
Konflikte kartiert

Karten interpretieren die Realität. Welche Entscheidungen hinter der Darstellung von Konflikten in Osteuropa stecken, macht ein neuer Online-Atlas sichtbar.
23.04.2026 · News · Leibniz-Institut für Länderkunde · Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften · Projekte
Wie unterschiedlich sich Konflikte und Kooperationen visualisieren lassen, zeigt ein neuer Online-Atlas des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL). Die Plattform „Visualising Conflict/Peace“, entwickelt im Rahmen des Forschungsnetzwerks „Conflict and Cooperation in Eastern Europe (KonKoop)“, ist ab sofort online zugänglich.
Der englischsprachige Atlas versammelt Fallstudien aus dem östlichen Europa, dem Westbalkan, dem Südkaukasus und Zentralasien. Nutzerinnen und Nutzer können Konflikte und Friedensprozesse auf verschiedenen Ebenen erkunden, von lokalen Auseinandersetzungen bis hin zu internationalen Verflechtungen.
Besonderes Merkmal der Plattform ist ihre Transparenz: Sie macht sichtbar, wie die Karten entstanden sind. Welche Daten verwendet wurden, welche Entscheidungen in die Darstellung eingeflossen sind und wie unterschiedliche Perspektiven die Visualisierung prägen, lässt sich direkt nachvollziehen.
„Wir wollen zeigen, dass Karten keine neutralen Abbilder von Konflikten sind, sondern Interpretationen und zugleich Teil der politischen und gesellschaftlichen Realität, von der sie geprägt werden und die sie mitprägen", sagt IfL-Forscherin Dr. Mela Žuljević, die den Atlas maßgeblich mitentwickelt hat. „Gleichzeitig können die Darstellungen helfen, unterschiedliche Sichtweisen sichtbar zu machen und kritisches Nachdenken anzuregen.“
Der Atlas versteht sich als „lebendiges“ Projekt, das bewusst offen und erweiterbar angelegt ist. Er lädt dazu ein, Karten nicht nur zu nutzen, sondern auch zu hinterfragen.
Das Projekt entstand in Zusammenarbeit internationaler Forschenden aus Geographie, Politikwissenschaft, Geschichte und Anthropologie.
- Der Atlas ist frei zugänglich unter https://visualisingconflictpeace.de
- Informationen zum KonKoop-Projekt gibt es unter https://konkoop.de
Weitere Informationen und Kontakt
Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL)