Tropische Küsten gehören zu den produktivsten Ökosystemen der Welt und sichern in vielfältiger Hinsicht die Lebensgrundlage und den Lebensunterhalt von Millionen von Menschen. Gleichzeitig werden die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des globalen Wandels an den tropischen Küsten besonders deutlich.
Faktoren wie der Klimawandel, Ressourcenübernutzung, Verschmutzung und Urbanisierung werden auch in Zukunft die sozial-ökologischen und sozio-ökonomischen Strukturen tiefgreifend verändern und Herausforderungen für ein nachhaltiges Management der tropischen Küstenökosysteme mit sich bringen.
Das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) wurde 1991 in Bremen mit dem Ziel gegründet, eine wissenschaftliche Grundlage für den Schutz und die nachhaltige Nutzung tropischer Küstenökosysteme, darunter Mangroven, Korallenriffe, Flussmündungen, Auftriebsgebiete und Küstenmeere, zu schaffen.
Die Forschung des ZMT befasst sich mit Fragen zur Struktur und den Leistungen dieser Lebensräume, zu ihren Ressourcen und ihrer Reaktion auf menschliche Einflüsse sowie auf Umweltveränderungen. Derzeit konzentrieren sich die Forschungsaktivitäten auf die Versauerung der Ozeane, Eutrophierung und Verschmutzung, die Nutzung durch den Menschen und die Auswirkungen des Klimawandels.
Das Institut strebt einen integrierten Forschungsansatz an, der Natur- und Sozialwissenschaften miteinander verbindet. Die Forschung des ZMT gliedert sich in fünf Programmbereiche:
- Küstenressourcen
- Globaler Wandel
- Küstentransformation
- Ökosystem-Co-Design
- Gesellschaftliche Wirkung
Das ZMT ist aufgrund seiner Interdisziplinarität und seiner Konzentration auf tropische Küsten unter den deutschen Forschungsinstituten einzigartig. Die Forschungsprojekte konzentrieren sich regional auf Südostasien, Südwest- und Ostafrika sowie Süd- und Mittelamerika und die Karibik.
Großer Wert wird auf die enge Zusammenarbeit mit Partnern in tropischen Ländern gelegt. Die Forschungsaktivitäten werden von einer Vielzahl von Maßnahmen zur Kapazitätsentwicklung begleitet, die darauf abzielen, junge Forschende aus aller Welt im Bereich der tropischen Meeresökologie auszubilden. Das ZMT leistet einen Beitrag zur Ausbildung durch die Zusammenarbeit mit den Universitäten in Bremen, Oldenburg und Kiel. Spezielle Schulungen, Sommerschulen und Praktika werden sowohl in Bremen als auch an Partnerinstitutionen in den Tropen angeboten.
Das ZMT fungiert zudem als Zentrum für den Wissenstransfer an staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen. Durch seine Aktivitäten leistet das Institut einen Beitrag zu Forschungs- und Kapazitätsentwicklungsprogrammen internationaler Organisationen wie der Zwischenstaatlichen Ozeanographischen Kommission (IOC) der UNESCO und dem Wissenschaftlichen Ausschuss für Ozeanforschung (SCOR) des Internationalen Rates für Wissenschaft (ICSU).