Vortrag · Berlin

30.11.2026 · 18:30
Fausts Sorge. Zur Anthropologie im Anthropozän

Die Sorge tritt in Goethes dramatischem Werk zwei Mal auf. Im Faust II erscheint sie als Allegorie, die Goethe der Cura-Fabel des Hyginus entnommen hat. Im Festspiel Pandora hingegen ist sie als Epimeleia eine Tochterfigur, die Goethe dem Prometheus-Mythos hinzuschreibt. Der Vortrag versucht, aus der Diskrepanz zwischen dem Besorgtsein und der rastlosen Tätigkeit des grauen Weibs Sorge und dem in Epimeleia angedeuteten Aspekt relationaler Sorge eine Anthropologie des Anthropozäns zu entwickeln, die sich von gegenwärtigen Debatten um matters of care abhebt. Herauszuarbeiten sind die im Faust wie in der Pandora skizzierten Dimensionen menschlicher Naturverhältnisse im Zeichen einer Sorge, die sich mit Arbeit und Mühe, mit Angst und Kummer, mit Reproduktion und Regeneration verbindet.

Cornelia Zumbusch ist Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Bern, Ko-Direktorin des Warburg-Hauses und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2019 leitet sie mit Frank Fehrenbach die DFG-Kolleg-Forschungsgruppe »Imaginarien der Kraft«. 2026 erhielt sie für ihre herausragende Forschung zur Wissenspoetik und zum Verhältnis von Literatur und Wissenschaft den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG.

Eintritt und Anmeldung

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig.

Veranstaltungsort

Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung
Eberhard-Lämmert-Saal, Eingang Meierottostr. 8
10719 Berlin 

Weitere Informationen

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