
Kanzler besucht IHP

Bundeskanzler Friedrich Merz informiert sich am Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik über Schlüsseltechnologien der Hightech Agenda. Im Fokus stehen Chips, 6G und ein Schnelltest in Laborqualität.
23.10.2026 · News · Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik · Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften · Gemeinschaft
Auf Einladung der Leibniz-Gemeinschaft hat Bundeskanzler Friedrich Merz am 23. Oktober 2026 das IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik in Frankfurt (Oder) besucht. Dabei informierten ihn der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Christoph M. Schmidt, sowie die Leiter des Leibniz-IHP, Gerhard Kahmen, wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer, und Nicolas Hübener, administrativer Geschäftsführer, über die Rolle der Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland. Sie erläuterten zudem die Forschung des Leibniz-Instituts im Bereich der Mikroelektronik und dessen Beitrag zur technologischen Souveränität Deutschlands und Europas.
Die Mikroelektronik gehört zu den sechs Schlüsseltechnologien der Hightech Agenda. Während eines Rundgangs durch das Institut erfuhr Bundeskanzler Merz, wie aus Forschung am Leibniz-IHP Anwendungen entstehen und wie Leibniz-Institute entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur technologischen Souveränität und Innovationskraft Deutschlands und Europas beitragen. Der Rundgang führte von der Chipfertigung auf der eigenen Pilotlinie und der Hochfrequenztechnik zu Funknetzen, die neben der Datenübertragung ihre Umgebung erfassen, und zu einem Schnelltest, der Bakterien, Viren oder Giftstoffe in Flüssigkeiten innerhalb weniger Minuten vor Ort nachweist. Der Bundeskanzler erhielt Einblicke in den Reinraum und in ein Hochfrequenzlabor und kam dabei auch mit Forschenden sowie mit Auszubildenden, Studierenden und Doktorandinnen und Doktoranden des Instituts ins Gespräch.
Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte nach seinem Institutsbesuch: „Aus innovativer Forschung entstehen genau die Lebensverbesserungen, die wir brauchen, die innovativen Geschäftsideen, die unser Land als Ganzes voranbringen. Die Leibniz-Gemeinschaft ist von den Forschungsgemeinschaften, die wir in Deutschland haben, diejenige, die am breitesten aufgestellt ist – von der Forschung bis zur Anwendung in der Industrie. Ich konnte mich von der anwendungsorientierten Forschung in der Leibniz-Gemeinschaft über alle wissenschaftlichen Disziplinen in sehr eindrucksvoller Weise überzeugen. Hier wird sichtbar, wie Wissenschaft und Wirtschaft ineinandergreifen und voneinander profitieren. Wir sehen hier Weltspitzen-Arbeit im Hightech-Bereich, und Mikroelektronik ist ein wesentlicher Aspekt unserer Hightech Agenda Deutschland. An der Chipentwicklung und -produktion hier wird deutlich: Unsere Forschung ist international spitze. Ich bin froh, dass wir mit dem IHP in Ostdeutschland einen Hightech-Leuchtturm haben.“
Leibniz-Präsident Christoph M. Schmidt stellte dem Bundeskanzler die besondere Mission der Leibniz-Gemeinschaft und ihrer Institute vor: „Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet angewandte Grundlagenforschung und Transfer zum Wohle der Gesellschaft. Wir treiben technologische Exzellenz und Innovation in engem Zusammenwirken mit Wirtschaft und Gesellschaft voran. Im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland verstehen wir uns als Systempartner, wie sich am Leibniz-IHP zeigt. Mit Spitzenforschung auf internationalem Niveau, industrieller Anschlussfähigkeit und gelebtem Technologietransfer werden aus Ideen entlang der gesamten Wertschöpfungskette konkrete Beiträge für die Innovationsfähigkeit Deutschlands und Europas und so auch für unsere technologische Souveränität. Forschung und Transfer in dieser Qualität sind nur durch die im Pakt für Forschung und Innovation verankerte Unterstützung von Bund und Ländern möglich, die wir als Ansporn zu stetiger Weiterentwicklung begreifen.“
Gerhard Kahmen, wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für innovative Mikroelektronik, hob hervor: „Mikroelektronik durchdringt heute alle Bereiche der Gesellschaft, von der Medizin über die kritische Infrastruktur bis zur Raumfahrt. Sie ist eine Schlüsseltechnologie für die Souveränität Deutschlands und Europas. Am IHP erforschen wir siliziumbasierte Hochfrequenzsysteme vom Material bis zum komplexen System. Unsere Ergebnisse machen wir Partnern aus Wissenschaft und Industrie nicht nur als Labormuster zugänglich, sondern als qualifizierte Prototypen und in Kleinserien. Der Transfer in die Anwendung ist seit Jahren fester Bestandteil unserer Arbeit. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Hightech Agenda Deutschland und der europäischen Forschungs- und Innovationsstrategie."
Bei seinem Besuch am Leibniz-IHP wurde der Bundeskanzler von Staatssekretär Dr. Marcus Pleyer aus dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie von Staatssekretär Tobias Dünow aus dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg begleitet.
Über das IHP
Das IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik in Frankfurt (Oder) ist ein weltweit führendes Forschungszentrum im Bereich der siliziumbasierten Hochfrequenzelektronik und -Systeme. Dabei verfolgt das IHP die gesamte Wertschöpfungskette – von grundlegender Forschung bis zu anwendungsnahen Prototypen und Kleinserien. Das Institut betreibt eine eigene Reinrauminfrastruktur unter industrienahen Bedingungen und bietet Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft Zugang zu qualifizierten, weltweit führenden BiCMOS-Technologien. Das Institut stärkt die technologische Souveränität Deutschlands und Europas. Durch den Aufbau technologischer Kompetenzen und die Stärkung strategischer Lieferketten trägt es insbesondere zur Resilienz der deutschen und europäischen Investitionsgüterindustrie bei. Mit seiner Expertise in Mikroelektronik, Quantentechnologien und KI sowie seinem Lab-to-Industry-Ansatz leistet das Institut einen wichtigen Beitrag zur Hightech Agenda Deutschland.
Forschungsschwerpunkte sind neue Materialien und Bauelemente, Halbleitertechnologien sowie Höchstfrequenz-Schaltungen und -Systeme für Anwendungsfelder wie Kommunikation, Industrie, Luft- und Raumfahrt, Sicherheit und Medizin.
Der Beitrag der Leibniz-Gemeinschaft zur Hightech Agenda Deutschland der Bundesregierung
Für die Ziele der Hightech Agenda Deutschland ist Leibniz ein unverzichtbarer Partner und in mehreren Schlüsselbereichen von strategischer Bedeutung:
- Künstliche Intelligenz: Verbindung von KI-Forschung, FAIR-Daten, Hardwareentwicklung, erklärbarer KI und gesellschaftlicher Reflexion
- Quantentechnologien: Kompetenzen vom Material über Komponenten und integrierte Schaltungen bis zum System
- Mikroelektronik: in Deutschland einzigartige End-to-End-Chip-Fertigung für Prototypen und Kleinserien in Leibniz-Instituten
- Biotechnologie und Gesundheit: Innovationskette von molekularer Forschung über Diagnostik und Therapeutik bis zu translationaler Medizin, Prävention und Bioökonomie
- Fusion, klimaneutrale Mobilität und nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme: substanzielle Beiträge zu Zukunftstechnologien und Transformation
Weitere Informationen und Kontakt
Meldung des Leibniz-Instituts für innovative Mikroelektronik