Vortrag · 04109 Leipzig

25.01.2023 · 17:00
Von weißen, blinden und mehrfach überzeichneten Flächen: Ukrainische Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg und die Shoa nach 1945 und 1991

SKODDEHEIMEN/PIXABAY

Die Geschichte der Ukrainischen Sowjetrepublik ist Zweiten Weltkrieg ist eine komplexe Geschichte mehrfacher Besetzungen, zahlreicher Massenverbrechen insbesondere der deutschen Okkupanten an der jüdischen und nicht-jüdischen Bevölkerung sowie (enttäuschter) politischer Hoffnungen auf einen eigenständigen Staat der ukrainischen Nationalisten. Im Vortrag legen Svitlana Telukha und Maren Röger die Schichten der (Nicht-)Erinnerung an Verfolgung, Vernichtung, aber auch Zusammenarbeit mit den Besatzern frei. Dabei stellen sie besonders in den Fokus, wie sich der öffentliche Umgang nach der Erlangung der Unabhängigkeit 1991 gewandelt hat, und das Erzählen jüdischer und nicht-jüdischer Opfer.

Svitlana Telukha ist Professorin für Geschichte an der Nationalen Technischen Universität Charkiv mit einem Forschungsschwerpunkt auf der Geschichte des Zweiten Weltkriegs und des Holocausts in der Ukraine. Sie führte unter Anderem mehrere Oral-History-Projekte mit ukrainischen Überlebenden durch.

Die Direktorin des GWZO, Maren Röger, hat ebenfalls einen Schwerpunkt auf dem Zweiten Weltkrieg im östlichen Europa und dessen erinnerungskultureller Nachgeschichte. leibniz-gwzo.de/de/institut/team/maren-roeger

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Seit dem 24. Februar 2022 führt die Russländische Föderation einen offenen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der auf die Zerstörung der ukrainischen Eigenstaatlichkeit abzielt.

Unsere Ringvorlesung bietet Vorträge zur Geschichte der heutigen ukrainischen Gebiete, von der Archäologie bis zur Zeitgeschichte, mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Reihe beginnt mit einer prominent besetzten Podiumsdiskussion zu Völkerrechtsfragen des aktuellen Kriegs gegen die Ukraine. Ein Höhepunkt ist die Jahresvorlesung, für die wir die britisch-ukrainische Autorin und Historikerin Olesya Khromeychuk gewinnen konnten. Sie fragt nach den historischen Wurzeln des Verständnisses von Freiheit im überfallenen Land. Unsere weiteren Referent*innen benutzen Weinkonsum, Getreide, Schlachten, Musik und Denkmäler als Linse, um in die komplexe Geschichte der Region einzuführen. Eine Besonderheit der Ringvorlesung im Wintersemester 2022–23, die eine Fortsetzung der im Sommersemester bereits begonnenen Reihe ist, damals mit literatur- und kulturwissenschaftlichem Fokus, sind die Referent*innenteams: Wir laden Sie zu Veranstaltungen ein, bei denen Mitarbeiter*innen des Leibniz-Instituts für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) und der Universität Leipzig gemeinsam mit geflüchteten und in Leipzig temporär beheimateten ukrainischen Wissenschaftlerinnen referieren. Auch deshalb ist die Reihe auf Deutsch und Englisch.

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KONZEPTION UND ORGANISATION:

Organisation der Ringvorlesung im Wintersemester 2022/2023

Maren Röger (Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)) /

Stefan Rohdewald (Historisches Seminar, Universität Leipzig)

Kontakt: oeffentlichkeit(at)leibniz-gwzo.de

Organisation der Ringvorlesung im Sommersemester 2022

Anna Artwińska (Institut für Slavistik, Universität Leipzig) / Jan Gerber (Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow)

Die Leipziger Ringvorlesung ist eine Kooperation des Instituts für Slavistik und des Historischen Seminars der Universität Leipzig, des Leibniz-Instituts für Geschichte und Kultur des östlichen Europas (GWZO), des Leibniz-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow, des Polnischen Instituts Berlin – Filiale Leipzig sowie der Universitätsbibliothek Leipzig

Hinweise zur Teilnahme:

hybride Veranstaltung

Online-Anmeldung unter kurzelinks.de/xq5l

Veranstaltungsort:

GWZO, Specks Hof, Eingang A,
Reichsstr. 4–6
Mehr Info/Anmeldung

Veranstaltungswebsite

Kontakt
Ewa Tomicka-Krumrey