Bund fördert Forschungsinfrastrukturen

Das Bild zeigt ein Warnschild mit der Aufschrift

Zwei Konzepte zu Klima- und Infektionsforschung unter Leibniz-Federführung wurden für die Nationale Roadmap für Forschungsinfrastrukturen ausgewählt.

13.09.2019 · Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut · Leibniz-Institut für Photonische Technologien · Leibniz-Institut für Troposphärenforschung · HP-Topnews · Gemeinschaft · Projekte

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat heute die Auswahl von drei Vorhaben bekannt gegeben, die im Zuge der Nationalen Roadmap für Forschungsinfrastrukturen zur Lösung wichtiger Fragestellungen in Klimaforschung, Medizin und Materialforschung beitragen werden. Mit dem Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI) in Jena und der Forschungsinfrastruktur für atmosphärische Aerosole, Wolken und Spurengase (ACTRIS-D) in Leipzig stehen zwei der drei ausgewählten Konzepte unter der Federführung von Leibniz-Instituten, dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien und dem Leibniz-Institut für Troposphärenforschung.

Der heutigen Entscheidung ging der Nationale Roadmap-Prozess für Forschungsinfrastrukturen voraus, in dem langfristige Investitionen in Forschungsinfrastrukturen forschungspolitisch priorisiert wurden. Der Wissenschaftsrat hatte dazu elf Konzepte evaluiert, fünf davon waren unter Federführung oder mit wesentlicher Beteiligung von Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft entstanden. Die Aufbaukosten für die Vorhaben, die im Rahmen der Roadmap umgesetzt werden sollen, betragen jeweils über 50 Millionen Euro.

Leibniz-Präsident Matthias Kleiner sagt zur heutigen Entscheidung: „Die Nationale Roadmap für Forschungsinfrastrukturen ist wegweisend für wichtige Investitionen in die strukturelle Zukunftsfähigkeit des Forschungsstandorts Deutschland. Sie belegt die hohe wissenschaftliche und konzeptionelle Qualität von Forschungsinfrastrukturen in der Leibniz-Gemeinschaft, die wir als zentrale Säule unseres wissenschaftlichen Selbstverständnisses betrachten. Mit Forschungsinfrastrukturen, die nationalen und internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung stehen, verwirklichen wir unseren kooperativen Forschungsmodus weit über die Grenzen der Leibniz-Gemeinschaft hinaus. Die ausgewählten Infrastrukturen werden wesentliche Erkenntnisse in den gesellschaftlich hochrelevanten Feldern der Umwelt- und Klimaforschung sowie der Medizin und Infektionsforschung ermöglichen.“

Am Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung in Jena forschen künftig Naturwissenschaftler, Technologieentwickler, Mediziner und Medizintechnikhersteller an lichtbasierten Technologien für eine bessere Diagnostik, Überwachung und experimentelle Therapie von Infektionen. Angesichts zunehmender Resistenzen gegen verfügbare Antibiotika können photonische Technologien für schnelle Diagnoseverfahren im Kampf gegen Infektionen genutzt werden. Das LPI wird für nationale und internationale Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher ebenso wie für Anwender aus der Industrie offen sein. Es wurde gemeinsam durch das Leibniz-Institut für Photonische Technologien, das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie — Hans-Knöll-Institut, das Universitätsklinikum Jena sowie die Friedrich-Schiller-Universität Jena geplant.

http://lpi-jena.de

Die „Aerosole, Wolken und Spurengase Forschungsinfrastruktur – Deutscher Beitrag“ (ACTRIS-D) ist Teil einer dezentralen europäischen Forschungsinfrastruktur. ACTRIS-D will Aerosole, Wolken und kurzlebige Spurengase sowie deren komplexe Wechselwirkungen im System Atmosphäre – Klima – Umwelt – Mensch beobachten und erforschen. Mit den langfristig gewonnenen Datenreihen sind Analysen möglich, die für das Verständnis von Klimaprozessen sowie für Forschung zu den Auswirkungen von Luftverunreinigungen auf Mensch und Umwelt von hoher Relevanz sind. Unter der Federführung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung in Leipzig kooperieren bei ACTRIS-D drei Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft in Bremerhaven, Karlsruhe und Jülich, zwei Max-Planck-Institute in Mainz und Hamburg, der Deutsche Wetterdienst und das Umweltbundesamt sowie die Universitäten Wuppertal, Frankfurt am Main, LMU München, Bremen und Köln.

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