Leitungswechsel am LSB

Portrait Corinna Dawid
Foto ANDREAS HEDDERGOTT/TUM

Corinna Dawid übernimmt die Leitung des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München. Sie folgt auf Veronika Somoza.

09.07.2025 · News · Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München · Lebenswissenschaften · Menschen

Wie sichern wir die Ernährung der Zukunft? Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung und knapper werdender Ressourcen zählt die nachhaltige Produktion gesunder, schmackhafter und sicherer Lebensmittel zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Das Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München will hierfür neue wissenschaftliche Grundlagen schaffen – unter neuer Leitung: Seit dem 30. Mai 2025 steht Prof. Dr. Corinna Dawid an der wissenschaftlichen Spitze des Instituts.

Forschung für Gesundheit, Genuss und Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Corinna Dawid ist eine international anerkannte Expertin auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie und Funktionellen Phytometabolomik. Ihre Forschung zielt darauf ab, innovative Lösungen für die großen Herausforderungen der Lebensmittelsysteme zu entwickeln – wissenschaftlich fundiert, praxisnah und mit Blick auf die Gesellschaft von morgen.

„Wir müssen nicht nur mehr qualitativ hochwertige Lebensmittel nachhaltig produzieren, sondern auch besser verstehen und vorhersagen können, wie deren Inhaltsstoffsysteme wirken“, erklärt Prof. Dawid. Genau hier setzt die sogenannte Lebensmittel-Systembiologie des Leibniz-Instituts an: ein interdisziplinärer Forschungsansatz, der die komplexen Zusammenhänge zwischen Lebensmittelinhaltsstoffen, ihrer Verarbeitung, sensorischen Akzeptanz und ihrem Gesundheitswert untersucht.

Offizieller Wechsel an der Institutsspitze

Prof. Dawid folgt auf Prof. Dr. Veronika Somoza, die ihr Amt als wissenschaftliche Direktorin aufgrund einer Berufung an die Universität Wien mit dem 1. März 2025 niedergelegt hat. Die neue wissenschaftliche Leitung des Instituts ist mit einer Professur für Chemosensorische Lebensmittelsysteme an der Technischen Universität München (TUM) verbunden. Zugleich leitet Prof. Dawid an der TUM kommissarisch den Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und Molekulare Sensorik.

Der wissenschaftliche Beirat sowie alle Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts heißen Prof. Dawid herzlich willkommen und freuen sich sehr auf die künftige Zusammenarbeit.

Anerkennung aus der Wissenschaft

Auch auf höchster Ebene wird die Neubesetzung mit großer Zustimmung aufgenommen:

„Mit Prof. Dawid gewinnt das Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie eine exzellente Wissenschaftlerin,“ betont Prof. Dr. Martina Brockmeier, Präsidentin der Leibniz-Gemeinschaft. „Corinna Dawid setzt wichtige Akzente für die Zukunft der Lebensmittelforschung. Sie ist sowohl innerhalb der TUM hervorragend vernetzt als auch mit zahlreichen Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft. Mit ihrem Engagement fördert Prof. Dawid den Austausch innerhalb der Wissenschaft und mit der Gesellschaft.“

Prof. Dr. Thomas F. Hofmann, Präsident der TUM, ergänzt: „Mit Prof. Corinna Dawid übernimmt eine exzellente Wissenschaftlerin mit großer fachlicher Expertise und Weitblick die Leitung des Instituts. Ihre Karriere ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Exzellenz und strategische Themen wie Ernährungssicherheit, Nachhaltigkeit und Gesundheit miteinander verknüpft werden können. Sie ist ein großer Gewinn für die TUM und die gesamte Leibniz-Gemeinschaft.“

Systembiologische Forschung entlang der Wertschöpfungskette

Am Institut wird Prof. Dawid künftig insbesondere niedermolekulare, nicht-flüchtige Lebensmittelinhaltsstoffe entlang der gesamten Wertschöpfungskette „Agrar – Lebensmittel – Ernährung“ erforschen. Ihre Arbeitsgruppe nutzt dafür hochmoderne analytische Verfahren, um die molekularen Strukturen, Netzwerke und Systeme von geschmacksaktiven Inhaltsstoffen und deren Vorstufen zu erfassen und zu charakterisieren.

„Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit am Institut werden wir einen wichtigen Beitrag zum weltweit einzigartigen systembiologischen Forschungsansatz des Instituts leisten“, so Prof. Dawid weiter. „Er kombiniert exzellente chemisch-analytische und biomolekulare Lebensmittelforschung mit neuesten Methoden der In-silico-Biologie, um die physiologischen Wirkungen der komplexen Netzwerke sensorisch relevanter Lebensmittelinhaltsstoffe systemisch verständlich und langfristig vorhersagbar zu machen. Ziel ist es, die Entwicklung von Lebensmitteln zu unterstützen, die sowohl gut schmecken als auch einen gesundheitlichen Mehrwert bieten – und dabei nachhaltig produziert sind.“

Wissenschaftlicher Werdegang – international und interdisziplinär

Die 1982 geborene Lebensmittelchemikerin studierte an der Universität Münster und promovierte bei Prof. Thomas F. Hofmann, dem heutigen Präsidenten der TUM. Nach wissenschaftlichen Stationen in München und einem Forschungsaufenthalt in Bangkok, bei dem sie maßgeblich am Aufbau eines Instituts für Molekulare Sensorik mitwirkte, habilitierte sie sich mit metabolomischen Studien zur pflanzlichen Stressresistenz.

Seit 2019 leitet sie kommissarisch den Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und Molekulare Sensorik an der TUM. Von 2023 bis Mai 2025 hatte sie die Professur für Funktionelle Phytometabolomik an der TUM inne. Sie ist stellvertretende Direktorin des ZIEL Institute for Food and Health sowie des Bayerischen Zentrums für Biomolekulare Massenspektrometrie (BayBioMS). Mit ihrer Gruppe bei TUM Create in Singapur erforscht sie im Projekt Proteins4Singapore gemeinsam mit anderen Forschungsgruppen der TUM und der Nanyang Technological University (NTU) alternative Proteinquellen für schmackhafte Lebensmittel der Zukunft.

Für ihre wissenschaftlichen Leistungen wurde Prof. Dawid mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Wissenschaftspreis Weihenstephan der Stadt Freising (2019) und dem Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Qualitätsforschung pflanzlicher Nahrungsmittel (2013).

Weitere Informationen und Kontakt

Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München (LSB)