Institutsübergreifende Forschungs- und Themenfelder bauen auf den häufig bereits interdisziplinären Profilen der Leibniz-Einrichtungen auf und werden durch die Sektionen und das Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft identifiziert. Leibniz-Strategieforen unterstützen diesen Prozess: Sie nehmen gemeinsame Anliegen und Entwicklungen vorausschauend in den Blick und bereiten sie auf. Dafür werden auf Vorschlag des Präsidenten Verantwortungsträgerinnen und -träger durch das Präsidium (oder eine thematisch zuständige Projektgruppe) nominiert, themenspezifisch ergänzt um Mitglieder aus dem eigenen Kreis.
Leibniz-Strategieforum Europaforschung

Das Leibniz-Strategieforum Europaforschung hat den Auftrag, Europa und seine (gegenwärtigen) politisch-gesellschaftlichen Herausforderungen zu eruieren: Die Leibniz-Gemeinschaft nimmt die nach dem Brexit-Referendum offensichtliche europäische Verständigungskrise über Idee, Ziele, Verfasstheit und Verbindlichkeit der Europäischen Union zum Anlass, das Thema Europa in der Breite und Tiefe der Expertise und Aktivitäten der Leibniz-Gemeinschaft in diesem Feld zu erörtern.

Hintergrund sind dabei Forschungsaktivitäten, die sich mit Themen der Europäischen Union befassen sowie Erfahrungen in der europäischen Zusammenarbeit und Mitgliedschaften. Mögliche Ansatzpunkte sind Demokratie und Integration in der Europäischen Union oder, im Kontext des Europäischen Forschungsraumes, der Mehrwert europäischer Forschungsförderung. Das Leibniz-Strategieforum Europaforschung erschließt daraus zum einen Desiderate für weitere Forschung und Forschungskooperationen, die die Leibniz-Gemeinschaft künftig vorantreiben könnte. Zum anderen wird im Leibniz-Strategieforum das Themenfeld Europa  für die öffentliche Diskussion gesellschaftlich relevanter Fragen geöffnet. Zusammensetzung und Arbeitsweise sind explizit interdisziplinär.

Mitglieder des Strategieforums Europaforschung (PDF)

Leibniz-Strategieforum Digitaler Wandel

Das Leibniz-Strategieforum Digitaler Wandel hat den Auftrag, die Expertise der Leibniz-Gemeinschaft in der Nutzung, Erforschung und Gestaltung des Digitalen Wandels zu eruieren und aus einer interdisziplinären Perspektive Impulse zu setzen. Es diskutiert den „Digitalen Wandel“ im Hinblick auf die Leibniz-Gemeinschaft, die Wissenschaft und die Gesellschaft. Das Strategieforum sieht die disziplinäre Vielfalt der Leibniz-Gemeinschaft als wesentliche Stärke, um insbesondere die gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Implikationen von Digitalisierung zu adressieren. 

Am digitalen Wandel sind nicht alle in der Gesellschaft gleichermaßen beteiligt. Daher ist es notwendig, sich über die Ausprägungen von digitaler Kompetenz zu verständigen und konkrete Maßnahmen zur ihrer Förderung in Forschung und Gesellschaft zu diskutieren. Wie trägt die Leibniz-Gemeinschaft zur Gestaltung des digitalen Wandels bei? Welche Strukturen sind notwendig, um eine Öffnung der Wissenschaft im Sinne von Open Science zu fördern? Unter welchen Bedingungen können digitale Kulturgüter für jedermann frei zugänglich gemacht werden? Wie kann die vorhandene Vielfalt an digitalen Tools und Medien innerhalb der Wissenschaft effizient genutzt und transparent gemacht werden? 

Mitglieder des Strategieforums Digitaler Wandel (PDF)

Leibniz-Strategieforum „Zielkonflikte nachhaltiger Biomasseproduktion“

Das Leibniz-Strategieforum „Zielkonflikte nachhaltiger Biomasseproduktion“ hat den Auftrag, die interdisziplinäre Expertise der Leibniz-Gemeinschaft für die Überwindung von Zielkonflikten in landwirtschaftlichen und aquatischen Produktionssystemen zu eruieren. Landwirtschaft und Fischerei sind – wie wir heute wissen – Treiber der Eutrophierung von Böden und Gewässern, von Biodiversitätsverlust und Klimawandel. Umgekehrt stellen der tiefgreifende Strukturwandel und der Klimawandel die Landwirtschaft, Fischerei und Aquakulturen vor große Herausforderungen.

Welche Strategien gibt es zur Minimierung dieser Zielkonflikte? Wie können die bisher getrennt betrachteten Produktionssysteme verknüpft werden? Wie können globale Wechselwirkungen berücksichtigt werden? Es fehlen holistische und zukunftsweisende Modelle und übertragbare Lösungen. Neue Technologien und der digitale Wandel könnten diese Lücke schließen und eine nachhaltige Biomasseproduktion ermöglichen. Die Mitglieder des auf zwei Jahre angelegten Strategieforums entwickeln gemeinsam – auch unter Einbeziehung von Stakeholdern – einen methodischen Rahmen und Forschungsansatz für nachhaltige Biomasseproduktionssysteme.

MITGLIEDER DES STRATEGIEFORUMS „ZIELKONFLIKTE NACHHALTIGER BIOMASSEPRODUKTION“ (PDF)