Biologische Vielfalt als Lebensgrundlage retten und fördern

Blumen und Wald
Foto RUI SILVESTRE/UNSPLASH

Leibniz-Forschungsnetzwerk Biodiversität legt konkrete Empfehlungen für Politik und Gesellschaft vor.

16.03.2022 · Pressemeldung · Leibniz-Gemeinschaft · Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung · Fachgebiet · Lebenswissenschaften · Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften · Umweltwissenschaften · Forschungsergebnis

45 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Forschungsnetzwerks Biodiversität sowie Kolleginnen und Kollegen haben eine Bestandsaufnahme zum Erhalt der Natur als Lebensgrundlage des Menschen vorgelegt. Die „10 Must-Knows aus der Biodiversitätsforschung“ sollen im Vorfeld der Weltbiodiversitätskonferenz der Vereinten Nationen im chinesischen Kunming zum Dialog einladen, formulieren aber gleichzeitig konkrete Empfehlungen für Politik und Gesellschaft.

Die Autorinnen und Autoren der „10 Must-Knows“ kommen aus vielen verschiedenen Fachrichtungen und haben ihren Report am gestrigen 15. März auf einem Parlamentarischen Abend des Netzwerk-Forums zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NeFo) und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Beisein von Bundesumweltministerin Steffi Lemke erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

In den „10 Must-Knows aus der Biodiversitätsforschung“ legen die Autorinnen und Autoren wissenschaftlich fundierte und allgemein verständliche Fakten zur biologischen Vielfalt dar. Sie analysieren die komplexen Systeme der Erde, indem sie zehn Schlüsselbereiche hervorheben, von denen wiederum jeder untrennbar mit allen anderen verbunden ist. Sie zeigen Wege auf, um einen weiteren Verlust an Artenvielfalt und Ökosystemen zu stoppen und die biologische Vielfalt zu fördern. So fordern die „10 Must-Knows“ unter anderem, Klima- und Biodiversitätsschutz zusammen zu verwirklichen, biokulturelle Lebensräume – also die Vielfalt des Lebens in seiner Mensch-Umwelt-Dimension – zu fördern, einen Umbau der Landwirtschaft, den wirksamen Schutz von Land und Ressourcen sowie mehr Engagement in Nachhaltigkeitsbildung und Anreize für öffentliche wie private Investitionen in die biologische Vielfalt.

„Wenn wir so weitermachen wie bisher, ruinieren wir die Grundlagen unseres Lebens auf diesem Planeten“, erklärt Kirsten Thonicke vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Sprecherin des Leibniz-Forschungsnetzwerks Biodiversität. „Wichtig ist dabei, nicht auf individuelle Phänomene zu starren, etwa auf eine einzelne vom Aussterben bedrohte Art, sondern auf die Zusammenhänge. Am Ende geht es um unsere Luft zum Atmen, unser Wasser zum Trinken. Wir wollen Mut machen, die Herausforderungen anzupacken. Je länger wir zögern, desto schwieriger und teurer wird es – hier gibt es eindeutige Parallelen zur Klimathematik.“

Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Matthias Kleiner, ist beeindruckt von dem Report: „Der drohende Verlust der biologischen Vielfalt ist neben dem Klimawandel die zentrale globale Herausforderung der Menschheit, wenn es darum geht, den kommenden Generationen eine Lebensgrundlage zu garantieren. Wissenschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem Wohl der Menschen zu dienen, darf nicht bei dieser Erkenntnis haltmachen. Sie muss auch Empfehlungen formulieren, wie wir die Entwicklung zum Besseren beeinflussen können. Genau das leisten die ,10 Must-Knows aus der Biodiversitätsforschung‘ des Leibniz-Forschungsnetzwerks Biodiversität in sehr beeindruckender Weise mit einer multi-disziplinären Perspektive, die der Komplexität des Themas angemessen ist. Ich hoffe, dass seine Empfehlungen breites Gehör in Politik und Gesellschaft finden.“

Zu den „10 Must-Knows aus der Biodiversitätsforschung" im Volltext

Zum Leibniz-Forschungsnetzwerk Biodiversität

Fachliche Ansprechpartnerin:
Eva Rahner, M. A.
Wissenschaftliche Koordinatorin Leibniz-Forschungsnetzwerk Biodiversität
T 0331 / 288 – 2631
eva.rahner(at)pik-potsdam.de

Kontakt
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