Die Freiheit der Forschung ist ein verfassungsrechtlich garantiertes Grundrecht, die Basis des Erfolgs der Leibniz-Einrichtungen und ein Garant für den gesellschaftlichen Fortschritt. Diese gilt indes nicht unbeschränkt: Angesichts des Spannungsverhältnisses, in dem Chancen der Forschungsfreiheit und Risiken des Missbrauches von Forschungsergebnissen stehen können, bedarf Forschung immer auch einer ethisch verantworteten Güterabwägung. Denn auch Forschung, die grundsätzlich allgemeinwohlorientiert und nützlich ist, kann durch Missbrauch zu Gefahren für Mensch und Umwelt führen.

Vor dem Hintergrund dieser „Dual-Use“-Problematik sicherheitsrelevanter Forschung verabschiedete das Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft Ende 2018 auf der Basis der Empfehlungen zum Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung der DFG und Leopoldina eine Verfahrensordnung und bestellte erstmals die Mitglieder einer Leibniz-Kommission für Ethik der Forschung (Leibniz-KEF). Der Vorstand setzte die Verfahrensordnung am 27. Februar 2019 in Kraft.

Aufgabe der Leibniz-Kommission für Ethik der Forschung (Leibniz-KEF) ist die Beurteilung von im Forschungsprozess entstehenden sicherheitsrelevanten und ethischen Risiken für Menschenwürde, Leben, Gesundheit, Freiheit, Eigentum, Umwelt oder das friedliche Zusammenleben. Derartige Risiken liegen insbesondere dann nahe, wenn anzunehmen ist, dass aus der Forschung Wissen, Produkte oder Technologien resultieren oder diese im Forschungsprozess verwendet werden, die unmittelbar von Dritten missbraucht werden können.

Voraussetzung für ein Tätigwerden der Leibniz-Kommission für Ethik der Forschung ist, dass die ethische oder sicherheitsrelevante Fragestellung, die an die Kommission herangetragen wird, eine nachweislich über den Einzelfall hinausgehende Relevanz in einem für die Leibniz-Gemeinschaft wesentlichen Forschungsfeld hat. Die Leibniz-KEF ersetzt nicht die Funktion von regulär zuständigen Kommissionen an den einzelnen Leibniz-Einrichtungen. Zudem muss die Zuständigkeit einer anderweitigen Kommission der Mitgliedseinrichtung oder gegebenenfalls einer kooperierenden Hochschule ausgeschlossen sein. Die kommissarische Leitung der Leibniz-KEF obliegt aktuell Herrn Professor Dr. Jörg Overmann (DSMZ). Anfragen können an die Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft gerichtet werden.

  1. Forschung an Tieren

    Mehrere Leibniz-Institute, insbesondere in den Lebenswissenschaften, sind auf Tierversuche angewiesen. Sie wollen durch Grundlagenforschung neue Therapien, Medikamente und Technologien gegen Volkskrankheiten ermöglichen, aber auch das Wohl der Tiere verbessern, beispielsweise in der Nutztierhaltung.

    mehr lesen

Kontakt
Dr. Johannes Bronisch
Leiter Gremien und Bund-Länder-Angelegenheiten
Leibniz-Gemeinschaft
Chausseestraße 111
10115 Berlin
T 030 20 60 49 54
bronisch@leibniz-gemeinschaft.de