Ziel der Chancengleichheitsaktivitäten der Leibniz-Gemeinschaft ist es, Männern und Frauen abhängig von ihren jeweiligen Qualifikationen bei der Verwirklichung ihrer individuellen Karrierewünsche gleiche Chancen und Möglichkeiten zu garantieren. Dies gilt für alle Organisationsebenen. Dabei folgt die Leibniz-Gemeinschaft dem Kaskadenmodell der DFG und unterstützt die Einrichtungen mit einer Handreichung bei der Einführung flexibler Zielquoten für den Frauenanteil auf jeder Ebene.

Mit 47 Prozent im Jahr 2020 haben Frauen bereits jetzt einen vergleichsweise hohen Anteil am wissenschaftlichen Personal in der Leibniz-Gemeinschaft. Unter den Promovierenden und den Promovierten erreicht die Leibniz-Gemeinschaft trotz des großen Anteils an natur- und technikwissenschaftlichen Einrichtungen nahezu Parität. Der Anteil der Doktorandinnen liegt bei 49 Prozent, der der Postdoktorandinnen beträgt 44 Prozent. In höheren wissenschaftlichen Statusgruppen sind Frauen dagegen immer noch unterrepräsentiert. Ihr Anteil im Bereich der W2/C3 Professuren beträgt 32 Prozent. Die erste Führungsebene (wissenschaftliche Institutsleitungen) ist zu 19 Prozent mit Frauen besetzt.

Frauenquoten in W/C-Positionen

    

 

2014

2016

2018

2019

2020

W3/C4

14%

17%

18%

21%

22%

W2/C3

21%

29%

33%

33%

32%

In der Laufzeit des Pakts für Forschung und Innovation III (2016-2020) erhielten Frauen insgesamt 60 Prozent aller W2- und 30 Prozent aller W3-Berufungen in der Leibniz-Gemeinschaft. Im W-Bereich insgesamt erhöhte sich die Zahl der bestehenden Berufungen von Frauen um fast 60 Prozent bei einem Gesamtstellenzuwachs von nur 25 Prozent.

Dieser Trend wird dadurch verstärkt, dass sich Leibniz-Einrichtungen aktiv um die Rekrutierung von Frauen bemühen- und dies während allen Phasen des Rekrutierungsprozesses. In dieser Hinsicht sind die Empfehlungen der Leibniz-Besetzungsstandards aus Gleichstellungs-Sicht nachdrücklich zu unterstützen. Als offizielle Unterstützerin von AcademiaNet, der weltgrößten Datenbank mit Profilen exzellenter Wissenschaftlerinnen aller Fachdisziplinen, fördert die Leibniz-Gemeinschaft darüber hinaus die öffentliche Sichtbarkeit hervorragender Forscherinnen für die Besetzung von Führungsposition und Entscheidungsgremien in Deutschland und Europa.

Die Leibniz-Gemeinschaft begreift Maßnahmen zur Förderung von Gleichstellung und Vielfalt als Abbild und zugleich als Treiber eines Kulturwandels an ihren Einrichtungen. Dieser kann nur nachhaltig sein, wenn er von den Führungspersonen an den Einrichtungen getragen, vorgelebt und vorangetrieben wird. Die Leibniz-Gemeinschaft sieht die Förderung von Gleichstellung und Diversität deshalb als Leitungsaufgabe. Auf einem Leibniz-Führungskolleg im Mai 2019 zum Thema „Gleichstellung und Vereinbarkeit – Motoren eines Kulturwandels in den Leibniz Einrichtungen“ wurden best practices an den Instituten diskutiert und durch externe Expertise ergänzt (Programm-PDF).