Ausstellungseröffnung · Dresden

08.09.2021 - 31.10.2021 · Ganztags
Egon Hartmann 1919-2009: Architekt und Stadtplaner in Ost- und West

Der aus Böhmen vertriebene Hartmann studierte in Weimar und machte in Thüringen rasch Karriere: Als Chefarchitekt des Landesprojektierungsbüros für Stadt‐ und Dorfplanung entfaltete er starken Einfluss auf die Nachkriegsplanungen für viele Städte und Orte. Zugleich war er im Erfurter Regierungsviertel als Architekt tätig. Insbesondere baute er das Hochhaus für die Landesregierung (1950/51, heute Verwaltungssitz des Landtags). Um 1950 beteiligte sich Hartmann auch an vielen Wettbewerben, darunter mehrfach zu Dresden. Noch ein halbes Jahrhundert später nahm er Anteil an der städtebaulichen Entwicklung der sächsischen Hauptstadt.

1951 gewann Hartmann überraschend den Gesamtwettbewerb für die Planung der Berliner Stalinallee. Zwar konnte er sich bei der Realisierung gegen etabliertere Kollegen wie Paulick und Henselmann nicht durchsetzen, entwarf aber einen der Bauabschnitte. 1954 ging Hartmann in den Westen, wo er in Mainz und München (ab 1959) in führenden Positionen der kommunalen Stadtplanung wirkte. So trägt der Wiederaufbau von Mainz stark seine Handschrift, und in den 1960er Jahren entwarf er die städtebauliche Konzeption für die umfangreichste Großsiedlung der Bundesrepublik, München-Neuperlach. Im Ruhestand arbeitete Hartmann als bildender Künstler.

Auf der Grundlage seines umfangreichen Nachlasses haben die Wissenschaftlichen Sammlungen zur Bau- und Planungsgeschichte der DDR des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner bei Berlin die Ausstellung über Egon Hartmann erstellt.

Sie wird gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Veranstaltungsort:

Architektenkammer Sachsen
Haus der Architekten
Goetheallee 37
01309 Dresden