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Dr. Ricarda Opitz
Leiterin Wissenschaft | Stellvertretung der Generalsekretärin
Forschungsinfrastrukturen
Leibniz-Gemeinschaft
Chausseestraße 111
10115 Berlin
Tel.: 030 / 20 60 49 - 57

Archiv: Hans-Olaf-Henkel-Preis - Preis für Wissenschaftspolitik

Von 2007 bis 2013 hat die Leibniz-Gemeinschaft einen Preis für herausragende Leistungen bei der Förderung der Wissenschaften in der Bundesrepublik Deutschland vergeben. Der zweijährlich verliehene Preis für Wissenschaftspolitik ehrte Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise für die Wissenschaft engagierten und deren Wirken zu einer verbesserten Anerkennung der Wissenschaft in der Öffentlichkeit führte.

Seinen Namen trug der Preis in Erinnerung an die Amtszeit von Hans-Olaf Henkel, der von 2001 bis 2005 Präsident der Leibniz-Gemeinschaft war, und in Würdigung seines Engagements in anderen Wissenschaftsorganisationen. Hans-Olaf Henkel war Senator der Max-Planck-Gesellschaft (1990 bis 2005), der Helmholtz-Gemeinschaft (2001 bis 2005) und der Leibniz-Gemeinschaft (1998 bis 2001) sowie im Vorstand des Stifterverbands tätig (1987 bis 2000).

Preisträger 2013

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Meyer

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Meyer, Jahrgang 1936, war 1990 in der Regierung de Maizière Minister für Bildung und Wissenschaft der DDR und von 1990 bis 2002 Sächsischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. Der Sprachwissenschaftler und Senator der Leibniz-Gemeinschaft wirkte von 1997 bis 2009 als Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken. Meyer wird unter anderem für seine Verdienste um die Neustrukturierung der ostdeutschen Wissenschaftslandschaft nach der Wiedervereinigung ausgezeichnet.

Zu seinen Hauptaufgaben in seiner Zeit als Staatsminister zählte es, Hochschulen und Forschungsinstitute in Sachsen in die Forschungslandschaft der Bundesrepublik zu integrieren. Die Grundlagen dafür legte er bereits als Minister für Bildung und Wissenschaft der DDR in der aus den einzigen freien Volkskammerwahlen hervorgegangenen Regierung unter Ministerpräsident Lothar de Maizière. Ein wesentlicher Faktor für die erfolgreiche Wiedervereinigung der Wissenschaftssysteme in Ost und West war die Evaluierung der früheren Akademie-Institute der DDR durch den Wissenschaftsrat. Die exzellent bewerteten Institute wurden in die gemeinsame Forschungsförderung von Bund und Ländern und damit in die so genannte „Blaue Liste“ aufgenommen. Aus dieser Liste entstand später die Leibniz-Gemeinschaft. In dieser Zeit wirkte Hans Joachim Meyer als hoch geschätzter und sachkundiger Gesprächspartner an der Gestaltung der gesamtdeutschen Wissenschaftspolitik mit und war ein wichtiger Anwalt der ostdeutschen Wissenschaft und Streiter für die Anerkennung ihrer Forschungsleistungen. Er war als Staatsminister von 1999 bis 2002 Mitglied des Senats der Leibniz-Gemeinschaft, dem er seit 2006 als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens erneut angehört.

Die Jury würdigte, dass es unter Meyers Leitung nicht nur gelungen sei, ein Forschungspotenzial von 4.600 Beschäftigten für den Wissenschaftsstandort Sachsen zu erhalten, sondern auch die Leibniz-Gemeinschaft in der heutigen Form zu gestalten.

Interview mit Hans Joachim Meyer im Leibniz-Journal: http://bit.ly/HOH-Preis-Meyer

Rede von Hans Joachim Meyer anlässlich der Verleihung des Hans-Olaf-Henkel-Preises am 28.11.2012 (Download PDF)


Preisträgerin 2011

Prof. Dr. Dagmar Schipanski

Dagmar Schipanski, ehemalige Vorsitzende des Wissenschaftsrats (1996 bis 1998) und Thüringer Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst (1999 bis 2004), wird mit dem Preis besonders für ihre Verdienste um die Integration der außeruniversitären Forschungsinstitute der DDR in das gesamtdeutsche Wissenschaftssystem ausgezeichnet.

Die Jury würdigt Schipanskis Rolle als maßgebliche Akteurin im Prozess der Restrukturierung der Wissenschaft in Ostdeutschland und der Vereinigung zu einem gesamtdeutschen Wissenschaftssystem. Schipanski habe nach der Evaluierung der Institute der ehemaligen Akademien der Wissenschaft der DDR durch den Wissenschaftsrat sowie der Aufnahme der als leistungsfähig und förderwürdig erachteten Einrichtungen in die damalige Blaue Liste, der heutigen Leibniz-Gemeinschaft, in der Phase der Konsolidierung und Etablierung der wieder vereinigten Wissenschaftslandschaft ab Mitte der 1990er Jahre die maßgebliche Rolle gespielt.

Ergänzend würdigt die Jury, dass Schipanski wie nur wenige Wissenschaftler und noch weniger Wissenschaftlerinnen auch übergreifend politisch sichtbar und wirksam war; sei es als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten 1999 oder als Präsidentin des Thüringer Landtages von 2004 bis 2009.


Preisträger 2009

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang Frühwald

Wolfgang Frühwald war von 1982 bis 1987 Mitglied des Wissenschaftsrats, von 1992 bis 1997 Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und von 1999 bis 2007 Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Die unabhängige Jury würdigt vor allem Frühwalds integrative Rolle als Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft nach der Wiedervereinigung und seinen außergewöhnlichen Einsatz für das Ansehen der deutschen Wissenschaft weltweit. Frühwald habe dem Wissenschaftsstandort Deutschland international Anerkennung verschafft und damit dessen Attraktivität für internationale Spitzenwissenschaftler aller Karrierestufen gesteigert. Damit habe er auch zugleich das Bild eines weltoffenen Deutschland gefördert.

"Die deutsche Forschungslandschaft ist sehr ausgeglichen" - Interview mit Prof. Wolfgang Frühwald im Leibniz-Journal 4/2009. Zum Interview


Preisträger 2007

Prof. Dr. Dr. h. c. Benno Parthier

Benno Parthier wird insbesondere für seine herausragenden Verdienste um die Herstellung eines gesamtdeutschen Forschungsraumes und die erfolgreiche Vereinigung unterschiedlicher Wissenschaftssysteme geehrt. Dazu gehört die Eingliederung der Forschungsinstitute der Akademie der Wissenschaften der DDR in das deutsche Wissenschaftssystem nach der politischen Wende ebenso wie die Reform der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Dass diese Vereinigung gelungen ist und Friede im System bewahrt wurde, ist vor allem seine Leistung.

Benno Parthier wurde 1975 Professor für Molekularbiologie an der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1990 wurde er Direktor des Instituts für Biochemie der Pflanzen, des heutigen Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie in Halle, und Präsident der Leopoldina. Als Mitglied der deutsch-deutschen Kommission des Wissenschaftsrates fiel ihm eine schwierige Mittlerrolle zwischen den Wissenschaftlern der neuen und der alten Bundesländer, zwischen Politik und Wissenschaft, zu. Durch die Aufnahme der 34 leistungsfähigsten Akademieinstitute der DDR nach der Wende erlangte die in Gründung befindliche Leibniz-Gemeinschaft gesamtdeutsches Gewicht. Als ein stiller, aber großer Präsident der Leopoldina - einer Akademie mit immerhin 160 Nobelpreisträgern - hat Benno Parthier gemeinsam mit der Politik eine tragfähige Konstruktion gefunden, diese traditionsreiche Akademie dauerhaft zu sichern. In allen seinen, mit Zurückhaltung und Nachdruck verwalteten Ämtern hat sich Benno Parthier um die Wissenschaft und um Deutschland verdient gemacht.

"Ein schmerzlicher Prozess für neue Chancen" - Interview mit Prof. Dr. Benno Parthier im Leibniz-Journal 4/2007.
Zum Interview