Ziel der Chancengleichheitsaktivitäten der Leibniz-Gemeinschaft ist es, Männern und Frauen abhängig von ihren jeweiligen Qualifikationen bei der Verwirklichung ihrer individuellen Karrierewünsche gleiche Chancen und Möglichkeiten zu garantieren. Dies gilt für alle Organisationsebenen. Dabei folgt die Leibniz-Gemeinschaft dem Kaskadenmodell der DFG und unterstützt die Einrichtungen mit einer Handreichung bei der Einführung flexibler Zielquoten für den Frauenanteil auf jeder Ebene.

Mit 46 Prozent im Jahr 2019 haben Frauen bereits jetzt einen vergleichsweise hohen Anteil am wissenschaftlichen Personal in der Leibniz-Gemeinschaft. Unter den Promovierenden und den Promovierten erreicht die Leibniz-Gemeinschaft trotz des großen Anteils an natur- und technikwissenschaftlichen Einrichtungen nahezu Parität. Der Anteil der Doktorandinnen liegt bei 48 Prozent, der der Postdoktorandinnen beträgt 42 Prozent. In höheren wissenschaftlichen Statusgruppen sind Frauen dagegen immer noch unterrepräsentiert. Ihr Anteil im Bereich der W2/C3 Professuren beträgt 33 Prozent. Die erste Führungsebene (wissenschaftliche Institutsleitungen) ist zu 21 Prozent mit Frauen besetzt.

Frauenquoten in W/C-Positionen

   

 

2014

2016

2018

2019

W3/C4

14%

17%

18%

21%

W2/C3

21%

29%

33%

33%

Der Leibniz-Gleichstellungsbericht 2017 konstatiert darüber hinaus, dass der Frauenanteil bei den 34 Neubesetzungen auf der ersten Führungsebene in den Jahren 2012-2016 bei 47,1 Prozent lag – ein positiver Trend ist also durchaus ersichtlich.

Dieser Trend wird dadurch verstärkt, dass sich Leibniz-Einrichtungen aktiv um die Rekrutierung von Frauen bemühen- und dies während allen Phasen des Rekrutierungsprozesses. In dieser Hinsicht sind die Empfehlungen der Leibniz-Besetzungsstandards aus Gleichstellungs-Sicht nachdrücklich zu unterstützen. Als offizielle Unterstützerin von AcademiaNet, der weltgrößten Datenbank mit Profilen exzellenter Wissenschaftlerinnen aller Fachdisziplinen, fördert die Leibniz-Gemeinschaft darüber hinaus die öffentliche Sichtbarkeit hervorragender Forscherinnen für die Besetzung von Führungsposition und Entscheidungsgremien in Deutschland und Europa.

Die Leibniz-Gemeinschaft begreift Maßnahmen zur Förderung von Gleichstellung und Vielfalt als Abbild und zugleich als Treiber eines Kulturwandels an ihren Einrichtungen. Dieser kann nur nachhaltig sein, wenn er von den Führungspersonen an den Einrichtungen getragen, vorgelebt und vorangetrieben wird. Die Leibniz-Gemeinschaft sieht die Förderung von Gleichstellung und Diversität deshalb als Leitungsaufgabe. Auf einem Leibniz-Führungskolleg im Mai 2019 zum Thema „Gleichstellung und Vereinbarkeit – Motoren eines Kulturwandels in den Leibniz Einrichtungen“ wurden best practices an den Instituten diskutiert und durch externe Expertise ergänzt (Programm-PDF).