Kolloquium · Leipzig

22.01.2020 - 23.01.2020 · 13:00
Europa von den Rändern denken

Die Tagung beleuchtet die historische Bedeutung Südost-, Ostmittel- und Osteuropas als Katalysator wichtiger europaübergreifender und globaler Prozesse der neueren Geschichte. Lange stand die östliche Hälfte Europas nur am Rande des Interesses der westzentrierten Historiographie. Im Zuge des Aufkommens globalgeschichtlicher und transregionaler Perspektiven wird Osteuropa inzwischen weniger als Peripherie gesehen, sondern vielmehr als aktiver Gestalter und bisweilen gar als Ursprung weltumspannender Entwicklungen. So geht beispielsweise das heutige Völkerrecht in vielen seiner Grundzüge auf Entwicklungen in Osteuropa vom Krim-Krieg über die Balkan-Kriege bis hin zum Zerfall Jugoslawiens zurück. Die Forschung zu den Ost-Süd-Beziehungen während des Kalten Krieges wiederum unterstreicht die aktive Rolle der sozialistischen Staaten Osteuropas in den Globalisierungsprozessen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Und gegenwärtig hat das europaweite Erstarken des Rechtspopulismus das Bild von einer allein vom Westen ausgehenden politischen Dynamik in der EU beinahe ins Gegenteil verkehrt. Diese Veränderungen hinsichtlich der Bedeutung Osteuropas für die europäische und globale Geschichte werden im Rahmen von mehreren Panels, einem Festvortrag sowie einem Roundtable und einer Podiumsdiskussion mit international renommierten Expert*innen debattiert.

Eine Veranstaltung gemeinsam mit dem SFB 1199 »Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen« und in Verbindung mit dem Global and European Studies Institute, Universität Leipzig, der Graduate School Global and Area Studies, Universität Leipzig und dem Leibniz-WissenschaftsCampus »Eastern Europe – Global Area«.

Veranstaltungsort:

GWZO
Specks Hof (Eingang A)
4. Etage
Reichsstraße 4–6
04109 Leipzig

und

SFB 1199
Strohsackpassage
Nikolaistraße 6–10
5. Etage
04109 Leipzig
Weitere Informationen

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