Forscher des DRFZ im Forschungsbereich „Rheumatische Entzündung“ (Leiter: Prof. Dr. Andreas Radbruch) haben in den letzten Jahren herausgefunden, dass bei chronischen rheumatischen Entzündungen zum einen die natürlichen Regulationsmechanismen des Immunsystems nicht mehr funktionieren, sie stellen die entzündliche Immunreaktion nicht mehr ab. Wichtiger noch, das Immunsystem entwickelt ein „Gedächtnis“ für die Entzündung. Die Zellen, die dieses Gedächtnis bilden, werden durch besondere zelleigene Mechanismen, aber auch durch andere Zellen des Körpers geschützt und am Leben erhalten. Konventionelle Therapien greifen sie nicht an.
Gemeinsam mit den Rheumatologen der Charité Berlin entwickeln die Forscher des DRFZ deshalb jetzt therapeutische Strategien mit dem Ziel, das immunologische Gedächtnis für die rheumatische Entzündung zu löschen und die körpereigene Immunregulation wieder zu etablieren.
In zweiten Forschungsbereich (Leiterin: Prof. Dr. Angela Zink) untersuchen Epidemiologen in umfangreichen Langzeitkohorten die Qualität der Versorgung von Rheumapatienten in ganz Deutschland. Das Biologika-Register des DRFZ hat in bisher zehn Jahren 10.000 Rheumapatienten beobachtet, die mit neuen, gentechnisch hergestellten Medikamenten behandelt werden. Dabei wurden bestimmte Risikogruppen identifiziert, so dass nun Therapien besser an einzelne Patienten angepasst werden können.