Wissenschaftliches Fehlverhalten festgestellt

Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft spricht Rüge wegen Fahrlässigkeit aus

20.06.2022 · Pressemeldung · Leibniz-Gemeinschaft

Das Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft hat auf seiner Sitzung am 14. Juni 2022 den Bericht eines im November vergangenen Jahres eingesetzten Untersuchungsausschusses zu Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens an einer Leibniz-Einrichtung entgegengenommen und Beschlüsse entsprechend der geltenden „Leitlinie gute wissenschaftliche Praxis in der Leibniz-Gemeinschaft“ gefasst.

Nachdem in einem einrichtungsinternen Verfahren Fehler und Datenmanipulationen festgestellt und mehrere Publikationen zurückgezogen worden waren, behandelte der Untersuchungsausschuss der Leibniz-Gemeinschaft hieran anschließende Vorwürfe der mangelhaften Dokumentation und Archivierung von Primärdaten, der Vernachlässigung der wissenschaftlichen Leitungsverantwortung und der Übernahme von Koautorschaft unter Inkaufnahme der Beteiligung an einer fälschungsbehafteten Veröffentlichung. In einem vertraulichen Verfahren stellte er hierbei fahrlässiges wissenschaftliches Fehlverhalten der wissenschaftlichen Leitung sowie einer Abteilungsleitung der Einrichtung fest; eine Beteiligung an vorsätzlichen Manipulationen wurde hingegen nicht festgestellt. Das Präsidium sprach den Betroffenen eine Rüge entsprechend der „Leitlinie gute wissenschaftliche Praxis in der Leibniz-Gemeinschaft“ aus.

Das Präsidium würdigte zugleich die erheblichen Aufarbeitungsleistung der Einrichtung und die frühzeitig gezogenen Konsequenzen. Es sprach sich dafür aus, Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens sowohl auf der Ebene der Leibniz-Einrichtungen als auch auf zentraler Ebene weiterhin konsequent nachzugehen und die Strukturen des Leibniz-Ombudssystems in ihrer Nachhaltigkeit und Wirksamkeit weiter nachdrücklich zu stärken. Notwendig für eine effektive Sicherung der wissenschaftlichen Integrität seien sowohl das Bewusstsein für die Standards guter wissenschaftlicher Arbeit bei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Ebenen und Karrierephasen als auch adäquate institutionelle Sicherungsstrukturen.

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