Vereinbarkeit von Fürsorgearbeit und (wissenschaftlichem) Beruf
Der Leibniz-Gleichstellungsbericht 2024 (PDF) dokumentiert, dass alle Leibniz-Einrichtungen flexible Modelle zur Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsort bereitstellen und fast alle familienfreundliche Zeiten für Gremiensitzungen oder interne Veranstaltungen ansetzen. Etwa die Hälfte der Einrichtungen fördert zudem die Berufstätigkeit des Partners oder der Partnerin von Beschäftigten und zukünftigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern (Dual Career).
Auch bei der Kinderbetreuung zeigt der Bericht eine positive Entwicklung: Mehr als drei Viertel der Einrichtungen haben ein Eltern-Kind-Zimmer eingerichtet; 44 Prozent aller Leibniz-Einrichtungen bezuschussen die Kinderbetreuung bei Fortbildung und Konferenzen, 29 Prozent bieten Notfallbetreuung durch externe Dienstleister an und mehr als ein Drittel der Einrichtungen stellt entweder Plätze in einer (eigenen) Kindertageseinrichtung bereit oder vermittelt Betreuungsplätze. Familienfreundliche Zeiten für Gremiensitzungen oder interne Veranstaltungen sind eine Selbstverständlichkeit geworden (gut 90 Prozent aller Institute). In über 80 Prozent der Fälle werden wissenschaftliche Verträge für aus Haushaltsmitteln finanziertes Personal grundsätzlich um Zeiten des Mutterschutzes und der Elternzeit verlängert.
Gemäß einem Beschluss der Mitgliederversammlung sind die Mitgliedseinrichtungen aufgefordert, ihre Bemühungen um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zertifizieren zu lassen. Inzwischen können 88 Leibniz-Einrichtungen eine erstmalige bzw. wiederholte Zertifizierung nach audit berufundfamilie oder Total E-Quality-Prädikat vorweisen.
Im Jahr 2012 hat sich ein Leibniz-weites Netzwerk audit berufundfamilie gegründet. Ziel des Netzwerks ist der Kontakt und Erfahrungsaustausch der teilnehmenden Institute, der unter anderem in jährlichen Workshops stattfindet. Dabei lassen sich Erfahrungen über Probleme und Erfolge bei der Umsetzung der familienfreundlichen Maßnahmen diskutieren und gemeinsame Lösungsansätze erarbeiten.
Die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Fürsorgeverantwortung ist in zentralen Förderprogrammen der Leibniz-Gemeinschaft verankert, beispielsweise durch die Anrechnung von Erziehungszeiten mit zwei Jahren pro Kind im Leibniz-Wettbewerb oder einem Kinderbetreuungsangebot bei Veranstaltungen des Leibniz-Mentoring-Programms und der Leibniz-Akademie für Führungskräfte. Im Leibniz-Wettbewerb können zudem Fördermittel für Maßnahmen zur Vereinbarkeit beantragt werden.