Gefördert im Leibniz-Wettbewerb: slpless

Ungemachtes Bett mit Nachtischlampe bei Nacht
Foto JP VALERY/UNSPLASH

Warum fühlen wir uns schon nach einer einzigen schlaflosen Nacht erschöpft, unkonzentriert und emotional anfälliger?

09.02.2026 · HP-Topnews · Leibniz-Institut für Neurobiologie · Projekte

Von der Geschichte der Automobilinfrastruktur bis zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen: An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen ausgewählte Projekte, die aktuell im Leibniz-Wettbewerb gefördert werden.

Worum geht’s? Das Projekt „slpless“ in Kürze

Die Leibniz-Junior Research Group unter der Leitung von Dr. Hanna Zwaka vom Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) erforscht in dem Projekt „slpless ", wie Schlafmangel unserer Gesundheit schadet. Mithilfe von Zebrafisch-Larven untersucht ihre Gruppe die Auswirkungen von Schlafentzug auf das Gehirn, das Verhalten und die Herzfunktion, um zu verstehen, wie daraus langfristig Krankheiten entstehen können. Zebrafische eignen sich als Modellorganismus besonders gut, da diese winzigen, durchsichtigen Wirbeltiere wichtige Schlaf- und Stresssysteme mit dem Menschen gemeinsam haben. Ihre Transparenz ermöglicht es den Forschenden, neuronale Signale, Hormonausschüttungen und den Herzschlag in Echtzeit zu beobachten und diese physiologischen Prozesse direkt mit dem Verhalten der Tiere zu verknüpfen.

Warum ist das wichtig? Probleme, die das Projekt lösen will

Bereits eine einzige schlaflose Nacht macht uns müde, unkonzentriert und träge – doch trotz jahrzehntelanger Forschung verstehen wir noch immer nicht vollständig, warum Schlafmangel solche weitreichenden Auswirkungen auf das Gehirn, das Verhalten und den Körper hat. Ziel der Forschung ist es, die biologischen Prozesse sichtbar zu machen, die durch Schlafmangel aus dem Gleichgewicht geraten, und zu verstehen, wie diese Störungen letztendlich unser Denken, Empfinden und unsere Gesundheit beeinträchtigen. Das Verständnis dieser Prozesse könnte Aufschluss darüber geben, wie Schlafmangel die geistige und körperliche Gesundheit beeinträchtigt, und dabei helfen, wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Worauf freuen Sie sich zum Projektstart am meisten? Eine Frage an die Projektleitung 

"Ich finde es wahnsinnig spannend, wie Schlaf unser Leben einerseits positiv und Schlafmangel andererseits so negativ beeinflussen kann. Ich freue mich besonders darauf mit meiner Gruppe zu erforschen, wieso sich Schlafmangel auf unseren ganzen Körper inklusive unseres Herzens auswirkt, denn schon eine Nacht ohne Schlaf erhöht z.B. unseren Blutdruck. Die durchsichtigen Zebrafische geben uns ein Fenster in das müde Gehirn und das Herz und wir können dadurch live beobachten, was sich genau verändert, wenn wir nicht genug Schlaf bekommen."

Dr. Hanna Zwaka, Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN)

Wer ist dabei? Die beteiligten Leibniz-Institute

Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN)

Hintergrund: Der Leibniz-Wettbewerb

Das Projekt „slpless“ wird im Rahmen des Leibniz-Wettbewerbs für den Zeitraum von fünf Jahren gefördert. Der Wettbewerb unterstützt die Erreichung der strategischen Ziele der Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation. Die Projektbewilligungen ermöglichen Forschung auf höchstem Niveau. Insgesamt fördert die Leibniz-Gemeinschaft in der Runde 2026 30 Vorhaben.

Weitere Informationen zum Leibniz-Wettbewerb

Projektdatenbank des Leibniz-Wettbewerbs