Vortrag · Berlin

11.11.2026 · 18:30
Der Nobelpreis für Literatur 1966: Nelly Sachs, S. J. Agnon und die Wege jüdischer Literatur

Eine Dichterin, ein Schriftsteller, zwei Sprachen, zwei Lebenswege – eine gemeinsame Geschichte: Als S. J. Agnon und Nelly Sachs 1966 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurden, ehrte die Schwedische Akademie zwei literarische Stimmen, die das kulturelle Erbe des Judentums auf je eigene Weise in die Moderne übersetzten. Nelly Sachs, die sich vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Schweden hatte retten können, schloss ihre Rede in Stockholm mit dem Gedicht »In der Flucht«. Agnon erinnerte daran, dass sein Werk auf den Grundlagen der jüdischen Überlieferung ruhe, zugleich aber auch von seiner intensiven Lektüre deutscher Literatur und den Erfahrungen in Europa geprägt worden sei. Literatur, Sprache und jüdische Geschichte erscheinen für beide als untrennbar miteinander verwoben.

Die Vertretung des Freistaates Sachsen in Berlin, die Staatsbibliothek zu Berlin und das Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow laden zu einem Abend ein, der den 60. Jahrestag der Preisverleihung würdigt. Die Literaturwissenschaftlerin Lina Barouch (London), der Schriftsteller Aris Fioretos (Stockholm) und Thomas Sparr, langjähriger Leiter des Jüdischen Verlags und Editor at Large für Suhrkamp (Berlin), blicken auf die Ereignisse 1966 und fragen danach, wie sich in den Werken von Agnon und Sachs jüdische und deutsche Geschichte kreuzen.

Im Blickfeld steht dabei auch der Verleger und Mäzen Salman Schocken, der vor seiner Emigration viele Jahre in Sachsen lebte und wirkte. Kaum ein anderer hat Agnons Werk so nachhaltig geprägt: Seit 1914 förderte Schocken den jungen Autor, gründete nicht zuletzt für dessen Bücher einen eigenen Verlag und veröffentlichte sie in Berlin, später in Jerusalem, Tel Aviv und New York. Jahrzehntelang setzte er sich für die internationale Rezeption Agnons ein.

Gedichte, Erzählungen und Briefe machen die Verflechtungen von Literatur-, Verlags- und Zeitgeschichte erfahrbar.

Anmeldung

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung bis zum 6. November erforderlich. Zum Anmeldeformular gelangen Sie hier.

Veranstaltungsort

Staatsbibliothek zu Berlin
Unter den Linden 8
10117 Berlin 

Weitere Informationen

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