Geschlechtsbezogene Gewalt in der Wissenschaft

Ein neues Projekt untersucht geschlechtsbezogene Gewalt in der Wissenschaft. Interessierte Hochschulen und Forschungseinrichtungen können sich für eine Feldstudie melden.

04.03.2021 · Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften · GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften · News · Projekte

Anfang Februar ist das Forschungsprojekt UniSAFE an den Start gegangen, dass Formen geschlechtsbezogener Gewalt in der Wissenschaft und institutionelle Antworten dagegen untersucht. Ziel des europäischen Projektes ist der Aufbau einer Wissensbasis und die Entwicklung operativer Werkzeuge, um Hochschulen und Forschungseinrichtungen sicherer zu machen.

Als geschlechtsbezogene Gewalt werden Formen von Gewalt bezeichnet, die sich gegen eine Person (oder Personen) aufgrund ihres Geschlechts richtet, oder die Personen eines bestimmten Geschlechts unverhältnismäßig stark betrifft. In dem Projekt “UniSAFE - Gender-based violence and institutional responses: Building a knowledge base and operational tools to make universities and research organizations safe” nimmt das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS vom GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, gemeinsam mit acht europäischen Partnereinrichtungen, diese speziellen Formen von Gewalt in den Blick.

„Geschlechtsbezogene Gewalt, einschließlich sexueller Belästigung, ist an Hochschulen und Forschungseinrichtungen keine Ausnahme und kommt auch in virtuellen Arbeits- und Studienkontexten vor. Oft mangelt es an Handlungssicherheit unter Studierenden und Beschäftigten in solchen Situationen. Dazu werden die meisten Fälle nicht gemeldet, weil sie beispielsweise zu unbedeutend erscheinen oder es den Betroffenen unangenehm ist mit Dritten darüber zu sprechen. Darum wollen wir im Projekt UniSAFE mehr Wissen über die Dynamiken zwischen Gewalterfahrungen, den Auswirkungen und institutionellen Maßnahmen generieren, um letztendlich mit diesen Erkenntnissen zu einer höheren Wirksamkeit des Präventions- und Interventionsgeschehen beizutragen“, erläutert Dr. Anke Lipinsky, wissenschaftliche Leiterin des Projekts bei GESIS.

Um eine Wissensbasis für die Entwicklung effektiver Maßnahmen zur Reduktion von geschlechtsbezogener Gewalt zu schaffen, werden in der ersten Projekthälfte bis Ende 2022 zunächst Daten über geschlechtsbezogene Gewalt, einschließlich sexueller Belästigung, in Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit einem Mixed-Methods Ansatz erhoben. Dazu zählt eine Online-Befragung zum Vorkommen und den Auswirkungen von geschlechtsbezogener Gewalt einschließlich sexueller Belästigung in Hochschulen und Forschungseinrichtungen in 15 europäischen Ländern. Darüber hinaus werden rechtliche und politische Rahmenbedingungen in der Wissenschaft durch ein umfangreiches Mapping in 30 EU- und assoziierten Staaten bewertet. Mithilfe institutioneller Fallstudien und qualitativer Interviews sollen die Mechanismen geschlechtsbezogener Gewalt inkl. ihrer Auswirkungen in den Wissenschaftseinrichtungen untersucht und das Zusammenwirken von Ressourcen und hinderlichen Faktoren bewertet werden.

Die Feldforschung des Projekts beginnt im Sommer 2021. Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die sich für eine Teilnahme an der Feldstudie interessieren, können ab sofort über die u. g. Kontaktangaben Informationen über die Teilnahmemöglichkeit anfordern.

 

Zentrale Projektwebseite: https://unisafe-gbv.eu/

GESIS Projektseite: https://www.gesis.org/en/cews/cews-home/projects/current-projects/unisafe

Weitere Informationen und Kontakt

www.gesis.org