Reine Luft

Ein neues Projekt will ein drohnengestütztes Messsystem entwickeln, das die Schadstoffbelastung in urbanen Räumen erfasst und Vorhersagen verbessert.

11.09.2019 · Umweltwissenschaften · Leibniz-Institut für Troposphärenforschung · News · Projekte

Die Reinhaltung der Luft und die Begrenzung der Schadstoffbelastung sind von großer Bedeutung für die Sicherung der Lebensqualität. Schadstoffe werden an verschiedenen Standorten stationär gemessen und mit Modellen vorhergesagt. Die Verteilung der Schadstoffe in der Höhe kann bisher nur mit hohem Aufwand erfasst werden. Sie spielt jedoch eine wichtige Rolle für den Transport und die Verteilung von Partikeln und anderen Luftschadstoffen wie Stickstoffdioxid. Um die Vorhersagen zu verbessern, Transportmodelle zu validieren und und Maßnahmen zur Schadstoffreduzierung zu überprüfen, wird ab September 2019 im Projekt „MesSBAR“ ein flexibel einsetzbares drohnengestütztes Messsystem entwickelt, erprobt und angewendet. Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) mit insgesamt 2,27 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) über drei Jahre gefördert.

In diesem Projekt arbeiten das Institut für Flugführung der Technischen Universität Braunschweig, das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung, das Forschungszentrum Jülich, die Firma Leichtwerk Research GmbH, die Bundesanstalt für Straßenwesen, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt Braunschweig (PTB) und das Umweltbundesamt zusammen. Ziel ist, mehrere Drohnen mit miniaturisierter Sensorik für Feinstaub, Ruß, NOx und Ozon auszustatten. Die Flugsysteme werden die Schadstoffbelastung im Umfeld von Städten und Ballungsräumen bis in eine Höhe von einem Kilometer messen. Die Daten werden veröffentlicht und gehen direkt in Modellrechnungen ein, die die Schadstoffbelastung vorhersagen. Damit sollen genauere Vorhersagen ermöglicht werden und Maßnahmen gegen die Schadstoffbelastung können flexibel überprüft werden.

TROPOS ist im Rahmen dieses Projektes für Auswahl, Charakterisierung und die Qualitätssicherung der Feinstaub- und Ruß-Sensoren verantwortlich. Dazu werden die Geräte zunächst intensiv im Labor kalibriert, bevor sie in die Drohne integriert werden. TROPOS wird sowohl diese Integration als auch erste Feldtests begleiten. „Die Auswertung und Bewertung dieser Messungen durch erfahrene Forschende ist wesentlicher Bestandteil des Projektes und beinhaltet auch den regelmäßigen Vergleich mit Referenzgeräten. Darüber soll die Qualität der Messungen auch bei kleinen und leichten Sensoren sichergestellt werden“, erklärt Dr. Birgit Wehner vom TROPOS.

Über den mFUND des BMVI

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