29.09.2026
Doktorand*in (w/m/d) Verbundprojekts „Verschwundenes Erbe“
Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS), Erkner
Das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner bei Berlin, eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, sucht – vorbehaltlich der finalen Mittelzusage – für das Forschungsprojekt „Verschwundenes Erbe – Rekonstruierte Bauwerke. Bauerbe als Ressource für gesellschaftliche Resilienz (V.E.R.B.)” ab dem 15. November / 1. Dezember 2026
eine/n Doktorand*in (w/m/d, 75%, TV-L E13).
Die Stelle ist aufgrund der Projektförderdauer auf bis zu 36 Monate befristet. Die Ausschreibung erfolgt vorbehaltlich der Bewilligung der beantragten Projektmittel. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt uns der Bewilligungsbescheid noch nicht vor. Die Besetzung der Stelle steht daher unter dem Vorbehalt der endgültigen Bewilligung und Finanzierung des Projekts.
Das Projekt:
Die ausgeschriebene Promotionsstelle gehört zum Teilprojekt des IRS Erkner innerhalb des Verbundprojekts „Verschwundenes Erbe“, das zusammen mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig (Prof. Franziska Klemstein) durchgeführt wird. Das Projekt untersucht die Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlicher Erinnerung, digitaler Transformation und dem Wandel der gebauten Umwelt am Beispiel des baulichen Erbes konkreter Orte und Bauten Ostdeutschlands analysieren. Geplant ist die digitale Erschließung, partizipative Rekonstruktion und wissenschaftliche Aufbereitung der Veränderungen des baulichen Erbes der sogenannten „Ostmoderne“. Das Vorhaben plant die Erfassung und 3D-Modellierung von Gebäuden und baulichen Ensembles, deren Umbau oder Abriss das Stadtbild sowie Prozesse kollektiver Erinnerung und kultureller Identitätsbildung nachhaltig verändert hat. Mithilfe einer partizipativen Web- Plattform sowie mehreren öffentlichkeitswirksamen Formaten mit bürgerwissenschaftlichen Beteiligungsformaten sollen Bürger*innen historische Fotografien, Zeitzeugenberichte und Erinnerungen in das Projekt einbringen können. Das Teilvorhaben des IRS Erkner untersucht insbesondere erinnerungskulturelle und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse, langfristige Transformationsprozesse seit 1945 sowie Formen partizipativer Wissensproduktion.
Mit der hier ausgeschriebenen Stelle soll in erster Linie zu den Wechselwirkungen von digitaler Erinnerungskultur und Bürgerbeteiligungskreation geforscht und diese organisiert werden. Im Zentrum steht die Frage, wie digitale und partizipative Formen der Auseinandersetzung mit verschwundenem oder verändertem baulichem Erbe Erinnerungskulturen prägen und neue Formen gesellschaftlicher Wissensproduktion ermöglichen. Die Forschung wird in enger Verbindung mit den empirischen Fallstudien und den Citizen-Science-Aktivitäten des Verbundprojekts durchgeführt und im Rahmen einer Dissertation wissenschaftlich ausgewertet.
Ihre Aufgaben:
- Eigenverantwortliche Ausarbeitung und Durchführung des Promotionsprojekts in Abstimmung mit der Projektleitung zum Thema „Digitale Erinnerungskultur und Bürgerbeteiligung“ im Verbundprojekt
- Mitarbeit an den methodischen und theoretischen Grundlagen des Projekts sowie an der Konzeption der empirischen Fallauswahl
- Durchführung von Archiv- und Literaturrecherche sowie qualitativen Interviews
- Publikation von wissenschaftlichen Beiträgen, darunter von Aufsätzen in internationalen, referierten Zeitschriften
- Mitwirkung an der Organisation projektinterner und öffentlicher Workshops und Vortragsveranstaltungen, insbesondere für Formate von Citizen Science und Wissenschaftskommunikation
- Präsentation und Diskussion der Forschungsergebnisse in der wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Öffentlichkeit
- Mitarbeit an organisatorischen Aufgaben im Forschungsprozess des Verbundprojekts
Ihr Profil:
- Überdurchschnittlicher Studienabschluss in Kultur- oder Geschichtswissenschaften oder einer angrenzenden Disziplin, z.B. Architektur, Kunstgeschichte, Public History oder Heritage Studies)
- Fundierte Kenntnisse qualitativer Methoden kultur- und geschichtswissenschaftlicher Forschung
- Interesse an digitalen Methoden, Formaten der Forschung und Wissenschaftskommunikation sowie der Bürgerbeteiligung
- Kenntnisse der Zeitgeschichte, der Architektur- und Planungsgeschichte, insbesondere der ostdeutschen Nachkriegsmoderne und der Transformationsgeschichte, sind von Vorteil
- Bereitschaft zu interdisziplinärer Zusammenarbeit sowie zur Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und partizipativen Formaten
- Sehr gute Kommunikations- und Teamfähigkeit
- Fähigkeit zu selbstständigem, strukturiertem und eigenverantwortlichem wissenschaftlichem Arbeiten
- Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift
Unser Angebot:
Das IRS bietet Ihnen eine abwechslungsreiche Tätigkeit mit einem innovativen und interdisziplinären Team in einem dynamischen wissenschaftlichen Umfeld an. Einen Rahmen bildet das oben beschrie-bene Verbundprojekt zwischen der HTKW Leipzig und dem IRS, insbesondere dem Forschungsschwerpunkt „Zeitgeschichte und Archiv“. Eine selbstorganisierte Doktorand*innengruppe am IRS veranstaltet regelmäßige Treffen, wissenschaftlichen Austausch und eine jährliche Klausur. Durch diverse, auch internationale Kooperationen mit anderen Forscher*innen und Forschungseinrichtungen bestehen gute Vernetzungsmöglichkeiten. Weiterhin sind Sie eingebunden in vielfältige Formen des wissenschaftlichen Austausches, die durch das IRS organisiert werden, wie zum Beispiel IRS Lectures, IRS Seminare oder die IRS Spring Academy. Das Institut bietet zudem vielfältige Möglichkeiten der kontinuierlichen Weiterbildung an und setzt sich für die Gesundheitsvorsorge seiner Mitarbeiter*innen ein.
Weitere Punkte sind:
- Vergütung und Sozialleistungen entsprechend TV-L
- Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit mobilen Arbeitens
- Familienfreundliche Arbeitsbedingungen – das IRS ist seit 2015 als familienfreundlicher Arbeitgeber mit dem Zertifikat „berufundfamilie“ ausgezeichnet
Das IRS gewährleistet die berufliche Gleichstellung aller Personen nach dem Bundesgleichstellungsgesetz (BGleiG) und strebt eine offene und diskriminierungsfreie Arbeitskultur an. Wir begrüßen ausdrücklich Bewerbungen von Frauen. Bei gleicher Eignung werden Bewerber*innen mit Schwerbehinderung bevorzugt eingestellt.
Bitte schicken Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben und Projektskizze mit 2-3 Seiten, CV, Zeugnisse, Transcript of Records, Masterarbeit) unter der Kennziffer 3426 bis zum 15.10.2026 ausschließlich auf elektronischem Wege als ein PDF-Dokument an bewerbung(at)leib-niz-irs.de.
Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS)
Personalstelle
Flakenstraße 29-31
15537 Erkner
Die Auswahlgespräche finden voraussichtlich am 29.10.2026 statt. Für weitere Auskünfte zur Stelle am IRS wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Harald Engler (harald.engler(at)leibniz-irs.de).
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!
Das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung nimmt den Schutz persönlicher Daten ernst. Wir erheben, verwenden und speichern Ihre personenbezogenen Daten ausschließlich im Rahmen der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Nähere Informationen finden Sie auf der Web-site des IRS.