Vortrag · Görlitz

21.01.2020 · 19:30
Forschung und Praktiken der Geowissenschaften um 1800 am Beispiel des Oberlausitzer Akteurs Adolf Traugott von Gersdorf

Im Frühjahr 1786 brach Adolf Traugott von Gersdorf aus Rengersdorf (Oberlausitz) zu einer fünfmonatigen Forschungsreise in die Schweiz auf. Das in den Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur überlieferte nahezu 1000 Seiten umfassende Reisejournal sowie die 835 Gesteinsproben von 1786 verweisen nicht nur auf die vorwiegend geowissenschaftlich ausgerichteten Erkenntnisinteressen eines routinierten Privatforschers, sondern bieten zudem Vergleichsmöglichkeiten mit der aktuellen Forschung zu Humboldts Amerikareise (1799–1804). Der Vortrag stellt anhand von überlieferten Sammlungsmaterialien und einem exemplarischen Blick auf die damalige Publizistik fachspezifische Erfordernisse und Praktiken geowissenschaftlicher Forschung um 1800 vor. Ein Ziel des Vortrags ist es dabei auch, auf die in Görlitz in einer einzigartigen Konstellation überlieferten und z. T. außergewöhnlichen Materialien einzugehen, die die Rolle von Privatforschung innerhalb der damaligen Struktur der Wissenschaftsgemeinschaft nachzeichnen lassen.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

Veranstaltungsort:

Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Am Museum 1
02826 Görlitz

Referent/innen:

Dipl.-Geol. Anke Tietz