
Vom Labor ans Krankenbett

Die Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen startet – Leibniz bringt starke Expertise in der Gesundheitsforschung ein.
30.01.2026 · HP-Topnews · Gemeinschaft
Postinfektiöse Erkrankungen bedeuten eine erhebliche Belastung – sowohl für die Erkrankten und ihre Familien als auch für unsere Gesellschaft insgesamt. Die Ursachen sind noch weitgehend unerforscht, wirksame Behandlungsmöglichkeiten existieren bislang nicht. Deutschland benötigt daher eine langfristige Strategie, um die Entstehung postinfektiöser Erkrankungen zu entschlüsseln und darauf basierend Diagnose- und Therapieverfahren zu entwickeln.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat am 30. Januar 2026 die „Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ ausgerufen und stellt für diese umfassende Forschungsinitiative 500 Millionen Euro bereit. Ziel ist es, bedeutende wissenschaftliche Durchbrüche in der Grundlagenforschung zu erzielen und diese systematisch in praktische Anwendungen für Diagnose und Behandlung zu überführen – vom Forschungslabor direkt in die Patientenversorgung. Dieses ambitionierte Vorhaben kann nur durch die koordinierte Zusammenarbeit aller beteiligten Forschungseinrichtungen und Institutionen gelingen.
Leibniz-Institute im Bereich der Lebenswissenschaften, insbesondere das Leibniz-Lab „Pandemic Preparedness“ und das Leibniz Center Infection, erforschen bereits intensiv postinfektiöse Erkrankungen und haben wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse beigetragen.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär:
„Mit der Nationalen Dekade schlagen wir ein neues Kapitel in der Erforschung von postinfektiösen Erkrankungen auf. Wir schaffen eine langfristige Strategie, um die Ursachen und Mechanismen postinfektiöser Erkrankungen besser zu verstehen und die Versorgung der Betroffenen nachhaltig zu verbessern. Aus vielen Gesprächen weiß ich, welch große Belastung diese Erkrankungen für die Betroffenen und ihre Angehörigen darstellen. Der Forschungsbedarf ist enorm: Für ME/CFS und andere postinfektiöse Erkrankungen gibt es nach wie vor keine einfachen Lösungen oder Therapien, und bisherige wissenschaftliche Studien belegen die Komplexität der Krankheitsmechanismen. Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller relevanten Akteurinnen und Akteure wollen wir in den nächsten zehn Jahren echte Verbesserungen für die Betroffenen erreichen. Ich danke unseren Partnern der Gesundheitsforschung schon jetzt für ihr Engagement.“
Prof. Dr. Gülşah Gabriel, Sprecherin des Leibniz-Labs „Pandemic Preparedness“ und Leiterin der Abteilung „Virale Zoonosen - One Health“ am Leibniz-Institut für Virologie:
„Die Leibniz-Gemeinschaft begrüßt die Ausrufung der Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen. Im Bereich Gesundheitsforschung der Leibniz-Gemeinschaft bilden postinfektiöse Erkrankungen einen Schwerpunkt und werden unter anderem im Leibniz-Lab „Pandemic Preparedness“ adressiert. Diese Aktivitäten aus den Schwerpunktfeldern „Prävention, Präzisionsmedizin, Biotechnologie und Gesundheitstechnologien“ des Leibniz-Gesundheitsforschungsprofils sind in hoher Passfähigkeit zu den zentralen Zielen der Dekade. Die Gesundheitsforschungs-Institute der Leibniz-Gemeinschaft werden ihre Expertise aktiv zum Gelingen der Dekade einbringen.“
Die Leibniz-Gemeinschaft ist Mitunterzeichnerin der gemeinsamen Erklärung „Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“.
Weitere Informationen
Gemeinsame Erklärung „Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ (PDF)