Verbindliche Ziele

Zwei Mädchen in der Kita
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Verpflichtendes Vorschuljahr, einheitliche Bildungsziele, Sprachtests: Die Deutschen wünschen sich mehr Verbindlichkeit in der frühkindlichen Bildung. Das zeigt das ifo Bildungsbarometer 2026.

06.10.2026 · News · ifo Institut Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. · Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Raumwissenschaften · Forschungsergebnis

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen spricht sich für mehr verpflichtende Maßnahmen bei der frühkindlichen Bildung aus: 72 Prozent halten ein verpflichtendes Vorschuljahr für geboten, 79 Prozent wollen bundesweit einheitliche verbindliche Bildungsziele. Eine überwältigende Mehrheit (89 Prozent) stimmt zudem für verpflichtende Sprachtests im Alter von viereinhalb Jahren. Das zeigt das ifo Bildungsbarometer 2026. „Frühkindliche Bildung legt wichtige Grundlagen für die kognitive, sprachliche, soziale und emotionale Entwicklung von Kindern“, sagt Ludger Wößmann, Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik. „Deshalb ist es wichtig, dass alle Kinder eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung erfahren.“

Eltern und Gesamtbevölkerung stellen den Kitas vor Ort im ifo Bildungsbarometer ein gutes Zeugnis aus: 53 Prozent der Deutschen vergeben die Noten 1 oder 2, unter den Eltern sind es sogar 65 Prozent. Damit ergibt sich eine Durchschnittsnote von 2,27 bei den Eltern und von 2,52 bei der Gesamtbevölkerung. „Interessanterweise werden die Kitas vor Ort deutlich positiver beurteilt als die Kitas in ganz Deutschland“, sagt Co-Autorin Katharina Wedel. 

Über die Hälfte (56 Prozent) der Eltern gibt an, dass sie nur wenige Schwierigkeiten hatten, einen Kita-Platz zu finden. Allerdings berichtet auch ein knappes Viertel von vielen Schwierigkeiten. Der Mangel an Kita-Plätzen sowie ein schlechter Betreuungsschlüssel werden von den Befragten als dringendste Probleme angesehen. Angesichts dieses Betreuungsmangels sprechen sich über drei Viertel dafür aus, dass Familien mit alleinerziehendem Elternteil oder Vollzeit arbeitenden Eltern bei der Kita-Platzvergabe bevorzugt werden.

Um mehr Kita-Fachkräfte zu gewinnen, befürworten die Befragten eine höhere Bezahlung des Kita-Personals und weniger bürokratischen Aufwand in Kitas. Große Mehrheiten sind für mehr Männer und Quereinsteigende unter den Kita-Fachkräften. „Etwa drei Viertel der Befragten sind zudem für steigende Ausgaben für Kitas“, sagt ifo-Forscherin Vera Freundl. Gesamtbevölkerung und Eltern sind gespalten, ob der Einsatz digitaler Medien bei der pädagogischen Arbeit die Entwicklung der Kinder positiv oder negativ beeinflusst.

Für das ifo Bildungsbarometer 2026 wurden im Mai und Juni 3.033 Personen (18–69 Jahre) sowie 965 Eltern mit Kindern im Alter von bis zu sechs Jahren in Deutschland repräsentativ befragt. 

Publikationen

ifo Bildungsbarometer 2026 „Frühkindliche Bildung in Deutschland: Was denken Eltern und Gesamtbevölkerung?“ von Katharina Wedel, Vera Freundl, Sofía Gómez, Franziska Pfaehler und Ludger Wößmann.

Weitere Informationen und Kontakt

Pressemitteilung des ifo Instituts - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München