Leitungswechsel am Institut für Zeitgeschichte

Isabel Heinemann und Andreas Wirsching
Foto INSTITUT FÜR ZEITGESCHICHTE MÜNCHEN-BERLIN

Die Zeithistorikerin Isabel Heinemann folgt auf Andreas Wirsching, der sich nach 14 Jahren als Direktor in den Ruhestand verabschiedet.  

11.08.2025 · News · Institut für Zeitgeschichte München - Berlin · Geisteswissenschaften und Bildungsforschung · Menschen

Das Institut für Zeitgeschichte München–Berlin (IfZ) bekommt zum 1. Oktober eine neue Leitung: Isabel Heinemann, derzeit Inhaberin des Lehrstuhls für Neueste Geschichte an der Universität Bayreuth, folgt auf Andreas Wirsching, der sich nach 14 Jahren als Direktor des IfZ in den Ruhestand verabschiedet.

Mit Isabel Heinemann, Jahrgang 1971, wird eine national wie international anerkannte Zeithistorikerin Direktorin der renommierten Forschungseinrichtung an der Münchner Leonrodstraße. In einer gemeinsamen Berufung mit der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) übernimmt sie nach akademischen Stationen in Freiburg, Münster und Bayreuth auch den Lehrstuhl für Neueste Geschichte an der LMU. Isabel Heinemanns Forschungsschwerpunkte spiegeln die ganze Vielfalt der Zeitgeschichte wider: Sie ist in der Geschichte des Nationalsozialismus ebenso zuhause wie in der Geschlechter- und Demokratiegeschichte nach 1945. Seit ihrer Dissertation über das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS gilt sie als Expertin für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, von Vernichtungspolitik und Holocaust. Ihre Habilitationsschrift untersuchte die Kultur- und Gesellschaftsgeschichte der USA im 20. Jahrhundert am Beispiel der Familie. Weitere Forschungsgebiete der gebürtigen Rheinland-Pfälzerin sind die Geschichte europäischer Familienkonzepte und Geschlechterordnungen sowie die Wissensgeschichte der Humangenetik. Derzeit arbeitet sie an einer Geschlechtergeschichte beider deutscher Staaten nach 1945. Isabel Heinemann wird die erste Frau an der Spitze des Instituts für Zeitgeschichte.

Von Andreas Wirsching übernimmt sie mit dem Institut für Zeitgeschichte eine Forschungseinrichtung, die sich unter seiner Leitung äußerst dynamisch entwickelt hat. In Wirschings Amtszeit fallen der Aufbau eines Zentrums für Holocaust-Studien in München ebenso wie die Gründung des Berliner Kollegs Kalter Krieg, mit dem das IfZ auch verstärkt die Geschichte der internationalen Beziehungen erschlossen hat. 2023 konnte die Dokumentation Obersalzberg bei Berchtesgaden Maßstäbe mit der neuen Dauerausstellung „Idyll und Verbrechen“ setzen. Für internationales Aufsehen schließlich hatte die kritische Edi-tion von Hitlers „Mein Kampf“ gesorgt, die 2016 im IfZ vorgestellt wurde.

Der Amtswechsel wird zum 1. Oktober 2025 erfolgen.

Weitere Informationen und Kontakt

Pressemitteilung des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin (IfZ)