Ernährung beeinflusst Hautbarriere

Eine defekte Barrierefunktion der Haut ist typisch bei Krankheiten wie Neurodermitis oder Ekzem. Forscher konnten nun am Mausmodell zeigen, dass die Hautbarriere durch Ernährung beeinflussbar ist.

30.11.2016 · Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gGmbH · News

Das IUF – Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung untersucht, wie Umweltflüsse die Gesundheit schädigen mit dem Ziel, Strategien zu entwickeln, die dem entgegenwirken. Ein zelleigenes Molekül, das als Sensor auf Einflüsse wie bestimmte chemische Stoffe, Luftverschmutzung, übermäßige UV-Strahlung und bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe in der Nahrung reagiert, ist der Arylhydrocarbon-Rezeptor. Er steht bereits seit einiger Zeit im Fokus der Forschungsarbeiten und spielt eine wichtige Rolle für die Schutzfunktion von Darm und Haut.

In einer kürzlich im „Journal of Investigative Dermatology“ veröffentlichten Studie des IUF konnte im Mausmodell gezeigt werden, dass ein Mangel des Arylhydrocarbon-Rezeptors zu einem hohen Wasserverlust über die äußerste Hautschicht führen kann. Dies ist charakteristisch für eine verminderte Barrierefunktion der Haut. Das gleiche Bild zeigte sich, wenn der Rezeptor zwar vorhanden war, seine Interaktionspartner (Liganden) in der Ernährung aber fehlten. Wurde der Ligandenvorläufer Indol-3-Carbinol der Nahrung zugesetzt, so konnte damit die Barrierefunktion der Haut wieder hergestellt werden. Indol-3-Carbinol kommt natürlicherweise in Brokkoli, Radieschen und anderen Pflanzen aus der Gruppe der Kreuzblütler vor.

In weiteren Studien soll geklärt werden, inwieweit der Arylhydrocarbon-Rezeptor beim Menschen als Ziel für therapeutische Ansätze genutzt werden kann und ob hier bedenkenlos über die Ernährung eingegriffen werden kann. „Die Hautbarriere ist essentiell für unsere Gesundheit. Wir suchen nach Möglichkeiten diese zu erhalten und krankhaften Veränderungen wie beispielsweise Neurodermitis oder dem atopischen Ekzem entgegenzuwirken“, so Frau Prof. Esser, Leiterin der Studie am IUF in Düsseldorf. Die Untersuchungen wurden in Kooperation mit Instituten der Universitäten Düsseldorf, Bonn und Mainz sowie der Deutschen Sporthochschule Köln durchgeführt.

Quelle

Haas K, Weighardt H, Deenen R, Köhrer K, Clausen B, Zahner S, Boukamp P, Bloch W, Krutmann J, Esser C: Aryl hydrocarbon receptor in keratinocytes is essential for murine skin barrier integrity. J Invest Dermatol 136 (11): 2260-2269, 2016. http://dx.doi.org/10.1016/j.jid.2016.06.627

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