßgeblich an deren Rekonstruktion beteiligt war der Mittelalterspezialist Dr. Martin Bauch vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) in Leipzig. Die Studie entstand unter Leitung von Andrea Kiss und Günter Blöschl (Technische Universität Wien) gemeinsam mit einem interdisziplinären Team von mehr als 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz Europa.</p>
<p>„Wir können Monat für Monat rekonstruieren, welche Regionen Europas wann betroffen waren. Das zeigt deutlich, dass sich die Hochwasser wie eine Perlenkette durch die Jahre 1341 bis 1343 ziehen – nicht alle gleich verheerend, nicht alle am selben Ort, aber alle klar miteinander verbunden“, sagt Andrea Kiss, Erstautorin der Studie sowie Historikerin und Geographin an der Technischen Universität Wien. 2025 forschte sie als Gastwissenschaftlerin am GWZO in Leipzig, wo sie die Studie auch finalisierte.</p>
<p>Besonders schwer traf die Serie Mitteldeutschland und das östliche Mitteleuropa. In Prag riss die Moldau die berühmte steinerne Judithbrücke fort, die Vorgängerin der heutigen Karlsbrücke. An der Elbe stürzten die Brücken in Dresden und Meißen ein, in Thüringen die Übergänge über die Gera in Erfurt und über die Werra bei Vacha, Meiningen und Eisenach, in der Lausitz die Spreebrücke in Bautzen. Über Böhmen reichten die Fluten bis in den Karpatenraum und nach Ungarn. Entlang der Donau berichtete der Chronist Johann von Winterthur von rund 6.000 Toten; europaweit forderten die Fluten viele Tausend Opfer.</p>
<p>Als Ursache der ungewöhnlichen Häufung machen die Forschenden ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren wahrscheinlich: eine Serie großer Vulkanausbrüche um 1340 – darunter mindestens fünf tropische Vulkane sowie ein Ausbruch der isländischen Hekla – und ein über mehrere Jahre anhaltender Rückgang des arktischen Meereises. Beides veränderte die Luftströmungen über Europa und begünstigte extreme, langanhaltende Niederschläge.</p>
<p>„Die Magdalenenflut ist bis heute im kollektiven Gedächtnis präsent, weil sie mit Hochwassermarken und Gedenktafeln festgehalten wurde, aber auch durch jährlich wiederholte Bittprozessionen. Dass sie nur ein Ereignis in einer ganzen Kette von Katastrophen war, ist über die Jahrhunderte in Vergessenheit geraten. Diese Jahre gehören zur großen Krise des 14. Jahrhunderts, die wenige Jahre später im Schwarzen Tod gipfelte. Unsere Ergebnisse zeigen, wie eng Umwelt-, Klima- und Gesellschaftsgeschichte in dieser Zeit verflochten waren“, erklärt Martin Bauch.</p>
<p>Bauch, der am GWZO eine von der VolkswagenStiftung geförderte Freigeist-Nachwuchsgruppe zur mittelalterlichen Klimageschichte leitete, gilt als einer der besten Kenner der Magdalenenflut; bereits 2019 legte er dazu eine grundlegende Studie vor. Für das Nature-Projekt brachte er vor allem die Überlieferung aus Mitteldeutschland, Böhmen und dem östlichen Mitteleuropa ein – Chroniken, Urkunden und Rechnungsbücher, die er kritisch auswertete und in die historischen Datenbanken überführte.</p>
<p>Für das Team liegt die Aktualität der Studie auf der Hand. „Hochwasser sind statistisch nicht unabhängig voneinander: Sie treten nicht einfach zufällig ein wie Lottogewinne, sondern können statistisch und ursächlich zusammenhängen“, betont der Wiener Hydrologe Günter Blöschl. Sequenzen mehrerer Extremhochwasser binnen weniger Monate würden im heutigen Risikomanagement dennoch kaum berücksichtigt – obwohl der Klimawandel solche Häufungen künftig wahrscheinlicher macht. Die Autorinnen und Autoren plädieren daher für vorausschauende, anpassungsfähige Schutzstrategien, die nicht nur einzelne Jahrhundertfluten, sondern ganze Katastrophenketten einkalkulieren.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>Kiss, A., Viglione, A., Barrientos, M., Enzi, S., Bauch, M. et al. (2026): Cascading continental-scale floods across Europe in 1342–1343. Nature. DOI: 10.1038/s41586-026-10888-8</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.leibniz-gwzo.de/de" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Website des Leibniz-Instituts für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa</category>
                            
                                <category>Geisteswissenschaften und Bildungsforschung</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 12 Aug 2026 13:58:00 +0200</pubDate>
                        <title>Molekulare Landkarte</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/mainnavigation/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/molekulare-landkarte</link>
                        <description>Ein kombiniertes Verfahren macht erstmals krankheitsrelevante Lipide im Gewebe hochauflösend sichtbar, wie Forschende am Beispiel von Morbus Fabry demonstrieren.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Wie verteilen sich krankheitsrelevante Moleküle im Gewebe? Und welche Veränderungen treten schon auf, bevor sie unter dem Mikroskop sichtbar werden? Fragen wie diese sind bei vielen Erkrankungen für eine frühzeitige Diagnose und gezielte Therapie entscheidend. Forschende am Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e. V. ist es erstmals gelungen, zwei komplementäre Analyseverfahren für eine hochauflösende molekulare Landkarte von Gewebe zu verbinden. Diese macht unterschiedliche Biomoleküle gleichzeitig sichtbar und zeigt ihre räumliche Anordnung. Die Entwicklung und ihre Anwendung am Beispiel der Erbkrankheit Morbus Fabry haben die Wissenschaftler:innen nun im Fachmagazin <a href="https://pubs.acs.org/ancham/article/98/28/20725/5224328/Automatic-Coregistration-of-High-Resolution-MALDI" target="_blank" rel="noreferrer">Analytical Chemistry</a>&nbsp;veröffentlicht.</p>
<p class="mb-4">Das Team kombinierte Raman-Mikroskopie und AP-MALDI (Atmospheric-Pressure Matrix-Assisted Laser Desorption/Ionization) inkl. Massenspektrometrie-Bildgebung, AP-MALDI-MSI. Während die Raman-Mikroskopie die chemische Signatur von Molekülklassen und die Struktur des Gewebes in Bereichen bis zu zwei Mikrometern Pixelgröße erfasst, identifiziert und lokalisiert AP-MALDI-MSI einzelne Moleküle mit hoher Genauigkeit (bis zu fünf Mikrometer kleine Pixel). Eine eigens entwickelte Software führte beide Datensätze automatisiert zusammen und ordnete sie demselben Gewebeabschnitt mit mikrometergenauer Präzision zu.</p>
<h6 class="font-bold text-lg mb-2 lg:text-xl lg:mb-3 xl:text-2xl">Informationen für eine verlässliche diagnostische Einschätzung</h6>
<p class="mb-4">Als Anwendungsbeispiel untersuchten die Forschenden Herzgewebe von Mäusen mit Morbus Fabry. Bei dieser seltenen genetischen Stoffwechselerkrankung werden bestimmte Lipide, Globotriaosylceramide (Gb3), nicht ausreichend abgebaut. Sie lagern sich im Laufe der Zeit in Organen wie Herz oder Niere ab und schädigen diese lebensbedrohlich.</p>
<p class="mb-4">Für die automatisierte Koregistrierung der Herzgewebe-Aufnahmen mittels Raman-Mikroskopie und AP-MALDI-MSI legten die Wissenschaftler:innen diese pixelgenau übereinander. „Erst die Kombination von Raman-Mikroskopie und bildgebender Massenspektrometrie ermöglicht ein aussagekräftiges Bild der molekularen Vorgänge im Gewebe. Für eine verlässliche diagnostische Einschätzung ist es wichtig zu wissen, wo genau im Gewebe sich Gb3-Moleküle anreichern“, sagt Prof. Dr. Sven Heiles, Leiter der Nachwuchsgruppe Lipidomics am ISAS und einer der korrespondierenden Autor:innen.</p>
<h6 class="font-bold text-lg mb-2 lg:text-xl lg:mb-3 xl:text-2xl">Erstmals Lipid-Ablagerungen im Herzgewebe mikrometergenau kartiert</h6>
<p class="mb-4">Die molekulare Landkarte zeigte bei der Fabry-Krankheit: Gb3 verteilt sich nicht gleichmäßig im Herzgewebe. Stattdessen bilden unterschiedliche molekulare Varianten von Gb3 kleinste, räumlich klar abgegrenzte Ablagerungen. „Zwar sind die genetische Ursache der Fabry‑Krankheit und erhöhte Gb3‑Spiegel im Blut seit Langem bekannt. Auch typische Zielorgane mit Lipidspeicherung wurden in Studien beschrieben. Aber wie&nbsp;sich die Lipide im menschlichen Gewebe auf zellulärer und subzellulärer Ebene verteilen und welche interindividuelle Heterogenität dabei besteht, war bislang nur unzureichend charakterisiert. Die neuen Erkenntnisse könnten zukünftig helfen, den Krankheitsverlauf besser zu verstehen“, erläutert Prof. Dr. Kristina Lorenz, Leiterin der Abteilung Translationale Forschung am ISAS und ebenfalls korrespondierende Autorin.</p>
<p class="mb-4">Als Nächstes soll das Verfahren auf Gewebeproben von Patient:innen mit der Fabry-Krankheit übertragen werden. Ziel ist es, mithilfe solcher komplementären Verfahren Krankheitsmechanismen bei einzelnen Morbus-Fabry-Ausprägungen besser zu verstehen –und darauf basierend neue Ansätze für die Diagnostik und Therapie zu ermöglichen. Im Fokus stehen außer Morbus Fabry auch andere Krankheiten, bei denen sich Moleküle lokal im Gewebe verändern – etwa bei Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen.</p>
<h6 class="font-bold text-lg mb-2 lg:text-xl lg:mb-3 xl:text-2xl">Originalpublikation</h6>
<p class="mb-4">Automatic Coregistration of High-Resolution MALDI-MSI and Raman Imaging Applied to Cardiac Tissue of Fabry Disease Mouse Models: <a href="https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.analchem.5c07622" target="_blank" class="link" rel="noreferrer">https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.analchem.5c07622</a>.</p>
<h6 class="mb-4">Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.isas.de/presse/archiv/kombination-raman-maldi" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften – ISAS – e.V. (ISAS) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften - ISAS - e. V.</category>
                            
                                <category>Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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