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            <title>Leibniz-Gemeinschaft</title>
            <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/</link>
            <description>TOP-Meldungen von Leibniz-Gemeinschaft</description>
            <language>de-DE</language>
            
                <copyright>Leibniz-Gemeinschaft</copyright>
            
            <pubDate>Sat, 18 Jul 2026 09:46:41 +0200</pubDate>
            <lastBuildDate>Sat, 18 Jul 2026 09:46:41 +0200</lastBuildDate>
            
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                        <pubDate>Thu, 16 Jul 2026 12:14:36 +0200</pubDate>
                        <title>Was kommt auf den Teller?</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/was-kommt-auf-den-teller</link>
                        <description>Bremen war die erste deutsche Stadt mit einem Senatsbeschluss für gesundes Schulessen. Forschende haben nun ausgewertet, inwiefern die Qualitätskriterien eingehalten werden.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Wer in der Schule gut essen kann, lernt besser und bleibt gesünder. Das gilt besonders für Kinder, die zu Hause weniger Zugang zu ausgewogenen Mahlzeiten haben. Bremen hat 2018 ein Modellprojekt für gesundes Schulessen gestartet. Was daraus geworden ist, hat das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS untersucht.</p>
<p>Kinder sollten schon früh vielfältige Geschmäcker, gesunde Zubereitungsarten und ausgewogene Mahlzeiten kennenlernen. In der Realität aber essen viele von ihnen zu oft hochverarbeitete Lebensmittel – auf dem Heimweg beim Imbiss, als Fertigessen aus dem Supermarkt oder per Lieferdienst. Was auf den Tisch kommt, prägt Gewohnheiten fürs Leben. Übergewicht und andere Folgeerkrankungen können das Ergebnis sein. Laut der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts sind 15,4 Prozent der Drei- bis 17-Jährigen von Übergewicht betroffen, 5,9 Prozent haben eine Adipositas, jedes siebte Kind im Land.</p>
<p>„Vielfältige Speisen und gute Ernährung lernen viele Kinder nicht zu Hause, sie brauchen dafür andere Erfahrungsräume. Kita und Schule sind genau das“, erklärt PD Dr. Antje Hebestreit, Fachgruppenleiterin Verhalten und Gesundheit am BIPS. Sie fügt an: „Kinder verbringen täglich viele Stunden in der Schule. Was dort auf den Tisch kommt, trägt maßgeblich dazu bei, ob Kinder lernen, gesund zu essen. Es ist einer der wichtigsten Hebel, die wir haben.“&nbsp;</p>
<h6><strong>Erste systematische Untersuchung des Schulessens in Bremen</strong></h6>
<p>Hebestreit arbeitet seit Jahren daran, genau diesen Hebel zu verstehen. Seit Oktober 2024 leitet sie das Projekt GENAU – Gesunde und nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung in Bremer Schulen. Es ist die erste systematische Untersuchung des Schulessens in Bremen: Was landet wirklich auf dem Teller? Wie viel davon entspricht dem, was die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) für die Schulmahlzeit empfiehlt?&nbsp;</p>
<p>Hintergrund ist ein politisches Vorhaben, das Bremen vor Jahren ambitioniert anging. Im Februar 2018 beschloss der Bremer Senat den sogenannten Aktionsplan 2025 für die Stadt Bremen. Ein stufenweises Programm, das die gesamte öffentliche Gemeinschaftsverpflegung der Stadt auf hohe Qualitätsstandards und schrittweise auf bis zu hundert Prozent Bioprodukte heben sollte. Bremen war damit die erste deutsche Stadt mit einem solchen Beschluss.&nbsp;</p>
<p>Nun, da der Aktionsplan formal ausläuft, stellt sich die entscheidende Frage: Was wurde daraus? Das BIPS versucht mit GENAU diese Frage zu beantworten. Das GENAU-Projekt, gefördert durch die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, prüft und bewertet die Speisepläne und die Zusammensetzung der Mittagsmahlzeiten weiterführender Schulen anhand der Qualitätsstandards der DGE und ermittelt den Anteil ökologisch erzeugter Lebensmittel. Ergänzend finanziert das BIPS ein Vorhaben, das sich mit der Akzeptanz und Umsetzung befasst und von PD Dr. Sarah Forberger geleitet wird. Es untersucht die strukturellen Bedingungen des Schulessens: Was sagen Schülerinnen und Schüler, Schulleitungen, Caterer und Behörden dazu? Was läuft gut, was nicht?</p>
<p>Die Haupterhebungswelle fand im November und Dezember 2025 statt – bewusst zum Zeitpunkt des Aktionsplan-Endes. Das Ergebnis ist durchwachsen: „Im Schnitt erfüllten die Speisenanbietenden im Land Bremen bei der Mischkostlinie 57 Prozent der bewerteten DGE-Häufigkeitskriterien, bei der vegetarischen Linie 62 Prozent. Das ist mehr als die Hälfte, aber eben auch deutlich weniger als das, was möglich wäre“, sagt Dr. Maike Wolters, Koordinatorin der Studie am BIPS. Besonders schwierig sei die Umsetzung beim fettreichen Fisch, bei Vollkornprodukten und bei Nüssen oder Ölsaaten.&nbsp;</p>
<h6><strong>Hoher Bioanteil</strong></h6>
<p>Beim Bioanteil zeigt sich ein positives Ergebnis: In der Stadt Bremen, in der der Aktionsplan 2025 galt, lag der durchschnittliche Anteil ökologisch erzeugter Lebensmittel an der verwendeten Menge bei 65 Prozent. In Bremerhaven, das dem Aktionsplan 2025 nicht unterlag, liegt er dagegen bei sieben Prozent. Wolters betont, die Zahlen zur Einhaltung der Qualitätskriterien wie auch zum Anteil ökologisch erzeugter Lebensmittel seien mit Vorsicht zu interpretieren, weil nicht alle Anbieter vollständige Daten liefern konnten. „Aber die Richtung ist eindeutig.“&nbsp;</p>
<p>Elf von zwölf Speisenanbietenden, die im Land Bremen weiterführende, öffentliche Schulen versorgen, beteiligten sich an der Erhebung. Eine bemerkenswert hohe Beteiligungsquote, die zeigt, dass das Projekt von den Anbietenden und der Schulbehörde ernst genommen wird. „Dass das Umwelt- und Wissenschaftsressort und die Schulbehörde dabei ressortübergreifend so gut zusammenarbeiten, ist in Deutschland alles andere als selbstverständlich“, lobt Hebestreit und wertet das als ermutigendes Signal: „Nur wenn Schulen, Caterer und Behörden an einem Strang ziehen, kommen wir ans Ziel. Bremen zeigt, dass das möglich ist.“</p>
<h6><strong>Was noch kommt</strong></h6>
<p>GENAU ist noch nicht abgeschlossen. Die dritte Erhebungswelle läuft derzeit. Sie soll zeigen, wie sich die Lage ein halbes Jahr nach Ende des Aktionsplans entwickelt hat. Zudem werden die Daten aus beiden Teilprojekten zusammengeführt. Damit kann die Frage beantwortet werden, ob und warum Schülerschaft, Lehrkräfte und Speiseanbietende das Essen und die Vorgaben akzeptieren, denn ohne Akzeptanz bei Behörden, Schulen und Speiseanbietenden bleibt auch das beste Schulessen liegen. Zudem berechnet das Team die durch die Umstellung entstandenen Modellkosten und Klimafolgekosten: Was würde es kosten, auf bio-regionale (oder ökologische) Produkte umzustellen? Und welche Hürden stehen dem im Weg? „Was wir hier sehen, ist kein Bremer Sonderproblem“, sagt Hebestreit. „Die Frage, wie wir Schulessen in Deutschland wirklich gut machen, ist eine nationale Frage. Bremen ist gerade nur das Labor.“</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.bremische-buergerschaft.de/drs_abo/2026-06-30_Drs-21-849%20S_b8fd7.pdf" target="_blank" class="download" rel="noreferrer">Abschlussbericht des Senats zur Umsetzung des Aktionsplans 2025 </a></p>
<p><a href="https://www.bips-institut.de/medien/einzelansicht/schulessen-als-schluessel-zu-gesundheit-und-chancengleichheit.html" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS (BIPS) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 16 Jul 2026 11:57:42 +0200</pubDate>
                        <title>Nachhaltige Unterstützung für die Ukraine</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/nachhaltige-unterstuetzung</link>
                        <description>Ein neuer Policy Brief zeigt, wie Geodatenanalysen, Schulungen und digitale Berantungsdienste zum Wiederaufbau ländlicher Räume beitragen können.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Der IAMO Policy Brief 52 untersucht, wie digitale Innovationen den Wiederaufbau und die nachhaltige Entwicklung ländlicher Regionen in der Ukraine unterstützen können. Im Mittelpunkt steht der Polissia Digital Innovation Hub (POLIDIH), eine regionale Plattform, die Landwirt:innen, Agrarunternehmen, Forschenden und lokalen Behörden Geodatenanalysen, Schulungen sowie digitale Beratungsdienste anbietet.</p>
<p>Als zentrales Instrument wird der „Community Geo-Investment Passport“ vorgestellt, der offene Daten, Satelliteninformationen und lokal validierte Daten kombiniert, um Investitionspotenziale sichtbar zu machen und die Planung von Entwicklungsprojekten zu erleichtern. Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und zum Wiederaufbau ländlicher Räume leisten können, wenn sie in lokale Verwaltungsstrukturen eingebettet, durch gezielten Kompetenzaufbau begleitet und auf transparenten Datensystemen aufgebaut werden. Gleichzeitig verdeutlichen sie die Bedeutung von Wissenstransfer, institutioneller Zusammenarbeit und der aktiven Einbindung lokaler Akteure für eine erfolgreiche digitale Transformation.<br> <br> Der Policy Brief entstand im Rahmen des vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Projektes „<a href="http://http://" title="Policy" target="_blank" class="IAMO" rel="noreferrer">Digitale Transformation für nachhaltige Entwicklung: Deutsch-ukrainische Perspektiven für zukünftige Agrar- und Ernährungssysteme Europas</a>“ (DigiAgrar_UA).<br> <br> Wichtige Impulse lieferten vier internationale Expertengespräche sowie der <a href="https://www.iamo.de/aktuelles/news/artikel/digiagrar-ua-workshop-zu-digitalen-loesungen-fuer-nachhaltige-landwirtschaft" target="_blank" rel="noreferrer">DigiAgrar_UA-Workshop</a> im November 2025 am IAMO in Halle (Saale). Die Diskussionen machten deutlich, dass die digitale Transformation der ukrainischen Agrar- und Ernährungswirtschaft maßgeblich von der engen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Start-ups und politischen Akteuren getragen wird. Wertvolle Einblicke lieferten dabei die Erfahrungen führender ukrainischer Agrar- und IT-Unternehmen wie Astarta Holding, EOS Data Analytics, SmartFarming, TG Consulting, UNIT.City und des Ukrainian Startup Fund. Diese Akteure entwickeln und implementieren innovative digitale Lösungen in enger Kooperation mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, Start-ups und internationalen Partnern. Dadurch fördern sie den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis und tragen dazu bei, moderne Technologien wie Geodatenanalysen, Satellitenmonitoring, Künstliche Intelligenz, digitale Plattformen und datenbasierte Managementsysteme schneller in die landwirtschaftliche Produktion sowie in die gesamte Agrar- und Ernährungswirtschaft zu integrieren.<br> <br> „Die Erfahrungen aus POLIDIH und die Beiträge führender ukrainischer Agrar- und IT-Unternehmen zeigen, dass digitale Technologien erheblich zur Produktivitätssteigerung, zur Verbesserung der Markttransparenz und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen können“, sagt IAMO-Wissenschaftler <a href="https://www.iamo.de/institut/mitarbeitende/details/perekhozhuk" target="_blank" rel="noreferrer">Dr. Oleksandr Perekhozhuk</a>. „Innovationen entfalten ihr Potenzial insbesondere dort, wo Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eng zusammenarbeiten.“<br> <br> Der <a href="https://www.iamo.de/fileadmin/documents/IAMOPolicyBrief52_de.pdf" target="_blank" rel="noreferrer">IAMO Policy Brief 52 „Digitale Lösungen und Dienstleistungen für ländliche Gemeinden: Erkenntnisse aus dem Polissia Digital Innovation Hub (POLIDIH)“</a> ist in der deutschen, englischen und ukrainischen Sprache erschienen. Die Ausgaben können auf der folgenden Webseite kostenfrei heruntergeladen werden: <a href="http://www.iamo.de/iamo-policy-briefs" target="_new" rel="noreferrer">http://www.iamo.de/iamo-policy-briefs</a>.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p><a href="https://www.iamo.de/fileadmin/documents/IAMOPolicyBrief52_de.pdf" target="_blank" class="download" rel="noreferrer">IAMO Policy Brief 52 (PDF) </a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.iamo.de/presse/pressemitteilungen/artikel/digitale-dienstleistungen-zum-wiederaufbau-laendlicher-raeume-in-der-ukraine" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien </category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7539</guid>
                        <pubDate>Thu, 16 Jul 2026 10:22:04 +0200</pubDate>
                        <title>NS-Raubkunst erforschen</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/historische-verantwortung</link>
                        <description>Am IfZ entsteht ein neues Zentrum für Provenienzforschung und Restitutionsfragen. Es stärkt die unabhängige Forschung zum Umgang mit NS-Raubkunst in den staatlichen Museen Bayerns.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p class="text-justify">Am Institut für Zeitgeschichte wird ein Zentrum für Provenienzforschung und Restitutionsfragen entstehen. In einem interdisziplinären Team werden dort Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Zeitgeschichte, Kunstgeschichte und Rechtswissenschaften die Forschungsbasis für den Umgang mit NS-Raubkunst in den staatlichen Museen Bayerns schaffen. „Wir freuen uns auf diese verantwortungsvolle Aufgabe“, sagte die Direktorin des IfZ, Prof. Dr. Isabel Heinemann.</p>
<p class="text-justify">Mit der Einrichtung des neuen Zentrums geht die Berufung einer Unabhängigen Kommission NS-Raubgut in Bayern einher. Sie besteht aus fachlich ausgewiesenen Persönlichkeiten, die auf der Grundlage der am IfZ geleisteten Forschungsarbeit Restitutionsempfehlungen an den Freistaat Bayern aussprechen werden. Den Vorsitz soll Prof. Dr. Raphael Gross, Direktor des Deutschen Historischen Museums (Berlin), übernehmen.&nbsp; Die Einrichtung des neuen Zentrums am Institut für Zeitgeschichte ist ebenso wie die Berufung der Unabhängigen Kommission Ergebnis eines Reformprozesses, mit dem Provenienzforschung und Restitutionsverfahren für die Museen in der Trägerschaft des Freistaats Bayern künftig unabhängig, transparent und wissenschaftlich fundiert organisiert werden sollen.&nbsp;<br> <br> Der Freistaat setzt damit Empfehlungen des Runden Tisches Historische Verantwortung um, dem unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des Zentralrats der Juden, der Jewish Claims Conference sowie aus Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis angehörten und den der frühere IfZ-Direktor Prof. Dr. Andreas Wirsching im Auftrag von Wissenschaftsminister Markus Blume geleitet hat.&nbsp; Mit der Einrichtung des Zentrums im Institut für Zeitgeschichte will Minister Blume den Umgang mit NS-Raubgut in größtmöglicher wissenschaftlicher Unabhängigkeit und außerhalb der staatlichen Museumsverwaltung sichern: „Die Ansiedlung am IfZ ist Garant für wissenschaftliche Freiheit, institutionelle Unabhängigkeit, eigenständige Verantwortung für das Personal und Einhaltung der hohen Standards der Leibniz-Gemeinschaft für wissenschaftliches Arbeiten.“</p>
<p class="text-justify">Durch das Zentrum für Provenienzforschung werden am IfZ neue Stellen für entsprechend qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entstehen. Neben den Provenienzrecherchen und dem Aufbau einer Dateninfrastruktur, die als Ausgangspunkt für die Restitutionsempfehlungen der Unabhängigen Kommission dienen werden, wird das Zentrum auch eigene Forschungen und Kooperationen durchführen.</p>
<h6 class="text-justify">Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.ifz-muenchen.de/aktuelles/artikel/neues-zentrum-fuer-provenienzforschung-am-ifz" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Instituts für Zeitgeschichte München - Berlin (IfZ)</a></p>
<p><a href="https://www.stmwk.bayern.de/ministerium/meldung/7277/wir-haben-uns-unserer-historischen-verantwortung-gestellt-neuausrichtung-der-provenienzforschung-in-bayern.html" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst: Neuausrichtung der Provenienzforschung in Bayern</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>Institut für Zeitgeschichte München - Berlin</category>
                            
                                <category>Geisteswissenschaften und Bildungsforschung</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 15 Jul 2026 14:18:00 +0200</pubDate>
                        <title>Tierische Spuren</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/den-tieren-auf-der-spur</link>
                        <description>Wie reagieren Wildtiere auf Umweltveränderungen? Das Forschungsprojekt VEBITA untersucht tierische Anpassungsfähigkeit mithilfe von Bewegungsdaten&amp;nbsp;und macht die Erkenntnisse für Forschung und Gesellschaft nutzbar.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Tierbewegungen sind entscheidend für funktionierende Ökosysteme und die Anpassungsfähigkeit von Arten an Umweltveränderungen. Ab Januar 2027 fördert das Land Hessen mit seinem bundesweit einzigartigen Forschungsförderungsprogramm LOEWE den neuen Schwerpunkt „Verhaltensplastizität im Wandel: Biologging als Schlüssel zur Erfassung tierischer Anpassungsfähigkeit (VEBITA)“ für vier Jahre mit rund 4,6 Millionen Euro. VEBITA untersucht mithilfe von Bewegungsdaten aus Tiersensoren und KI-Methoden, wie Tiere auf Klimawandel und Lebensraumveränderungen reagieren und wie diese Erkenntnisse für Forschung, Naturschutz und Gesellschaft besser nutzbar gemacht werden können. Das trans- und interdisziplinäre Projekt wird gemeinsam vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) und der Philipps-Universität Marburg umgesetzt.</p>
<p>Gazellen, die auf ihrer Suche nach Futterplätzen weite Distanzen in den mongolischen Steppen zurücklegen. Zugvögel, die jedes Jahr Tausende Kilometer zwischen Brut- und Wintergebieten bewältigen. Rothirsche, die während ihrer Brunft Reviere durchqueren, um Paarungspartner zu finden: Bewegung ist ein Grundprinzip tierischen Lebens. Sie entscheidet darüber, wo Tiere Nahrung finden, wie sie Partnern begegnen, ob neue Lebensräume erschlossen werden und ob ein genetischer Austausch zwischen Populationen stattfindet. „Unterschiede im Bewegungsverhalten können darüber bestimmen, ob eine Art sich erfolgreich an Umweltveränderungen anpasst oder verschwindet. Damit ist tierische Mobilität weit mehr als reine Fortbewegung – sie ist ein zentraler Motor ökologischer Prozesse und formt die Struktur von Lebensräumen und Gemeinschaften maßgeblich“, erläutert Prof. Dr. Thomas Müller, VEBITA-Sprecher und Direktor des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums sowie Professor an der Goethe-Universität Frankfurt. Er fährt fort: „Bewegungsdaten ermöglichen direkte Einblicke in das Verhalten von wildlebenden Tieren. Die bereits existierende globale Forschungsdatenbank Movebank enthält solche Daten für hunderttausende Individuen und wird kontinuierlich nahezu in Echtzeit aktualisiert. Allerdings werden diese Daten bisher kaum für Studien genutzt, um Verhaltensvielfalt als wichtige Dimension von Biodiversität im globalen Wandel zu verstehen und vorherzusagen.“</p>
<p>Genau hier setzt der neue LOEWE-Schwerpunkt „Verhaltensplastizität im Wandel: Biologging als Schlüssel zur Erfassung tierischer Anpassungsfähigkeit (VEBITA)“ an. Innerhalb von vier Jahren wird das VEBITA-Team Bewegungsdaten aus Tiersensoren – sogenannte Biologging-Daten – nutzen, um systematisch zu untersuchen, wie flexibel und anpassungsfähig Tiere auf Umweltveränderungen reagieren. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend für ein verbessertes, vorausschauendes Umweltmonitoring genutzt werden. „Das Bewegungsverhalten von Tieren ist nicht nur entscheidend für ihr eigenes Überleben, sondern auch für intakte Ökosysteme sowie für das menschliche Wohlergehen“, erläutert Prof. Dr. Nina Farwig, Co-Sprecherin von VEBITA von der Philipps-Universität Marburg und weiter: „Zentrale Ökosystemfunktionen wie beispielsweise die Bestäubung vieler Nutzpflanzen oder die Ausbreitung von Samen hängen von Tierbewegungen ab.“ &nbsp;</p>
<p>Mithilfe von Künstlicher Intelligenz sollen Muster und ungewöhnliche Verhaltensweisen erkannt sowie die Anpassungsfähigkeit von Tieren an Umweltveränderungen untersucht werden. Auffälligkeiten werden möglichst in Echtzeit erfasst. Gemeinsam mit Entscheidungsträger*innen aus Naturschutz und Praxis werden konkrete Anwendungsfälle zur Nutzung der neuen Erkenntnisse in einem transdisziplinären Dialog lokal, national und international erarbeitet. „Die Ergebnisse sollen auch dazu beitragen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und ein vorausschauendes Umweltmonitoring zu ermöglichen, das Forschung, Politik und Naturschutz bei Entscheidungen unterstützt und auch Risiken wie die Ausbreitung von Krankheiten besser einschätzbar macht. In zwei regionalen Fallstudien – zu Fernwanderungen mongolischer Gazellen und zur Migration ausgewählter Großvögel in Hessen – gehen wir dabei in den Dialog mit lokalen Entscheidungsträger*innen, um die Potentiale für ein neues, transformatives Umweltmonitoring auszuloten“, so Prof. Dr. Flurina Schneider, wissenschaftliche Geschäftsführerin des ISOE sowie Professorin an der Goethe-Universität.</p>
<p>VEBITA ist trans- und interdisziplinär aufgestellt und greift auf ein etabliertes nationales (Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie, MPIAB) und internationales (Smithsonian Conservation Biology Institute, SCBI) wissenschaftliches Netzwerk zurück. Zudem bindet der LOEWE-Schwerpunkt Praxispartner aus der Wirtschaft (KPMG Deutschland, d-fine), Regierungsorganisationen (Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, HLNUG) und Nichtregierungsorganisationen (Frankfurt Conservation Center (FCC); Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, HGON; Wildlife Science and Conservation Center of Mongolia, WSCCM) ein. &nbsp;</p>
<p>„Tierbewegungen sind ein zentraler Schlüssel, um die Biodiversität im globalen Wandel zu erforschen. Ein zentrales Ziel von VEBITA ist es daher, die Voraussetzungen zu schaffen, um die weltweit größte Datenbank für Biologging-Daten – Movebank – langfristig zu sichern und die Forschung zu Tierbewegungen nachhaltig in Hessen zu stärken. Wir möchten eine Grundlage schaffen, um Tierbewegungen besser zu verstehen und dieses Wissen für Forschung, Naturschutz und Gesellschaft nutzbar machen. Durch die LOEWE-Förderung des Landes Hessen sind wir diesem Ziel einen entscheidenden Schritt nähergekommen. Für dieses starke Vertrauen, die verlässliche Unterstützung und die Möglichkeit, dieses zukunftsweisende Forschungsfeld in Hessen weiter auszubauen, danken wir dem Land Hessen ausdrücklich“, schließt Müller.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/bewegte-welt-neuer-loewe-schwerpunkt-vebita-untersucht-tierische-mobilitaet/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
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                        <pubDate>Wed, 15 Jul 2026 11:00:07 +0200</pubDate>
                        <title>Millionenfinanzierung für Galliumoxid-Halbleiter</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/millionenfinanzierung-fuer-galliumoxid-halbleiter</link>
                        <description>Das Leibniz-Spin-off NextGo Epi sichert sich 2 Millionen Euro&amp;nbsp;für die Produktion der nächsten Generation von Halbleitern.

</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p class="text-justify">NextGO Epi, ein Berliner Deeptech-Startup und Spin-off des Leibniz-Instituts für Kristallzüchtung (IKZ), hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2 Millionen Euro abgeschlossen. Das Unternehmen produziert Galliumoxid-Epitaxiewafer für die Leistungselektronik der nächsten Generation. Sein Verfahren erzeugt ein bahnbrechendes Halbleitermaterial, das die Ladezeit von Elektroautos von 60 auf nur 10 Minuten verkürzen und zugleich die Herstellungskosten von Leistungshalbleitern um bis zu 75 Prozent senken könnte.</p>
<p class="text-justify">NextGO Epi ist das einzige europäische Unternehmen, das Galliumoxid-Epitaxiewafer in Industriequalität mit bis zu vier Zoll Durchmesser fertigt. Das Material bildet die elektrisch aktive Schicht der nächsten Generation von Leistungshalbleitern: Bauelemente auf Galliumoxid-Basis halten höheren Spannungen stand und arbeiten effizienter als das heute gängige Siliziumkarbid oder Galliumnitrid. Die Technologie steckt im Kern jeder Stromübertragung, von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge über Wechselrichter für erneuerbare Energien bis hin zu KI-Rechenzentren und Systemen zur Raketenortung.</p>
<p class="text-justify">Angeführt wurde die Pre-Seed-Runde von Vireo Ventures, unter Beteiligung von Ultratech Capital Partners, IBB Ventures sowie Business Angel Boris Habets. Nur eine Woche nachdem die Europäische Kommission mit dem Chips Act 2.0 ihren bislang ambitioniertesten Vorstoß für Europas Halbleitersouveränität vorgestellt hat, markiert die Runde das erste institutionelle Investment in Europas einzigen Hersteller von Galliumoxid-Epiwafern. Das frische Kapital fließt in die Beschleunigung der Produktentwicklung, den Ausbau des Teams und die Stärkung der kommerziellen Präsenz in Europa und auf den globalen Märkten.</p>
<p class="text-justify">„Ta-Shun und sein Team bei NextGO Epi haben eine großartige Zukunft vor sich. Sie verbinden tiefes technisches Know-how mit modernsten Fertigungskapazitäten, um Galliumoxid-Halbleiter zu produzieren, die die Elektronik der nächsten Generation revolutionieren werden. Wir freuen uns sehr, sie am Beginn ihres Weges zum führenden Anbieter dieser zunehmend strategischen Schlüsseltechnologie zu begleiten“, sagt Damian Perl, Gründer und General Partner von Ultratech Capital Partners.</p>
<p class="text-justify">Das Gründungsteam vereint mehr als zehn Jahre Erfahrung in Galliumoxid-Forschung und Epitaxie, untermauert durch zwei internationale Patente und über 30 wissenschaftliche Publikationen. Unterstützt wird das Unternehmen zudem von Dr. Jochen Linck, ehemaliger COO von Aixtron, der als Operating Partner das Wachstum und die kommerzielle Skalierung von NextGO Epi begleitet.</p>
<p class="text-justify">„Galliumoxid ist für die Leistungselektronik, was Silizium für die Computertechnik war – und Europa sollte diese Wertschöpfungskette besitzen“, sagt Dr. Ta-Shun Chou, CEO und Mitgründer von NextGO Epi. „Wir bauen die Materialbasis, die die nächste Energierevolution möglich macht. Und wir bauen sie in Europa.“</p>
<p class="text-justify">Stephan Schulze, Investment Director bei IBB Ventures, ergänzt: „NextGO Epi kommerzialisiert eine Technologie, die auf dem Kontinent einzigartig ist. Entwickelt in Berlin, verwurzelt im starken Forschungsökosystem der Stadt und ihrer jahrzehntelangen Halbleiterexpertise, ist das Unternehmen bestens positioniert, um zu einem zentralen europäischen Lieferanten von Galliumoxid-Epiwafern zu werden.“</p>
<h6><strong>Der Chip, bei dem sich Europa keine Importabhängigkeit leisten kann</strong></h6>
<p class="text-justify">Der im Juni vorgestellte Chips Act 2.0 der Europäischen Kommission zielt ausdrücklich darauf ab, Europas Abhängigkeit von asiatischen und US-amerikanischen Lieferanten bei jenen Halbleitermaterialien zu verringern, die Elektrofahrzeuge, KI-Server und das Stromnetz der Energiewende antreiben. NextGO Epi ist genau die Art von Unternehmen, die diese Politik hervorbringen soll: Es baut die grundlegende Lieferkette auf, die Europa braucht, um die nächste Welle der Energie- und Mobilitätswende anzuführen.</p>
<p class="text-justify">Galliumoxid bietet gegenüber dem heute verbreiteten Siliziumkarbid einen erheblichen Effizienzsprung: Das Material ist zehnmal energieeffizienter, verkraftet eine bis zu sechsmal höhere Spannungsdichte und lässt sich um bis zu 75 Prozent günstiger herstellen. Das dreiköpfige, durchgängig promovierte Gründerteam – Dr. Ta-Shun Chou, Dr. Andreas Popp und Dr. Andreas Fiedler – hat über ein Jahrzehnt daran gearbeitet, defektfreies Galliumoxid in Industriequalität zu entwickeln, mit starker Unterstützung des IKZ. „Das Wissenschafts- und Technologieprogramm des IKZ hat sich der Entwicklung und Bereitstellung von Kristallen höchster Qualität für Elektronik und Photonik verschrieben. Im Fall unserer Ausgründung NextGO Epi freue ich mich, sagen zu können: Höchste Qualität gilt hier nicht nur für das Galliumoxid-Produkt, sondern gleichermaßen für das Gründerteam“, erklärt IKZ-Direktor Prof. Dr. Thomas Schroeder.</p>
<h6><strong>Vom Labor in die Produktion: Kunden auf drei Kontinenten</strong></h6>
<p class="text-justify">Das Unternehmen produziert bereits, erzielt Umsätze und beliefert Kunden auf drei Kontinenten. Kern des Produkts ist das Aufwachsen einer epitaktischen Galliumoxid-Schicht – der sogenannten „Epi-Schicht“ – auf ein Wafersubstrat. Sie bildet den elektrisch aktiven Teil eines Hochleistungs-Halbleiterbauelements. NextGO Epi ist das einzige europäische Unternehmen, das diese Schicht aus Galliumoxid in der von Industriekunden geforderten Qualität herstellt.</p>
<p class="text-justify">Die naheliegendste Anwendung ist das Laden von Elektrofahrzeugen: Eine Ladesäule mit Bauelementen auf Basis des NextGO-Epi-Materials könnte ein Fahrzeug in 10 statt heute 60 Minuten vollständig laden – und das zuverlässig auch im Winter, wenn Lithium-Batterien typischerweise am schwächsten sind. Darüber hinaus steigert dasselbe Material die Effizienz von Wechselrichtern für erneuerbare Energien, Stromversorgungen in KI-Rechenzentren, Netztransformatoren und Verteidigungssystemen.</p>
<p class="text-justify">„Halbleiter mit ultrabreiter Bandlücke entwickeln sich zur entscheidenden Schlüsseltechnologie für die Hochvolt-Leistungselektronik der nächsten Generation – und Galliumoxid führt dieses Feld an. Kein anderes Material erreicht dieses Leistungsspektrum“, sagt Mischa Wetzel, Mitgründer und Managing Partner von Vireo Ventures. „Was NextGO Epi auszeichnet: Das ist kein Forschungsprojekt. Das Team produziert bereits, liefert bereits an Kunden – und weltweit kann praktisch niemand, was sie können. Diese Position, aufgebaut auf Jahren erstklassiger Forschung am IKZ, macht sie zu einem einzigartig starken Kandidaten für die Rolle als Schlüssellieferant dieser Industrie.“</p>
<h6><strong>Über NextGO Epi</strong></h6>
<p class="text-justify">NextGO Epi entwickelt und produziert Galliumoxid-Epitaxiewafer für Leistungshalbleiter der nächsten Generation. Gegründet in Berlin von einem Team aus Halbleiterwissenschaftlern, ist das Unternehmen Europas einziger Hersteller von Galliumoxid-Epitaxiewafern in Industriequalität – mit Anwendungen in der EV-Ladeinfrastruktur, bei erneuerbaren Energien, KI-Infrastruktur, Netzelektronik und Verteidigung. NextGO Epi unterhält mehr als 20 aktive Kooperationen mit Kunden und Forschungseinrichtungen in Europa, Asien und Nordamerika, darunter Foxconn, Gallox Semiconductor, das Ferdinand-Braun-Institut (FBH) und ITRI. Unterstützt wird das Unternehmen von der Investitionsbank Berlin, INAM, Siltronic und dem Leibniz-Institut für Kristallzüchtung (IKZ). Mehr unter: <a href="http://www.nextgoepi.com" target="_blank" rel="noreferrer">www.nextgoepi.com</a></p>
<h6 class="text-justify">Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.ikz-berlin.de/oeffentlichkeitsarbeit/aktuelles/artikel/europas-einziger-hersteller-von-galliumoxid-halbleitern-sichert-sich-2-millionen-euro" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Kristallzüchtung (IKZ) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Kristallzüchtung</category>
                            
                                <category>Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften</category>
                            
                                <category>Projekte</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Mon, 13 Jul 2026 15:33:00 +0200</pubDate>
                        <title>Editierung leicht gemacht</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/editierungsanalyse-leicht-gemacht</link>
                        <description>Wer DNA editiert, musste die Ergebnisse bislang aufwendig auswerten. Mit einem neuen Tool gelingt das nun direkt im Browser, ohne Installation oder Datenweitergabe.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftler*innen des IUF – Leibniz-Instituts für umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf veröffentlichen eine offene, datenschutzfreundliche Plattform, die CRISPR-, Base- und Prime-Editing-Ergebnisse auswertet — ohne Installation und ohne das Hochladen sensibler Daten. Erschienen in Trends in Biotechnology (Cell Press). Die Arbeit wurde gemeinsam mit Kollegen des Universitätsklinikums Düsseldorf, der ETH Zürich und der Universität Paris Cité durchgeführt.</p>
<p>Genome Editing erlaubt es Forschenden, die DNA, die Bauanleitung in jeder lebenden Zelle, mit einer Präzision umzuschreiben, die vor einer Generation noch undenkbar war. Technologien wie CRISPR haben das nahezu zur Routine gemacht, und die Anwendungen reichen längst weit über die Medizin hinaus, von widerstandsfähigeren Nutzpflanzen über produktivere Mikroorganismen bis hin zu nachhaltigen Biomaterialien. Doch bei all diesen Anwendungen ist eine Editierung nur die halbe Arbeit: Forschende müssen die DNA anschließend auslesen, um zu bestätigen, dass die beabsichtigte Veränderung, und nur diese, tatsächlich erfolgt ist; und genau dieser Schritt ist bislang überraschend langsam und schwierig geblieben.</p>
<p>Forschende des IUF – Leibniz-Instituts für umweltmedizinische Forschung haben nun CleanFinder entwickelt, eine frei verfügbare, browserbasierte Plattform, die diese Editierungsergebnisse schnell und präzise auflöst — und zwar ohne sensible genomische Daten an externe Server zu senden. Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift Trends in Biotechnology bei Cell Press erschienen.</p>
<p>CleanFinder läuft vollständig in einem gängigen Webbrowser. Es muss nichts installiert werden, Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich, und — besonders wichtig — die Daten verlassen niemals den eigenen Computer der Nutzerin oder des Nutzers. Gerade bei patientenabgeleiteten und klinisch sensiblen Proben ist das entscheidend. Im Kern klassifiziert ein spezialisierter „glocaler“ Alignment-Algorithmus (Kombination aus global und lokal) das gesamte Spektrum an Editierungsergebnissen: Insertionen und Deletionen, Base-Edits, Prime-Edits und sogar Editierungen der mitochondrialen DNA — über alle gängigen Sequenzierplattformen hinweg (Illumina, Oxford Nanopore und PacBio).</p>
<p>Über die Kernanalyse hinaus erweitern integrierte Module den Funktionsumfang: Ein schneller „Turbo“-Modus screent komplette 96- und 384-Well-Platten auf einen Blick; ein Modul zur Erkennung von Allelverlust („allelic dropout“) deckt den verborgenen Verlust einer Genkopie auf, der sonst leicht mit einem sauberen Knockout verwechselt wird; ein integrierter Genome Viewer sagt vorher, wie eine Editierung das resultierende Protein verändert; und Design-Werkzeuge — darunter ein Donor-Oligo-Designer für Knock-ins und Tools zur Sequenzumwandlung — erleichtern die Versuchsplanung. Für große oder automatisierte Studien führt eine quelloffene Python-Kommandozeilen-Version genau dieselbe Analyse aus und ermöglicht reproduzierbare Batch-Verarbeitung sowie die nahtlose Einbindung in bioinformatische Pipelines.</p>
<p>Das Team validierte CleanFinder über verschiedene Editierungsstrategien und humanrelevante Zellmodelle hinweg — darunter CRISPR-Cas9- und Cas12-Knockouts und -Knock-ins, Base Editing sowie komplexes Prime Editing in humanen induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSCs) und blutbildenden (hämatopoetischen) Stammzellen. Gerade beim Prime Editing trennt CleanFinder die beabsichtigten präzisen Editierungen zuverlässig von unvollständigen oder fehlerhaft integrierten Produkten — eine notorisch schwierige Aufgabe — und eignet sich damit besonders für jene Zelltypen, die im Zentrum der Krankheitsmodellierung und neuartiger Zell- und Gentherapien stehen.</p>
<p>„Genome Editing ist heute Routine, doch die Auswertung der Daten erfordert nach wie vor Spezialwissen — und das hält viele Labore auf“, sagt Dr. Andrea Rossi, der die Studie leitete. „Wir wollten diese Hürde beseitigen. CleanFinder läuft in jedem Browser, lässt die Daten auf dem eigenen Rechner und liefert klare, umfassende Ergebnisse — damit jedes Labor, überall, seine Editierungen zuverlässig analysieren kann.“</p>
<p>CleanFinder ist kostenlos unter <a href="https://cleanfinder.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://cleanfinder.org</a> sowie als quelloffener Code auf GitHub verfügbar. Indem die Plattform technische und datenschutzrechtliche Hürden der Editierungsanalyse senkt, soll sie die Forschung beschleunigen — von der Krankheitsmodellierung bis zur Entwicklung neuer Zell- und Gentherapien.</p>
<h6>Publikation</h6>
<p>Ramachandran H, Dobner J, Nguyen T, Binder S, Tolle I, Vykhlyantseva I, Krutmann J, Miccio A, Staerk C, Brusson M, Kontarakis Z, Prigione A, Rossi A: CleanFinder: A scalable framework for comprehensive genome editing analysis. <em>Trends in Biotechnology</em> 2026. doi: 10.1016/j.tibtech.2026.04.024</p>
<p>Link: <a href="https://doi.org/10.1016/j.tibtech.2026.04.024" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://doi.org/10.1016/j.tibtech.2026.04.024</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://iuf-duesseldorf.de/cleanfinder-browserbasiertes-tool-zur-analyse-von-genom-editierungen-verfuegbar/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des IUF – Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>IUF - Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Mon, 13 Jul 2026 09:03:00 +0200</pubDate>
                        <title>Der Blick neben den Tumor</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/ein-blick-neben-den-tumor</link>
                        <description>Häufig übersehene Immunzellen im umgebenden Bindegewebe eines Tumors können entscheidende Informationen über den Krankheitsverlauf liefern.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Die Forschungsgruppe „Histologie“ am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum hat ein einfaches, aber aussagekräftiges Zellmuster im Bindegewebe rund um den Tumor identifiziert, das wichtige Hinweise auf das Langzeitüberleben von Patientinnen und Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) liefert.</p>
<p>Wenn Immunzellen im Tumorgewebe untersucht werden, blickt die Forschung meist dorthin, wo die Zellen den Tumor tatsächlich angreifen. Eine Studie unter Leitung von Sebastian Marwitz vom Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB) zeigt jetzt: Auch die Zellen der Immunabwehr, die es nicht bis zu den Tumorzellen schaffen und stattdessen im umgebenden Bindegewebe – dem Stroma – verbleiben, tragen entscheidende Informationen über den Krankheitsverlauf.</p>
<p>Für die Studie, veröffentlicht im European Journal of Cancer, wurden Gewebeproben von 674 Patientinnen und Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs aus Deutschland und Schweden untersucht. Mithilfe modernster bildgebender Verfahren, der Multiplex-Immunfluoreszenz, wurden mehr als sechs Millionen einzelne Zellen erfasst und danach klassifiziert, um welchen Immunzelltyp es sich handelt und wo genau diese im Gewebe sitzen.</p>
<p>Das Team fand fünf wiederkehrende Muster, wie sich Immunzellen im Stroma zusammensetzen, sowie drei unterschiedliche räumliche Anordnungen. Entscheidend war dabei nicht nur, welche und wie viele Zellen im Stroma vorhanden waren, sondern auch, wie sie zueinander angeordnet sind: Die räumliche Architektur der ausgeschlossenen Immunzellen übte einen eigenständigen, deutlich messbaren Effekt auf das Überleben aus – ein Zusammenhang, der in dieser Form bislang nicht beschrieben war. „Dies verdeutlicht, dass sich Erkrankungen sich komplexer verhalten als bisher gedacht und es nicht nur darauf ankommt welcher Zelltyp wie häufig vorkommt, sondern eher mit wem er eher eine Nachbarschaft eingeht. Dieser Forschungsansatz ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeiten am Forschungszentrum und im Deutschen Zentrum für Lungenforschung“ so PD Dr. Sebastian Marwitz.</p>
<p>Die entscheidende Kombination: Patientinnen und Patienten, deren Stroma B-Zellen in hoher Dichte aufwies und bei denen Helfer-T-Zellen räumlich nah an regulatorischen T-Zellen lagen, hatten ein deutlich besseres Langzeit-Überleben. Klinisch relevant ist vor allem, dass sich das Muster auf drei gut etablierte Marker reduzieren ließ – B-Zellen, Helfer-T-Zellen und regulatorische T-Zellen. Ein solcher Test wäre mit deutlich geringerem technischem Aufwand umsetzbar, als die hochauflösenden Multiplex-Verfahren, die für die Grundlagenforschung nötig waren. Ob sich das Signatur-Muster auch bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Lungenkrebs sowie bei Patient*innen unter Immuntherapie bestätigt, wird nun in Folgestudien geprüft.</p>
<p>Die Studie ist Teil der Forschung des Airway Research Center North (ARCN) im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) und entstand in Zusammenarbeit mit der Universität Uppsala sowie der LungenClinic Grosshansdorf. „Unser besonderer Dank gilt allen Mitgliedern dieses internationalen Konsortiums. Die erfolgreiche Umsetzung dieses Projekts war nur durch die gebündelte Expertise, die enge Zusammenarbeit und das gemeinsame Engagement zahlreicher Partner möglich. Eine solche wissenschaftliche Leistung entsteht nicht im Alleingang – sie ist das Ergebnis einer starken internationalen Gemeinschaft. “, so Prof. Dr. Torsten Goldmann, Leiter der Histologie am FZB.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>Marwitz S, Brunnström H, Gulyas M, et al. Left behind but not left alone: Excluded cell populations in the non-small cell lung cancer stroma predict superior long-term overall survival. European Journal of Cancer 2026 Jun 9:244:116868. DOI: 10.1016/j.ejca.2026.116868</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://fz-borstel.de/de/aktuelles/news/news-2026/nicht-kleinzelliger-lungenkrebs" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 10 Jul 2026 11:05:03 +0200</pubDate>
                        <title>Wie wirksam waren die Corona-Hilfen?</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/wie-wirksam-waren-die-corona-hilfen</link>
                        <description>Staatliche Hilfen haben einer neuen Studie zufolge rund 140.000 Unternehmen gerettet. Für künftige Krisen empfehlen Forschende allerdings zielgenauere Unterstützung.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Die Corona-Wirtschaftshilfen des Bundes haben Unternehmen und Arbeitsplätze wirksam stabilisiert. Schätzungen zufolge konnten in den Jahren 2020 und 2021 rund 140.000 Unternehmen vor der Schließung bewahrt und etwa 280.000 Arbeitsplätze gesichert werden. Gleichzeitig blieben die negativen Auswirkungen auf den Strukturwandel begrenzt. Zu diesem Ergebnis kommt Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“, in einer Stellungnahme für die Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse“ des Deutschen Bundestages. Für künftige Krisen empfiehlt der ZEW-Ökonom allerdings zielgenauere Hilfen, ein reformiertes Kurzarbeitergeld und den Verzicht auf sektorale Steuervergünstigungen.</p>
<p>„Die Gesamtbilanz der deutschen Corona-Wirtschaftshilfen fällt günstig aus. Die Politik hat ihren finanziellen Spielraum schnell und entschlossen genutzt und damit viele grundsätzlich überlebensfähige Unternehmen durch eine außergewöhnliche Krise gebracht“, so Heinemann. „Für künftige Krisen müssen wir allerdings noch stärker darauf achten, dass staatliche Hilfen den notwendigen Strukturwandel nicht dauerhaft behindern. Krisenpolitik sollte schnell stabilisieren, aber mit zunehmender Dauer auch stärkere Anreize zur Anpassung der Unternehmen setzen.“</p>
<h6>Rund 140.000 Unternehmen vor Schließung bewahrt</h6>
<p>Die Corona-Hilfen verbesserten die Liquidität und Bonität der geförderten Betriebe und verhinderten eine hohe Zahl von Unternehmensschließungen. Eine Evaluationsstudie von Prognos und dem ZEW mit Simulationen auf Basis des Mannheimer Unternehmenspanels hat gezeigt, dass es im Jahr 2020 ohne die staatlichen Maßnahmen rund 100.000 zusätzliche Schließungen gegeben hätte. Für das Jahr 2021 kommen weitere 46.000 vermiedene Schließungen hinzu. Unter Berücksichtigung von Folgeeffekten ergibt sich somit ein Nettoeffekt von rund 136.000 geretteten Unternehmen und etwa 283.000 gesicherten Arbeitsplätzen. Gleichzeitig deutet eine berechnete Insolvenzlücke von rund 8.600 Unternehmen darauf hin, dass die Hilfen auch wirtschaftlich schwache Kleinstunternehmen vorübergehend am Markt gehalten haben. Dieser Effekt war laut der Stellungnahme jedoch im Verhältnis zur Stabilisierungswirkung gering und weitgehend temporär. Positiv bewertet Heinemann zudem die deutschen Kreditprogramme. Strenge Zugangsvoraussetzungen, das Verbot der Refinanzierung von Altschulden und Überkompensationsprüfungen begrenzen Fehlanreize.</p>
<h6>Kurzarbeit reformieren und Steuerprivilegien vermeiden</h6>
<p>Verbesserungsbedarf sieht Heinemann beim Kurzarbeitergeld. Anders als in anderen europäischen Staaten fehlten in Deutschland weitgehend Mechanismen, die bei länger andauernder Kurzarbeit den Wechsel in zukunftsfähige Beschäftigung fördern. Die im Zeitverlauf steigenden Lohnersatzraten hätten vielmehr Anreize gesetzt, länger in der Kurzarbeit zu verbleiben. Für künftige Krisen empfiehlt Heinemann daher sinkende Ersatzraten sowie eine stärkere Kostenbeteiligung und zusätzliche Auflagen für Unternehmen bei langer Nutzung.&nbsp;</p>
<p>Angesichts der schlechten Erfahrungen mit vorschnell aufgelegten Hilfsprogrammen beim jüngsten Ölpreisanstieg in diesem Jahr empfiehlt er außerdem Zurückhaltung bei neuen Krisenprogrammen. Die Politik sollte sich auf Schwellenwerte für einen BIP-Rückgang verständigen und nur dann spezielle Krisenprogramme auflegen, wenn diese Grenzwerte überschritten werden und somit eine wirklich tiefe Krise belegen.</p>
<p>Als Beispiel einer besonders schlecht konzipierten Krisenhilfe bewertet Heinemann zudem die zunächst befristete Mehrwertsteuersenkung für Speisen in der Gastronomie. Die Krisenmaßnahme mündete 2026 in eine dauerhafte Steuervergünstigung mit jährlichen Steuerausfällen von knapp vier Milliarden Euro. „Sektorale Steuervergünstigungen können sehr schnell ein politisches Eigenleben entwickeln. Die Gastronomie-Mehrwertsteuer ist ein Lehrstück dafür, wie aus einer temporären Krisenhilfe eine kostspielige Dauersubvention wird“, so Heinemann.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.zew.de/presse/pressearchiv/corona-hilfen-wirksam-trotz-fehlanreizen" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
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                        <pubDate>Fri, 10 Jul 2026 10:26:38 +0200</pubDate>
                        <title>Offenes Chiplet-Design</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/offenes-chiplet-design</link>
                        <description>Das erste Open-Source Assembly Design Kit mit realem Fertigungspfad unterstützt Forschende und Start-ups bei Chipdesign und Fertigung.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Das IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik hat heute das IHP Open ADK veröffentlicht, das erste europäische Open-Source Assembly Design Kit für heterogene Chiplet-Systeme mit einem realen Weg zur Fertigung. Das IHP Open ADK, das auf der Free Silicon Conference 2026 in Ljubljana vorgestellt wurde, senkt die Hürden für Chipdesign und Fertigung für Forschende und Start-ups.</p>
<p>Für das Open-Source-Mikrochipdesign markiert die Veröffentlichung einen wichtigen Meilenstein. Zwar haben verfügbare Open-Source-Tools im Chipdesign wichtige Fortschritte ermöglicht, doch bislang gab es kein veröffentlichtes Open-Source-End-to-End-Design Kit für das Layout eines Multi-Chiplet-2.5D-Assemblys auf einem Interposer und dessen Verifikation anhand von Fertigungsregeln. Kommerzielle Tools bleiben teuer, während offene Designwerkzeuge noch in den Anfängen stehen.</p>
<p>Anders als ein Konzept oder eine Spezifikation ist das IHP Open ADK Open-Source-Software, die sich End-to-End auf einem Open-Source PDK weiterentwickelt. Das ADK umfasst eine permissive Lizenz, ein offenes PDK und keine RAND- oder Mitgliedschaftsbarriere – ein kollaboratives, von der Community mitgestaltetes Entwicklungsmodell statt eines geschlossenen Standardisierungsprozesses.</p>
<p>Die Software ermöglicht Universitäten, Start-ups sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), Chiplet-Assemblys mit einem offenen Design Flow zu entwerfen, der auf dem fertigbaren offenen Chipprozess des IHP (SG13G2) basiert und durch die reale, bereits gefertigte IntM4TM2-Interposer-Technologie des IHP unterstützt wird.</p>
<p>Das ADK senkt die Einstiegshürde in das Chiplet-Design – ein Bereich, der für Halbleiterinnovationen zunehmend wichtig ist, aber weiterhin von proprietären Designsystemen dominiert wird. Mit der Veröffentlichung des IHP Open ADK als gemeinsame Forschungsgrundlage lädt das IHP Forschende, Universitäten, Start-ups, KMU und die Open-Source-Community ein, die entstehenden Standards für heterointegriertes Mikrochipdesign zu testen, zu erweitern und mitzugestalten.</p>
<p>Mauricio Montanares, Wissenschaftler am IHP und Teil des ADK-Forschungsteams, kommentiert den Meilenstein:</p>
<p>„Heterogene Integration ist weiterhin in der Entstehung: Viele Ansätze und Standards für 2.5D- und 3D-Chiplet-Systeme sind noch nicht endgültig festgelegt. Im Vergleich zum monolithischen Chipdesign, bei dem die Industrie führend ist, bietet sich hier eine echte Chance für die Open-Hardware-Community, Bestehendes zu untersuchen und Standards mitzugestalten, während sie definiert werden. Wir stellen das ADK offen zur Verfügung, damit diese Diskussion jetzt beginnen kann. Und um es deutlich zu sagen: Dies ist eine Forschungsgrundlage, die wir teilen, damit andere uns beim Ausbau unterstützen können – kein fertiges Produkt.“</p>
<h6>Warum offenes Chiplet-Design jetzt wichtig ist</h6>
<p>Eine offene Designinfrastruktur wird für Europa zu einer strategischen Frage. Technologische Souveränität hängt nicht nur von Fertigungskapazitäten ab, sondern auch von der Fähigkeit, die Designmethoden hinter künftigen Halbleitersystemen zu verstehen, darauf zuzugreifen und sie mitzugestalten.</p>
<p>Wenn Advanced Packaging und Chiplet-Assembly auf geschlossene Plattformen beschränkt bleiben, riskiert Europa, die Beteiligung an einem der wichtigsten technologischen Umbrüche im Halbleiterdesign einzuengen. Dies würde die Rolle von Start-ups, KMU und öffentlicher Forschung in einem Bereich schwächen, der für Innovationen zunehmend zentral wird.</p>
<p>„Die eigentliche Herausforderung bei heterogener Integration besteht nicht nur darin, Chiplets zu verbinden, sondern sie gemeinsam als ein System zu entwerfen. Das Assembly Design Kit bringt Package-Awareness in frühe Designphasen und hilft Teams, Die-Partitionierung, Interconnect-Strategie und Packaging-Trade-offs früh im Flow zu bewerten. Dadurch wird der Übergang zu heterogenen Chiplet-basierten Systemen beschleunigt. Für mich bedeutet die Mitarbeit an dieser Arbeit, dazu beizutragen, die Lücke zwischen offener Forschung und praktischem Halbleiterdesign zu schließen“, sagt Yegappan Sethu, Research Engineer am IHP.</p>
<h6>Von offenen PDKs zu offenen ADKs</h6>
<p>Das IHP Open ADK reagiert auf einen Bedarf, der in der Roadmap von Chipdesign Germany benannt wird: Foundries werden darin aufgefordert, ihre Process Design Kits zu Assembly Design Kits für 2.5D- und 3D-Packaging zu erweitern.</p>
<p>Anders als offene RTL-to-GDS-Flows entwirft das IHP Open ADK nicht die Chiplets selbst. Ebenso wenig konzentriert es sich auf vertikales Stacking, das Anwendungsfeld offener 3D-IC-Flows. Sein Zweck ist es, alles in einem offenen Design Flow zusammenzuführen: die Platzierung bereits vorhandener Dies, das Design von Interposer und Interconnect, die Visualisierung des Assemblys und die Überführung des Ergebnisses in fertigungsreife Dateien.</p>
<p>Auf Grundlage einer Auswertung wissenschaftlicher Publikationen und offen verfügbarer Softwareprojekte fanden die Forschenden kein vergleichbares offenes End-to-End-Design Kit für Chiplet-Assembly, das mit einem fertigbaren offenen Chipprozess verbunden ist. Während andere Teams, etwa das US-amerikanische OpenROAD-Projekt, offene Tools in diesem Bereich rasch voranbringen, bietet das IHP Open ADK komplementäre Fähigkeiten. Vor allem ermöglicht es praktische Anwendungen, indem es den Designprozess mit einem realen, fertigbaren Chip- und Interposer-Prozess sowie einem Weg zur Fertigung verbindet.</p>
<p>Nach bestem Wissen der Forschenden verbindet die Veröffentlichung mehrere erstmals in dieser Form verfügbare Elemente:</p>
<ul> 	<li>ein offenes Assembly Design Kit für heterogene 2.5D-Integration;</li> 	<li>ein offenes Interposer Design Kit, das durch einen realen Weg zur Fertigung am IHP unterstützt wird;</li> 	<li>unterstützende Tools für die Integration mit Leiterplatten-Software;</li> 	<li>und Tools zur Umwandlung von Designs in fertigungsreife Dateien.</li> </ul>
<p>Der kostenlose, offene 3D-Viewer des ADK zeigt die realen, fertigungstreuen 3D-Formen des Chiplet-Assemblys. Das begleitende „.chiplet“-Format bietet eine offene, lizenzgebührenfreie Möglichkeit, Assembly-Informationen zu beschreiben, und ist darauf ausgelegt, mit bestehenden Industrieformaten zu interoperieren. Das IHP veröffentlicht das Format ohne Patentansprüche, damit die breitere Community es prüfen und dazu beitragen kann.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.ihp-microelectronics.com/de/news/news-detailansicht/ihp-releases-first-open-source-assembly-design-kit" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für innovative Mikroelektronik (IHP)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik</category>
                            
                                <category>Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 09 Jul 2026 16:53:12 +0200</pubDate>
                        <title>Cantor-Medaille 2026 für Leibniz-Forscher</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/cantor-medaille-2026-fuer-leibniz-forscher</link>
                        <description>Gerhard Huisken erhält die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Deutschen Mathematiker-Vereinigung.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Gerhard Huisken, Professor für Mathematik an der Universität Tübingen und Direktor des Mathematischen Forschungsinstituts Oberwolfach (MFO, Institut der Leibniz-Gemeinschaft), bekommt die Cantor-Medaille der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV) des Jahres 2026. Das beschloss das Präsidium der DMV kürzlich einstimmig auf Empfehlung einer extern besetzten Auswahlkommission. Die Cantor-Medaille ist die bedeutendste wissenschaftliche Auszeichnung der DMV. Sie wird in der Regel alle zwei Jahre vergeben und ist nach dem Mathematiker und Mitbegründer der DMV, Georg Cantor, benannt.</p>
<p>„Das Präsidium der DMV würdigt mit der diesjährigen Cantor-Medaille Gerhard Huiskens herausragende wissenschaftliche Leistungen. Sie sind von außergewöhnlicher Tiefe und höchstem Einfluss für das Gebiet der Partiellen Differentialgleichungen und der Differentialgeometrie“, sagte DMV-Präsident Jürg Kramer zur Begründung. „Ich gratuliere Gerhard Huisken sehr herzlich zur Cantor-Medaille!“ Die Übergabe der Medaille erfolgt bei einem Festakt auf der Jahrestagung der DMV, die vom 7. bis zum 10. September 2026 in Konstanz stattfinden wird. Die Auszeichnung besteht aus einer Urkunde, einer Silbermedaille mit Gravur und einem Preisgeld von 4000 Euro.<br> <br> Gerhard Huiskens Forschungsschwerpunkte sind partielle Differentialgleichungen, Differentialgeometrie und deren Anwendungen in der Physik. International bekannt ist er u. a. für den Beweis einer Version der Riemannschen Penrose-Ungleichung (gemeinsam mit Tom Ilmanen) und für seine grundlegenden Beiträge zur Theorie des mittleren Krümmungsflusses, darunter die nach ihm benannte Huisken-Monotonieformel. Im Jahr 2003 wurde Huisken von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit dem renommierten Leibniz-Preis ausgezeichnet, im Februar 2026 bekam er das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 1. Klasse. Huisken ist Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der Academia Europaea. Außerdem ist er Fellow der American Mathematical Society und Träger der Medaille der Australian Mathematical Society.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.mathematik.de/dmv-presse/5318-cantor-medaille-2026-f%C3%BCr-mathematiker-gerhard-huisken" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung der Deutschen Mathematiker-Vereinigung</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>Mathematisches Forschungsinstitut Oberwolfach</category>
                            
                                <category>Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften</category>
                            
                                <category>Menschen</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 09 Jul 2026 09:21:33 +0200</pubDate>
                        <title>Bildung macht erfinderisch</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/bildung-macht-erfinderisch</link>
                        <description>Ein europäischer Vergleich zeigt: Dort, wo Menschen unabhängig von ihrem Elternhaus Zugang zu hochwertiger Bildung haben, steigt die Innovationskraft.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Eine höhere Bildungsmobilität geht mit einer stärkeren Innovationskraft einher. Europäische Regionen, in denen Bildungserfolg weniger stark vom familiären Hintergrund abhängt, verzeichnen einen signifikanten Anstieg der Patentanmeldungen. Das zeigt eine neue Studie von Sarah McNamara, Guido Neidhöfer (beide ZEW Mannheim) und Patrick Lehnert (Universität Zürich), die kürzlich in der renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse belegen erstmals in großem Maßstab und über die Zeit hinweg, dass bessere Aufstiegschancen ein wichtiger Treiber für Innovation und wirtschaftliche Entwicklung sind.</p>
<p>„Unsere Ergebnisse zeigen, dass nicht allein das durchschnittliche Bildungsniveau zählt, sondern vor allem, wie gerecht Bildungschancen verteilt sind. Wenn Menschen unabhängig von ihrer Herkunft Zugang zu hochwertiger Bildung haben, werden Talente besser genutzt und tragen so maßgeblich zum gesellschaftlichen und technologischen Fortschritt bei“, erklärt Guido Neidhöfer, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Arbeitsmärkte und Sozialversicherungen“ und DAAD-Professor für Volkswirtschaftslehre an der Türkisch-Deutschen Universität in Istanbul. „Entgegen mancher Annahmen führt daher mehr Chancengleichheit nicht zu einem Zielkonflikt zwischen Effizienz und Gerechtigkeit, sondern steigert die gesamtwirtschaftliche Leistungsfähigkeit.“</p>
<h6>Chancengleichheit bringt mehr Talente hervor</h6>
<p>Als Grund dafür nennt Sarah McNamara, Wissenschaftlerin im selben Forschungsbereich: „Entscheidend für Innovation ist eine bessere Allokation von Humankapital. Wenn individuelle Fähigkeiten stärker über Bildungs- und Berufswege entscheiden als Herkunftsmerkmale, steigt die Innovationsleistung messbar. Mehr Bildungsmobilität einer Kohorte geht, sobald diese ein arbeitsmarktrelevantes Alter erreicht, mit einem Anstieg der Patentanmeldungen von durchschnittlich rund elf Prozent einher.“</p>
<h6>„Great-Gatsby-Map“ zeigt regionale Unterschiede</h6>
<p>Die Studie dokumentiert auch erhebliche regionale Unterschiede innerhalb Europas. Regionen mit niedriger Bildungsmobilität sind zugleich durch hohe Bildungsungleichheit gekennzeichnet – ein Muster, das im Kontext von Einkommen als „Great-Gatsby-Curve“ bekannt wurde. Die Studie zeigt dieses Muster erstmals in Form einer „Great-Gatsby-Map“ für Europa. Besonders gering ist die Bildungsmobilität in Süd- und Osteuropa, während Nord- und Mitteleuropa tendenziell eine geringere Ungleichheit innerhalb und zwischen den Generationen aufweisen. Zugleich bestehen aber auch innerhalb der Länder deutliche regionale Unterschiede.</p>
<p>Die Studie zeigt außerdem, dass der Zusammenhang zwischen Mobilität und Innovation nicht überall gleich stark ausgeprägt ist. „Besonders Regionen mit niedriger Mobilität profitieren von Verbesserungen. Dies unterstreicht die Bedeutung gezielter wirtschaftspolitischer Maßnahmen zur Förderung von Chancengerechtigkeit in der Bildung“, sagt Patrick Lehnert, Assistenzprofessor für Personalökonomie an der Universität Zürich und Visiting Fellow an der Hoover Institution der Stanford University.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p><a href="https://www.nature.com/articles/s41586-026-10736-9" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.nature.com/articles/s41586-026-10736-9</a><br> DOI: 10.1038/s41586-026-10736-9</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.zew.de/presse/pressearchiv/bildungsmobilitaet-foerdert-innovation" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 08 Jul 2026 16:02:46 +0200</pubDate>
                        <title>Ursula Siebert leitet IZW</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/ursula-siebert-leitet-izw</link>
                        <description>Die Wildtierärztin Ursula Siebert ist neue Direktorin des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Am 1. Juli 2026 trat die Wildtierärztin Prof. Prof. h. c. Dr. Ursula Siebert ihr Amt als Direktorin des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) an. Zugleich wurde sie im Rahmen einer gemeinsamen Berufung mit dem Leibniz-IZW zur Professorin für Interdisziplinäre Wildtierkunde an der Freien Universität Berlin ernannt. Zuletzt leitete Siebert das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover.</p>
<p>Siebert studierte Veterinärmedizin in Gießen und Nantes (Frankreich) und spezialisierte sich unter anderem auf Wildtierbiologie/-medizin und Veterinärpathologie in Stationen in den USA, Kanada, Gießen und Frankreich. Sie promovierte in Brüssel und Gießen zu den Auswirkungen von Quecksilber in Organen von Kleinwalen. Zum menschlichen Einfluss auf den Gesundheitsstatus von Meeressäugetieren habilitierte sie in Zoologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Die mehrfach ausgezeichnete Wildtierärztin forscht schwerpunktmäßig zu Wildtierökologie und -krankheiten, zoonotischen Krankheitserregern, Habitatnutzung und Bioakustik, Nahrungsökologie, Endokrinologie, Immunologie und Reproduktion. Wildtiere von den Insekten bis zum Blauwal gehören zu den Tierarten, mit denen sie sich beschäftigt hat. Ihre Forschung, die überwiegend drittmittelfinanziert ist, wird auf der ganzen Welt durchgeführt. Die Erforschung der Effekte menschlicher Aktivitäten auf Wildtiere, die Entwicklung von Management- und Schutzstrategien für Wildtiere haben eine besondere Bedeutung für ihre Arbeit, weshalb sie Deutschland auch in zahlreichen Expertengremien internationaler Organisationen vertritt.</p>
<p>Am Leibniz-IZW tritt Siebert die Leitung einer modernen, international renommierten Spitzenforschungseinrichtung an, die Wildtierforschung für den Artenschutz im Kontext des globalen Umweltwandels betreibt und Wildtierforschung ganzheitlich von der molekularen bis zur landschaftlichen Ebene versteht. Die IZW-Forschenden verbinden exzellente Grundlagenforschung mit Forschungsarbeiten zu den drängendsten Herausforderungen des Artenschutzes im Anthropozän, dem Zeitalter enorm weitreichender Beeinflussung natürlicher Systeme durch den Menschen. Für die Weiterentwicklung des Instituts in ihrer Amtszeit hat Siebert konkrete Ziele: Nutzung der Expertise des IZW verstärkt für Fragestellungen in Deutschland und Europa, Auf- und Ausbau der Nachwuchsförderung, z.B. Residency-Programme des ECZM im Wildtier- und Zootierbereich gemeinsam mit der Freien Universität Berlin und Erweiterung auf die aquatische Wildtierforschung.</p>
<p>Mit der Übernahme der Direktion des Leibniz-IZW ist die Berufung auf die Professur für Interdisziplinäre Wildtierkunde am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin verbunden. Diese gemeinsame Berufung unterstreicht die enge wissenschaftliche Verzahnung zwischen dem Leibniz-IZW und der Freien Universität Berlin und stärkt Forschung und Lehre im Bereich der interdisziplinären Zoo- und Wildtierforschung.</p>
<p>Nach dem Ausscheiden von Prof. Heribert Hofer als Direktor des Leibniz-IZW zum April 2025 bis zur Ernennung von Prof. Siebert führte Prof. Jörns Fickel, Leiter der Abteilung für Evolutionsgenetik, kommissarisch das Institut. Das Leibniz-IZW dankt ihm für seine engagierte und umsichtige Führung des Instituts durch die Übergangszeit.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.izw-berlin.de/de/pressemitteilung/prof-prof-h-c-dr-ursula-siebert-ist-neue-direktorin-des-leibniz-instituts-fuer-zoo-und-wildtierforschung.html" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung</category>
                            
                                <category>Menschen</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 08 Jul 2026 13:25:00 +0200</pubDate>
                        <title>„leibniz“: Medizin</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/leibniz-medizin</link>
                        <description>Ein Pflaster für gebrochene Herzen, Menstruationsblut als Elixier, stille Epidemie Einsamkeit: Unser neues Magazin zeigt, wie Leibniz-Forschende daran arbeiten, Leiden früher zu erkennen und wirksamer zu heilen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Die Möglichkeiten scheinen unendlich. Fast täglich liest man von neuen Ansätzen, die Leiden früher erkennen, wirksamer heilen — oder dafür sorgen sollen, dass es einen gar nicht erst erwischt. Die Ideen klingen mitunter ganz einfach: Lassen sich Organe wie alte Motoren reparieren? Mit Algorithmen der Gesichtserkennung Krankheitsüberträger identifizieren? Unsere Recherchen haben gezeigt, wie heilsam der Blick in die Medizingeschichte sein kann. Aber auch, dass wir die Medizin der Zukunft nicht auf morgen verschieben dürfen, wenn wir den Wettlauf gegen resistente Keime und Co. noch gewinnen wollen.</p>
<p>Von der Medizinforschung der Leibniz-Institute, ihren Erkenntnissen und dem oft langen Weg zur Anwendung können Sie jetzt in der neuen gedruckten Ausgabe von »leibniz« lesen. In den kommenden Wochen veröffentlichen wir das Heft außerdem Beitrag für Beitrag in unserem Onlinemagazin unter <a href="http://www.leibniz-magazin.de" target="_blank">www.leibniz-magazin.de</a>.</p>
<p><strong>Herzensprojekt:</strong> Als Student hat Wolfram-Hubertus Zimmermann eine bestechend einfache Idee: Er will geschädigte Herzen wie kaputte Automotoren reparieren – mit einem Pflaster aus schlagenden Zellen. Dass es ein Vierteljahrhundert später Leben rettet, hat nicht zuletzt mit dem Biologen Rüdiger Behr vom Deutschen Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung zu tun. Ein Besuch in Göttingen.</p>
<p><strong>Der Weg der Pest:</strong> Im Spätmittelalter fielen dem Schwarzen Tod in Europa Millionen Menschen zum Opfer. Lange wurde biologische Kriegsführung als entscheidender Auslöser des Massensterbens betrachtet. Der Klimahistoriker Martin Bauch vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa konnte nachweisen, dass es ziemlich sicher andere Hintergründe hatte. Und ist überzeugt, dass dieses Wissen heute von besonderer Bedeutung ist.</p>
<p><strong>Heilendes Blut:</strong> In der Regel landet es mit dem Tampon im Müll. Für die Immunbiologin Ping Shen hingegen ist Menstruationsblut kein mit Scham behaftetes Abfallprodukt – sondern ein hoffnungsvoller Forschungsgegenstand, der Millionen Menschen ein gesünderes Leben ermöglichen könnte. Am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum in Berlin hat sie uns die Potenziale des unterschätzten Blutes erklärt.</p>
<p>Außerdem lesen Sie in »leibniz« dieses Mal folgende Beiträge:</p>
<ul> 	<li>Einfache Dosis: Mehr als eine halbe Million Menschen stirbt jährlich an Malaria, auch, weil die Behandlung oft vorzeitig abgebrochen wird. Ghyslain Mombo-Ngoma vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hat eine neue Therapie entwickelt.</li> 	<li>Künstliche Helferlein: Sie packen mit an – in Labor, Operationssaal, Behandlung. Wir haben fünf Forschende gefragt, wie ihre KI-Projekte die Medizin verändern.</li> 	<li>Altwerden: Sie suchen nicht nach Schlüsseln zum ewigen Leben, sondern Anhaltspunkte, wie wir es möglichst lange gesund verbringen können. Sind die Forschenden des Leibniz-Instituts für Alternsforschung fündig geworden?</li> 	<li>Unterschätzte Alleskönner: Pilze sind überall: in Boden, Luft, Wasser, auf und in unserem Körper. Für den Menschen sind sie unverzichtbar – und gefährlich. Unsere Infografik liefert einen Überblick.</li> 	<li>Langzeitstudie: Für Iris Pigeot vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS sind Daten der Schlüssel zu einem gesünderen Leben. Seit einem Vierteljahrhundert analysiert die Statistikerin sie.</li> 	<li>Marktversagen mit Todesfolge: Was droht, wenn wir die Antibiotikakrise nicht in den Griff bekommen? Für die Entwicklungsökonomin Renate Hartwig vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung zeichnet es sich schon heute ab.</li> 	<li>Operationsbestecke: Wollte man sich einst eines Projektils entledigen oder einen Blick unter die Schädeldecke werfen, waren diese Gerätschaften schnell zur Hand. Ein Blick in die medizinhistorische Sammlung des Germanischen Nationalmuseums – Leibniz-Forschungsmuseum für Kulturgeschichte.</li> 	<li>Mächtige Wunderwaffe: In Regensburg wollen Forschende T-Zellen so umprogrammieren, dass sie Krebs und Autoimmunerkrankungen heilen können. Ein Rundgang durch das Leibniz-Institut für Immuntherapie.</li> 	<li>Die Einsamkeitsforscherin: Einsamkeit gilt als stille Epidemie. Die Psychologin Maike Luhmann ergründet sie seit 15 Jahren und hat manches Klischee widerlegt.</li> 	<li>Diabetes? Nein danke! Auf unserer Kinderseite geht es dieses Mal um die Zuckerkrankheit – und wie man ihr vorbeugen kann.</li> 	<li>Gefährliche Quacksalber? Posts zu medizinischen und psychologischen Themen sind für »Healthfluencer« ein gutes Geschäft. Wann werden Vertrauen und Nähe zum Risiko? Ein Interview.</li> 	<li>Epilog: Können tödliche Substanzen heilen? Wir haben Claudia Koch gefragt, die am Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels unter anderem zu Giftschlangen forscht.</li> </ul>
<p>»leibniz« ist das Magazin der Leibniz-Gemeinschaft. In drei Schwerpunkten im Jahr, von denen einer in gedruckter Form erscheint, erzählt es aus Wissenschaft und Gesellschaft und stellt die Menschen hinter der Leibniz-Forschung vor. Alle Schwerpunkte und weitere Beiträge finden Sie unter <a href="http://www.leibniz-magazin.de" target="_blank">www.leibniz-magazin.de</a>. Die Printausgabe können Sie kostenlos abonnieren mit einer E-Mail an <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto(%27nbjmup%2BbcpAmfjcoja.hfnfjotdibgu%5C%2Fef%27);">abo(at)leibniz-gemeinschaft.de</a>. Alle bereits erschienenen Hefte finden Sie unter <a href="http://www.leibniz-magazin.de/das-heft" target="_blank">www.leibniz-magazin.de/das-heft</a>.</p>
<h6>Kontakt&nbsp;</h6>
<p>David Schelp<br> Leibniz-Gemeinschaft<br> T 030 206049 - 476<br> <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto(%27nbjmup%2BtdifmqAmfjcoja.hfnfjotdibgu%5C%2Fef%27);">schelp(at)leibniz-gemeinschaft.de</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>Gemeinschaft</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 08 Jul 2026 09:41:38 +0200</pubDate>
                        <title>„Sie können sich auf mich verlassen“</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/sie-koennen-sich-auf-mich-verlassen</link>
                        <description>Vergangene Woche wurde der neue Leibniz-Präsident Christoph M. Schmidt in Berlin feierlich in sein Amt eingeführt.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Begleitet von den Streichklängen des Ensemble Epicurians begrüßte die Leibniz-Gemeinschaft am 2. Juli 2026 ihren neuen Präsidenten Christoph M. Schmidt mit einer festlichen Nachmittagsveranstaltung in der Berliner Akademie der Künste. Gäste aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft kamen zusammen, um den Amtsantritt zu feiern. Unter ihnen waren auch die Botschafterinnen Argentiniens, Betina Pasquali De Fonseca, und Australiens, Natasha Smith. Ein Zeichen der internationalen Bedeutung der Leibniz-Gemeinschaft und zugleich ein persönlicher Bezug zur Biografie des in Australien geborenen Christoph M. Schmidt. Er folgt auf Martina Brockmeier, die im Januar als Präsidentin verabschiedet wurde.</p>
<p>Nach der Begrüßung durch Leibniz-Vizepräsident Albert Sickmann würdigten der Staatssekretär des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Marcus Pleyer, sowie Maria Leptin, Präsidentin des Europäischen Forschungsrates, Christoph M. Schmidt als erfahrenen Ökonomen, der die Leibniz-Gemeinschaft ebenso wie die Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik bestens kenne. Marcus Pleyer verwies auf den Akzent, den Christoph M. Schmidt im Laufe seiner beeindruckenden wissenschaftlichen Karriere stets gesetzt habe: „Wer auf die Vielzahl Ihrer Aufgaben blickt, erkennt einen roten Faden: Sie haben Wissenschaft nie als Selbstwert verstanden, sondern immer auch als Grundlage gesellschaftlicher und politischer Gestaltung. Längst sind Sie einer der erfahrensten Politikberater, den wir im Land haben.“</p>
<p>Auch die Rolle der Leibniz-Gemeinschaft als Ganzes kam nicht zu kurz. Staatssekretär Pleyer unterstrich: „Wie kaum eine andere Wissenschaftsorganisation steht die Leibniz-Gemeinschaft für den Anspruch, exzellente Forschung mit gesellschaftlicher Wirkung zu verbinden. Mich beeindruckt, wie Sie nationale und europäische Stärke verbinden und technologische Kompetenz mit gesellschaftlicher Reflektion. Vor allem: Sie gehen hinaus, dahin, wo die Menschen sind, wo Entscheidungen getroffen werden – und formen Brücken zwischen Wissenschaft und Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.“</p>
<p>Vor dem Hintergrund aktueller wissenschaftspolitischer Debatten betonten der Redner und die Rednerin außerdem die Bedeutung eines offenen Austauschs als Voraussetzung für Vertrauen in die Wissenschaft.</p>
<p>Anschließend griff Albert Sickmann diese Gedanken auf und betonte die besondere Verantwortung der Leibniz-Gemeinschaft: „Große Kraft steckt in der exzellenten Forschung, in den Tausenden von Menschen, die in den 96 Instituten täglich Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit erarbeiten. Und aus dieser enormen Kraft folgt eine große Verantwortung.“ Mit Blick auf den neuen Präsidenten hob er zudem den Vorteil der Innenperspektive hervor, Christoph M. Schmidt kenne die Gemeinschaft „nicht nur von außen, sondern auch von innen sehr gut“.</p>
<p>In seiner eigenen Ansprache stellte Christoph M. Schmidt seine Schwerpunkte für die kommenden Jahre vor. Ganz nach dem von seinem Namensgeber entlehnten Motto der Leibniz-Gemeinschaft „Forschung für die beste der möglichen Welten“ kündigte er an, ihre nationale und internationale Sichtbarkeit auszubauen und den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu stärken. Dabei unterstrich er auch, worauf es ihm inhaltlich besonders ankommt: „Wir forschen an Problemen, die wirkliche Menschen im wirklichen Leben haben.“ Damit verband er den Anspruch, wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Relevanz und praktischer Wirkung zusammenzudenken. Sich selbst, so Schmidt, sehe er vor allem als einen Präsidenten, dessen Amtsführung von Loyalität, hohem Einsatz und Transparenz geprägt sein soll. Entsprechend formulierte er auch sein persönliches Versprechen an die Leibniz-Gemeinschaft: „Ich verlasse mich auf Sie, und Sie können sich auf mich verlassen.“</p>
<p>Beim anschließenden Empfang auf der Terrasse der Akademie der Künste nutzten die Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Mit Blick auf das Brandenburger Tor klang der Nachmittag in sommerlicher Atmosphäre aus.</p>
<h6>Impressionen</h6>
<p><a href="/ueber-uns/neues/mediathek/fotogalerien/amtsantritt-christoph-m-schmidt" class="internal">Fotogalerie zum Amtsantritt</a></p>
<h6>Interview und ABC</h6>
<p><a href="https://www.leibniz-magazin.de/alle-artikel/magazindetail/newsdetails/im-gegenwind-will-ich-teil-des-teams-sein" target="_blank" class="external">"Im Gegenwind will ich Teil des Teams sein". Ein Gespräch zum Amtsantritt</a></p>
<p><a href="https://www.leibniz-magazin.de/alle-artikel/magazindetail/newsdetails/von-a-wie-anfang-bis-z-wie-zukunft" target="_blank" class="external">Von A wie Anfang bis Z wie Zukunft: Ein persönliches ABC&nbsp;</a></p>
<h6>Pressemitteilung</h6>
<p><a href="https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-single-neu/newsdetails/christoph-m-schmidt-tritt-amt-als-leibniz-praesident-an" target="_blank" class="internal">Christoph M. Schmidt tritt Amt als Leibniz-Präsident an</a></p>
<h6>Website</h6>
<p><a href="/ueber-uns/organisation/praesident" class="internal">Persönliche Website von Christoph M. Schmidt</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Menschen</category>
                            
                                <category>Gemeinschaft</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Tue, 07 Jul 2026 17:00:00 +0200</pubDate>
                        <title>Raum für alle</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/platz-fairteilen</link>
                        <description>Öffentlicher Raum ist knapp – und häufig mit parkenden Autos besetzt. Wie Kommunen Flächen gerechter verteilen können, zeigt ein neuer Leitfaden.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Öffentliche Parkflächen für Kraftfahrzeuge beanspruchen einen erheblichen Anteil des knappen öffentlichen Raums, obwohl viele Menschen in Städten kein eigenes Auto besitzen. Das Vorhalten von Parkflächen für private Kfz gehört nicht zur allgemeinen Daseinsvorsorge, sondern ist eine politisch gestaltbare Nutzung öffentlicher Flächen. Die Kommunen verfügen bereits heute über wirksame Instrumente, Parken sozial gerecht, effizient und im Einklang mit Klima-, Mobilitäts- und Aufenthaltszielen zu steuern. So können Flächen gerechter verteilt, die Verkehrssicherheit erhöht und lebenswerte öffentliche Räume für alle geschaffen werden.<br> <br> Das Positionspapier bündelt die aktuellen rechtlichen Spielräume und kommunalen Handlungsoptionen – von Parkraummanagement und Bewohnerparken über die Bepreisung von Parkraum bis hin zur konsequenten Durchsetzung bestehender Regeln. Dabei wird deutlich, wie Kommunen Parkpolitik mit Klima-, Mobilitäts-, Sicherheits- und Stadtentwicklungszielen verknüpfen können.<br> <br> Es baut auf Erkenntnissen des Positionspapiers aus der ARL 153 „Aktuelle verkehrsrechtliche Entscheidungen: Neuer Schub für die kommunale Verkehrswende“ auf und erweitert diese Perspektiven um den ruhenden Verkehr insgesamt.<br> <br> Ergänzt wird das Positionspapier durch das extern angebotene Fachseminar „Chancen und Möglichkeiten von Kommunen bei der Regulierung des ruhenden Verkehrs“. Im Mittelpunkt des Seminars steht die Frage, wie Kommunen ihre erweiterten Befugnisse verantwortungsvoll, rechtssicher und wirksam nutzen können. Das Seminar nimmt die Themen aus dem Positionspapier aus der ARL auf. Es wird von Marc Widemann (Rechtsanwalt in der Infrastrukturkanzlei BBG und Partner mbH in Bremen und Mitglied des Arbeitskreises der ARL) über IBR-Seminare angeboten und ist kostenpflichtig.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>ARL – Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft (Hrsg.) (2026): Raum für alle statt Platz für wenige – Warum Kfz-Parken seinen Preis hat und wie Kommunen mit Parkraumbewirtschaftung<br> Gerechtigkeit und lebenswerte Städte schaffen.<br> Hannover.<br> <a href="https://doi.org/10.60683/24eg-e932" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.60683/24eg-e932</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.arl-net.de/de/shop/raum-f%C3%BCr-alle-statt-platz-f%C3%BCr-wenige" target="_blank" class="download" rel="noreferrer">Positionspapier aus der ARL 163</a></p>
<p><a href="https://www.arl-net.de/de/shop/aktuelle-verkehrsrechtliche-entscheidungen" target="_blank" class="download" rel="noreferrer">Positionspapier aus der ARL 153</a></p>
<p><a href="https://www.arl-net.de/de/blog/mehr-raum-f%C3%BCr-alle" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung der ARL – Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft (ARL)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>ARL – Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Projekte</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Tue, 07 Jul 2026 09:57:16 +0200</pubDate>
                        <title>Wie große Räuber klein wurden</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/wenn-grosse-raeuber-klein-werden</link>
                        <description>Lange bevor Dinosaurier herrschten, passten sich frühe Verwandte der Säugetiere flexibel an ihre Umwelt an – auch beim Wachstum.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Der ikonische Segelrückenräuber <em>Dimetrodon</em> gilt als eines der bekanntesten Tiere des frühen Perms – lange bevor Dinosaurier die Erde dominierten. Die meisten bekannten Arten dieses frühen Verwandten der Säugetiere erreichten Körperlängen von über drei Metern und ein Gewicht von bis zu 250 Kilogramm. Doch einige Vertreter blieben überraschend klein. Eine neue Studie eines internationalen Forschungsteams unter Leitung von Dr. Aurore Canoville von der Friedenstein Stiftung Gotha und dem Museum für Naturkunde Berlin zeigt nun, dass diese geringe Körpergröße durch unterschiedliche evolutionäre Strategien entstand.</p>
<p>Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die beiden kleinsten bekannten Arten: <em>Dimetrodon natalis</em> aus Nordamerika sowie <em>Dimetrodon teutonis</em> von der Bromacker-Fossillagerstätte in Thüringen – der einzigen bislang außerhalb Nordamerikas entdeckten Dimetrodon-Art. Während <em>Dimetrodon natalis</em> lange als kleinste bekannte Art galt, erwies sich <em>Dimetrodon teutonis</em> als noch kleiner.</p>
<p>Um herauszufinden, wie diese Tiere ihre geringe Größe entwickelten, analysierte das Forschungsteam die mikroskopische Struktur fossiler Knochen. Knochengewebe bewahren Informationen über Wachstumsgeschwindigkeit sowie Entwicklungsprozesse und ermöglichen damit direkte Einblicke in die Lebensgeschichte ausgestorbener Tiere.<br> Die Ergebnisse, veröffentlicht in Scientific Reports, zeigen deutliche Unterschiede: <em>Dimetrodon natalis</em> wuchs offenbar schnell, stellte das Wachstum jedoch früh ein. Die Tiere erreichten ihre geringe Erwachsenengröße somit durch eine verkürzte Entwicklungsphase. <em>Dimetrodon teutonis</em> hingegen entwickelte sich deutlich langsamer über einen längeren Zeitraum hinweg und wurde vermutlich erst später geschlechtsreif.</p>
<p>„Diese Arbeit zeigt, dass die Methode der Knochenhistologie uns Einblicke in die tatsächliche Paläobiologie längst ausgestorbener Tiere geben kann. Wer hätte gedacht, dass diese beiden kleinen Arten so unterschiedliche Lebensgeschichten hatten?“, sagt Dr. Tom Hübner, Kurator und Leiter des BROMACKER-Projekts an der Friedenstein Stiftung Gotha.</p>
<p>Die Forschenden führen die unterschiedlichen Wachstumsstrategien auf die jeweiligen Umweltbedingungen zurück. Nordamerikanische Dimetrodon-Arten lebten in feuchten Tieflandregionen mit reichhaltigen Nahrungsnetzen und hohem Räuberdruck. Unter solchen Bedingungen konnte ein schnelles Heranwachsen Vorteile für Überleben und Fortpflanzung bieten. Das Bromacker-Ökosystem dagegen war von saisonaler Trockenheit und begrenzten Ressourcen geprägt. Fossile Grabgänge deuten darauf hin, dass sich potenzielle Beutetiere während Trockenzeiten unterirdisch zurückzogen. Für Spitzenprädatoren wie <em>Dimetrodon teutonis</em> könnte langsameres Wachstum daher eine Anpassung an schwankende Nahrungsverfügbarkeit gewesen sein.</p>
<p>„Diese neuen Erkenntnisse unterstreichen erneut die Einzigartigkeit des Bromackers im Vergleich zu anderen Fundstellen des frühen Perms“, erklärt Dr. Aurore Canoville. „Das macht <em>Dimetrodon</em> noch faszinierender. Lange bevor Dinosaurier die Erde beherrschten, reagierten diese frühen Synapsiden bereits erstaunlich flexibel auf Klima, Nahrung, Konkurrenz und Räuberdruck.“</p>
<p>„Mit diesen faszinierenden Ergebnissen erhalten wir ein immer vollständigeres Bild des Bromacker-Ökosystems und seines Potenzials für viele weitere Jahrzehnte zukünftiger Forschung“, ergänzt Prof. Jörg Fröbisch vom Museum für Naturkunde Berlin.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>Canoville, A., Knaus, P.L., Marchetti, L. &amp; Fröbisch, J. (2026): Contrasting life history in the diminutive Dimetrodon species from North America and Germany. Scientific Reports. 10.1038/s41598-026-52199-y</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.museumfuernaturkunde.berlin/museum/services/presse/pressemitteilung/default-2ee8144f207c78d023f635a60e5656ee/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Museums für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung (MfN) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Tue, 07 Jul 2026 09:20:11 +0200</pubDate>
                        <title>Fettmoleküle verstärken Immunreaktion</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/fettmolekuele-verstaerken-die-immunreaktion</link>
                        <description>Gebundene Fettmoleküle könnten erklären, warum pflanzliche Allergene bei manchen Menschen besonders heftige Reaktionen auslösen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Warum reagieren manche Menschen deutlich stärker auf pflanzliche Lebensmittel als andere? Eine neue Studie, die nun im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht wurde, zeigt, dass nicht nur die allergieauslösenden Proteine eine Rolle spielen. An die Proteine gebundene Fettmoleküle (Lipide) können die Aktivierung allergierelevanter Immunzellen deutlich verstärken und somit die Intensität der Reaktion beeinflussen.</p>
<p>Von Nahrungsmittelallergien sind in Deutschland über 3 Mio. Menschen betroffen. Dabei können bereits kleinste Mengen bestimmter Lebensmittel starke Reaktionen auslösen - von Hautsymptomen über Atembeschwerden bis hin zu lebensbedrohlicher Anaphylaxie. Auffällig ist dabei, dass die Schwere der Reaktionen zwischen den Betroffenen stark variiert.</p>
<p>Im Mittelpunkt der Studie von Prof. Uta Jappe, Dr. Jochen Behrends und Prof. Andra Schromm stand ein am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB) identifiziertes neues und bislang wenig charakterisiertes Lipidtransferprotein (LTP) aus der gelben Lupine (Lupinus luteus). LTPs gehören zu den wichtigsten Auslösern schwerer pflanzlicher Nahrungsmittelallergien und kommen unter anderem in Erdnüssen, Lupinensamen und verschiedenen Früchten vor. Besonders Lupinensamen gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung, da sie immer häufiger als pflanzliche Proteinquelle in Lebensmitteln eingesetzt werden, etwa in Backwaren, Fleischersatzprodukten oder glutenfreien Erzeugnissen. Was LTPs zu zunehmend häufigeren Auslösern starker allergischer Reaktionen macht, war bislang jedoch nur unvollständig verstanden.</p>
<p>Das Borsteler Forschungsteam konnte nun zeigen, dass das untersuchte Lupinen-LTP gezielt bestimmte Lipide bindet und transportiert. Durch diese Bindung verändert sich die Wechselwirkung des Proteins mit Zellmembranen, wodurch allergierelevante Immunzellen besonders effektiv aktiviert werden. Betroffen sind vor allem Basophile. Basophile sind weiße Blutkörperchen, die bei allergischen Reaktionen Histamin und andere Entzündungsmediatoren freisetzen, die typische Symptome wie Juckreiz, Schwellungen oder in schweren Fällen einen anaphylaktischen Schock auslösen können.</p>
<p>Besonders interessant war die Beobachtung, dass das Lupinen-LTP eine ausgeprägte Wechselwirkung mit Phosphatidylglycerol zeigte. Dieses Lipid kommt nicht nur in Pflanzen vor, sondern ist auch ein wichtiger Bestandteil bakterieller Zellmembranen im Darmmikrobiom sowie des Lungensurfactants. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass solche Lipide die allergene Wirkung von LTPs beeinflussen könnten und eröffnen neue Perspektiven für das Verständnis von Faktoren, die die Stärke allergischer Reaktionen mitbestimmen.</p>
<p>„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die allergene Wirkung pflanzlicher Proteine nicht allein durch ihre Eiweißstruktur bestimmt wird“, erklärt Prof. Dr. Uta Jappe. „Auch die von ihnen gebundenen Lipide können erheblich dazu beitragen, wie stark das Immunsystem reagiert.“</p>
<p>Die Arbeit entstand in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit der Forschungsgruppe Klinische und Molekulare Allergologie (Prof. Dr. Uta Jappe), der Forschungsgruppe Immunbiophysik (Prof. Dr. Andra B. Schromm) und dem Bereich Wissenschaft und Technologie, Fluoreszenz-Zytometrie (Dr. Jochen Behrends) am FZB. Durch die Kombination ihrer Fachgebiete konnten die beteiligten Wissenschaftlerinnen die Wechselwirkungen zwischen Allergen, Lipiden und Immunzellen erstmals funktionell untersuchen.</p>
<p>Die Erkenntnisse könnten langfristig dazu beitragen, Risikopatientinnen und -patienten besser zu identifizieren und die Bewertung pflanzlicher Allergene zu verbessern. Angesichts der zunehmenden Verwendung von Lupinen als pflanzliche Proteinquelle in Lebensmitteln gewinnen solche Erkenntnisse zusätzlich an Bedeutung.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>Jappe, U., Behrends, J. &amp; Schromm, A.B. Lipid ligand binding and membrane interactions of a novel food-derived lipid transfer protein enhance basophil allergic responses. Sci Rep 16, 18352 (2026). <a href="https://doi.org/10.1038/s41598-026-55182-9" target="_new" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41598-026-55182-9</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://fz-borstel.de/de/aktuelles/news/news-2026/pflanzliche-allergene-gebundene-fettmolekuele-verstaerken-die-immunreaktion" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB)</a></p>

]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
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                        <pubDate>Mon, 06 Jul 2026 14:16:19 +0200</pubDate>
                        <title>Das Wesentliche im Blick</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/den-blick-nach-vorn</link>
                        <description>Eine Studie an 52 Spinnenarten legt nahe: Ihre Augenpaare haben sich im Laufe der Evolution unabhängig voneinander nach vorne ausgerichtet, um hochauflösender zu sehen und Entfernungen besser einzuschätzen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Eine neue Studie eines internationalen Teams von Forschenden mit Beteiligung von Erstautor Atal Pande vom Museum für Naturkunde Berlin zeigt: Jagdspinnen entwickelten unabhängig voneinander nach vorne gerichtete Augenanordnungen – ihre Sehorgane entwickelten sich dabei als flexible, modulare Systeme. Der vordere Bereich des Spinnenkörpers wird damit zu einem vielseitigen visuellen Zentrum, in dem verschiedene Augen unterschiedliche Aufgaben übernehmen und dennoch gemeinsam dasselbe Ziel verfolgen.</p>
<p>Wie Tiere ihre Umwelt wahrnehmen, beeinflusst maßgeblich, wie sie Nahrung finden, Gefahren erkennen und sich orientieren. Bei Wirbeltieren mit zwei Augen verrät die Stellung der Augen häufig die Lebensweise: Räuber wie Löwen besitzen nach vorn gerichtete Augen für präzises räumliches Sehen, während Beutetiere wie Hirsche seitlich angeordnete Augen haben, die ein breites Sichtfeld ermöglichen. Doch wie funktioniert dieses Prinzip bei Spinnen, die meist über acht Augen in unterschiedlichsten Anordnungen verfügen?<br> <br> Dieser Frage ist ein internationales Forschungsteam in einer neuen Studie nachgegangen. Anhand von 52 Spinnenarten untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mithilfe hochauflösender Röntgen-Computertomographie, geometrischer Morphometrie und evolutionsbiologischer Modellierungen, wie sich Position, Ausrichtung und Blickwinkel der Spinnenaugen im Verlauf der Evolution verändert haben.<br> <br> Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Augenanordnungen der Spinnen im Laufe der Evolution stark diversifiziert haben. Während ursprüngliche Spinnenlinien, wie etwa Falltürspinnen, noch eine zentrale Anordnung der Augen besitzen, entwickelten Radnetzspinnen eine ringförmige Verteilung. Mehrere evolutionär jüngere Gruppen weisen hingegen eine auffällige Konzentration mehrerer Augenpaare im vorderen Bereich des Vorderkörpers auf.<br> <br> Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung bei visuell jagenden Spinnen. Die Studie zeigt, dass ihre Augenanordnungen die größte morphologische Vielfalt sowie die höchsten Evolutionsraten aufweisen. Unabhängig voneinander entwickelten verschiedene Linien eine ähnliche Konfiguration, bei der mehrere Augenpaare nach vorne ausgerichtet sind. Dadurch können mehrere Augen denselben Bereich des Sichtfeldes gleichzeitig erfassen und ihre Informationen kombinieren. Dies verbessert vermutlich die Bewegungswahrnehmung, ermöglicht hochauflösendes Sehen und erleichtert die Einschätzung von Entfernungen. Der vordere Bereich des Spinnenkörpers wird damit zu einem vielseitigen visuellen Zentrum, in dem verschiedene Augen unterschiedliche Aufgaben übernehmen und dennoch gemeinsam dasselbe Ziel verfolgen.<br> <br> Darüber hinaus zeigt die Studie, dass das visuelle System der Spinnen modular aufgebaut ist. Position und Ausrichtung einzelner Augenpaare können sich weitgehend unabhängig voneinander entwickeln. Das Sehsystem bildet somit keine starre Einheit, sondern eine flexible Struktur, die im Verlauf der Evolution unterschiedlich angepasst werden kann. Diese Modularität hat es Spinnen ermöglicht, ihre visuellen Fähigkeiten optimal an verschiedene Jagdstrategien und ökologische Lebensräume anzupassen.<br> <br> „Spinnen sind ein außergewöhnliches Modellsystem, um zu verstehen, wie sich Sehen im Laufe der Evolution entwickelt“, erklärt Erstautor Atal Pande. „Im Gegensatz zu Tieren mit nur zwei Augen verfügen Spinnen über mehrere visuelle Module, die sich teilweise unabhängig voneinander verändern können. Dadurch eröffnet die Evolution deutlich mehr Möglichkeiten, das visuelle System anzupassen – und erklärt die bemerkenswerte Vielfalt der Augenanordnungen bei Spinnen.“<br> <br> Die Studie liefert neue Erkenntnisse darüber, wie natürliche Selektion komplexe Sinnessysteme an ökologische Anforderungen anpasst. Gleichzeitig könnten die Ergebnisse langfristig auch Impulse für die Entwicklung neuartiger visueller Sensorsysteme in der Robotik und bei autonomen Technologien liefern.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>DOI to the paper: 10.1016/j.cub.2026.06.019<br> link to the paper: <a href="https://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(26)00730-X" target="_new" rel="noreferrer">https://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(26)00730-X</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.museumfuernaturkunde.berlin/museum/services/presse/pressemitteilung/jagdverhalten-praegt-die-evolution-der-spinnenaugen/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Museums für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung (MfN) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Mon, 06 Jul 2026 12:30:49 +0200</pubDate>
                        <title>Alfried Krupp-Förderpreis für Leibniz-Physiker</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/alfried-krupp-foerderpreis-fuer-leibniz-physiker</link>
                        <description>Für seine Forschung zu aktiver weicher Materie erhält Raphael Wittkowski den Alfried Krupp-Förderpreis 2026, eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Auszeichnungen Deutschlands.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Der Physiker Prof. Dr. Raphael Wittkowski wird mit dem Alfried Krupp-Förderpreis 2026 ausgezeichnet. Der Preisträger forscht an der RWTH Aachen University und am DWI – Leibniz-Institut für Interaktive Materialien auf dem Gebiet der Aktiven weichen Materie – ein neues Feld, das an der Schnittstelle von Physik, Chemie, In­genieurwissenschaften, Biologie und Medizin an­gesiedelt ist. Der Alfried Krupp-Förder­preis, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert, gehört zu den be­deu­tends­ten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland. Der Preis ist mit 1,1&nbsp;Mio.&nbsp;€ dotiert und wird jährlich an junge Wissenschaftler*innen mit einer Erstprofessur vergeben.</p>
<p>Im Zentrum der Arbeit von Prof. Dr. Raphael Wittkowski stehen insbesondere Mikro­systeme mit eige­nem Antriebsmechanismus, die mithilfe von Ultra­schall gesteuert werden. Er hat u. a. eine Methode entwickelt, mit der eine große Anzahl akustisch angetriebener Mikropartikel an ein vorgegebenes Ziel gesteuert werden kann. Mit diesen Fortschritten hat Prof. Wittkowski eine Basis für künftige medizinische Anwendungen akustisch angetriebener Mikropartikel gelegt, etwa zum Transport von Wirkstoffen an ein bestimmtes Ziel im Körper, um die Nachteile einer systemischen Wirkstoffverteilung zu vermeiden. Ein Beispiel ist die herkömmliche Chemotherapie, deren Nebenwirkungen primär aus der systemischen Verteilung der Wirkstoffe im Körper resultieren, die auch gesundes Gewebe angreifen.</p>
<p>Prof. Dr. Wittkowski hat seit 2025 eine Professur an der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften der RWTH Aachen University inne, wo er den Lehrstuhl für Theorie Aktiver Weicher Materialien leitet. Der 38-Jährige ist zudem Mitglied der Wissenschaftlichen Leitung des DWI – Leibniz-Institut für Interaktive Materialien. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet u. a. mit dem EIC-Pathfinder-Grant des European Innovation Council.</p>
<h5>Weitere Informationen und Kontakt</h5>
<p><a href="https://www.krupp-stiftung.de/aktuelles/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung der Krupp-Stiftung</a></p>
<p><a href="https://www.dwi.rwth-aachen.de/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Website des DWI - Leibniz-Institut für Interaktive Materialien</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>DWI - Leibniz-Institut für Interaktive Materialien</category>
                            
                                <category>Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften</category>
                            
                                <category>Menschen</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Mon, 06 Jul 2026 12:04:27 +0200</pubDate>
                        <title>Saubere Luft – für alle?</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/saubere-luft-fuer-alle</link>
                        <description>Eine interaktive Website zeigt, wie Luftqualität, Lärm und Grünflächen in deutschen Städten verteilt sind – und wen Belastungen besonders treffen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Eine Deutschlandkarte der besonderen Art: Auf einer neuen interaktiven Website lässt sich für die 69 größten deutschen Städte nachvollziehen, wie Luftverschmutzung, Lärm und Grünflächen über das Stadtgebiet verteilt sind – und wie diese Verteilung mit der Sozialstruktur einzelner Wohngebiete zusammenhängt. Die Karte begleitet eine kürzlich in der Fachzeitschrift Urban Studies erschienene Studie von Christian König (WZB), Katja Salomo (Universität Kassel) und Marcel Helbig (Leibniz-Institut für Bildungsverläufe/WZB) und veranschaulicht ihre Befunde für jede Stadt einzeln.<br> <br> Die Forschenden legten ein Raster aus 1×1 km großen Feldern über die deutschen Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohner*innen. Sie kombinierten Daten der Bundesagentur für Arbeit zur Sozialstruktur – Anteile armer Haushalte und Bewohner*innen ohne deutsche Staatsangehörigkeit – mit Daten des Umweltbundesamtes zu Luftverschmutzung und Lärm und Daten der Europäischen Umweltagentur zur Verfügbarkeit von Grünflächen. Nutzer*innen der interaktiven Karte können die räumliche Verteilung dieser Indikatoren für ihre eigene Stadt nachvollziehen und einzelne Wohngebiete miteinander vergleichen.<br> <br> Neu am methodischen Vorgehen der Studie ist die gemeinsame Betrachtung verschiedener Umweltbelastungen auf dieser kleinräumigen Ebene: Bisherige Studien haben einzelne Umweltfaktoren wie Feinstaub oder Lärm meist getrennt voneinander und oft nur für einzelne Städte oder Regionen analysiert.<br> <br> Es zeigt sich, dass Wohngebiete mit höheren Anteilen ausländischer Wohnbevölkerung im Durchschnitt höhere Luft- und Lärmbelastungen aufweisen und über weniger Grünflächen verfügen. Diese Benachteiligung lässt sich nicht allein durch sozioökonomische Faktoren erklären: Für ärmere Haushalte allgemein zeigen die Daten kein vergleichbares Muster.<br> <br> Eine entscheidende Rolle spielt die Lage des Wohngebiets innerhalb einer Stadt: In zentralen, dicht bebauten Stadtteilen ist die Umweltqualität tendenziell schlechter. Wenn Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit vor allem in solchen zentralen Lagen wohnen, wie das traditionell in vielen Städten der Fall ist, sind sie auch stärker von Umweltbelastungen betroffen.<br> <br> Die Daten der Studie bilden keine zeitlichen Verläufe ab, sie sind also eine Momentaufnahme. Doch der Vergleich zwischen Großstädten legt den Schluss nahe, dass Dynamiken der Stadtentwicklung Muster der Umweltungleichheit verändern können. Die ausländische Wohnbevölkerung ist besonders in jenen Städten höheren Umweltbelastungen ausgesetzt, in denen sie vorwiegend im Stadtzentrum lebt. Deutlich geringer fällt diese Umweltungleichheit in Städten aus, in denen die zentralen Stadtteile von Besserverdienenden und akademisch Gebildeten geprägt sind. Eindrücklich ist es, wenn man Städte wie Hamburg oder Köln vergleicht mit Essen, Solingen oder Ludwigshafen: Hier leben weiterhin viele Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in den Zentren, und hier ist die Umweltungleichheit deutlich höher. Prozesse der Gentrifizierung scheinen also Ungleichheit in Bezug auf die Umweltqualität teilweise zu verringern – bei allen Nachteilen, die eine mögliche Verdrängung aus den Stadtzentren für andere Lebensbereiche mit sich bringen kann.</p>
<h6>Interaktive Website</h6>
<p><a href="https://shiny2.wzb.eu/ckoenig/Urban_Environmental_Inequalities/" target="_blank" rel="noreferrer">https://shiny2.wzb.eu/ckoenig/Urban_Environmental_Inequalities/</a></p>
<h6>Studie</h6>
<p>Understanding variation in neighbourhood environmental inequalities <a href="https://doi.org/10.1177/00420980251412793" target="_new" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1177/00420980251412793</a><br> <br> König, Christian/Salomo, Katja/ Helbig, Marcel: „Understanding variation in neighbourhood environmental inequalities: The influence of residential segregation, gentrification, and other city-level factors“. In: Urban Studies, 2026.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://wzb.eu/de/pressemitteilung/laerm-luft-und-die-soziale-frage" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 11:51:11 +0200</pubDate>
                        <title>Wissenschaft besser vermitteln</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/wissenschaft-besser-kommunizieren</link>
                        <description>Die VolkswagenStiftung investiert Millionen in die Erforschung von Wissenschaftskommunikation. Vier Zentren werden gefördert – unter anderem das Kiel Science Communication Network.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Die VolkswagenStiftung fördert Etablierung von vier Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung: Die Zentren in Kiel, Tübingen/Karlsruhe, München und im Rhein-Ruhr-Gebiet konnten das Kuratorium der Stiftung mit ihren Zukunftsplänen überzeugen und erhalten in einer zweiten Förderrunde insgesamt rund 7 Mio. Euro.</p>
<p>Mit der <a href="https://www.volkswagenstiftung.de/de/foerderung/foerderangebot/wissenschaftskommunikation-hoch-drei-zentren-fuer-wissenschaftskommunikationsforschung-beendet" title="Wissenschaftskommunikation hoch drei – Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung (beendet)" target="_blank" rel="noreferrer">Initiative "Wissenschaftskommunikation hoch drei"</a> finanziert die VolkswagenStiftung seit 2021 bundesweit Forschungszentren, in denen Forschende und Praktiker:innen gemeinsam untersuchen, wie Wissenschaftskommunikation funktioniert und wie sie verbessert werden kann. Neben der Forschung werden mit Praxispartner:innen neue Formate der Vermittlung entwickelt und erprobt. Insgesamt hat die Stiftung für die Startphase der Zentren 15 Mio. Euro Fördergelder bewilligt.</p>
<p>In den vier Zentren, die in Kiel, Tübingen/Karlsruhe, München und dem Rhein-Ruhr-Gebiet entstanden sind, wird zu verschiedenen Schwerpunkten geforscht:</p>
<ul> 	<li>Visuelle Kommunikation zu Gesundheits- und Lebenswissenschaften (Kiel Science Communication Network)</li> 	<li>Wissenschaftskommunikation und Künstliche Intelligenz (RHET AI – Center for Rhetorical Science Communication Research on Artificial Intelligence)</li> 	<li>Wissenschaftskommunikation zu Planetary Health (Munich Science Communication Lab)</li> 	<li>Kommunikation der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften und der Wissenschaftsforschung (Rhine Ruhr Center for Science Communication Research)</li> </ul>
<p>Nun können die Zentren in der drei Jahre andauernden zweiten Förderphase u. a. ihre Forschungsarbeiten weiterentwickeln, sich an den Heimatinstitutionen weiter verankern und neben der nationalen auch die internationale Vernetzung vorantreiben.</p>
<p><strong>Georg Schütte</strong>, Vorstand der VolkswagenStiftung: "Wir haben mit unserer Förderung der vier Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung die nötigen Experimentierräume geschaffen, in denen Wissenschaft und Kommunikationspraxis im Austausch mit ihren Zielgruppen neues Wissen und neue Methoden entwickeln. Mit der zweiten Förderphase sorgen wir im Schulterschluss mit den Universitäten dafür, dass die Zentren sich dauerhaft etablieren, die vielversprechenden Forschungsansätze weiteren Schub bekommen und das wertvolle Praxiswissen auf die Straße kommt".</p>
<h6><strong>Informationen zur zweiten Förderphase der vier Zentren</strong></h6>
<p>Das <strong>Kiel Science Communication Network (KielSCN)</strong> erforscht die Bedeutung von Visualisierungen in der Wissenschaftskommunikation, insbesondere in den Gesundheits- und Lebenswissenschaften. In der zweiten Förderphase steht im Mittelpunkt, wie visuelle Darstellungen Emotionen und Vertrauen kurz- und langfristig beeinflussen. Auch soll der Transfer zwischen Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation durch das Erproben neuer Jobprofile (sog. "Broker") an Universitäten ausgetestet werden.</p>
<p><strong>Geförderte Institutionen: </strong>Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften<br> <strong>Fördersumme</strong>: rd. 2 Mio. Euro.<br> <strong>Beteiligte Institutionen und Praxispartner:</strong> Muthesius Kunsthochschule, Spektrum der Wissenschaft, kurzgesagt, NDR, OpenCampus, Wissenschaft im Dialog</p>
<p>Das <strong>Munich Science Communication Lab (MSCL)</strong> beschäftigt sich mit Kommunikation zu "Planetary Health", also den Zusammenhängen von Umwelt, Klimakrise und menschlicher Gesundheit. Künftig sollen die Arbeiten am Zentrum darauf fokussiert werden, wie Wissenschaftskommunikation wirksam, konstruktiv und resilient gestaltet werden kann. Die Forscher:innen nehmen die systematische Evaluation von Wissenschaftskommunikation in den Blick und ihre Anwendung in verschiedenen kulturellen und regionalen Kontexten, sowie Forschungsfragen zu negativen Folgen von Wissenschaftskommunikation – etwa im Umgang mit Desinformation oder Online-Angriffen.</p>
<p><strong>Geförderte Institutionen: </strong>Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutsches Museum<br> <strong>Fördersumme:</strong> rd. 2,2 Mio. Euro<br> <strong>Beteiligte Institutionen inklusive Praxispartner:</strong> Rachel Carson Center for Environment and Society, Helmholtz Zentrum München, Technische Universität München, University of Wisconsin Madison, Wissenschaft im Dialog, Scicomm-Support, AHA – The Science Communication Hub</p>
<p>Das <strong>RHET AI – Center for Rhetorical Science Communication Research on Artificial Intelligence</strong> (Tübingen/Karlsruhe) untersucht, wie Künstliche Intelligenz gesellschaftlich diskutiert und vermittelt wird. Während in der ersten Förderphase öffentliche Narrative über KI im Fokus standen, richtet sich die Forschung zukünftig darauf, wie Menschen mittels KI wissenschaftliche Inhalte verstehen und kommunizieren. Im Zentrum steht die Frage, welche Verständigungsgrundlagen ("common ground") in Kommunikationsprozessen gelten können, wenn KI Systeme Inhalte individuell an Nutzer:innen anpassen.</p>
<p><strong>Geförderte Institutionen: </strong>Eberhard Karls Universität Tübingen, Leibniz-Institut für Wissensmedien, Karlsruher Institut für Technologie<br> <strong>Fördersumme:</strong> rd. 2,2 Mio. Euro<br> <strong>Beteiligte Institutionen inklusive Praxispartner:</strong> Stony Brook University, Nationales Institut für Wissenschaftskommunikation, experimenta Science Center Heilbronn, Wissenschaft im Dialog, Volkshochschulverband Baden-Württemberg, Center for Human Technology</p>
<p>Das <strong>Rhine Ruhr Center for Science Communication Research</strong> erforscht Wissenschaftskommunikation zu den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sowie die Wissenschaftskommunikation über das Wissenschaftssystem. Es nimmt die Herausforderungen des Wissenschaftsjournalismus vor dem Hintergrund einer "Krise der Faktizität" in den Blick und entwickelt Formate, die die Praktiken und Grenzen von Wissenschaft sichtbar machen. In der zweiten Förderphase rückt der Aspekt des finanziellen Drucks auf öffentlich-rechtliche Medien und das Wissenschaftssystem in den Fokus der Arbeiten.</p>
<p><strong>Beteiligte Institutionen der zweiten Förderphase: </strong>Technische Universität Dortmund, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg<br> <strong>Fördersumme:</strong> 660.000 Euro<br> <strong>Praxispartner:</strong> Science Media Center Germany, Wissenschaftspressekonferenz e. V.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.kielscn.de/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Kiel Science Communication Network (KielSCN)</a></p>
<p><a href="https://www.volkswagenstiftung.de/de/news/pressemitteilung/millionenfoerderung-fuer-zukunftsfaehige-wissenschaftskommunikationsforschung-deutschland" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung der VolkswagenStiftung</a></p>
<p><a href="https://www.leibniz-ipn.de/de/das-ipn/aktuelles/aktuelle-meldungen/kiel-science-communication-network-erhaelt-folgefoerderung-zur-verstetigung" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik</category>
                            
                                <category>Projekte</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7491</guid>
                        <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 10:56:38 +0200</pubDate>
                        <title>Start-up-Dynamik in Europa</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/ungenutztes-wachstumspotenzial</link>
                        <description>Eine Analyse von neun Millionen europäischen Gründungen zeigt, wo das Umfeld für Start-ups günstig ist – und wo Wachstumspotenzial ungenutzt bleibt.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>In Frankreich, Deutschland und Großbritannien bleibt erhebliches Wachstumspotenzial ungenutzt. Ein ZEW Policy Brief untersucht auf Basis von mehr als neun Millionen Unternehmensgründungen in Europa, wo Start-ups entstehen und in welchen Regionen die Anzahl der vorhergesagten Werte von Start-up übertroffen werden. Es zeigt sich, dass sich die unternehmerische Dynamik in Europa auf Metropolen wie Paris, London oder München sowie auf forschungsstarke Regionen wie Cambridge, Oxford, Lyon, Bonn oder Heidelberg konzentriert.</p>
<p>„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Europa erhebliches Gründungspotential hat, aber bessere Bedingungen braucht, damit aus vielversprechenden Start-ups tatsächlich Scale-ups werden“, erklärt Prof. Dr. Hanna Hottenrott, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“. „Besonders auffällig ist, dass Frankreich sein erwartetes Scale-up-Potenzial im Untersuchungszeitraum deutlich erhöht hat, während Deutschland trotz guter Ausgangslage an Dynamik verloren hat.“</p>
<p>Lena Füner, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“, ergänzt: „Für die europäische Wettbewerbsfähigkeit kommt es darauf an, Markteintritt, Finanzierung, Talentzugang und Wachstumshürden gemeinsam in den Blick zu nehmen. Einzelmaßnahmen reichen nicht aus, wenn junge Unternehmen in fragmentierten Märkten nicht schnell skalieren können.“</p>
<h6>Frankreich holt auf, Deutschland verliert an Dynamik</h6>
<p>Besonders auffällig ist die Entwicklung in Frankreich: Die Zahl der potenziellen Scale-ups, gemessen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt, hat sich dort zwischen 2009 und 2023 etwa verdreifacht. Die Forschenden sehen darin Hinweise auf ein im Vergleich günstigeres Umfeld für wachstumsorientierte Unternehmensgründungen. Dazu zählen politische Initiativen wie Bpifrance, die French Tech Mission und Station F sowie vereinfachte Gründungsverfahren.</p>
<p>Deutschland startete zwar von einem höheren Niveau, verzeichnete im Untersuchungszeitraum jedoch eine abnehmende Dynamik. In Großbritannien stieg das Scale-up-Potenzial zunächst bis 2017, ging danach jedoch wieder zurück. In allen drei Ländern bleibt dabei ein großer Teil des vorhandenen Potenzials ungenutzt.</p>
<h6>Wachstum entsteht in starken regionalen Ökosystemen</h6>
<p>Wo viele Unternehmen gegründet werden, entstehen tendenziell auch mehr wachstumsstarke Firmen. In Frankreich konzentrieren sich Gründungen mit hohem Wachstumspotenzial vor allem auf die großen Metropolregionen Paris, Marseille und Lyon. In Großbritannien dominiert London, während Cambridge und Oxford durch ihre besonders hohe unternehmerische Qualität hervorstechen. Dies unterstreicht die Bedeutung forschungsstarker Universitätsstandorte. Deutschland weist dagegen eine dezentralere Struktur auf. Neben München als besonders starkem Zentrum zeigen auch Regionen wie Bonn, Heidelberg und Jena eine hohe Qualität des Gründungsgeschehens.</p>
<h6>Über die Methodik</h6>
<p>Der ZEW Policy Brief erfasst mehr als neun Millionen Unternehmensgründungen in Frankreich, Deutschland und Großbritannien im Zeitraum von 2009 bis 2023, für Großbritannien reichen die Daten bis 2020. Untersucht wurden neu gegründete Kapitalgesellschaften auf regionaler Ebene. Um das Wachstumspotenzial der Start-ups zu bestimmen, nutzen die Forschenden Informationen, die kurz nach dem Markteintritt verfügbar sind, und prognostizieren damit spätere Scale-up-Erfolge. Die Analyse folgt methodisch dem „Start-up Cartography Project“ aus den USA und unterscheidet zwischen der Anzahl der Gründungen, der erwarteten Qualität der Start-ups, der erwarteten absoluten Zahl potenzieller Scale-ups sowie dem Verhältnis zwischen erwartetem und tatsächlich realisiertem Scale-up-Erfolg. So lässt sich vergleichen, welche Regionen besonders viele Gründungen hervorbringen und wo dieses Potenzial tatsächlich in wachstumsstarke Unternehmen übersetzt wird.</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.zew.de/fileadmin/FTP/policybrief/en/pb09-26.pdf" target="_blank" class="download" rel="noreferrer">Der ZEW Policy Brief zum Download (PDF)</a></p>
<p><a href="https://www.zew.de/presse/pressearchiv/start-ups-in-europa-grosses-potenzial-bleibt-ungenutzt" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7486</guid>
                        <pubDate>Wed, 01 Jul 2026 23:32:00 +0200</pubDate>
                        <title>Neue Spitze</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/neuer-leibniz-praesident</link>
                        <description>Christoph M. Schmidt tritt sein Amt an: Seit 1. Juli ist der Ökonom neuer Präsident der Leibniz-Gemeinschaft.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Zum heutigen 1. Juli tritt Christoph M. Schmidt das Amt als Präsident der Leibniz-Gemeinschaft an. Der Ökonom und bisherige Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen war Anfang Dezember 2025 von der Mitgliederversammlung der Leibniz-Gemeinschaft als achter Präsident der Wissenschaftsorganisation für eine vierjährige Amtszeit gewählt worden. Die offizielle Amtseinführung findet am 2. Juli in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin statt.</p>
<p>Mit seinem Amtsantritt verbindet Christoph M. Schmidt das Ziel, die Leibniz-Gemeinschaft als sichtbare und handlungsfähige Wissenschaftsgemeinschaft weiter zu profilieren. In den kommenden Monaten will er gemeinsam mit den Instituten sektionsübergreifende thematische Schwerpunkte klarer herausarbeiten und die Vernetzung innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft weiter stärken.</p>
<p>Damit soll deutlicher sichtbar werden, wofür Leibniz als Gemeinschaft steht: für wissenschaftliche Exzellenz, gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz sowie für die Fähigkeit, unterschiedliche Disziplinen entlang zentraler Zukunftsfragen zusammenzuführen. „Die Leibniz-Gemeinschaft hat ein spezielles Mandat unter den außeruniversitären Forschungsorganisationen, denn sie kann die Politik und die Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, in einer komplexen und sich rasch verändernden Welt rationale und evidenzbasierte Entscheidungen zu treffen“, sagt Christoph M. Schmidt.</p>
<p>Dazu wurde bereits durch den Vorstand der Leibniz-Gemeinschaft ein Strategieprozess mit den 96 Leibniz-Instituten angestoßen; erste Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.</p>
<p>Die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, erklärt zur Amtsübernahme von Christoph M. Schmidt: „Die Leibniz-Gemeinschaft erhält mit Ihnen eine wichtige, eine prominente Stimme. Sie haben Wissenschaft nie als Selbstzweck verstanden, sondern immer auch als Grundlage gesellschaftlicher und politischer Gestaltung. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Die Leibniz-Gemeinschaft ist ein wichtiger Partner unserer Hightech Agenda Deutschland, unserem wirtschaftlichen Zukunftsvertrag: für mehr Wettbewerbsfähigkeit, mehr Wertschöpfung, mehr technologische Souveränität. Danke, dass Sie uns zur Seite stehen, bei unserem großen Projekt, Innovationen zu fördern und Top-Technologieland zu werden.“</p>
<p>Die Präsidentin des Europäischen Forschungsrats (ERC), Maria Leptin, sagt mit Blick auf die Forschung in Europa: „Zwei wichtige Prinzipien vereinen die Leibniz-Gemeinschaft und den ERC: das breite Spektrum der wissenschaftlichen Gebiete, die gefördert werden, das alle akademischen Disziplinen umfasst, und ein Weltbild, in dem exzellente Grundlagenforschung die wesentliche Voraussetzung für gesellschaftlichen Fortschritt ist. Ich freue mich, mit Christoph M Schmidt einen Präsidenten zu begrüßen, der diese Prinzipien zweifellos aktiv unterstützen und die Leibniz-Gemeinschaft als starke Stimme im europäischen Forschungszentrum weiter stärken wird.“</p>
<p>Gemeinsam mit Christoph M. Schmidt bilden fünf Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten den Vorstand der Leibniz-Gemeinschaft: Alexandra W. Busch, Generaldirektorin des LEIZA ‑ Leibniz-Zentrum für Archäologie in Mainz, Albert Sickmann, Vorstandsvorsitzender des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften - ISAS in Dortmund, Barbara Sturm, wissenschaftliche Direktorin des Leibniz-Instituts für Agrartechnik und Bioökonomie in Potsdam, Sebastian Lentz, ehemaliger Direktor des Leibniz-Instituts für Länderkunde in Leipzig, sowie Martin Mittelbach, administrativer Direktor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main.</p>
<p>Ein Interview mit Christoph M. Schmidt im Magazin „leibniz“ ist online verfügbar unter <a href="http://www.leibniz-magazin.de/alle-artikel/magazindetail/newsdetails/im-gegenwind-will-ich-teil-des-teams-sein" target="_blank">www.leibniz-magazin.de/alle-artikel/magazindetail/newsdetails/im-gegenwind-will-ich-teil-des-teams-sein</a>.</p>
<p>Weitere Informationen zu Christoph M. Schmidt sowie Pressefotos finden sich online unter <a href="http://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/organisation/praesident" target="_blank">www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/organisation/praesident</a>.</p>
<h6><strong>Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft</strong></h6>
<p>Christoph Herbort-von Loeper<br> Leibniz-Gemeinschaft<br> T 030 206049 471<br> M 0174 3108174<br> <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto(%27nbjmup%2BifscpsuAmfjcoja.hfnfjotdibgu%5C%2Fef%27);">herbort(at)leibniz-gemeinschaft.de</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Menschen</category>
                            
                                <category>Gemeinschaft</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 01 Jul 2026 09:04:21 +0200</pubDate>
                        <title>Ein Haus für die Biodiversität</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/ein-haus-fuer-die-biodiversitaet</link>
                        <description>Die Freie Universität Berlin und das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei forschen künftig unter einem Dach: Am 30. Juni wurde ihr Kooperationsgebäude auf dem Forschungscampus Dahlem eingeweiht.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>In dem Neubau werden künftig acht Forschungsgruppen der zwei Einrichtungen gemeinsam unter einem Dach arbeiten. Ihr Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen Biodiversität, Ökosystemen und globalen Umweltveränderungen besser zu verstehen. Solche Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für wissenschaftlich fundierte gesellschaftliche und politische Entscheidungen.</p>
<p>Bei einem Festakt mit rund 100 Gästen weihte Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege des Landes Berlin, das neue Gebäude ein. Der Bund und das Land Berlin haben den Neubau mit 12 Millionen Euro für das IGB gefördert. Die Freie Universität Berlin finanzierte ihren Anteil mit 12 Millionen Euro aus eigenen Mitteln.&nbsp;&nbsp;</p>
<p><em>„Gemeinsam genutzte Infrastrukturen sind die richtige Antwort auf knappe öffentliche Ressourcen – und zugleich ein wissenschaftlicher Gewinn. Dass FU und IGB hier unter einem Dach forschen, ist Berliner Kooperationskultur in ihrer besten Form. Und die Erkenntnisse, die hier entstehen, brauchen wir dringend: Biodiversitätsverlust bedroht unsere natürlichen Lebensgrundlagen – er gehört zu den zentralen politischen Herausforderungen unserer Zeit",</em> <em>betonte Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege des Landes Berlin.</em></p>
<p>Das neue Kooperationsgebäude befindet sich in der Königin-Luise-Straße 28–30 auf dem Forschungscampus Dahlem der Freien Universität Berlin. Der Standort stärkt somit den Austausch zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung sowie die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Gleichzeitig schafft das Gebäude ein Umfeld, in dem neue wissenschaftliche Fragestellungen schneller entstehen und bearbeitet werden können.</p>
<p><em>„Mit dem neuen Kooperationsgebäude schaffen wir einen neuen Ort mit allen Voraussetzungen und Möglichkeiten für exzellente Forschung. Die großen Fragen zum Erhalt der biologischen Vielfalt und zum Umgang mit globalen Umweltveränderungen lassen sich nur im engen Austausch unterschiedlicher Disziplinen und Institutionen beantworten. Wenn hier künftig Forschende der Freien Universität Berlin, des IGB und weiterer Partner Tür an Tür – oder auch ohne Tür im selben Labor – arbeiten, dann bündelt das neue Möglichkeiten am Wissenschaftsstandort Dahlem und eröffnet neue Perspektiven für innovative Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und den für den Transfer von Wissen in Gesellschaft und Politik“, sagte Prof. Dr. Günter M. Ziegler, Präsident der Freien Universität Berlin.</em></p>
<h6><strong>Forschung für ein besseres Verständnis von Biodiversität</strong></h6>
<p>Der dramatische Verlust der biologischen Vielfalt, der Klimawandel und andere globale Umweltveränderungen zählen zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Um wirksame Lösungsansätze zu entwickeln, ist ein vertieftes Verständnis der zugrunde liegenden ökologischen Prozesse notwendig.</p>
<p><em>„Die großen Fragen der Biodiversitätsforschung liegen häufig dort, wo wir nicht mit bloßem Auge hinschauen können: unter der Wasseroberfläche, in komplexen Datenmustern oder in den genetischen und mikrobiellen Grundlagen des Lebens. Das neue Gebäude bringt Forschende zusammen, die genau diese verborgenen Dimensionen der biologischen Vielfalt untersuchen. Indem wir Expertise von der Ökosystemforschung über Modellierung und Umweltmonitoring bis hin zu Genomik und Mikrobiologie bündeln, schaffen wir die Grundlage für ein umfassenderes Verständnis von Biodiversität in einer sich rasch verändernden Welt“, erklärte Prof. Dr. Sonja Jähnig, Direktorin des IGB in ihrem Grußwort.</em></p>
<p>Und so wird Biodiversitätsforschung im neuen Kooperationsgebäude nicht nur organisatorisch gebündelt, sondern im wissenschaftlichen Alltag gemeinsam gestaltet. Moderne Forschungsinfrastruktur, kurze Wege und gemeinschaftlich genutzte Arbeitsbereiche fördern den Austausch zwischen den Disziplinen und schaffen optimale Bedingungen für neue wissenschaftliche Impulse.</p>
<h6><strong>Nach hohen Umweltstandards gebaut</strong></h6>
<p>Der dreigeschossige, polygonale Neubau bietet auf einer Nutzfläche von rund 2.200 Quadratmetern Platz für rund 135 Forschende. Neben Laboren und Büros stehen zahlreiche Besprechungs- und Begegnungsräume zur Verfügung, die den wissenschaftlichen Austausch fördern.</p>
<p><em>„Der Wissens- und Innovationsraum Berlin hat mit dem neuen Biodiversitätsgebäude nun einen Ort mehr, an dem einrichtungsübergreifend exzellente Forschung wirken kann. Auch wenn die Umsetzung einige Herausforderungen mit sich gebracht hat, freue ich mich umso mehr, dass wir dieses besondere Gebäude nun einweihen können. Mein Dank geht an die vielen engagierte Menschen in Wissenschaft und Verwaltung, die dies möglich gemacht haben“, betonte Martin Böhnke, Geschäftsführer des Forschungsverbundes Berlin e. V., der Bauherr des Gebäudes ist.</em></p>
<p>Bei Planung und Bau wurden hohe Nachhaltigkeitsstandards berücksichtigt. Zum Einsatz kamen langlebige und zugleich recyclingfähige Baumaterialien. Das Gebäude verfügt über einen außenliegenden Sonnenschutz, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie naturnah gestaltete Außenflächen mit Blumenrasenflächen und Versickerungsmulden. Angestrebt wird eine Zertifizierung nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) in Gold.</p>
<h6><strong>Kunst am Bau: „A Biological Clock“ von Ursula Damm</strong></h6>
<p>Ein besonderer Blickfang befindet sich im zentralen Lichthof des Gebäudes. In der Rotunde des Atriums ist die Installation <a href="https://www.fv-berlin.de/infos-fuer/medien-und-oeffentlichkeit/news/der-respekt-vor-dem-anderen" target="_blank" rel="noreferrer">„A Biological Clock“</a> der Mixed-Media-Künstlerin und Bauhaus-Universitätsprofessorin Ursula Damm zu sehen. Der Entwurf setzte sich im Wettbewerb „Kunst am Bau“ durch.</p>
<p>Die Installation visualisiert die inneren Rhythmen von Wasserflöhen und Chaoborus-Mücken im Verlauf eines Jahres. Beide Arten teilen denselben Lebensraum in Gewässern und stehen exemplarisch für die komplexen zeitlichen und ökologischen Zusammenhänge innerhalb von Ökosystemen. Ergänzt wird die Darstellung durch sogenannte „Weltlinien“, die aus den Bewegungen der Organismen abgeleitet wurden und ihre Wechselwirkungen mit der Umwelt sichtbar machen.</p>
<h6><strong>Gemeinsame Finanzierung von Bund und Land</strong></h6>
<p>Die Baukosten werden von den Partnereinrichtungen gemeinsam getragen. Der Anteil des IGB wurde im Rahmen einer Großen Baumaßnahme der Leibniz-Gemeinschaft finanziert. Die Mittel stammen vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie vom Land Berlin. Die Freie Universität Berlin finanziert ihren Anteil aus Eigenmitteln.</p>
<p>Bauherr des Projekts ist der Forschungsverbund Berlin e. V. (FVB), dem das IGB angehört. Der Betrieb des Gebäudes erfolgt durch die Freie Universität Berlin.&nbsp;</p>
<h6><strong>Zahlen und Fakten</strong></h6>
<ul> 	<li><strong>Name</strong>: Kooperationsgebäude Biodiversität Dahlem</li> 	<li><strong>Standort</strong>: Königin-Luise-Str. 28-30, 14195 Berlin-Dahlem</li> 	<li><strong>Nutzer</strong>: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Forschungsverbund Berlin e. V. und Freie Universität Berlin&nbsp;</li> 	<li><strong>Bauherr</strong>: Forschungsverbund Berlin e. V.</li> 	<li><strong>Finanzielle Förderung durch den Bund und das Land Berlin für das IGB:</strong> 12 Millionen Euro</li> 	<li><strong>Finanzierung durch die Freie Universität Berlin</strong>: 12 Millionen Euro aus Eigenmitteln</li> 	<li><strong>Nutzfläche</strong>: Rund 2.200 qm Nutzfläche (Labore, Büros, Besprechungsräume) auf 3 Etagen</li> 	<li><strong>Anzahl der Nutzerinnen und Nutzer</strong>: ca. 135 &nbsp;</li> </ul>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.igb-berlin.de/news/neues-kooperationsgebaeude-fuer-biodiversitaetsforschung-eingeweiht" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)</a></p>

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                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei</category>
                            
                                <category>Umweltwissenschaften</category>
                            
                                <category>Projekte</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Tue, 30 Jun 2026 13:44:07 +0200</pubDate>
                        <title>Hilfe für Seen</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/hilfe-fuer-seen</link>
                        <description>Trübes Wasser, die Algen blühen: Ein neuer Leitfaden zeigt, was zu tun ist, wenn es dem See schlecht geht.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt im Sommer scheinen Seen häufiger aus dem Gleichgewicht zu geraten: trübes Wasser und Gestank, starke Algenblüten, Fischsterben, sinkende Wasserstände. Dann stellen sich für Kommunen, Verbände oder Bürger*innen viele Fragen: Was ist passiert und handelt es sich tatsächlich um ein ernsthaftes Problem mit Handlungsbedarf? Wenn ja, wie kann man es richtig angehen? Wer ist zuständig? Und woher kommen die notwendigen finanziellen Mittel? Gerade der Beginn eines solchen Prozesses kann unübersichtlich sein. Deshalb hat das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) einen frei verfügbaren Leitfaden veröffentlicht, der Interessierten schnelle erste Orientierungshilfe bietet.</p>
<p>„Unsere Publikation gibt eine kompakte Übersicht über die fachlichen Grundlagen und zeigt wichtige erste Schritte auf. Im Idealfall kann so nach der ersten Beobachtung einer Zustandsveränderung oder eines konkreten Problems ein gut koordinierter und strukturierter Prozess entstehen, der dem See und allen, die ihn schützen und nachhaltig nutzen möchten, weiterhilft“, erläutert Prof. Michael Hupfer, Co-Autor und Experte für Seenrestaurierung.</p>
<h6>Nicht jedes stehende Gewässer ist ein See</h6>
<p>Eine zentrale Herausforderung bei der Analyse und Ableitung von Handlungsoptionen ist die Vielfalt von stehenden Gewässern. Selbst in der Binnengewässerforschung gibt es keine allgemeingültige Definition für Seen. In der Regel versteht man darunter ein dauerhaft vorhandenes, stehendes Binnengewässer, das über einen Hektar groß ist und eine Wasserverweilzeit von mindestens drei Tagen hat.<br> <br> „Doch nicht jedes Standgewässer ist ein See“, erklärt Dr. Sabine Hilt, Co-Autorin und Expertin für die Wasserpflanzen.&nbsp;„Im allgemeinen öffentlichen Sprachgebrauch werden auch kleinere Standgewässer wie Teiche oder Stau- und Speicherbecken als Seen bezeichnet. In diesen kleinen bis mittleren Standgewässern herrschen aber häufig andere ökologische Bedingungen und Dynamiken als in den größeren Seen vor, weshalb etablierte Methoden für das Management größerer Seen nicht immer übertragbar sind“, erläutert die Wissenschaftlerin.&nbsp;„Die prinzipielle Herangehensweise ist aber ähnlich – wichtig ist vor allem, strukturiert und auf Basis des wissenschaftlichen und praktischen Wissensstands vorzugehen.“</p>
<h6>Solide Analysen statt Ferndiagnosen&nbsp;oder&nbsp;Heilsversprechen</h6>
<p>Natürliche und künstliche Seen können eine Vielzahl unterschiedlicher Merkmale aufweisen. Zwar gibt es verschiedene Seetypen mit entsprechenden Ähnlichkeiten, aber kein See gleicht vollständig dem anderen:&nbsp;„Uns erreichen gerade jetzt im Sommer immer wieder Hilferufe, wenn sich Gewässer scheinbar verschlechtern. Einige Ursachen und Problematiken wie Nähr- und Schadstoffeinträge tauchen immer wieder auf, aber seriöse Einschätzungen anhand von individuellen Situationsbeschreibungen, Fotos oder Videos sind nicht per Ferndiagnose möglich“, unterstreicht Michael Hupfer.<br> <br> Denn ob sich aufgrund der im Einzelfall beobachteten Veränderungen auch tatsächlich ein&nbsp;Handlungsbedarf ableiten lässt, ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Auch können Ursache und Wirkung zeitlich und räumlich weit auseinander liegen. Wichtig ist laut den Forschenden zunächst eine solide Zustands- und Ursachenanalyse, die mit Hilfe vorhandener Daten oder weiterer Untersuchungen realisiert werden kann.<br> <br> „Explizit gewarnt werden muss leider immer noch vor Anbietern, die einfache Lösungen versprechen, jedoch einen wissenschaftlich belastbaren&nbsp;Nachweis für ihre häufig vollmundig beworbenen Produkte schuldig bleiben. Teilweise fallen solche Angebote auch in den Bereich der esoterischen Heilsversprechen.&nbsp;Vor der Auswahl insbesondere ungewöhnlich erscheinender Methoden sollte deshalb immer eine zusätzliche externe Fachmeinung eingeholt werden“, rät Michael Hupfer eindringlich.</p>
<h6>Wer ist eigentlich für einen See zuständig?</h6>
<p>Bei öffentlichen Gewässern sind eine oder mehrere Behörden für die Regelung von Schutz und Nutzung zuständig. Wasser- und Naturschutzbehörde können zum Beispiel getrennt organisiert sein. Diese Regelungen und Zuständigkeiten können je nach Bundesland oder auch in den unterschiedlichen Kommunen abweichen. Bei kleineren Gewässern ist häufig die Gemeinde zuständig, für größere Gewässer auch das Bundesland. Für das konkrete Handeln vor Ort sollte im ersten Schritt immer eine zuständige Behörde kontaktiert werden – im Idealfall schon die konkreten Ansprechpersonen in der spezifischen Fachabteilung.</p>
<h6>Interessenkonflikte benennen und Bedingungen für gute Kommunikation schaffen</h6>
<p>Neben der reinen Eigentums-, Pacht- und Zuständigkeitsklärung ist die Konstellation von Akteuren in der Praxis meist komplizierter: „Es kann viele parallele und auch untereinander in Konflikt stehende Schutz- und Nutzungsinteressen geben, zum Beispiel am Gewässer aktive Umwelt-, Angel- und Wassersportverbände oder auch gewerbliche Nutzungen durch Berufsfischerei, Bootsverkehr, touristische Einrichtungen oder öffentlichen Badebetrieb“, erklärt Michael Hupfer.<br> <br> Zudem kann nicht immer davon ausgegangen werden, dass alle behördlichen Stellen und andere Interessengruppen kontinuierlich miteinander im Austausch sind. Wird Handlungsbedarf erkannt, sind für effiziente Kommunikation und Vertrauensbildung persönliche Austauschtreffen für Zuständige, Betroffene und Interessierte hilfreich. „Bewährt haben sich zum Beispiel Runde Tische oder Arbeits- und Projektgruppen, an denen die Interessen- und Nutzungsgruppen beteiligt sind. So kann im Idealfall ein gemeinsames Problemverständnis entwickelt werden“, erläutert Sabine Hilt.</p>
<p></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.igb-berlin.de/sites/default/files/media-files/download-files/igb_manual_hilfe_fuer_seen_ein_leitfaden_0.pdf" target="_blank" class="download" rel="noreferrer">Leitfaden zum Download (PDF)</a></p>
<p><a href="https://www.igb-berlin.de/news/neuer-leitfaden-was-tun-wenn-es-dem-see-schlecht-geht" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>HP-Topnews</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei</category>
                            
                                <category>Umweltwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
                            <enclosure url="https://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/Neues/Startseite/2026/hilfe_f%C3%BCr_seen.jpg" length="132272" type="image/jpeg"/>
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7484</guid>
                        <pubDate>Tue, 30 Jun 2026 12:53:31 +0200</pubDate>
                        <title>Unerwartete Verbündete</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/unerwartete-verbuendete</link>
                        <description>Backhefe könnte bei der Behandlung hartnäckiger Pilzinfektionen helfen: Sie schwächt Erreger und bremst Entzündungen.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p class="isselectedend">Millionen Frauen weltweit leiden unter Scheidenpilzinfektionen. Die Beschwerden werden meist durch den Hefepilz <em>Candida albicans</em> verursacht und reichen von Juckreiz und Brennen bis hin zu wiederkehrenden Entzündungen. Ein internationales Forschungsteam hat nun gezeigt, dass ein unerwarteter Verbündeter – ein Vertreter der Hefeart, die aus der Welt des Backens und Brauens bekannt ist – bei der Bekämpfung dieser Infektionen helfen könnte: die Backhefe <em>Saccharomyces cerevisiae.</em></p>
<p class="isselectedend">Die Studie entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen Forschenden der Katholischen Universität Leuven (KU Leuven) in Belgien und dem Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) in Jena und wurde durch den Microverse Exchange Fund des Exzellenzclusters <em>Balance of the Microverse</em> unterstützt. In der Studie wurde ein Stamm von <em>Saccharomyces cerevisiae</em> identifiziert, der sowohl das Wachstum und die krankheitsauslösenden Faktoren von <em>Candida albicans</em> deutlich hemmen kann. Gleichzeitig reduziert die Hefe entzündliche Reaktionen des Immunsystems, die maßgeblich zu den belastenden Symptomen beitragen.</p>
<p class="isselectedend"><em>Candida albicans </em>gehört zur natürlichen Mikrobenausstattung des Menschen. Unter bestimmten Bedingungen kann sich der Pilz jedoch über Gebühr vermehren und bringt damit das mikrobielle Gleichgewicht durcheinander. Entzündliche Infektionen der Schleimhäute sind häufig die Folge.</p>
<p class="isselectedend">„Viele Menschen denken bei Mikroorganismen zuerst an Krankheitserreger“, sagt Dr. Mark Gresnigt, Leiter einer Emmy Noether-Gruppe am Leibniz-HKI. „Unsere Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass Mikroben auch Verbündete sein können. Bestimmte Hefen können krankmachende Pilze ausbremsen und gleichzeitig helfen, überschießende Entzündungsreaktionen zu verhindern.“</p>
<p class="isselectedend">Für ihre Untersuchungen testete Erstautorin Dr. Mart Sillen aus dem Labor von Prof. Patrick van Dijck an der KU Leuven zunächst 70 verschiedene Stämme von <em>Saccharomyces cerevisiae</em>. Ein Stamm, ein Vaginalisolat, erwies sich dabei als besonders wirksam: Er hemmte das Wachstum von <em>Candida albicans</em>, verringerte dessen Fähigkeit, an Schleimhautzellen anzuhaften, und störte die Bildung von Biofilmen – schützenden Strukturen, die den Krankheitserreger besonders widerstandsfähig machen.</p>
<p class="isselectedend">Im Rahmen zweier Forschungsaufenthalte in Jena arbeitete Sillen eng mit Forschenden aus der Arbeitsgruppe von Mark Gresnigt zusammen, darunter Axel Dietschmann, Kar On Cheng und Dolly Montaño. Mithilfe moderner Live-Cell-Imaging-Verfahren untersuchten sie, wie die Bäckerhefe mit Immunzellen interagiert.</p>
<p class="isselectedend">„Mart hatte bereits detailliert untersucht, wie die Hefe den Krankheitserreger direkt beeinflusst“, erklärt Gresnigt. „In Jena konnten wir unsere Expertise zur Immunologie von Pilzinfektionen einbringen. Gemeinsam fanden wir heraus, dass die Hefe nicht nur den Erreger schwächt, sondern auch Entzündungsreaktionen reduziert und die Fähigkeit von Immunzellen verbessert, die Infektion zu beseitigen.“</p>
<p class="isselectedend">Die Forschenden beobachteten, dass Immunzellen trotz einer geringeren Entzündungsreaktion sogar effizienter gegen den Krankheitserreger vorgingen. In einem Mausmodell führte die Behandlung zu einer geringeren Pilzbelastung und weniger entzündlichen Prozessen.</p>
<p class="isselectedend">Die Ergebnisse liefern damit eine vielversprechende Grundlage für neue mikrobenbasierte Therapien. Anstatt Krankheitserreger ausschließlich mit Medikamenten zu bekämpfen, könnten künftig gezielt nützliche Mikroorganismen eingesetzt werden, um das mikrobielle Gleichgewicht wiederherzustellen und gleichzeitig schädliche Entzündungen einzudämmen.</p>
<p class="isselectedend">Die Studie verdeutlicht zugleich den Mehrwert internationaler Forschungsaufenthalte. Der Microverse Exchange Fund des Exzellenzclusters <em>Balance of the Microverse</em> unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei, Expertisen über Länder- und Disziplingrenzen hinweg zusammenzubringen. Die Zusammenarbeit zwischen dem Labor von Patrick van Dijck in Leuven und dem Labor von Mark Gresnigt in Jena zeigt beispielhaft, wie daraus neue Erkenntnisse über die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mikroorganismen und ihrem Wirt entstehen können.</p>
<p>Bevor die Hefe für die Therapie eingesetzt werden kann, sind weitere klinische Studien erforderlich. Die Forschenden sehen jedoch großes Potenzial darin, mikrobiologische Helfer gezielt zur Bekämpfung von Infektionen einzusetzen – und damit die positiven Seiten der mikrobiellen Welt nutzbar zu machen.</p>
<h6><strong>Originalpublikation</strong></h6>
<p>Sillen M, El Abyad D, Vreys N <em>et al.</em> <em>Saccharomyces cerevisiae</em> reduces vulvovaginal candidiasis severity through modulation of fungal pathogenicity and inflammatory responses. <em>Nat Commun</em> <strong>17</strong>, 5580 (2026). <a href="https://doi.org/10.1038/s41467-026-74733-2" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41467-026-74733-2</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.leibniz-hki.de/de/pressemitteilung/gute-hefe-schlechte-hefe-forscher-entdecken-neues-potenzial-von-backhefe-zur-behandlung-hartnaeckiger-pilzinfektionen.html" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (HKI) </a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut</category>
                            
                                <category>Lebenswissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Mon, 29 Jun 2026 14:50:24 +0200</pubDate>
                        <title>Verlernte Natur</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/artenkenntnis-nimmt-ab</link>
                        <description>Gänseblümchen, Löwenzahn, Amsel, Spatz – danach wird es dünn. Jüngere Erwachsene kennen nur noch wenige Arten ihrer Umgebung.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Viele junge Erwachsene kennen bekannte Arten wie Löwenzahn oder Spatzen. Deutlich weniger bekannt sind dagegen Pflanzen und Vögel, die typisch für Felder, Wiesen und andere Agrarlebensräume sind. Das zeigt eine neue Studie des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im Fachjournal Journal of Ethnobiology and Ethnomedicine. Für die Untersuchung befragte das Forschungsteam 463 Erwachsene verschiedener Altersgruppen in einer landwirtschaftlich geprägten Region Deutschlands. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Wissen über typische Arten der Agrarlandschaft insbesondere bei jüngeren Generationen abnimmt.&nbsp;</p>
<p>Für die Studie sollten die Teilnehmenden alle Wildpflanzen und Vogelarten nennen, die ihnen aus ihrer Umgebung bekannt sind. Anders als bei klassischen Artenkenntnistests mit Fotos untersuchte das Forschungsteam damit, welche Arten tatsächlich spontan im Wissen der Menschen verankert sind.​</p>
<p>Insgesamt nannten die Befragten 165 verschiedene Pflanzen sowie 116 Vogelarten und Vogelgruppen. Viele dieser Nennungen entfielen jedoch auf allgemein bekannte Arten. Typische Pflanzen und Vögel der Agrarlandschaft wurden deutlich seltener genannt. Im Durchschnitt konnten die Teilnehmenden lediglich zwei charakteristische Pflanzenarten und drei charakteristische Vogelarten nennen. Gleichzeitig kommen in der Untersuchungsregion 62 typische Pflanzenarten und 25 typische Vogelarten der Agrarlandschaft vor. Die große Mehrheit dieser Arten war den Befragten nicht bekannt oder wurde nur von sehr wenigen Personen genannt.​</p>
<p>Zu den bekanntesten Pflanzen gehörten Löwenzahn, Klatschmohn, Kornblume, Gänseblümchen und Brennnessel. Bei den Vögeln wurden vor allem Spatzen, Krähen, Meisen, Amseln und Störche genannt. Viele weitere Arten, die regelmäßig in Agrarlandschaften vorkommen, spielten dagegen im Wissen der Befragten kaum eine Rolle.​</p>
<p>„Unsere Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen nur einen kleinen Teil der Arten kennen, die ihre Landschaft prägen. Besonders typische Pflanzen und Vögel der Agrarlandschaft sind auch kulturell von besonderer Bedeutung. Sie geraten zunehmend aus dem Blick, was auf einer immer mehr entkoppelten Beziehung zwischen unserer Kultur und unseren Landschaften hindeutet“, sagt Dr. Maria Kernecker, Wissenschaftlerin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und Co-Autorin der Studie.</p>
<h6>Deutliche Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Generationen</h6>
<p>Die Analyse zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Alter und Artenkenntnis. Mit zunehmendem Alter stieg die Zahl der genannten Pflanzen- und Vogelarten deutlich an. Besonders groß waren die Unterschiede zwischen den jüngsten Erwachsenen und den mittleren Altersgruppen.​​</p>
<p>Typische Arten der Agrarlandschaft wie Kornblume, Kamille, Schafgarbe, Star oder Feldlerche wurden deutlich häufiger von Menschen über 45 Jahren genannt. Jüngere Erwachsene nannten dagegen häufiger sehr allgemeine oder weit verbreitete Arten wie Löwenzahn, Gänseblümchen oder Brennnessel sowie unspezifische Gruppen wie Greifvögel, Tauben oder Krähen.​</p>
<p>Die Forschenden sehen darin Hinweise auf einen schleichenden Verlust von Wissen über die biologische Vielfalt der eigenen Umgebung. Frühere Untersuchungen zeigen, dass Artenkenntnis eng mit Interesse an Natur und der Bereitschaft zum Engagement für den Naturschutz verbunden sein kann.​</p>
<h6>Artenkenntnis als Grundlage für den Schutz der Biodiversität</h6>
<p>Die Studie macht deutlich, dass viele Arten zwar noch in der Landschaft vorkommen, aber kaum noch Teil des gesellschaftlichen Wissens sind. Besonders betroffen sind Pflanzen- und Vogelarten, die typisch für artenreiche Felder und Wiesen sind. Sie helfen Fachleuten dabei, den Zustand von Lebensräumen zu bewerten und Veränderungen der biologischen Vielfalt sichtbar zu machen.​</p>
<p>Neu an der Untersuchung ist, dass sie nicht die Fähigkeit zur Bestimmung einzelner Arten getestet hat, sondern erforschte, welche Pflanzen und Tiere tatsächlich zum alltäglichen Wissen der Menschen gehören. Dadurch wird sichtbar, welche Arten im kulturellen Gedächtnis einer Region präsent sind und welche zunehmend in Vergessenheit geraten.​</p>
<p>Das Studiendesign hat zugleich Grenzen. Die Untersuchung wurde in zwei Städten und ihrem Umland in Nordwestsachsen durchgeführt. Die Ergebnisse liefern daher keine repräsentativen Aussagen für ganz Deutschland. Zudem erfasst die Methode vor allem spontan verfügbares Wissen und nicht die gesamte Artenkenntnis einer Person. Die Autorinnen und Autoren empfehlen deshalb weitere Untersuchungen mit ergänzenden Methoden.​</p>
<p>Die Forschenden sehen Potenzial in Umweltbildungsangeboten, die Menschen wieder stärker mit ihrer Umgebung in Kontakt bringen. Dazu gehören Unterricht im Freien, Naturbeobachtungen oder praktische Erfahrungen mit Pflanzen und Tieren. Solche Angebote könnten dazu beitragen, das Wissen über Artenvielfalt zu stärken und das Verständnis für die Bedeutung funktionierender Ökosysteme zu fördern.​</p>
<p>„Wer die Arten seiner Umgebung kennt, kann Veränderungen in der Natur leichter wahrnehmen und ihre Bedeutung für funktionierende Ökosysteme besser verstehen. Artenkenntnis ist deshalb mehr als reines Faktenwissen – sie ist eine wichtige Grundlage für den Erhalt der biologischen Vielfalt“, sagt Dr. Tobias Naaf, Co-Autor der Studie vom ZALF.​ ​ ​ ​</p>
<h6>Publikation</h6>
<p>Naaf, T. &amp; Kernecker, M. (2026). Y​​oung adults in eastern Germany know dandelion and sparrows but few farmland species. Journal of Ethnobiology and Ethnomedicine, 22, 51. <a href="https://doi.org/10.1186/s13002-026-00908-2" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1186/s13002-026-00908-2</a>. Veröffentlicht Open Access unter der Lizenz CC BY 4.0: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/" target="_blank" rel="noreferrer">https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/</a>.​</p>
<p><a href="https://link.springer.com/article/10.1186/s13002-026-00908-2" target="_blank" rel="noreferrer">DOI: https://doi.org/10.1186/s13002-026-00908-2​</a></p>
<h6>Förderhinweis​</h6>
<p>Die Studie wurde im Rahmen des Projekts ECO2SCAPE innerhalb der Forschungsinitiative zum Erhalt der Biodiversität (FEdA) durchgeführt. Die Förderung erfolgte durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), Förderkennzeichen ZALF: 03LW0082.​</p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.zalf.de/de/aktuelles/Seiten/PB3/Juengere-Erwachsene-kennen-weniger-Arten.aspx" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des ​ Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)</a></p>
<p>​</p>




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                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung</category>
                            
                                <category>Umweltwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
                            <enclosure url="https://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/verlernte-natur-schittek.jpg" length="200719" type="image/jpeg"/>
                        
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                        <pubDate>Fri, 26 Jun 2026 10:20:43 +0200</pubDate>
                        <title>Wirkstoffe im Blick</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/wirkstoffe-im-blick</link>
                        <description>Ob ein Medikament wirkt oder schadet, hängt oft von seiner Konzentration im Blut ab. Eine neue Sensoroberfläche weist Wirkstoffe direkt im Blutplasma nach.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Medikamente können Leben retten. Doch bei manchen Wirkstoffen entscheidet die richtige Menge im Blut darüber, ob eine Therapie gut wirkt oder ob Nebenwirkungen drohen. Forschende des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) in Jena haben nun eine Sensoroberfläche entwickelt, die Medikamente in Blutplasma empfindlich nachweisen kann und dabei deutlich stabiler ist als vergleichbare Oberflächen aus Silber. Die Arbeit ist in der renommierten Fachzeitschrift Advanced Science&nbsp;erschienen.</p>
<p>Gerade bei schwer kranken Menschen kann sich die Konzentration eines Wirkstoffs im Blut stark unterscheiden, selbst wenn sie die gleiche Dosis erhalten. Auf Intensivstationen, in der Krebstherapie oder bei der Behandlung schwerer Infektionen kann es deshalb wichtig sein, Medikamentenspiegel regelmäßig zu überprüfen. Bislang geschieht dies meist mit aufwendigen Laborverfahren. Sie sind sehr genau, benötigen aber Zeit, spezielle Geräte und erfahrenes Personal.<br> <br> Forschende am Leibniz-IPHT arbeiten daran, solche Verfahren künftig durch schnellere, lichtbasierte Methoden zu ergänzen. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Raman-Spektroskopie, die am Institut vor allem für Anwendungen in der Krebs- und Infektionsdiagnostik weiterentwickelt wird. Mit dieser Methode lassen sich Moleküle durch Laserlicht anhand ihrer charakteristischen Signale erkennen. Die nun vorgestellte Studie nutzt eine besonders empfindliche Variante davon: die oberflächenverstärkte Raman-Spektroskopie, SERS (Surface-Enhanced Raman Spectroscopy).</p>
<h6>Schwache Signale sichtbar machen</h6>
<p>Bei einer Raman-Messung trifft Laserlicht auf eine Probe. Je nachdem, welche Moleküle darin enthalten sind, kommt das Licht leicht verändert zurück. Aus diesem Muster lässt sich ablesen, um welche Stoffe es sich handelt. In medizinischen Proben wie Blutplasma sind diese Hinweise jedoch oft sehr schwach. Kleine Mengen eines Wirkstoffs sicher zu erfassen, ist deshalb eine Herausforderung.<br> <br> SERS macht solche Signale mit Hilfe winziger Metallstrukturen messbar. Besonders geeignet ist dafür Silber, doch das Material hat einen Nachteil: Es verändert sich an der Luft. Dadurch können Messsignale mit der Zeit an Zuverlässigkeit verlieren. Für eine spätere Anwendung in Kliniken oder Praxen müssen Sensoren jedoch über längere Zeit lagerbar sein und gleichbleibende Ergebnisse liefern.</p>
<h6>Silber, das länger zuverlässig misst</h6>
<p>Die Teams um Dr. Dana Cialla-May und Dr. Vladimir Sivakov, sowie Erstautorin Aradhana Dwivedi fanden dafür einen neuen chemischen Weg.&nbsp;Die Arbeit entstand im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts, das Cialla-May und Sivakov gemeinsam leiten. Die Forschenden ließen auf einem Trägermaterial winzige, stark verzweigte Silberstrukturen wachsen. Unter dem Mikroskop erinnern sie an kleine Bäumchen. Ihre vielen Äste schaffen zahlreiche Stellen, an denen die Lichtsignale von Molekülen verstärkt werden können.<br> <br> Der entscheidende Schritt ist ein Zusatz aus Sulfat. Die Sulfat-Ionen übernehmen dabei zwei Aufgaben zugleich: Sie steuern das Wachstum der verzweigten Silberstrukturen und schützen deren Oberfläche vor Oxidation. So entsteht ein SERS-Substrat, das empfindlich misst, gut reproduzierbare Signale liefert und lange stabil bleibt. In der Studie waren die Sensoroberflächen unter normalen Lagerbedingungen über mindestens sieben Monate messfähig. Die hohe Oberflächenstabilität und die Ursache der starken SERS-Signale bestätigten die Forschenden unter anderem mit hochauflösender Röntgen-Photoelektronenspektroskopie an der Synchrotronstrahlungsquelle BESSY II des Helmholtz-Zentrums Berlin.&nbsp;<br> <br> „Silber ist für SERS sehr leistungsfähig, aber seine geringe Stabilität war lange ein Hindernis für praktische Anwendungen“, sagt Aradhana Dwivedi, Erstautorin der Studie. „Mit unserem Ansatz konnten wir zeigen, dass sich hochverzweigte Silberstrukturen herstellen lassen, die empfindlich messen und zugleich deutlich robuster bleiben,“ erläutert Dr. Vladimir Sivakov.<br> <br> „Für die Anwendung zählt nicht nur, wie empfindlich eine Oberfläche im Labor ist. Entscheidend ist, ob sie auch in komplexen Proben verlässliche Signale liefert und sich in realistische Abläufe integrieren lässt“, ergänzt Arbeitsgruppenleiterin Dr. Dana Cialla-May. „Genau in diese Richtung wollen wir SERS weiterentwickeln.“&nbsp;<br> <br> Cialla-May ist Spezialistin für SERS-basierte Bioanalytik und forscht seit vielen Jahren an Verfahren, die mit Hilfe von Licht Informationen aus biologischen Proben gewinnen. Ihr besonderes Interesse gilt Sensoroberflächen, die winzige Spuren von Molekülen sichtbar machen können. Die Studie führt mehrere Kompetenzen zusammen, die am Leibniz-IPHT eng zusammenarbeiten: Materialforschung, Röntgen- und Raman-Spektroskopie sowie biomedizinische Analytik.</p>
<h6>Getestet mit Wirkstoffen aus Krebsmedizin und Infektionstherapie</h6>
<p>In ihrer Studie untersuchten die Forscherinnen die neue Oberfläche mit fünf Medikamenten, darunter Wirkstoffe aus der Krebsmedizin sowie ein Antibiotikum. Zunächst wurden die Substanzen in Wasser gemessen, anschließend in menschlichem Blutplasma. Blutplasma ist für solche Messungen besonders anspruchsvoll, weil es viele Eiweiße, Salze und andere Bestandteile enthält, die Signale überlagern können. Mit einer einfachen Vorbehandlung der Probe gelang es, alle untersuchten Wirkstoffe nachzuweisen.<br> <br> Damit zeigt die Arbeit, dass stabile Silberoberflächen künftig ein Baustein für die Medikamentenüberwachung sein könnten: als Grundlage für schnellere Hinweise darauf, ob ein Wirkstoff im Blut in einem geeigneten Bereich liegt.<br> <br> „Der nächste Schritt ist die gemeinsame Arbeit mit medizinischen Partnerinnen und Partnern“, sagt Dana Cialla-May. „Wir möchten klären, für welche klinischen Fragen SERS besonders geeignet ist, wie sich die Methode gegen etablierte Laborverfahren behauptet und wie sie sich in reale Abläufe integrieren lässt. Ich freue mich sehr über Kooperationen mit klinischen Forschungsteams, um diesen Weg weiterzugehen.“<br> <br> Auf dem Weg zu einer Anwendung am Krankenbett sind weitere Schritte nötig: Die Probenaufbereitung für Blutplasma oder Blutserum muss einfacher werden, die Herstellung der Sensoroberflächen verlässlich skalierbar sein. Außerdem braucht es standardisierte Geräte, robuste Messabläufe und Auswertemethoden, die die Lichtsignale sicher erkennen, perspektivisch auch automatisiert.<br> <br> Auch portable Raman-Geräte könnten dabei eine Rolle spielen. Am Leibniz-IPHT werden solche kompakten Systeme bereits für die patientennahe Diagnostik erforscht, etwa in Zusammenhang mit dem am Institut entwickelten RamanBioAssay®, einem laserbasierten Schnelltest, der Krankheitserreger und das passende Antibiotikum aus einer einzigen Probe ermitteln soll. Vor allem bei lebensbedrohlichen Infektionen könnte ein solches Verfahren die medizinische Versorgung beschleunigen. Die neue SERS-Studie knüpft hier an. Sie liefert eine stabile Sensoroberfläche, die künftig mit tragbarer Raman-Technik und einem einfachen Point-of-Care-Workflow verbunden werden könnte.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>A. Dwivedi, J. Dellith, A. Makarova, S. F. El-Mashtoly, J. Popp, V. Sivakov, D. Cialla-May: “Sulfate-Directed Silver Dendrites with Enhanced Stability for Ultrasensitive SERS-Based Therapeutic Drug Monitoring.” Advanced Science2026, e17092. <a href="https://doi.org/10.1002/advs.202517092" target="_new" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1002/advs.202517092</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.leibniz-ipht.de/de/forschende-entwickeln-stabile-sensoroberflaechen-fuer-medikamentenmessungen-im-blutplasma/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (IPHT)</a></p>

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                                <category>Leibniz-Institut für Photonische Technologien</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
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                        <guid isPermaLink="false">news-7468</guid>
                        <pubDate>Thu, 25 Jun 2026 15:09:00 +0200</pubDate>
                        <title>Auf Umwegen zum Abitur</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/viele-wege-fuehren-zum-abitur</link>
                        <description>Kein Gymnasium nach der 4. Klasse – und trotzdem Abitur? Eine neue Studie nimmt Druck aus der Schulwahl.


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                        <content:encoded><![CDATA[<p>Bundesweit halten derzeit Kinder der vierten Klasse ihre Übertrittszeugnisse in den Händen und Eltern fragen sich, welche weiterführende Schule die richtige Wahl für den Nachwuchs ist. Eine aktuelle Auswertung von Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) zeigt: Der direkte Weg aufs Gymnasium ist längst nicht die einzige Route zum Abitur. Motivierte Schülerinnen und Schüler entwickeln ihre Kompetenzen auch auf anderen weiterführenden Schulen ähnlich erfolgreich wie Gleichaltrige am Gymnasium und gelangen vielfach auf alternativen Wegen zur Hochschulreife.</p>
<p>Viele Eltern erleben die Entscheidung für den Übertritt auf eine weiterführende Schule nach Ende der Grundschulzeit als Weichenstellung fürs Leben. Doch eine neue Studie des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi) auf Basis von Langzeitdaten relativiert die Sorge, dass Kinder ohne Gymnasialempfehlung dauerhaft schlechtere Bildungschancen hätten. Die zentrale Erkenntnis: Die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern mit starkem Abiturwunsch auf Real-, Gesamt- oder anderen weiterführenden Schulen entwickeln sich weitgehend parallel zu denen von Gleichaltrigen auf dem Gymnasium. Gleichzeitig ist die Wahl der weiterführenden Schule nur ein Schritt auf einem längeren Bildungsweg, der auch auf alternativen Pfaden zur Hochschulreife führen kann.</p>
<p>Für die Untersuchung analysierte Bildungsforscher Dr. Felix Bittmann Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS). Begleitet wurden rund 1.940 Schülerinnen und Schüler über einen Zeitraum von zehn Jahren. Im Fokus standen Jugendliche mit einem klaren Abiturwunsch bereits zu Beginn der Sekundarstufe (Klasse 5).</p>
<h6>Motivation, Unterstützung und Orientierung sind ausschlaggebend</h6>
<p>Auf der Grundlage objektiver Kompetenztestungen in Mathematik und Lesen entwickeln sich motivierte Kinder, also solche, die das Abitur anstreben, unabhängig von der Schulform nahezu parallel. „In der 5., 7., 9. und 12. Klasse sind die Ergebnisse extrem ähnlich“, erklärt Studienautor Felix Bittmann. Entscheidend sei weniger die Schulform selbst als vielmehr Motivation, familiäre Unterstützung und gute Orientierung im Bildungssystem. Wichtig sei laut Bittmann, dass die Entscheidung über die Schulwahl zu den Bedürfnissen, individuellen Stärken und dem Entwicklungstempo des Kindes passt. Konkret: Wer nach der 4. Klasse noch nicht reif für das Gymnasium ist, profitiert vielleicht noch einige Zeit von einer anderen Lernumgebung bevor der Übertritt gut gelingt.</p>
<p>Am Ende zeigt sich jedoch: Beim Abitur bestehen weiterhin Unterschiede. Schülerinnen und Schüler auf dem Gymnasium erreichen den Abschluss statistisch gesehen mit einer um 13 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit. Bittmann sieht das als positive Nachricht, denn frühere Untersuchungen hatten deutlich größere Unterschiede von über 20 Prozentpunkten vermuten lassen. „Die Sorge, dass der zweite Bildungsweg durch Reformen im Schulsystem nicht genügend gestärkt worden sei, relativiert sich“, so Bittmann.</p>
<h6>Bildungsberatung durch Schulen verstärken</h6>
<p>Die Studie deutet zudem darauf hin, dass strukturelle Hürden und mangelnde Informationen eine größere Rolle spielen könnten als Kompetenzunterschiede. Gerade Familien ohne eigene Erfahrung im deutschen Bildungssystem oder mit Migrationsgeschichte hätten oft hohe Bildungsziele, stoßen jedoch häufiger auf Hürden angesichts der Komplexität der Bildungswege. Nach der 9. oder 10. Klasse eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten – von Fachoberschulen bis zu beruflichen Gymnasien –, die vielen Eltern jedoch kaum bekannt seien. Deshalb müssten Schulen und Lehrkräfte die Eltern und Jugendlichen frühzeitig über Übergänge und alternative Bildungswege informieren und sie auf diesen begleiten. Dass beispielsweise die (Fach-)Hochschulreife auch nachträglich und ohne Altersbeschränkung auf Fach- und Berufsoberschulen erworben werden kann, wüssten viele Eltern nicht.</p>
<h6>Mehr Gelassenheit beim Schulübertritt wagen</h6>
<p>Auch wenn die Ergebnisse sich nur auf Familien mit sehr hohen Bildungszielen beziehen und nicht auf alle Schülerinnen und Schüler übertragbar seien, rät Bittmann zu mehr Gelassenheit beim Schulübertritt: „Der Weg ist nach der 4. Klasse nicht in Stein gemeißelt – und selbst wenn es nach der 10. Klasse noch nicht klappt, gibt es heute viele Möglichkeiten, Bildungsabschlüsse nachzuholen”, betont der Bildungsforscher.</p>
<h6>Über die Studie</h6>
<p>Für die Untersuchung wurden Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS), der größten Langzeit-Bildungsstudie in Deutschland, ausgewertet. Die Auswertung nutzte Daten der NEPS-Startkohorte 3 und konzentrierte sich auf Familien mit hohen Bildungsaspirationen. Unterschiede im sozialen Hintergrund und in kognitiven Grundfähigkeiten wurden statistisch herausgerechnet, um die Effekte der Schulform möglichst präzise zu vergleichen.</p>
<h6>Originalpublikation</h6>
<p>Bittmann, F. (2025). Less alarming than assumed: New insights on diversion effects in German secondary education. Studies in Educational Evaluation, 86, Article 101495. <a href="https://doi.org/10.1016/j.stueduc.2025.101495" target="_new" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.stueduc.2025.101495</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://www.lifbi.de/de-de/Start/Aktuelles-Medien/Neuigkeiten?details=auf-dem-umweg-zum-abitur-neue-studie-nimmt-druck-aus-der-schulwahl" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>News</category>
                            
                                <category>Leibniz-Institut für Bildungsverläufe</category>
                            
                                <category>Geisteswissenschaften und Bildungsforschung</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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                        <guid isPermaLink="false">news-7480</guid>
                        <pubDate>Thu, 25 Jun 2026 13:18:04 +0200</pubDate>
                        <title>Gute Adressen</title>
                        <link>https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten/forschungsnachrichten-single/newsdetails/gute-adressen</link>
                        <description>Wer waren die Millionäre des Deutschen Kaiserreichs – und wo lebten sie? Digitale Karten eröffnen neue Perspektiven auf die räumliche Trennung von Arm und Reich, die viele Städte bis heute prägt.</description>
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Ein neuer digitaler Kartensatz zeigt erstmals, wo die Vermögenselite des Deutschen Kaiserreichs lebte und wer zu ihr gehörte. Entwickelt wurde er von der Historikerin Eva Maria Gajek vom Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung und der Soziologin Daria Tisch, die am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung geforscht hat. Die Karten eröffnen neue Perspektiven auf die Entstehung exklusiver Wohnlagen und die räumliche Trennung von Arm und Reich, die viele Städte bis heute prägt.</p>
<p>Grundlage der Karten sind die zwischen 1912 und 1914 veröffentlichten „Jahrbücher des Vermögens und Einkommens der Millionäre“ des ehemaligen Regierungsrats und Publizisten Rudolf Martin. Die Publikationen gelten als Vorläufer heutiger Reichenlisten. Eva Gajek und Daria Tisch haben diese Daten systematisch digitalisiert und räumlich verortet. Erfasst wurden alle Personen mit einem Vermögen ab zwei Millionen Mark. Im Deutschen Kaiserreich lebten rund 68 Millionen Menschen. Nur etwa 4.500 von ihnen waren Vermögensmillionäre – statistisch kam damit auf rund 15.000 Einwohner ein Millionär.</p>
<h6>Vom Deutschen Reich bis in einzelne Straßen zoomen</h6>
<p>Veröffentlicht wurden drei interaktive Karten. Eine Vermögenskarte zeigt, wo die Wohlhabendsten wohnten. Eine Berufskarte visualisiert, welchen Berufs- und Sozialgruppen die Millionäre angehörten. Eine dritte Karte macht die familiären Beziehungen der Kölner Millionäre &nbsp;sichtbar.</p>
<p>Die Karten ermöglichen es, nach Berufen oder Vermögen zu filtern, Adressen zu suchen und bis in einzelne Straßen zu zoomen. Die Karten enthalten außerdem Informationen dazu, ob Nachfahren der damaligen Vermögenden heute noch in aktuellen Vermögensrankings vertreten sind.</p>
<h6>Berlin hatte die meisten Millionäre</h6>
<p>Die Vermögenskarte zeigt zum Beispiel, dass Berlin mit 838 die größte Anzahl an Millionären hatte. Diese konzentrierten sich im Tiergartenviertel, einem heute weitgehend verschwundenen Villenquartier. Auf Berlin folgten die Handelsmetropole Hamburg mit 337 Millionären und die Finanzmetropole Frankfurt am Main mit 235 Millionären. Anders als zum Beispiel in Frankreich, wo sich die Vermögenselite in Paris konzentrierte, verteilte sie sich im Deutschen Kaiserreich auf mehrere wirtschaftliche Zentren.</p>
<p>„Die Karten machen räumliche Muster sichtbar, die in Listen oder Tabellen kaum erkennbar sind: die Konzentration von Wohlstand, die Nähe bestimmter Vermögensgruppen zueinander und die besondere Bedeutung einzelner Straßen und Viertel für die Vermögenselite des Kaiserreichs“ sagt Eva Maria Gajek. „Dank der Daten von Rudolf Martin wissen wir über die Reichen vor 100 Jahren mehr als über die Reichen von heute.“</p>
<p>Daria Tisch betont den Wert der Karten für die Forschung: „Unser Datensatz ist frei verfügbar und kann mit Informationen ergänzt werden, um die verschiedenen Facetten von Vermögensungleichheit genauer zu untersuchen.“</p>
<p>Die Karten entstanden im Rahmen des Forschungsprojekts „Where the Rich Live. Mapping Villa Neighborhoods and Cultures of Wealth in Germany's Long Twentieth Century (RichMap)“. Das Projekt untersucht die räumlichen und kulturellen Dimensionen von Reichtum in Deutschland vom Kaiserreich bis in die Gegenwart. Es wird von Kerstin Brückweh und Eva Maria Gajek (beide IRS) geleitet und von der Leibniz-Gemeinschaft im Förderprogramm <a href="/forschung/leibniz-wettbewerb/leibniz-kooperative-exzellenz">Leibniz-Kooperative Exzellenz</a> gefördert.</p>
<h6>Interaktive Karten</h6>
<p>Die digitalen Karten sind abrufbar unter: <a href="https://stadt-raum-geschichte.de/forschung/projekte/where-the-rich-live/vom-verzeichnis-zur-karte" target="_blank" rel="noreferrer">stadt-raum-geschichte.de/forschung/projekte/where-the-rich-live/vom-verzeichnis-zur-karte</a></p>
<h6>Weitere Informationen und Kontakt</h6>
<p><a href="https://leibniz-irs.de/aktuelles/meldungen/06-3/wo-der-reichtum-wohnte" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS)</a></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung</category>
                            
                                <category>Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften</category>
                            
                                <category>Forschungsergebnis</category>
                            
                        
                        
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