Leibniz Cardio-Oncology Campus for Precision Medicine – Leibniz-WissenschaftsCampus Dortmund
Durch die Fortschritte in der Krebstherapie überleben immer mehr Patientinnen und Patienten ihre Krebserkrankung langfristig. Gleichzeitig können Chemo- und Immuntherapien kardiovaskuläre Nebenwirkungen verursachen – von Herzrhythmusstörungen bis hin zu Herzmuskelerkrankungen oder Herzschwäche.
Wie sich solche Herzschäden frühzeitig erkennen und verhindern lassen, erforschen Wissenschaftlerinnen und Mediziner im Leibniz Cardio-Oncology Campus for Precision Medicine. Sie untersuchen die molekularen Mechanismen und entwickeln Bluttests, die während der Krebstherapie zeigen sollen, ob das Herz Schaden nimmt – noch bevor Symptome auftreten. Auf dieser Grundlage entwickeln sie Risikomodelle, die eine personalisierte Einschätzung des kardiovaskulären Risikos einer Krebstherapie ermöglichen sollen. So könnten Ärzt:innen die Behandlung künftig gezielter begleiten und bei Bedarf frühzeitig anpassen.
Zum Start steht schwarzer Hautkrebs als Modell im Fokus. Dafür liegen bereits Daten von 390 Krebspatienten mit dokumentierten Herzfunktionsstörungen vor. Die Erkenntnisse sollen anschließend auf weitere Krebsarten wie Brust- oder Blutkrebs übertragen werden. Langfristig wollen die Forschenden eine personalisierte Krebsbehandlung ermöglichen, die den Tumor wirksam bekämpft und zugleich das Herz schützt.