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Marlen Sommer
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Leibniz-Gemeinschaft
Chausseestraße 111
10115 Berlin
Tel.: 030 / 20 60 49 - 690

Leibniz-Jahr 2016

Anlässlich des 370. Geburtstags und des 300. Todestags des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (*1.7.1646 in Leipzig, † 14.11.1716 in Hannover) veranstaltete die Leibniz-Gemeinschaft 2016 ein großes Themenjahr.

Unter dem Titel „die beste der möglichen Welten“ – einem Leibniz-Zitat – rückte sie die Vielfalt und die Aktualität der Themen in den Blick, denen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der bundesweit 91 Leibniz-Einrichtungen widmen. Und stellte die Menschen hinter der Forschung vor. Was treibt sie bei ihrer Suche nach neuer Erkenntnis an? Und welchen Beitrag leisten sie zur Lösung gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch drängender Fragen? Diesen Fragen widmete sich die Leibniz-Gemeinschaft auf vielen Wegen: In Veranstaltungen wie der neuen Gesprächsreihe „Leibniz debattiert“, einem Open-Air-Salon in Berlin und einer gemeinsamen Ausstellung der acht Leibniz-Forschungsmuseen ging es unter anderem um Bildungsgerechtigkeit, den Schutz der Artenvielfalt und den Kampf gegen Epidemien wie Ebola. Das neu gestaltete Printmagazin der Leibniz-Gemeinschaft – „leibniz“ – fragte in drei Ausgaben, wie Wissenschaft funktioniert und beleuchtete kritisch, wie sie die Welt verändert. Auf der Internetseite erschienen Artikel aus Gesellschaft und Wissenschaft.

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Hintergrund

Gottfried Wilhelm Leibniz

Ende des 17. Jahrhunderts vertieft sich der Philosoph, Mathematiker, Jurist, Diplomat, Historiker und Politikberater Leibniz in elementare Fragen unseres Lebens. Er entwickelt ein binäres Zahlensystem, das später die Grundlage der Computersprache bilden wird und tüftelt über Jahrzehnte an einer neuartigen Rechenmaschine. Er studiert Sprachen, baut eine Bibliothek auf, zeichnet Pläne für Unterseeboote und wird auch in der Windkraft zum Pionier — selbst wenn seine Versuche mit Windrädern scheitern. Zugleich zählt Leibniz zu den großen Philosophen der Aufklärung. Er macht sich Gedanken über Religion und prägt den viel diskutierten Satz von »der besten der möglichen Welten«: Das Jahresmotto der Leibniz-Gemeinschaft für 2016.

"die beste der möglichen Welten"

Unsere Wirklichkeit stellt sich nach Leibniz in ihrer Gesamtheit als "die beste der möglichen Welten" dar. Nicht als perfekte Welt also, sondern als eine, in der Fortschritte wie Rückschläge möglich und natürlich sind. Die Menschen können selbst bestimmen, wie sie leben und zusammenleben möchten. Gottfried Wilhelm Leibniz zufolge müssen sie zwischen Gut und Böse, zwischen Wahr und Falsch unterscheiden und können die Dinge stetig verändern. Das entspricht auch der Aufgabe von Wissenschaft: die Welt beobachten, verstehen – und so Verbesserungen anstoßen. Leibniz’ Zeitgenossen haben seine Ideen mitunter als naiv gescholten. Aber haben sie ihn nicht missverstanden – oder missverstehen wollen? Es ging Leibniz nicht darum, die Welt zu idealisieren und ihre Probleme zu leugnen, sondern um ihr Entwicklungspotenzial. Erst die Freiheit, die Welt zu verändern, macht sie zur besten der möglichen Welten.